AQUASCAPING MADE IN GERMANY - Ep. 9 - Christoph Böing

Fredo

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Ep.9



Name: Christoph Böing
Alter: 25 Jahre alt
Ort: Plön
Beruf: Studiert Architektur


“Wie kamst du zum Aquascaping? Hast du vorher schon Aquaristik betrieben.”

“Antwort: Wasser ist einfach mein Element, ich liebe es zu schwimmen, zu tauchen, zu segeln. So ist es nicht verwunderlich, dass mein erstes Haustier ein Goldfisch war, der im Sommer im Teich lebte und in den Wintermonaten mein Aquarium auf den Kopf stellte. Es stellte sich bald raus, dass mich weniger die Fauna interessierte, mein Steckenpferd war die Flora. Mich reizten schon in jungen Jahren schöne Pflanzenaquarien. Seit meinem sechsten Lebensjahr pflege ich ein oder zwei Aquarien, die in Form und in der Größer immer stark variierten. Ich habe daher schon sehr früh mit dem Aquascapen begonnen, ohne zu wissen, dass es sich um Aquascaping handelte.”

“Wo siehst du Deutschland im internationalen Vergleich?”


“Ich finde die deutsche Aquascaping Szene qualitativ ziemlich weit oben mit schwimmend. Doch fehlt mir ein wenig die Kreativität. Ideen und Innovationen kommen meist aus Asien. Dabei will ich mich nicht ausschließen, selber nehme ich Ideen auf und versuche sie zu verbessern. Den Aspekt die Natur als Vorbild zu nehmen und raus in den Wald zugehen um sich inspirieren zu lassen, finde ich einen der wichtigsten Schritte, um dessen Schönheit auch im Kleinen hinter Glas wiederzugeben.

“Was meinst du könnte man verbessern um Aquascaping in Deutschland populär zu machen?”

“Gegenfrage: Sollte Aquascaping populärer gemacht werden? Wird etwas bekannter wird es meist zum Trend, diese Trends verschwinden dann meist mit der Zeit oder gehen in der Masse unter. So wird aus der Kunst des Aquascapings ein Massenprodukt.”

“Was bedeutet Aquascaping für dich?”

“Aquascaping verbindet für mich zwei große Bereiche in meinem Leben. Zum einen die Aquaristik und zum anderen die Kunst. Ist es nicht reizvoll ein lebendiges Gemälde zu schaffen, welches von Woche zu Woche ein anderes Bild zeigt?”

“Du hast bereits ein paar schöne Layouts hingelegt, hier zwei Beispiele:





“Wie sieht ein typisches Setup von Dir aus?”

“Ich erkläre es gerne anhand meines letzten Projektes „Green Sisters“. Ich bin ein Fan von flachen Aquarien, welche sich besonders gut scapen lassen. Trotz der niedrigen Beckenhöhe kommen Unmengen von Hardscape- Materiealien zum Einsatz. Um das Becken nicht mit Nährstoffen zu fluten, wird nur sehr wenig Soil verwendet. Das Fundament bilden kleine Lavasteinchen, welche zugleich die Erhöhungen und die Grundform des Scapes bilden. Ich verwende ausschließlich Neuseelandsteine für mein Hardscape, sie sind leider etwas teurer als die Konkurrenz, dafür bringen sie einen individuellen Touch mit sich. Über den groben Lavakies wird die Bodenheizung installiert und mit einer 2- 3 cm hohe Schicht aus Soil bedeckt. Um das Anwachsen der meist sehr steilen Hänge zu gewährleisten, verwende ich die „Dry Start Methode“. Die ersten 4 Wochen wird so nun das Becken ohne Wasser und großer Technik betrieben. Eine Nebelanlage und Folie über dem Becken schützen diePflanzen vor dem Austrocknen und ermöglichen so einen schnellen Anwuchs ohne nerviges Auftreiben. Sind Hemianthus und KO. angewachsen, wird das Becken geflutet. Gefiltert wird klassisch mit einem Außenfilter, mit einem Minimum an Filtermaterial. Die Beleuchtung ist aufgrund des gewünschten flachen und dichten Pflanzenwuchses besonders hoch. Trotz Verwendung von LED-Streifen komme ich auf mehr als einen Watt pro Liter. Zusätzlich verwende ich zwei Co²- Anlagen. Da die Co² Verteilung in Flachen und langen Becken besonders anspruchsvoll ist. Gedüngt wird täglich mit einem Düngeautomaten. Dabei dünge ich N, P, K einzeln und zusätzlich Mikro Dünger. Das Düngeverhältnis richte ich nach den Bedürfnissen der verwendeten Pflanzen, kommt es zu Mangelerscheinungen wird dementsprechend mehr oder weniger gedüngt. Zu guter Letzt verwende ich bei einem Wasserwechsel nur reines Osmose Wasser, da ein Hardsacpe, welches sehr steinelastig ist, das Wasser unwahrscheinlich stark aufhärtet.”

Hier ein Making Of des Layouts “Green Sisters”:

"Zwei stark bewachsene Hügel, getrennt voneinander nur durch einen kleinen Pfad.Als Inspiration diente mir die Kulisse der Highlands in Schottland. Das Becken hat die Maße 120 lang, 50 tief und 30 hoch. Ich verwendete ausschließlich Bodendecker und Moose welche bekanntlich alle ein wenig langsamer wachsen. Das Problem mit der Algenblüte grade in den ersten Monaten umging ich mit einem „Dry-Start“. Das Becken entwickelte sich recht schnell und gut, Ausfälle waren lediglich während des „Dry-Startes“ zu verzeichnen.”







“Bitte nenne wahlweise drei Layouts die Dich am meisten begeistert haben oder drei Aquascaper die dich am meisten inspiriert haben! Deutschlandweit oder international spielt keine Rolle!”

“Wenn ich daran zurück denke, welches Layout ich am meisten betrachtet habe, dann steht ganz oben „Sunrise in the Vally“ von Macelo Tonon Chiovatto. Beim Betrachten weckt es so viele Gefühle. Die Komposition von Hardscape und Pflanzen ist optimal. Die Farben der einzelnen Komponenten wirken einfach fantastisch miteinander. „Sunrise in the Vally“ steht bei mir ganz oben auf der Liste der besten Scapes. Inspirierend finde ich die Arbeiten von Gregoire Wolinski. Er probiert immer etwas Neues, und seine Kreativität kennt scheinbar keine Grenzen.
Doch am meisten begeistern mich die Layouts der Natur. Es ist nichts inspirierender als ein Streifzug durch die Natur. Das folgende Bild habe ich bei meinen täglichen Spaziergängen gemacht. Es soll euch gleich mal als Vorgeschmack für meinen neues Layout dienen.”



“Christop, ich danke Dir für dieses tolle Interview - Es hat mir sehr viel Spaß gemacht! ir weiterhin viel Erfolg und inspirierende Momente mit und in der Natur!”
 

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