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Postby wally » 20 Jan 2008 01:58
Hallo,

habe heute Mittag ein paar Wassertest durchgeführt und dabei ist mir aufgefallen, dass der Nitritwert von 1,6 mg/l innerhalb 24 Std. auf 16 mg/l angestiegen ist. Laut den Angaben ist dieser Wert viel zu hoch und es wird empfohlen einen sofortigen WW vorzunehmen. Jedoch frage ich mich jetzt, ob dieser Wert nicht von selber sinken wird, da Nitrit zu Nitrat umgewandelt wird, was den Pflanzen wiederum zu Gute kommt. Habe ich da jetzt einen Hänger?

Werde morgen nochmal messen und anschließen vorsichtshalber einen WW durchführen. Das Becken ist für die Größe unterbesetzt, da ich ca 30< Garnelen und 12 Guppys auf netto 120 Liter habe. Den letzten großen WW habe ich am Mittwoch gemacht.

Kann es sein, dass ich durch Zugabe eines NPK (7:3:6) Blumendünger diesen Wert in die Höhe getrieben habe? Seit Mittwoch habe ich ca. 10 ml ins Aq.wasser gegeben. Unter N sind folgende Werte deklariert: 2% Nitratstickstoff, 2% Ammoniumstickstoff und 3% Carbamidstickstoff.

Hier noch meine gemessenen Werte:
gh: 16
kH: 9
pH: 7
NO2: 16 mg/l

Grüße
Walter
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Postby Roger » 20 Jan 2008 05:04
Hallo Walter,
der Nitrit Wert ist viel zu hoch. Bitte sofort Wasser wechseln sonst läufst Du Gefahr den kpl. Besatz zu verlieren, da Nitrit höchst giftig ist. Nitrit wird schon zu Nitrat umgebaut wenn genug Bakterien zur Verfügung stehen die dieses Leisten können. Dies ist bei Dir definitiv nicht der Fall. Normalerweise sollte Nitrit in einem eingefahrenen Becken immer nicht nachweisbar bleiben.

Ich denke das der Blumendünger das Problem ausgelöst hat. Er enthält Ammonium, welches sofern es nicht von den Pflanzen sofort aufgenommen wird zu Nitrit umgewandelt wird. Dies geschieht aber nur bei einem PH unter 7. Da Du sehr hart an dieser Grenze bist, kann es auch passieren das eine Umwandlung zu Ammoniak erfolgt, welches schon in kleinen Konzentrationen höchst giftig ist.

Ich rate Dir in Zukunft solche Experimente mit Blumendünger besser zu lassen und zur NPK Düngung auf ein System wie z. B. PPS-Pro auszuweichen. Das ist wesentlich sicherer.

Gruß
Roger
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Postby Sabine68 » 20 Jan 2008 10:21
Hallo Walter,

wie lange läuft denn dein Becken schon?
Roger hat recht. Wasser wechseln bis zum abwinken. Nitrit darf nicht nachweisbar sein.
Haben deine Fische nicht gejapst?
Den PH erstmal nicht senken, In dem Falle ist das für die Fische verträglicher und die Blumendünger-Düngung erstmal einstellen. Damit hast du es auch etwas gut gemeint.
Ammonium auch unbedingt testen.


Hier gibt es noch einen interessanten Gastbeitrag

Nitrit
Viele Grüße
Sabine


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Postby Sabine68 » 20 Jan 2008 10:49
Hallo Walter,

hier habe ich noch einen Link
zu einem Gastbeitrag von Dr. Gerd Kassebeer

Das Phänomen Nitritpeak
Viele Grüße
Sabine


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Postby wally » 20 Jan 2008 19:46
Hallo Sabine und Roger,

habe nun endlich Zeit zu schreiben. Wir bekamen heute morgen unerwartet Besuch und waren dann bei Freunden eingeladen, Stress, aber angenehmer.

Bin deshalb nicht zum WW gekommen, habe aber um 12 Uhr nochmal schnell gemessen und siehe da, der Nitritwert ist innerhalb 24 Stunden auf 0,9 mg/l gefallen. Gerade eben nochmal getestet und nun ist er auf 0,3 mg/l. Bei den Fische und Garnelen habe ich überhaupt keine Veränderungen feststellen können, worüber ich mich eigentlich auch gewundert habe, verhielten sich wie bisher, agil und quicklebendig.
Hält sich Ammonium so lang im Becken, die letzte Gabe des NPK Blumendünger fand am Do. statt und den höchsten Wert habe ich am Sa.abend gemessen, also zwei Tage später. Echt merkwürdig.

Mein AQ läuft schon ca. 4-5 Monate, also Bakterien sind definitiv vorhanden, man sieht es ja auch an dem wieder gesunkenen Nitiritwert. Einen WW mache ich jedoch trotzdem, tut den Pflanzen gut, da sie dann wie wild assimilieren.

