Berechnung Wasserwerte / Wasseraufbereitung

strauch

Active Member
Bis ich das verstanden habe, müsste ich unzählige Artikeln über KH lesen und keiner hat diese einfache praktische Zusammenhang von KH und SO4 direkt erwähnt.
Guten Morgen, in den Video von den Kaffeemachern:
habe ich das zum ersten mal wahrgenommen. Ist auch nicht alt. Die Sprechen immer von Alkalinität statt von SBV.

In dem Artikel dazu steht:
Grundsätzlich besteht Wasser zu gleichen Teilen aus Gesamthärte (Magnesium und Calcium) und Alkalinität (Hydrogencarbonat). Dem ist aber sehr oft nicht so, weil ein weiteres Mineral dazu kommt, nämlich Gips. Gips besteht aus Calcium (positiv) und Sulfat (negativ). Dies ist meist die Differenz zwischen GH und Alkalinität und kann mit normalen Filtern nicht reduziert werden. Somit bleibt die Differenz zwischen GH und Alkalinität trotz Filtern die gleiche.
 
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Wuestenrose

Well-Known Member
Hallo,

Alkalinität und Säurebindungsvermögen sind Synonyme. Außerdem ist die Behauptung

Grundsätzlich besteht Wasser zu gleichen Teilen aus Gesamthärte (Magnesium und Calcium) und Alkalinität (Hydrogencarbonat)

falsch. Im Gegenteil gibt es kaum ein Wasser, bei dem die GH gleich der KH ist. Die GH ist fast immer größer, weil ein Teil der Härtbildner auch als Sulfat und Chlorid vorliegt.


Viele Grüße
Robert
 
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Fino

Member
Hallo Vilmantas,

als ich gestern deinen Eingangspost

vilbara schrieb:
  • Eingabe von gewünschten GH, KH, Ca:Mg:K-Verhältnis, NO3- und PO4-Werte bzw. Regeln.
  • Berechnung von Ca, Mg, K, NO3, PO4, SO4 in mg/l.
gelesen hatte, dachte ich mir, wenn ich die gewünschten Werte für GH, KH etc. eingebe, würde die Berechnung von Ca, Mg etc. mir eindeutige Ergebnisse in dem Sinne liefern, dass dies dann auch die tatsächlich resultierenden Wasserwerte sind.

Nach deinen Erläuterungen
vilbara schrieb:
Der Rechner ist so konzipiert, dass fast alle Kationen und Anionen fix sind:
  • Ca und Mg wird durch GH und Ca:Mg-Verhältnis definiert.
  • K durch Mg und Mg:K-Verhältnis
  • NO3: Entweder dynamisch von K oder statisch.
  • PO4: Entweder dynamisch von NO3 oder statisch.
  • Na und Cl: Momentan nur statisch in Leitungswasser definiert.
SO4 bleibt der einziger der flexibel ist. Wenn ich KH bewege und alle andere schon fix sind, dann ändert sich SO4. Man könnte auch NO3 oder Cl bewegen, SO4 ist aber sehr günstig weil der sonst keine Rolle spielt und der Bereich sehr breit ist: bis 250mg/l, stand hier irgendwo bei Flowgrow..
ist mir klar, dass der ausgewiesene Wert für SO4 allein rechnerischen Charakter hat (der gesamte Ladungsausgleich erfolgt rechnerisch allein über SO4) und nicht dem tatsächlich in der Praxis anzufindenden Wert entspricht.

Dass eine Erhöhung der KH in deinem Modell abweichend von der Praxis stets nur zu einem Rückgang beim SO4 führt, ist zwar etwas unschön, aber sicherlich verschmerzbar, zumal SO4 wie du schon schreibst nicht so im Fokus der aquaristischen Betrachtung steht.

