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Postby Conrad27 » 17 Feb 2016 13:00
Hallo Zusammen,
ich möchte bald ein neues Becken einrichten und möchte es dabei besser machen als bei meinem "kleinen, alten" Becken. Die Probleme im alten Becken liegen bei dunkelen Ablagerungen (braun, dunkelviolett, leicht pelzig) auf Pflanzen und Steine. Jungpflanzen bleiben dabei eine Weile verschont.
Meine Vermutung und Recherchen zu den Ablagerungen wäre ggf. die enorm hohe Konzentration der Kieselsäure im Wasser. Mit dem Nitrat Wert bin auch unzufrieden.
Da ich für das neue Becken eh eine Investition für Wasseraufbereitung machen möchte, pendelte ich zwischen Osmoseanlage und Vollentsalzer. Die Wahl viel auf einen Vollentsalzer.

Ich könnte jetzt die Gelegenheit nutzen und stark basischer Anionenaustauscher gegen die Kieselsäure verwenden, aber ich bin mir über die Folgen nicht im klaren. Ich würde gerne auf die Erfahrungen dieses Forums zurückgreifen und hoffe, dass sich jemand die Mühe macht und mich beraten kann.

Meine Fragen zum Vollentsalzer Allgemein:
Kann es zu einem Calcium / Magnesium Mangel für die Pflanzen kommen?

Und zum Vollentsalzer mit Stark basischer Anionenaustauscher:
Stark basisch entfernt das Silikat und eigentlich für Meerwasser gedacht. Wäre das ratsam oder habe ich anschließend mit anderen Problemen im Aquascape zu kämpfen? Oder gibt es andere Negativ Eigenschaften im Vergleich zu einem schwach basischen Anionenaustauscher?

Danke im Voraus!
Conrad
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Postby Wasserfloh » 17 Feb 2016 13:14
Hallo
Es kommt natürlich drauf an was für Fische und Pflanzen du pflegen willst , aber im Süsswasser nutzt man in der Regel saure Ionentauscher und keine basischen da ja ein PH unter 7 angestrebt wird. Wie gesagt , es kommt darauf an was du pflegen willst
lg. Heiko
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Postby Conrad27 » 17 Feb 2016 13:22
Hallo Heiko,
den pH kann ich noch nicht bestimmen, da das Becken noch in Planung ist.
Es wäre natürlich interessant, welcher pH sich bei Stark basischer Anionenaustauscher ergibt!?
Soil und Co2 sind selbstverständlich vorhanden und haben ebenfalls Einfluss auf den pH.

Ich konnte zwischenzeitlich noch im Forum stöbern und eine Möglichkeit wäre wohl schwach basisch und einen Mischbettentsalzer dahinter geschaltet. Der sollte dann aufgrund des VE Wassers lange ergiebig sein und befreit es zusätzlich von Silikaten.
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Postby Wuestenrose » 17 Feb 2016 13:38
Mahlzeit…

Wasserfloh wrote:Es kommt natürlich drauf an was für Fische und Pflanzen du pflegen willst , aber im Süsswasser nutzt man in der Regel saure Ionentauscher und keine basischen da ja ein PH unter 7 angestrebt wird.

'Tschuldigung, aber das ist gnadenloser Unsinn, was Du da schreibst.

In der Aquaristik verwendet man für einen Vollentsalzer üblicherweise die Kombination stark-sauerer Kationen- mit schwach-basischem Anionentauscher. Der hat den Nachteil, daß er die Kieselsäure nicht entfernt, das ist aber hauptsächlich für die Meerwasseraquaristik interessant. Bei der Süßwasseraquaristik halt ich die Wichtigkeit Kieselsäure für maß-los überschätzt.

Ein stark-basischer Anionentauscher entfernt zwar auch die Kieselsäure, seine Kapazität wird aber durch die Kohlen- und die Kieselsäure zusätzlich gemindert.

Grüße
Robert
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Postby java97 » 17 Feb 2016 13:50
Hallo Conrad,
Ich hatte, weil unser Leitungswasser hier extreme Silikatwerte aufweist, auch mal einen Vollentsalzer (stark sauer/stark basisch). Dieser produziert quasi Reinstwasser mit neutralem Ph-Wert, ist also prinzipiell bestens geeignet.
Ich habe aber mittlerweile auf eine UOA gewechselt und bin froh, dies getan zu haben. Der Aufwand und das Hantieren mit Säuren und Laugen ist beim VE echt nicht ohne. Unterschätze das nicht!
Eine gute UOA entfernt ja auch schon einen großen Teil des Silikats und wenn dies nicht ausreicht, würde ich lieber noch mal ein entsprechendes Harz nachschalten um den letzten Rest Silikat zu entfernen. Aber einem gut eingefahrenen Aquarium macht Silikat generell nichts aus.
Davon mal abgesehen bezweifle ich, dass die von Dir beschriebenen Algen tatsächlich etwas mit dem Silikatgehalt zu tun haben. Das liest sich eher nach Rotalgen und die haben andere Ursachen.
In wie fern Du mit dem Nitratgehalt Deines LW nicht zufrieden bist, solltest Du vielleicht auch noch mal erklären.
schöne Grüße
Volker
Last edited by java97 on 17 Feb 2016 13:54, edited 1 time in total.
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Postby nik » 17 Feb 2016 13:53
Hallo Conrad,

herzlich willkommen im Flowgrow.
Conrad27 wrote:Meine Fragen zum Vollentsalzer Allgemein:
Kann es zu einem Calcium / Magnesium Mangel für die Pflanzen kommen?

