Das Übel bei der Wurzel packen, aber wie und wo?

lebeog

Member
Hallo,
wie Ihr ja sicherlich schon aus meinem Anderen Thread wisst, habe ich im Moment Probleme, was das Wachstum von Algen anbelangt.
Ich habe mir zur besseren Bestimmung der Wasserparameter das Weihnachtsangebot von Anton (Fotometer) gegönnt. Sobald es da ist, kann ich Euch dann auch mehr und vermutlich auch aussagekräftigere Messwerte liefern.

Ich messe selbst im Moment folgende Werte:
pH (Profilux) 6,5-6,8
kh (JBL) 4-5
Fe (JBL) 0,1
NO3 (JBL) 10-20 mg/L

Hier die Werte des Wasserwerkes (Jahresmittel):

ph-Wert 7,78
Säurekapazität bis pH 4,3 [mmol/l] 1,98
Basekapazität bis pH 8,2 [mmol/l] 0,05
Härte [mmol/l] 1,27
Gesamthärte [°dH] 7,1
Karbonathärte [°dH] 5,6
Organisch gebundener Kohlenstoff (TOC) [mg/l] 1,1
Sauerstoff [mg/l] 7,5

Kationen:
Calcium [mg/l] 40
Eisen [mg/l] 0,006
Kalium [mg/l] 3,8
Magnesium [mg/l] 6,7
Natrium [mg/l] 32

Anionen:
Chlorid [mg/l] 35
Fluorid [mg/l] 0,11
Kieselsäure (SiO2) [mg/l] 5,0
Nitrat [mg/l] 13,9
Phosphat [mg/l] 0,24
Sulfat [mg/l] 36

Die Beleuchtung habe ich auf ein normales Maß (von 6 Stunden auf 12 Stunden)aufgedreht, da einige Pflanzen gekümmert haben und keine Assimilation mehr zeigten. Die Algen bildeten sich aber schon bei der schwachen Beleuchtung. Ich finde, dass die Pflanzen ein gutes wenn auch nicht optimales Wachstum zeigen.

Gedüngt wird per EI:
Makro 60ml pro Tag
Mikro 12ml pro Tag

Wasserwechsel jede Woche 50% mit VE- und Leitungswasser (1:3)

So, jetzt kommt die Frage aller Fragen: "Was ist zu tun?"

Hier ein paar Bilder der unerwünschten Gäste:
Pinsel und Bartalgen:
100_3654.JPG


Eine mir nicht bekannte Alge, sie wächst irgendwie nicht fest sondern lässt sich als Büschel abzupfen.
100_3656.JPG


100_3659.JPG


Grüße und schonmal vielen Dank für Eure fachkundigen Hinweise.

Jürgen
 

Hardy

Active Member
Hi Jürgen
Das sind (m.E. inklusive der grünen Büschel) Rotalgen, wie sie beim Einfahren eines Beckens durchaus üblich sind und die auf EasyCarbo recht schnell und empfindlich ansprechen.
Bevor die höheren Pflanzen leiden, könntest Du ihnen damit den Vorsprung verschaffen, dass sie, wenn sie erst richtig "Fuß gefasst" haben, die Rotalgen dann selbst in Schach halten.
 

lebeog

Member
Danke Hardy für den schnellen Tipp. Ich wollte das Easy Carbo nicht anwenden, da ich damit zwar die Algen bekämpfe (beseitige) aber das ist ja nur eine Art rumdoktern an den Symptomen. Wenn Du aber sagst, dass es in der Anfangsphase sein kann, dass die Rotalgen auftreten, dass wäre ja die Einfahrphase die Ursache.
Grüße
Jürgen
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi Jürgen,

also der Schritt mit der Beleuchtungserhöhung war schon mal total falsch. Ich hätte vielleicht 2 Stunden länger beleuchtet, jedoch nicht die Beleuchtung verdoppelt. Durch deine Erhöhung zieht der Bedarf an CO2 kräftig an... das scheint aber das größte Problem in deinem Becken zu sein.

Was nun zu tun ist:

1. Algen absammeln
2. Easy Carbo geben
3. Strömung und CO2 optimieren. Das wird wohl das Hauptproblem sein. Rotalgen treten bei guter Strömung und passenden CO2 Werten nicht in dem Maße auf.
4. den Fe Test mal vergessen und passend die Mikronährstoffe zuführen. Nur weil 0,1 Fe nachweisbar sind, heißt es noch lange nicht, dass ausreichend Mikronährstoffe vorhanden sind.

