Algen loswerden mit KNO3 und grünen Punktalgen ;)

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi,

beim surfen bin ich auf einen recht interessanten Ansatz gestoßen, der ggf. dem ein oder anderen weiterhilft.

ich will die Kernaussagen kurz übersetzen und zu den Themen verlinken.


Der MCI ist ein Algenbekämpfungs- und Düngungsansatz.

Der Algenbekämpfungsansatz sieht wie folgt aus:

1) Die grünen Staubalgen (grüne Aquarienscheiben... keine grünen größeren Punkte) entfernen
2) 50% Wasserwechsel durchführen
3) Die Düngung komplett einstellen
4) CO2 kontrollieren, es sollte bei einem CO2 Wert von 25-35 mg/l liegen. PH/KH Tabellen sind hierbei nutzlos. Ein Dauertest eignet sich z.B. gut hierfür. Eine ausreichende Strömung sollte im Becken realisiert sein.
5) Pro 200 Liter werden 1 Gramm KNO3 pro Tag über die Woche dosiert. (Alternativ 12 ml Aqua Rebell Nitrat)
6) An Tag 7 wird ein 50% Wasserwechsel durchgeführt.

Wenn nach einer Woche keine Grünen Punktalgen auftreten, wird die Prozedur fortgeführt, jedoch mit 2 Gramm KNO3 pro 200 Liter. (Alternativ: 24 ml Aqua Rebell Nitrat)
Bei keinen grünen Punktalgen => Woche 3 => 3 Gramm KNO3 usw. pro Tag.

Grüne Punktalgen:

Düngeansatz:

Die Menge KNO3, welche man zuführt, bis Grüne Punktalgen entstehen, gibt den wirklichen Verbrauch des Aquariums wieder. Dies ist die Menge an KNO3, welche über die Woche zugeführt werden sollte.

Grüne Staubalgen sind auf ein komplexes Ungleichgewicht zurückzuführen, welches Ca und Phosphat beinhaltet. Man sollte sich also keine großen Gedanken über seinen Mikrodünger machen.
Es sollte weniger Ca und PO4 dosiert werden. Versucht 1/3 der ursprünglichen Menge zu dosieren.

Über PO4. Es sollte nur dosiert werden, wenn es wirklich notwendig ist. Wenn man grüne Punktalgen bekommt, sollte man zunächst mit 0,1 mg/l beginnen und schauen, ob die grünen Punktalgen in der nächsten Woche wieder erscheinen (Algen immer entfernen, um zu schauen, ob sie erneut auftreten). Wenn die Algen erneut auftreten, mit 0,2 mg/l fortfahren, bis man den tatsächlichen Verbrauch des Aquariums herausbekommen hat.

NO3 und PO4 wie auch die anderen Nährstoffe akkumulieren sich bei diesem Ansatz nicht, bzw. sollten es nicht. Der NO3 Wert sollte bei max. ~2,5 mg/l liegen.

Grüne Punktalgen peilt man aus drei Gründen an:

1) Wenn grüne Punktalgen auftreten, können kaum andere Algenarten blühen
2) Die Menge KNO3, welche dein Aquarium benötigt, um grüne Punktalgen zu erzeugen, kommt dem aktuellen Verbrauch des Aquariums pro Woche gleich. Diese Menge sollte man für die Düngung nutzen.
3) Wenn man andere Algen hatte und auf grüne Punktalgen "hinarbeitet", sollten die anderen Algenarten aufhören zu blühen oder sterben. (Falls sie nicht sterben, sich jedoch nicht weiter ausbreiten, muss man die Algen mit Easy Carbo oder Wasserstoffperoxid abtöten... sie sollten danach nicht wiederkommen)

Durch diese Art der Düngung sollte nie mehr als 2,5 mg/l NO3 im Wasser vorhanden sein. Durch "meine" Erfahrung kann man sich nicht an festen Verhältnissen festklammern, da jedes Aquarium anders ist und ein unterschiedliches Verhältnis bedarf.

