Acorus Tatarinowii

Thumper

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Moin,

die Acorus Tatarinowii hat ein Bekannter aus den Bergen Chinas mitgebracht. Die Verbreitung streckt sich über Südostasien, Taiwan und China.
Sie gehört zu den Kalmus Arten, lässt sich allerdings auch permanent submers halten. Eine sichtbare Umstellung von submers auf emers sehe ich nicht, vermutlich ändert sich dies, wenn die Pflanze Blütenstände ansetzt.

Auf den Bildern einmal im Blumentopf und einmal im Plantpot zu sehen. Die Pflanze im Topf war vor einem Jahr in etwa so groß wie die Ableger im Plantpot.
Wachsen tut sie ziemlich langsam (langsamer als Eriocaulon Shiga) trotz 20mg/L Co2, 40 Lumen/Liter und permanenter Düngung.


Trivia: Die Pflanze wird aufgrund ihrer Inhaltsstoffe in der Traditionellen Chinesischen Medizin verwendet. Quelle
 

Sumpfheini

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Hallo,
für die Mitleser: um dieselbe Pflanze ging es auch in diesem Bestimmungsthread: artenbestimmung/aus-den-bergen-chinas-t45654.html

Wie ich dort geschrieben habe, gilt der Name Acorus tatarinowii meistens als ein Synonym von Acorus gramineus, dem altbekannten Graskalmus. Chinesische Autoren verwenden oft noch den Namen A. tatarinowii, allerdings scheint es keine klare Abgrenzung zu der in Asien weitverbreiteten und variablen Art A. gramineus zu geben.

Wie auch immer, ich finde es interessant, dass Bene's Acorus auch völlig submers wächst, zumal Graskalmus als nicht oder schlecht aquariengeeignete Pflanze gilt. Vielleicht verhält es sich damit unterschiedlich je nach Population bzw. Herkunft. Sollte man weiter, unter verschiedenen Bedingungen, testen und beobachten.

Gruß
Heiko
 

Thumper

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Hallo Heiko,

Sumpfheini":2vpk17in schrieb:
Wie ich dort geschrieben habe, gilt der Name Acorus tatarinowii meistens als ein Synonym von Acorus gramineus, dem altbekannten Graskalmus. Chinesische Autoren verwenden oft noch den Namen A. tatarinowii, allerdings scheint es keine klare Abgrenzung zu der in Asien weitverbreiteten und variablen Art A. gramineus zu geben.
Soweit ich mich eingelesen habe stimmt das, allerdings macht es mich stutzig, dass Berichte Chinesischer Herkunft die Pflanzen unterscheiden und im gleichen Satz die nahezu gleiche Chemische Zusammensetzung ansprechen.

Hier wird das beispielsweise beschrieben.
Ich zitiere: "It is interesting to note that modern testing procedures seem to verify this assessment: Acorus gramineus and Acorus tatarinowii exhibit fairly similar chemical profiles, while Acorus calamus and Anemone altaica (Jiujie Changpu, a species that has been mistaken in recent years to be a particularly high quality form of Changpu) look markedly different when subjected to gas chromatography tests. In comparison to Acorus tatarinowii, the gramineus species contains markedly less Beta-asarone oil (a potential carcinogen) but exhibits particularly high amounts of estragole, a volatile substance known to block neuronal excitability by direct inhibition of Na+ channels."
Auch der Trivia Link auf Post #1 beschreibt ausdrücklich die Tatarinowii. In dem gesamten Bericht wird jedoch nicht einmal "Gramineus" erwähnt. :?
Nach "classicalchinesemedicine.org liegt es am Beta-Asarone Öl Anteil, der die Tatarinowii von der Gramineus unterscheidet.

Sumpfheini":2vpk17in schrieb:
Wie auch immer, ich finde es interessant, dass Bene's Acorus auch völlig submers wächst, zumal Graskalmus als nicht oder schlecht aquariengeeignete Pflanze gilt. Vielleicht verhält es sich damit unterschiedlich je nach Population bzw. Herkunft. Sollte man weiter, unter verschiedenen Bedingungen, testen und beobachten.
Der Meinung bin ich auch. Ich werde jedenfalls - wenn gewünscht - hin und wieder ein Update zum Wachstum der Pflanze geben.
Im anderen Thread hatte ich angeboten einen Ableger (wenn verfügbar) an einen Interessierten zu verschicken. Heiko, hast du da Interesse anzumelden?
 

Sumpfheini

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Hallo Bene,
also ich habe mal nach weiteren Infoquellen gesucht u. kann erst mal nur zusammenfassend sagen, dass es offenbar sehr unterschiedliche Auffassungen über die Gliederung des A. gramineus-Formenkreises gibt. In einem Paper, leider in Chinesisch, werden gramineus, tatarinowii, macrospadiceus und latifolius unterschieden: https://www.cabdirect.org/cabdirect/abstract/19921627786
Offenbar werden die dort nach morphologischen Merkmalen unterschieden, aber ich habe dazu noch nichts Konkretes gefunden.
In der aktuellen Online-Ausgabe der "Flora of China" werden die alle mit A. gramineus synonymisiert, aber leider wird dort diese Entscheidung nicht kommentiert. Vielleicht könnte Josef Bogner (Co-Autor für die Fam. Acoraceae in Flora of China) Genaueres darüber sagen. Aber man kann wohl davon ausgehen, dass es teilweise deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Populationen der gramineus-Gruppe gibt.
Thumper":24ienfaq schrieb:
Im anderen Thread hatte ich angeboten einen Ableger (wenn verfügbar) an einen Interessierten zu verschicken. Heiko, hast du da Interesse anzumelden?
Vielen Dank, ich hätte Interesse, aber muss erst mal mehr Ordnung in meinen Pflanzenkram bringen. Ich melde mich dann!

