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Postby Brot » 12 May 2010 14:29
Hi,
bin gerade auf die Redfield ratio gestoßen
http://www.xs4all.nl/~buddendo/aquarium ... dfield.htm

Was ich euch dazu fragen möchte ist, welches Verhältnis ist den am besten, einfachsten zu realisieren.
Es ist sicherlich nicht einfach einen 0,2mg/l Po4 und zugleich 2,5mg/l No3 aufrecht zu erhalten das ich mich noch im gelben Bereich befinde.
Da ist es doch besser ein Po4 von 1,5 und ein no3 von 15 anzustreben, dann bleibt mir zumindest ein größerer Puffer das ich nicht so schnell in den grünen bzw. blauen Bereich rutsche oder wie seht ihr das?
Jedoch ahbe ich desöfterne gelesen das ein so hoher po4 Gehalt nichtsein darf.
Kann mir das einer erklären?

Grüße

Kris
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Postby Bastian » 12 May 2010 14:58
Hi Kris,

ich halte mich garnicht an irgendwelche Verhältnisse ich schau einfach was meine Pflanzen machen bzw. die Algen und dann erhöhe ich einfach die Düngerzugabe, den CO² Wert oder die Mineralsalzzugabe. Wenn die sich zeigenden Algen verschwinden dann senk ich leicht die Düngezugabe und warte ob sich neue bilden wenn ja, dann Dünger wieder rauf wenn nein wieder etwas weniger bzw. das gleich bei irgendeinem Mangel der Pflanzen.
Meine Werte von letzter Woche wahren ca. 20mg/l Nitrat (drunter bekomm ich Grünalgen), 0,6mg/l Phosphat, CO² +40mg/l den Rest mess ich gar nicht und das ich letzte Woche gemessen hab war auch nur aus Langeweile. Gedüngt wird bei mir aktuell 24ml NPK und 5ml Spezial Flowgrow auf 180l. Beim WW benutze ich immer Osmosewasser und das zu 100% welches ledigtlich mit 6-8g Preis Mineralsalz aufgehärtet wird. Mit dieser Taktik läuft mein Becken aktuell auf Anschlag was das Wachstum angeht und nur vereinzelt findet man mal eine Alge über welche sich meine Amanos freuen.
Ich hab allerdings lange getüftelt bis das Becken so gut lief. Wenn man sich mit seinen Pflanzen angefreundet hat und auch die auftretenden Algen 'lesen' kann weiß man einfach an welcher Schraube man drehen muss.

Bei einem Pflanzenaqua hilft nur viel Geduld und immer möglichst nur einen Parameter zu ändern und zu schauen was passiert. Jedes Becken ist anders und braucht auch andere Pflege. Für mich ist das sich festklammern an irgendwelche Wert und Verhältnisse Schwachsinn. Beobachten > Schraube drehen > Reaktion abwarten > Ergebniss abspeichern und dann wieder von vorne. Irgendwann hat man dann das passende System für sein Becken und das kann von bekanntem oder für gut befundenem völlig abweichen.

Gruß Bastian
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Postby mobomeca » 13 May 2010 13:06
Hallo Kris, Hallo Bastian,

Bei einem Pflanzenaqua hilft nur viel Geduld und immer möglichst nur einen Parameter zu ändern und zu schauen was passiert. Jedes Becken ist anders und braucht auch andere Pflege. Für mich ist das sich festklammern an irgendwelche Wert und Verhältnisse Schwachsinn. Beobachten > Schraube drehen > Reaktion abwarten > Ergebniss abspeichern und dann wieder von vorne. Irgendwann hat man dann das passende System für sein Becken und das kann von bekanntem oder für gut befundenem völlig abweichen


@Bastian:
Dieser Aussage kann ich mich nur anschliessen. Ich habe meine 2 Becken seit 1,5 Jahren und habe auch die Erfahrung gemacht, dass man die speziellen Parameter des jeweiligen Beckens finden muss. Die ganzen Stationen des stagnierenden Pflanzenwuchses, alle möglichen Algen etc. waren im Lauf der Zeit vertreten. Bei meinem "grossen" Becken war der Knackpunkt zuviel Ammonium und zuwenig Phosphat. Nach Einsatz von Zeolith, Aufdüngung mit Phosphat und alle 4 Wochen den Vorfilter reinigen zeigte sich erst die gewünschte Wirkung. Algen sind nur noch minimal vorhanden (ein paar Pinselalgen am Strömungsauslass), die mich aber nicht stören.