Die Idee besteht darin, nur mit KNO3 zu arbeiten, da dies die Variablen eingrenzt, bei der Düngung mit sehr viel mehr Düngern, kann man die Lösung nur schwer eingrenzen.

Eine weitere Idee besteht darin, die Pflanzen als Filter für das Aquarium zu nutzen.

Dieser Ansatz ist nur das Gerüst. Sobald man ihn verstanden hat, kann man jegliche anderen Düngeansätze ohne Algen einsetzen. Im Forum http://www.drpez.com nutzen viele Leute das PPS System oder auch den EI.

Der Ansatz wurde für Aquarien mit viel Licht und hohem CO2 Gehalt entwickelt. Mind. 0,5 W/L sind erforderlich, je weniger Licht, desto mehr Pflanzen sind im Aquarium erforderlich. Der Ansatz ist eine offene Diskussion, die sich aber wohl schon seit 3 Jahren hinzieht und viele Personen gute Erfahrungen hiermit gemacht haben (im spanisch sprechenden Raum).

Die interessanten Forenthemen sind hier zu finden:

http://www.aquaticplantcentral.com/foru ... es-gda.htm

http://www.drpez.net/panel/showthread.p ... ge=1&pp=25 (spanisch)

http://www.drpez.net/panel/showthread.p ... ge=2&pp=25 (Diskussion mit Tom Barr über diesen Ansatz)

Gleicher Ansatz kann wohl auch für andere Algenarten angewendet werden:

Der Ansatz kann für alle Makronährstoffe (und auch Fe) angewendet werden. Als Beispiel... man hat zu viel Ca im Wasser und führt daher Mg hinzu, um dies zu kompensieren. Wenn man mit der Mg Zufuhr aufhört, hat man schnell Probleme. Dies kann dann darauf hindeuten, dass man zu wenig Mg zuführt. Nun kann man das gleiche wie für KNO3 mit Mg durchführen. Anstatt nach grünen Punktalgen Ausschau zu halten, achtet man nun auf Bartalgen:



Weitere Algenart (Pinselalgen):



Diese Algenart tritt durch ein Ungleichgewicht von zu viel Ca im Vergleich zu Mg (und Fe) auf.
Die normale KNO3 Prozedur hilft hier sehr gut, um den weiteren Wuchs zu stoppen. Mit Easy Carbo kann man die noch bestehenden Algen abtöten. Nach dem Auslöschen der Algen kann man a) mehr Mg zuführen oder b) weniger Ca und weniger Fe.

Wenn man diese Algen Pinselalgen nennt:



Dann besteht ein Ungleichgewicht an Fe und anderen Mikronährstoffen. Die KNO3+Easy Carbo Prozedur kann ebenfalls angewendet werden. Hiernach sollte man 1/3 der Mikros + Fe dosieren.


Vielleicht fasst ja jemand noch weitere Kernaussagen der Diskussion zusammen. Ich selber habe leider gerade wenig Zeit dafür.
 

kurt

Well-Known Member
Hallo Tobi,

Danke, das ist ja mal ein toller Bericht.:D
1) Wenn grüne Punktalgen auftreten, können kaum andere Algenarten blühen
Das kann ich so nicht bestätigen, es sei denn man legt das Wort kaum großzügig aus.
Wenn man diese Algen Pinselalgen nennt:

Dann besteht ein Ungleichgewicht an Fe und anderen Mikronährstoffen.
Bei zu niedriger Dosierung von Mikronährstoffen hat man sehr schnell Wasserwurzeln an den Pflanzen.
Mikros sind ja fertige zusammengestellte Volldünger, wie sollte man das Handhaben?
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hallo Kurt,

bei dem 1/3 Mikros + Fe geht es um die 1/3 Dosierung des Volldüngers. Die Mikros werden ja nicht einzeln dosiert, so gesehen wurde das im Original etwas schlecht ausgedrückt... jedoch ein paar Posts später klargestellt.