Falls im Leitungswasser kein oder nur relativ wenig SO4 vorhanden ist, kann dies allerdings zu Fällen führen, in dem der Rechner zur Erreichung der eingegebenen Zielwerte in der Zeile "Ergebnis" dann ein Zielwasser mit negativem Wert für SO4 ausweist, was etwas unschön ist. Aber dann ist das halt so. Die Fixierung auf SO4 "stört" am ehesten vielleicht noch bei der LF-Berechnung, da ja in deinem Modell eine KH-Erhöhung bei sonst gleichbleibenden Werten stets eine Verringerung der LF bedeutet.

vilbara" schrieb:
Ergänzung bzw. Korrektur.

Die bessere Schreibweise wäre vermutlich so:

1/2 Ca²⁺ + 1/2 Mg²⁺ + K⁺ + Na⁺ = NO₃⁻ + H₂PO₄⁻ + 1/2 SO₄²⁻ + Cl⁻ + HCO₃⁻

Und die Gleichung gilt nicht "immer" sondern in Carbonat-Pufferbereich (?). Wäre super wenn jemand das genau und richtig erklären könnte.

Das sollen sich mal besser die Chemiker anschauen, ich bin auch nur Laie.

Viele Grüße
Klaus
 

vilbara

New Member
Hallo zusammen,

das Thema Leitfähigkeit ist gar nicht so einfach. Es war wirklich ein Zufall dass meine berechnete Werte für "Stuttgart Bodensee" und "Stuttgart Landwasser" fast genau übereinstimmten.

Weil ich weder Labormöglichkeiten noch Zeit habe diverse Standartlösungen vorzubereiten (und sogar Leitfähigkeitsmessgerät fehlt), habe ich das Thema folgend angegangen.
  1. Wasseranalyse von 28 Zufällige Standorte in Deutschland genommen.
  2. Leitfähigkeit mit Quadratwurzelgesetz berechnet, initial mit "Wurzelkonstante" von "1".
  3. Faktor "berechnete-LF / wasseranalyse-LF" berechnet und die größten Ausreißer mit Standard-Deviation aussortiert.
  4. "Wurzelkonstanten" für Elemente so optimiert, dass kleinste Standard-Deviation für Faktor "berechnete-LF / wasseranalyse-LF" sich ergibt.
Als Ergebnis liegen berechnete LF-Abweichungen innerhalb von ± 2.12 %.

Die größte Frage ist: garbage-in, garbage-out? Ich habe keine Ahnung wie gut die Wasseranalysen-Werte sind.

Folgende Wasseranalysen wurden verwendet: Name (LF laut Wasseranalyse)

Bremen Tenever (631 µS/cm), Hamburg Baursberg 2019 (790 µS/cm), Hamburg Curslack 2019 (545 µS/cm), Hamburg Großensee 2019 (280 µS/cm), Hamburg Nordheide 2019 (245 µS/cm), Hannover enercity 2020 (578 µS/cm), Hannover Harzwasserwerke 2020 (155 µS/cm), Karlsruhe (668 µS/cm), Leipzig Belgershein (619 µS/cm), Leipzig Canitz (600 µS/cm), Leipzig Fernwasser Elbaue/Ostharz (544 µS/cm), Leipzig Naunhof 1 (802 µS/cm), Leipzig Naunhof 2 (743 µS/cm), Leipzig Probstheida (654 µS/cm), Leipzig Thallwitz (500 µS/cm), München (533 µS/cm), Stuttgart Bodensee 2020 (339 µS/cm), Stuttgart Bodensee 2019 (340 µS/cm), Stuttgart Landeswasser 2019 (514 µS/cm), Trier Kylltal (379.1 µS/cm).

Folgende als Ausreißer aussortiert:

Bremen Mahndorf (386 µS/cm), Bremen-Nord (395 µS/cm), Bremen-Stadt (325 µS/cm), Fulda Tiefzone (211 µS/cm), Saarbrücken Altenkessel (304 µS/cm), Saarbrücken Bliestal (309 µS/cm), Saarbrücken Rentrisch (194 µS/cm), Saarbrücken St. Arnual (654 µS/cm).

Die Anwendung ist aktualisiert: https://vilbara-code.de/water-calc/

Mit freundlichen Grüßen,
Vilmantas
 

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