Ein wenig Bittersalz kannst du auch beim Wasserwechsel zugeben. (würde so 2-5 mg/l dazugeben)
 

addy

Active Member
HI Jürgen,
diese roten Büschel sind ein Zeichen für Co2 Mangel. Ich würde den Wert anheben und trotz bedenken Ec verwenden . Das kannst du später ja wieder absetzen. Als normal würde ich das aber nicht Bezeichnen. Kommt leider mal vor aber nicht zwangsläufig.
Bei den doch recht wenigen Pflanzen im Becken empfinde ich 60ml EI tgl. doch ein bischen viel. Im gegensatz dazu nur 12ml Fe - irgendetwas stimmt da nicht.
Bin auf jedenfall auf deine Wasserwerte vom fotometer gespannt!
Ich schätze du nen riesen Po4 wert. Über 3mg/l würde ich nicht gehen.
 

lebeog

Member
Tobi":1dqbgj3v schrieb:
Hi Jürgen,
...
Was nun zu tun ist:

.....
3. Strömung und CO2 optimieren. Das wird wohl das Hauptproblem sein. Rotalgen treten bei guter Strömung und passenden CO2 Werten nicht in dem Maße auf.
4. den Fe Test mal vergessen und passend die Mikronährstoffe zuführen. Nur weil 0,1 Fe nachweisbar sind, heißt es noch lange nicht, dass ausreichend Mikronährstoffe vorhanden sind.
....

Hallo Tobi,
was meinst Du denn mit CO2 optimieren, ich habe die Menge CO2 schon angehoben, indem ich den ph auf 6,5 eingestellt habe (das wären ca. 35mg/l) Mit Strömung optimieren meinst Du mehr Strömung?
Die Passende Mikronahrstöffmende heißt nach Anleitung (das wären dann bei mir 11ml am Tag, wobei ich jetzt täglich 12 ml dosiere) oder nach Wachstumsbild der Pflanzen?

Grüße

Jürgen?
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi Jürgen,

die Mikronährstoffe nach EI wären 30 ml pro Tag (passend zu den 60ml EI Lösung).

CO2 optimieren heißt, dass du den CO2 Wert anhebst, bis deine Probleme mit den Rotalgen nicht mehr bestehen. Auf eine pH Steuerung sollte man gerade bei solchen Sachen verzichten. Die haben Messungenauigkeiten und messen zudem nicht überall im Becken.

Von den CO2 Konzentrationen können ERHEBLICHE Unterschiede in den Regionen des Aquariums bestehen. Tom Barr hat Messungen mit einer professionellen CO2 Sonde unternommen und interessante Resultate herausgefunden.
So lag z.B. der CO2 Gehalt am Filterauslass (also nach dem CO2 Reaktor) bei ca. 160 mg/l. Dieser sank jedoch schon wenige cm danach drastisch ab. In Bereichen mit vielen Pflanzen, welche dichten Wuchs aufwiesen, konnte er immer nur ca. 10 mg/l CO2 testen. Alles in allem hatte das Becken jedoch im "freien Wasser" immer einen akzeptablen CO2 Wert. Zusätzlich war erstaunlich, dass auch die Fische unheimlich hohe CO2 Konzentrationen ohne Probleme weggesteckt hatten. Gerade die roten Neons sind sehr gerne im Bereich des Filterauslasses herumgeschwommen. Wenn man sich also vorsichtig an höhere CO2 Werte herantastet, muss man keine großen Bedenken hinsichtlich der Fische haben. Es sollte nur kein rasanter Anstieg vollzogen werden und zudem sollte man bei CO2 Erhöhungen ANWESEND sein, damit man zur Not immer intervenieren kann. Falls also die Fische mit Stress reagieren, muss man natürlich sofort die Notbremse ziehen und eher hinsichtlich der Strömung Optimierungen durchführen.

Ich will damit nur ausdrücken, dass man den CO2 Gehalt teilweise erhöhen muss und sich auch etwas von der pH und KH Berechnung lösen sollte. Eine adequate Strömung (also eine erhöhte) hiflt ungemein das CO2 im Becken zu verteilen.

Dies sind sehr wichtige Aspekete, gerade wenn viel Licht über dem Becken hängt. Durch deine jetzige Lichterhöhung stresst du deine Pflanzen noch mehr und die Algen werden sich weiter ausbreiten.

Das Easy Carbo dient jetzt kurzfristig dazu die Rotalgen usw. zu schwächen, damit die höheren Pflanzen mit angepasster Düngung und CO2 Zufuhr wieder die Oberhand gewinnen. Sobald dies vollzogen ist, brauchst du auch kein EC mehr.

Verlasse dich auch nicht zus ehr auf Wassertests. Die Pflanzen sollten eher das "Testköfferchen" ersetzen. Gerade normale Tropfentests sind naja... nicht sehr aussagekräftig. Ob nun J** oder S*** usw. Die haben bei mir immer hohe NO3 Werte angezeigt, obwohl das Becken sehr starken NO3 Mangel gezeigt hatte. Habich mich dann auf die Tests verlassen (es wäre ja genug davon vorhanden....) ging alles richtig den Bach runter.
Mit Mikronährstoffen ist es ähnlich... jedoch nicht ganz so kritisch. Pflanzen brauchen von den Mikronährstoffen ja nicht wirklich sehr viel.