Nach einer Vollentsalzung, da ist es egal ob mit einem stark oder schwach basischen Anionenharz, musst du sowieso aufsalzen oder mit (geeignetem) Leitungswasser verschneiden.

Und zum Vollentsalzer mit Stark basischer Anionenaustauscher:
Stark basisch entfernt das Silikat und eigentlich für Meerwasser gedacht. Wäre das ratsam oder habe ich anschließend mit anderen Problemen im Aquascape zu kämpfen?

Bei einem stark basischen Harz würde ich erst mal nachfragen, welches Harz das ist und dann nach dem entsprechenden Datenblatt suchen. Die Harze sind zwischenzeitlich bezüglich Rückhaltefähigkeit von Kieselsäure besser geworden, die gehört aber grundsätzlich zu den Stoffen in denen sich die Anionenharze in ihrer Aufnahmekapazität relativ schnell erschöpfen. Umgekehrt ist das Regenerieren schwieriger.

Meine Harze sind lange her, aber das war der Grund, warum es ein stark saures, ein stark basisches und ein Mischbettharz hintendran war. Da kam dann allerdings näherungsweise reines H2O raus.

Kieselsäure entfernen ist bezüglich Kieselalgen hilfreich, aber ich sage es deutlich, notwendig ist das nicht. Kieselalgen sind eine üblicherweise anfängliche Erscheinung und sie werden trotz hoher Kieselsäuregehalte idR. von anderen Mikroorganismen auskonkurriert.

Oder gibt es andere Negativ Eigenschaften im Vergleich zu einem schwach basischen Anionenaustauscher?

Ein stark basisches Harz entfernt die schwachen Säuren, mengenmäßig ist vor allem die Kohlensäure zu erwähnen. Du brauchst im Vergleich zum schwach basischen Harz eine deutlich größere Menge. Meine VEA hatte 6l stark saures, 8l stark basisches und hintendran noch 6l Mischbettharz. Das lässt sich über die Datenblätter ableiten. Mind. damals war es sehr schwer kundige Anbieter zu finden. Ich befürchte, heute ist das nicht besser.

Ich würde über ein nachgeschaltetes selektives Kieselsäureharz, evtl. Mischbett nachdenken. Dann ginge auch eine pflegeleichtere UOA

Gruß, Nik
nik wrote:
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Postby Conrad27 » 17 Feb 2016 15:06
Zunächst vielen Dank für die Antworten mit besonderen Dank nach Karlsruhe für die gute und ausführliche Hilfestellung :smile:

Eine Vielzahl der gestandenen Aquarianer haben bezüglich der Kieselsäure nahezu eine identische Meinung. Kieselsäure macht oftmals nur bei der Neueinrichtung ein Problem. Dieses Problem kann durch eine anfänglich kurze Beleuchtungsdauer gedrosselt werden. Sobald sich im Neubecken eine Microflora gebildet hat, sollten sich die Probleme mit Silikaten stark reduzieren.
Diesen Ansatz werde ich jetzt auch folgen und hoffe das mein Problemfall (dunkele Ablagerungen) aus dem kleinen, alten Becken nicht mitwandert und auf Silikate zurückzuführen ist. Immerhin könnte noch eine schlechte Strömung und die Beleuchtung Ursache für das Problem sein (es handelt sich übrigens um ein Fluval Edge).

Ein VE werde ich mir dennoch zu legen in der Kombination schwach basisch, stark sauer. Die Option Mischbett / selektives Kieselsäureharz halte ich mir offen und kann ja noch nachgerüstet werden.

Und gut zu wissen, dass ich durch Aufsalzen meinem gefürchteten Calcium / Magnesium Mangel entgegenwirke. So viel ich mittlerweile auch gelesen habe, bin ich mir nicht über das Zusammenspiel von KH/GH im Bezug auf Mg und Ca im Klaren. Aber ich werde bestimmt hier noch fündig.

Vielen Dank nochmals!
Conrad
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Postby Conrad27 » 17 Feb 2016 15:21
Hallo Volker,
java97 wrote: Ich habe aber mittlerweile auf eine UOA gewechselt und bin froh, dies getan zu haben. Der Aufwand und das Hantieren mit Säuren und Laugen ist beim VE echt nicht ohne. Unterschätze das nicht!
.

Den Regenerationsprozess ist mir durchaus bekannt und bewusst, aber ehrlich gesagt habe ich mir jetzt nicht viel dabei gedacht. Vielleicht sollte ich das noch mal überdenken bzw. genauer nachlesen.

java97 wrote:Eine gute UOA entfernt ja auch schon einen großen Teil des Silikats
.

Hättest Du bezüglich einer UOA eine Empfehlung? Oder mit welcher UOA hast Du gute Erfahrung gemacht?

java97 wrote:Davon mal abgesehen bezweifle ich, dass die von Dir beschriebenen Algen tatsächlich etwas mit dem Silikatgehalt zu tun haben. Das liest sich eher nach Rotalgen und die haben andere Ursachen.
.

Eine Rotalge hatte ich auch schon in Verdacht. Was dagegen spricht wäre die CO2 Zugabe, kaum vorhandene Strömung in dem befallenden Bereich und die Rotalge sieht schon sehr wuchtig aus. Bei mir ist es ein Belag von winzigen Häärchen.

Viele Grüße,
Conrad
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