Ob nun neben Grünen Punktalgen kaum andere Algen auftreten können, liegt sicher an den Rahmenbedingungen. Es soll sich ja dennoch nur um Becken handeln, welche 1. sehr gut bepflanzt sind, 2. viel CO2 zuegführt bekommen und 3. einiges an Licht über dem Becken haben.
Ich selber habe diese Methode noch nicht probiert, fand den Ansatz aber interessant und es scheint ja einige Personen zu geben, die reproduzierbar immer wieder mit diesem System Erfolge haben. Da ich der spanischen Sprache nicht mächtig bin, kann ich jedoch nur wenig aus dem drpez Forum rauslesen. Dort ist man wohl von dieser Methode überzeugt...
 

kurt

Well-Known Member
Hallo Tobi,

Tobi":2olbn34w schrieb:
Ich selber habe diese Methode noch nicht probiert, fand den Ansatz aber interessant und es scheint ja einige Personen zu geben, die reproduzierbar immer wieder mit diesem System Erfolge haben.
warum sollte das nicht funktionieren, schlüssig liest es sich ja.
Probleme mit Algen gibt es ja laut Forum genug, vielleicht probiert es ja einer aus und berichtet darüber . 8)

Meiner Ansicht nach werden aber die Grenzen des Ionenstandardgleichgewichtes und der Mikro sowie Makros zu eng gesetzt.
Ich habe immer die besten Ergebnisse gegen Algen mit einem stimmigen Gesamtpaket und vor allem das Aquarienmilieu gemacht, gemeint ist damit die optimale Mikroflora und Mikrofauna. :D
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi Kurt,

könnte mir auch gut vorstellen, dass es mit dem PO4 limitierten Ansatz (welcher hier ja auch vorliegt) gut klappt. Die Herangehensweise mit den "Bioindikatoren" => Algen ist auch eine feine Sache.

Ich hab jetzt nochmal den Original Thread im spanischen Forum durch den Translator von Google gejagt. Dort wird teilweise von anderen Werten gesprochen. Zum Beispiel 1 g pro Woche KNO3 (bei viel Licht (HQI) von 4 Gramm pro Woche). Bei Aquatic Plant Central wird jedoch immer von 1 Gramm pro Tag (auf 200 Liter bzw. 50 Gallonen) gesprochen.

Bei dem Ansatz hier, tastet man sich ja langsam an sein Optimum des Beckens heran.
 

Bratfisch

Member
MCI":oqe1caf6 schrieb:
CO2 kontrollieren, es sollte bei einem CO2 Wert von 25-35 mg/l liegen.

Mein Dauertest ist mittelgrün. Was wohl ~ 2omg/l entspricht?

MCI":oqe1caf6 schrieb:
Pro 200 Liter werden 1 Gramm KNO3 pro Tag über die Woche dosiert.

Ich gebe kein Nitrat zu. Ich füttere die Fische. Den Aal vor allem mit Tubifex. Die Kruster mit Novo prawn, Novo crab, Fermentgetreide, alles mögliche, alles Gute.

MCI":oqe1caf6 schrieb:
Wenn nach einer Woche keine Grünen Punktalgen auftreten,[...]

Punktalgen sind vorhanden. Mal mehr, mal weniger. Auf den Scheiben, auf der Einrichtung. Nicht auf den Pflanzen. Am dekorativsten, fast schon den Kalkrotalgen des Seewassers ähnlich, finden sie sich intensiv auf den Hart-PVC Überlaufröhren zum Pflanzenfilter. Dort wo sie am meisten Licht bekommen, direkt unter der Wasseroberfläche beginnend, wachsen sie als bis zu 2mm dicker Buckel-Rasen und von sehr harter Struktur. Die Buckel lassen sich recht schwer und nur als ein Ding "herausbrechen". Dort sitzen bevorzugt Red-fire Garnelen und weiden. Diese Garnelen sind knallrot.

MCI":oqe1caf6 schrieb:
Grüne Staubalgen sind auf ein komplexes Ungleichgewicht zurückzuführen, welches Ca und Phosphat beinhaltet.