@Kris:
Ich habe mich erst nach Beschäftigung mit dem Redfield Verhältnis und Buddy-Ratio getraut, meinem Becken Phosphat zuzuführen. Ich habe normalerweise im Durchschnitt 10-15 mg Nitrat im Wasser und halte das Phosphatverhältnis dazu bei 0,8 - 1,0 mg. Ich war am Anfang sehr skeptisch, da ich auch vor hohen Phosphatwerten zurückschreckte, aber seit diesem Zeitpunkt ist das Pflanzenwachstum im Vergleich zu vorher enorm gestiegen und die Algen verschwanden. Die Durchschnittswerte deines Beckens sind der Orientierungspunkt! Bei meinem Becken hatte ich ziemlich konstant 0,2 mg Phosphat im Becken und somit habe ich den Wert dem Nitratwert angepasst.
Hier ist der Link, an dem ich mich orientiert habe

http://andreasmgross.de/index.php?title ... _Blaualgen

@alle:
Ich habe in diesem Forum sehr viel gelernt und mich dadurch auch getraut, die einzelnen Komponenten gezielt zu verändern. Hier auch an dieser Stelle mein Dank an alle eifrigen Nutzer und versierten Schreiber!

Liebe Grüße
Monika

(P.S.: Ich bin leider kein versierter Forenschreiber und hoffe, dass alle "@" und "quote"richtig sind :roll: )
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Postby Gast » 13 May 2010 14:06
Hallo Kris, ich habe jetzt lange überlegt, ob ich dir dazu etwas schreibe. Hier wurden die ganzen Konzepte ja bereits ausführlich behandelt, auch Redfield Ratio. Daher war ich mir nicht ganz sicher, ob ich mich da noch einmal einmischen soll. Aber heute hat man als Vater ja Zeit :wink:
Ich habe hier in diesem tollen Forum gelernt, dass Redfield Ratio (RR) "ein alter Hut" ist und das es inzwischen andere, aktuellere Konzepte gibt. Ich fand meine Vorgehensweise - nach RR - aber erfolgreich, weil ich (bis auf einen anfänglichen Bartalgenbefall und ab und zu ein paar grüne Punktalgen an der Scheibe) von Anfang an (Okt.2009) keine richtigen Algenprobleme hatte.
Trotzdem habe mich durch die verschiedenen Konzepte, die hier vorgestellt werden, gearbeitet und fand die unterschiedlichen Ansätze interessant. Ich habe mich aber NIE getraut, mein funktionierendes System zu wechseln...warum auch! Mein AQ macht mir nur Freude und sehr wenig Arbeit - Toi-Toi-Toi!!!
Meine Zielwerte sind NO3= 10 - PO4 = 1 und Fe = 0,1
Diese Werte habe ich nicht an den Pflanzen abgelesen. Dazu fehlten mir insbesondere anfangs die Kenntnisse und das traue ich mir heute auch deshalb nicht zu, da ich inzwischen keine richtigen Zeigerpflanzen mehr im Becken habe (vielleicht neuerdings doch wieder die Glosso-mal sehen). Ich habe sehr oft (fast täglich) genau gemessen (Fotometer) und die fehlenden Nährstoffe (zu meinen Zielwerten) nahezu täglich ergänzt.
Erst seit ca. 2 Monaten läuft das AQ so stabil, dass ich den Nährstoffverbrauch einigermaßen schätzen kann. Trotzdem messe ich zur Sicherheit immer noch ca. einmal in der Woche, um meine Schätzung zu prüfen...und immer muss ich etwas nachregulieren. Allerdings scheint es auch so zu sein, dass ein gut eingelaufenes Becken (dazu zähle ich meins) den einen oder anderen Fehler auch verzeiht. Es läuft halt stabil und ist nicht so schnell "aus der Ruhe zu bringen".
Im Moment "spiele" ich ein wenig mit dem PO4-Wert. Den fahre ich nun regelmäßig gegen Null (dauert ca. 7 Tage). Der NO3-Wert liegt nach 7 Tagen im Durchschnitt bei (nur noch) 2mg/L. Eisen ist dabei immer am schnellsten weg-da habe ich weiterhin den HMF im Verdacht. Aber der Fe-Verbrauch ist in meinem AQ inzwischen wieder rückläufig. Trotzdem muss ich Eisen am 3 Tag nachdüngen. Am 4 Tag liegt der Fe-Wert unter 0,02mg/L.
Ich will damit eigentlich nur herausfinden, wieviel ich von welchem Dünger innerhalb einer Woche "nachschütten" muss. Ich fahre nämlich in der nächsten Woche für 2-4Wochen in den Urlaub und will meiner Frau für diese Zeit einen "einfachen Düngeplan" überlassen.
Durch diese "Spielerei" mit den Werten habe ich nun verstärkt Grünalgen an den Scheiben. Ich werde nach meinem Urlaub also zu "meinem" alten System zurückkehren.
Übrigens: Ich habe mal eine zeitlang die Entwicklung "mitgeschrieben" - such mal nach "Dschungelbecken" (müsste ich aber mal wieder updaten :oops: ). Gruß, franz
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Postby nik » 14 May 2010 07:59
Hallo zusammen,