Könnt Ihr mir evtl. sagen, wieviel mg/l N,P und K ich mit diesem Blumendünger ins Wasser einbringe, wenn ich 5 ml auf 120 l dünge? Werde mal die ml auf 2 reduzieren und den Nitritwert im Auge behalten. Wenn es weiterhin solche Ausmaße annimmt, dann wir er komplett abgesetzt. Wollte erstmal testen, wie die Pflanzen drauf reagieren. Kann aber bisher keine Veränderungen feststellen, es ist jedoch zu früh, um etwas sagen zu können.

PPS möchte ich mir auf jeden Fall selber anrühren. Bittersalz habe ich mir bereits besorgt und die Woche müsste noch Pottasche kommen. Werde dann erstmal die zwei Pulverchen anrühren und damit starten, und ggf. auch die weiteren Chemikalien mit einrühren, wenn Bedarf besteht.

Den Blumendünger habe ich mir eigentlich nur für meine Bio-CO2-Produktion besorgt, da ich hier gelesen habe, dass die Hefe auch Nährstoffe braucht und das habe ich dieses Mal wirklich gemerkt, da es zu einer heftigeren Reaktion kam, dass sogar der Schaum ins Becken gelangt ist. Habe hier genau 15 ml in den Gärbehälter gegeben, das nächste Mal werde ich nur 5 ml hinzugeben, mal schauen, wie stark dann die Co2 Produktion wird.

Danke Euch für die Ratschläge und für die Links, die ich bereits kannte, sind aber immer wieder lesenswert.

Grüße
Walter
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Postby Roger » 21 Jan 2008 02:37
Hallo Walter,
bei Deinen weiteren Versuchen mit Blumendünger wäre ich sehr vorsichtig. Eigentlich fängt man an, ihn tropfenweise zuzugeben. 10ml war für den Anfang viel zu viel.
Für die weiter Verwendung bzw. generell bei der Ammoniumdüngung mußt Du ein paar Grundregeln unbedingt beachten.
Wenn Du morgens Ammonium düngst, sollte es abends vollständig verbraucht sein. Erst mal mit 0,2mg/l anfangen und überprüfen ob und wann das aufgebraucht ist.
Dein Nitrat sollte nicht deutlich über 5mg/l liegen. Der Ph sollte immer unter 7 sein, sonst wird Ammonium in Ammoniak umgewandelt, was Dich alle Fische und Garnelen kosten könnte. Wenn nur eine dieser Bedingungen nicht gegeben ist würde ich kein Ammonium benutzen.
Ausserdem mußt Du auch PO4 und K im Auge behalten, da dies meist sehr kräftig im Blumendünger vorhanden ist. Alles in allem bist Du mit z. B. PPS-Pro Düngung wesentlich besser beraten.

Gruß
Roger
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Postby nik » 21 Jan 2008 06:51
Hallo Walter,

so als grobe Hausnummer,
10ml Blumendünger á 7/3/6 ergeben auf 120l Aquarienwasser ca. 120mg/l (N-Verbindungen), 15mg/l PO4, 20mg/l K.
Weiters ist die Umsetzung der N-Verbindungen zu NO3 problematisch, denn das geht mit einem nicht zu unterschätzenden O2-Verbrauch einher.

Die Blumendünger sind wegen ihrer Phosphatbetonung aquaristisch nur zur P-Düngung zu gebrauchen.

Gruß, Nik
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Postby wally » 21 Jan 2008 14:56
Hallo Roger, hi Nik,

ich habe die 10 ml nicht auf einmal zugegeben, sondern auf 2 Tage a 5 ml verteilt. Bei einer Zugabe von 10 ml hätte ich ein sehr mulmiges Gefühl im Magenbereich, da ich ja auch nicht wußte, wieviel ich nun genau von jedem Nährstoff dazudünge. Wäre mir also zu riskant gewesen.
Werde nur versuchshalber die Menge auf 2 ml reduzieren und unter einer permanenten Beobachtung die Werte in meinem AQ kontrollieren. Ach ja und höchsten zwei Mal in der Woche damit Stoßdüngen, da ich wie gesagt kein gutes Gefühl dabei habe. Zumal ich sowieso keinen pH-Wert unter 7 erreiche. Mein Ausgangswasser hat 7,5 und durch das CO2 schaffe ich es auf 7, daher sollte ich lieber die Finger davon lassen und wie du schon geschrieben hast auf PPS umsteigen.

Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich so viel zudünge, das ist ja der H... :shock: Danke Nik für den Hinweis, dass ist definitiv "to much". Da wären bereits 2 ml doch schon viel zu viel oder nicht??????

Grüße
Walter
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