Ich habe einen ganzen Sepiaschulp im Pflanzenfilter liegen. Meine GH ist ~ 8.

MCI":oqe1caf6 schrieb:
Man sollte sich also keine großen Gedanken über seinen Mikrodünger machen.

Profito. Tgl. ~ o,5 - 1ml. ~ 75 Nettoliter.

MCI":oqe1caf6 schrieb:
PO4. Es sollte nur dosiert werden, wenn es wirklich notwendig ist.

Ich gebe kein Phosphat zu. Ich füttere die Tiere.

MCI":oqe1caf6 schrieb:
NO3 und PO4 wie auch die anderen Nährstoffe akkumulieren sich bei diesem Ansatz nicht, bzw. sollten es nicht. Der NO3 Wert sollte bei max. ~2,5 mg/l liegen.

Nitrat liegt dauerhaft bei 1 bis 4 mg/l und PO4 wohl bei minimal über Null aber den blöden JBL "sensitiv"-Test oO kann man zum Ablesen in diesem Bereich vergessen.

Übrigens, wen´s interessiert:

http://www.aquaristikimdetail.de/wbb-3/ ... ID=21884&s

MCI":oqe1caf6 schrieb:
1) Wenn grüne Punktalgen auftreten, können kaum andere Algenarten blühen.

Andere Algen als diese Punkt- oder "Staub"-Algen habe ich nicht.

MCI":oqe1caf6 schrieb:
2) Die Menge KNO3, welche dein Aquarium benötigt, um grüne Punktalgen zu erzeugen, kommt dem aktuellen Verbrauch des Aquariums pro Woche gleich. Diese Menge sollte man für die Düngung nutzen.

Oder einfach (mit hochwertigen Futtern und Lebendfutter!) füttern.

MCI":oqe1caf6 schrieb:
3) Wenn man andere Algen hatte [...]

Ich hatte mal Rotalgen (Bartalge). Diese verschwand als sie die CO2-Flasche zum ersten Mal und dann in Folge regelmäßig sah.

MCI":oqe1caf6 schrieb:
Durch diese Art der Düngung sollte nie mehr als 2,5 mg/l NO3 im Wasser vorhanden sein.

Kommt hin. (15W mit Reflektor über ~ 35 Nettolitern)

MCI":oqe1caf6 schrieb:
Eine weitere Idee besteht darin, die Pflanzen als Filter für das Aquarium zu nutzen.

Es ist ein separates und ebenso wie das Hauptbecken, aber fast rund um die Uhr beleuchtetes Becken als Pflanzenfilter vorhanden. Filterpflanze: Ceratophyllum demersum. Die Wasserpest ist wegen eines einige Zeit unentdeckt in´s Becken gefallenen Stückes Kuperdraht komplett verkrüppelt und folgend verschwunden.

Das Hornblatt wächst recht streng den Fütterungen folgend. So ist zumindest der optische Eindruck. Hornblatt ist als starker Ammoniumzehrer bekannt. Nach den Fütterungen schlägt es dort sofort zu. Teilweise kann man sogar "sehen" wie im direkten Licht liegende Triebe zwischen den Fütterungen leicht "angilben" um nach der nächsten Fütterung wieder grüner werden.

Ich wechsle seit einiger Zeit im Gegensatz zu "früher", wo ich´s tgl. tat, kaum noch Wasser. Trotz recht deftiger Fütterung akkumuliert da von den Hauptnährstoffen nichts. Das direkt nach der Fütterung enstehende Ammonium verschwindet schnell im Hornblatt oder wird von den Biofilmen verstoffwechselt. Ist das Ammonium alle, was schnell geht, wird das bißchen Nitrat welches die Nitrifizier zusammengebaut haben noch gefressen. Oder von denitrifizirenden Prozessen entsorgt.

MCI":oqe1caf6 schrieb:
Eine ausreichende Strömung sollte im Becken realisiert sein.

~ 75 Nettoliter / ~ 1.ooo Liter Umwälzleistung/Stunde. (Eheim 12o5)












Ingo
 

Ähnliche Themen

Oben