ich wiederhole es noch mal. IMHO ist die RR insofern grober Unsinn, als dass von einem pflanzeninneren Nährstoffverhältnis auf ein äußeres (Wasser/Boden) geschlossen wird. Außerdem werden die Maßeinheiten hartnäckig falsch interpretiert. Die zugegeben Düngesalze reagieren unterschiedlich im Aquarium, schon PO4 und Fe gehen nur mäßig gut zusammen und fallen aus. Andere, unerwähnte Stoffe wie Mg, Ca, K und weitere nehmen Einfluss auf die Aufnahmefähigkeit von NPK. NO3 fällt in unterschiedlichem Umfang der Denitrifikation anheim. Wenn die RR zu etwas taugte, dann dazu die Angst vor Phosphat zu nehmen. Phosphat wird von den Pflanzen ausgezeichnet gespeichert, das bietet sich wegen der möglichen Eisenphosphatfällungen und weiterer Gründe an so gering wie möglich im Becken gefahren zu werden. Wenn es gut läuft, dann funktioniert eine PO4-Stoßdüngung und das reicht für Wochen aus. Zeigerpflanzen finden sich dann im Aquarium.
Gut laufen, bedeutet stabile Mikroflora und dann kann man mit der Düngung in weiten Bereichen fahren, Hauptsache die Pflanzen bekommen genug. Das Auge des Herrn macht das Vieh fett.

Gruß, Nik
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Postby Brot » 20 May 2010 13:46
hi,

ok das habe ich eingermaßen verstanden. Jede Pflanze braucht auch unterschiedlich viele Nährstoffe zu Anderen. Dabei ist es wichtig seine eignen Werte zu bestimmen.
Seid 5 Tagen dünge ich nur Nitrat Aqua Rebell und Pflanzennahrungsmittel Tropica ohne N + P. Mein Po4 ist immer noch auf 1mg/l obwohl ich schon 90l Wasser gewechselt habe. Nicht das es in irgendeiner Weise negativ wäre. Aber so wie es aussieht brauche ich kein po4 zu düngen. Bin mal gespannt wann der Wert gegen Null geht.

Grüße

Kris
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