Gruß
Heiko
 

Thumper

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Moin,

die Pflanze wächst, ist inzwischen umgezogen in ein anderes Becken dennoch immer noch weitestgehend submers.
Während ich die meisten Eriocaulon mehrmals teilen konnte habe ich bei der Acorus nun erst einen Ableger; die Pflanze wächst ausgesprochen langsam.
In den letzten 2 Monaten (seit dem letzten Post hier) ist die Pflanze um fast 10 cm gewachsen, allerdings haben sich wenige neue Blätter gebildet.


@Heiko, wenn du / sobald du Platz hast, schreib mir mal eine Nachricht.
 

Thumper

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Moin,

Die Pflanze wächst und wächst und wächst. Vor 2 Monaten habe ich sie in eine Wabi-Kusa-Pflanzvasen von Do!aqua umgezogen. Die ersten 6 Wochen auf Soil (5cm) und 6-7cm Wasser, seit dem aber auf Seramis (5cm) und 7cm Wasser. Der Grund ist, dass die Blätter einen Schlappen Eindruck machten.

Der längste Halm ist mittlerweile 30cm lang, schon erstaunlich, wenn man sich die ersten Bilder von diesem Sommer anguckt, wie winzig die beiden Ableger in dem Plantpod aussahen.
 

Sumpfheini

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Hallo Bene,
danke für das Update!
Wächst er auch völlig submers noch weiterhin gut? Es wäre auch interessant, den als Aufsitzerpflanze zu testen. A. gramineus kommt laut Beschreibungen von Natur aus oft auf Bachsteinen vor und gilt als fakultativer Rheophyt. Eine Bekannte von mir hat Zwergkalmus ('Pusillus') auf eine Wurzel gepflanzt, wo sich die Pflanze mit ihren Rhizomen und Wurzeln regelrecht festgekrallt hat (voraussichtlich wird darüber ein Artikel in der Zeitschrift "Aqua Planta" erscheinen).

30 cm sind im typischen Bereich von A. gramineus im weiteren Sinne, einschließlich tatarinowii.

Gruß
Heiko
 

Thumper

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Hallo Heiko,

Ich werde im neuen Scape eventuelle einen der beiden Ableger submers einsetzen. Dann kann ich vergleiche aufziehen.
Danke für den Hinweis auf die Aqua Planta; die werde ich dann wohl beziehen.
 

Sumpfheini

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Hallo Bene,
Thumper":1ukop24r schrieb:
Danke für den Hinweis auf die Aqua Planta; die werde ich dann wohl beziehen.
Das wäre super! Bin übrigens im Redaktionsbeirat. Allerdings: sie ist nicht im Zeitschriftenhandel, man bekommt sie nur regulär (quartalsweise) zugeschickt bei Mitgliedschaft im Arbeitskreis Wasserpflanzen e.V. (seit kurzem Verein, vormals Arbeitskreis des VDA). Da hängen keine weiteren Verpflichtungen dran außer dem jährlichen Jahresbeitrag. Wir suchen sowohl neue Mitglieder als auch (*mitzaunpfahlwink* :) ) Artikelautoren.
Weiteres siehe
https://arbeitskreis-wasserpflanzen.de/AQUA-PLANTA.php
https://arbeitskreis-wasserpflanzen.de/

Gruß
Heiko
 

moskal

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Hallo,
[offtopic]vielleicht wäre es insgesammt mal spannend über Pflanzen die als nicht aquarientauglich gelten zu schreiben und ob das bei allen heute mit Starklicht, Dünger und CO2 heute noch so gilt. Bei mir wächst seit Jahren zuerst versehentlich eine Spathiphyllum wallisii submers und hat mitlerweile sogar submerse Ableger.[/offtopic]

Gruß, helmut
 

Thumper

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Moin,

kurzes Update zur Pflanze.
Topf am Südfenster: Wächst, langsam aber stetig. Emers
Starklichbecken, Co2: Wächst, langsam aber stetig. Submers
Weinfass im Garten, halbschattig: Wächst, langsam aber stetig. Emers

Sumpfheini":1rm2hlgt schrieb:
Vielen Dank, ich hätte Interesse, aber muss erst mal mehr Ordnung in meinen Pflanzenkram bringen. Ich melde mich dann!
Heiko, schon Platz? Hätte wohl einen Ableger.
 

Thumper

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Moin,

wie ich vor kurzem gelesen habe, ist die von von Schott als Acorus Tatarinowii bestimmte Pflanze vielmehr eine Acorus calamus var. angustatus.

Jedenfalls hat sich die Pflanze sowohl im Zimmer gut überwintern lassen, als auch in meinem Kübel. Zwischendrin war sie sogar ganz eingeschneit und an der Wurzel angefroren. Das hat ihr überhaupt nichts ausgemacht - im Gegenteil: Die draußen überwinterte Pflanze ist deutliche stabiler im Blatt.

Im Totalen. Permanent draußen im Holzfass auf Teicherde + Kies.
Ein weiterer Ableger zeigt sich.
Gut zu erkennen: Das stabile Wachstum des Blattes.
 

Thumper

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Moin,

Acorus tatarinowii oder Acorus calamus var. angustatus?
Wie auch immer sie heißen mag, der Pflanze geht es weiterhin bestens. Sie hat sogar dieses Jahr erstmals geblüht und einige Samenstände geschoben, sodass ich heute erstmals Samen geschnitten habe und dieses nun trockne.
Dazu hatte ich zuletzt ein Paper gefunden, was den Prozess für Acorus americanus (und folglich sehr wahrscheinlich für Acorus spp.) beschreibt.

Acorus_tatarinowii_Bluetenstand.jpg
 
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