Ich übersetze gerade einen guten Artikel zum EI, der wohl die Tage im FAN erscheint. Da wird nochmal auf alles mögliche eingegangen und praktisch erklärt.
 

lebeog

Member
Tobi":26cd4pg9 schrieb:
Hi Jürgen,

die Mikronährstoffe nach EI wären 30 ml pro Tag (passend zu den 60ml EI Lösung).

......

DAs versteh ich irgendwie nicht, wenn ich nach Dosierempfehlung den Dünger zuführe komme ich auf 11 ml am Tag
(10ml Mikro je 100 Liter Wasser
=> bei mir ca. 750Liter : 100 = 7,5;
7.5 * 10 = 75;
75 : 7ml = 10,71 ml)
Gibt es da einen anderen Zusammenhang, den ich nicht kenne?

Wenn ich Dich richtig verstanden habe, soll ich die ph Regelung abschalten und den CO2 Reaktor im Dauerbetrieb beschicken. Problem ist nur, dass ich die Anzahl der Blasen nicht mehr zählen kann, die ich dem Reaktor zuführe. Gibt es einen Anhaltswert für den CO2 Gehalt, der in einem solchen Fall angestrebt werden soll?
Ich messe den ph Wert übrigens im Filterbecken direkt im Abteil, in dem der CO2 reaktor die Ansaugöffnung hat.

Das Licht habe ich letzt übrigens wieder reduziert.

Grüße

Jürgen
 

lebeog

Member
Ok ok, wer lesen kann ist klar im Vorteil, auf der Makroflasche steht auch die Dosiermenge der Mikros beim Einsatz des EI
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi Jürgen,

die Dosierempfehlung des Mikro Basic bezieht sich nicht auf irgendwelche Düngesysteme. Würde ich da alle Düngesysteme und deren passende Dosiermepfehlung runterschreiben, müsste ich die Schriftgröße auf 4 ändern und die gesamte Flasche vollschreiben :D. Zusätzlich würde das zu extremer Verwirrung bei allen Käufern führen, die den Volldünger allein als Volldünger einsetzen wollen.

Wenn man gemäß eines der Düngesysteme düngt, muss man eben schauen, dass man sich in etwa an diese hält und ändert dann nachträglich einiges ab. Beim EI startet man eben von oben und senkt dann langsam die Werte, bis schlechterer Wuchs auftritt (und erhöht dann wieder um einen Schritt).

Beim PPS Pro startet man eigentlich von unten und sieht zu, dass sich nichts akkumuliert.
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi,

Dauerbetrieb des CO2 sollte nicht sein. Für die Fische ist es echt klasse, wenn sie Nachts nicht noch mit CO2 befeuert werden. Stell deine pH Regelung einfach langsam weiter nach oben. Würde in Abständen von 2-3 Stunden immer so 0,1 pH weiter runtergehen und nachts auf eine CO2 Zufuhr generell verzichten.
 

nik

Moderator
Teammitglied
Hi,

nur mal kurz zur Bedeutung der Strömung. Mit einem Becken bin ich nicht so ganz zufrieden, das zeigt dann auch mal einen leichten Grünalgenbelag an den Scheiben - überall, nur dort wo der Filterrücklauf hinzielt bleibt die Scheibe völlig frei. Es wird, wie immer, reichlich über das Wasser gedüngt.

Gruß, Nik
 

Sabine68

Active Member
Hi,

so - jetzt gebe ich meinen Senf auch noch dazu :D
Hast du mal eine Gesamtaufnahme vom Becken.
Auf den Detailfotos sieht es für mich so aus, als wenn wenig Pflanzen drin wären.
Reichlich schnellwachsendes macht sich in der Einlaufphase recht gut als Algenprophylaxe :wink:
 

lebeog

Member
Hallo,
auf vielfachen Wunsch einer einzelnen Person die Senf mag hier nochmal die Ansichten von vorne (etwas größer) von links und von rechts.

Bezüglich der Angaben reichlich, viel, mehr, etc. schnellwachsendes möchte ich einfach auch mal sagen, dass das alles im Auge des Betrachters liegt, was für den einen viel ist, ist für den Anderen eher minimal. Deshalb hier meine persönliche Bewertung, dass ich eigentlich schon viele Pflanzen drin habe.

100_3668.JPG


100_3667.JPG


100_3666_stitch.jpg


Grüße

Jürgen
 

Biotoecus

Active Member
Hallo Jürgen,

nu mal nicht direkt was, was Dich wirklich weiter bringen würde....
Mich würde mal interessieren wie Du das Aquarium "rührst", also wie wird Strömung erzeugt?

Bei den beiden riesen Klumpen Hornkraut fällt mir nämlich gerade ein, dass die Nährstoffverteilung da schon gut ausgebremst werden kann.

Beste Grüße
Martin
 
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