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Postby amazing » 02 May 2020 12:47
Nährstoffe Verbrauch im Filter

Hallo

Ich möchte gerne wissen, welche Nähstoffe in einem besonders großen Filter "verbraucht" werden.
Ich weiß, dass Nitrat und Phosphat durch die Filterbakterien abgebaut werden.
Wie sieht es aber mit Kalium, Eisen und Magnesium aus?
Werden diese genauso oder sogar stärker von den Filterbakterien verzehrt?

Was gilt es allgemein zu beachten bei einem sehr groß dimensionierten biologischen Filter?

In der Praxis sieht es bei mir so aus:
Ich habe ein 250l Becken mit sehr starkem Fischbesatz. Da ich aber einen riesigen biologischen Filter habe, zeigt mein Nitrattest immer 0 mg/l an - trotz intensiver Fütterung mit Frost- und Granulatfutter.

Ich habe drei Echinodorus. Eine davon wächst zwar gut, schiebt aber immer verkrüppelte Blätter mit Knicken und Löchern nach. Es ist ein Dschungelstar NR2 "kleiner Bär".
Die anderen beiden (Ozelot Green und Rot) wachsen ganz OK. Die Färbung ist bei allen etwas blass und die rote Farbe ist nur bei sehr jungen Blättern zu sehen.
Ich möchte mir anhand des Düngerechners ein Düngesystem errechnen lassen.
Dafür möchte ich wissen wie viel der einzelnen Nährstoffe ich nachdüngen muss.
Und wenn der Filter eher N und P verbraucht müsste, ich mehr davon und weniger der anderen Nährstoffe hinzufügen - so meine Überlegung.
Danke für die Hilfe im voraus
Cirus
amazing
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Postby Lixa » 03 May 2020 21:08
Hallo Citrus,

Es hängt in der Biologie sehr viel vom Sauerstoff ab.

Ohne Sauerstoff sind Bakterien in der Not und müssen etwas anderes als Sauerstoff als Partner nehmen. Das sind meist zweiwertiges Eisen und Nitrat. Details: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Eisenoxidierende_Mikroorganismen

Das heißt ein Filter, aber auch ein Bodengrund der Sauerstofffreie Bereiche hat, kann enorme Mengen Eisen und Nitrat absorbieren. Das Nitrat wird zu gasförmigen Stickstoff der einfach in die Luft verschwindet. Das ist in der Natur ein Natürlicher Prozess, aber im Aquarium ein Verlust. Das Eisen setzt sich als unlösliche Salze im Filter und Boden ab.

Bei Phosphat ist das ein wenig anders. Es ist stabiler und hat eher die Tendenz gebunden zu werden um dann bei bestimmten Bedingungen wieder freigesetzt zu werden. Nitrat und Sauerstoffmangel fördert die Phosphataufnahme. Hinzu kommt, dass Phosphat mit anderen Ionen, wie z.B. zweiwertiges Eisen reagieren kann. Phosphat neigt also dazu sich in chemischen und Biologischen Depots einzulagern. Mehr Details: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Phosphorelimination
Das heißt, dass ohne Entfernung der Depots der Phosphatwert kaum zu kontrollieren ist. Den Fehler habe ich gemacht: bei der Erhöhung des Nitratwertes schoss der Phosphatwert in die Höhe, bis die Depots verbraucht waren, bzw. Ich diese weggespült hatte.

Es ist also nicht wichtig wie groß der Filter ist, sondern ob er überall Sauerstoff ausreichen im Filtermedium hat. Das ergibt sich aus der Menge, der Fließgeschwindigkeit und natürlich dem Sauerstoffgehalt. Die Temperatur ist auch nicht unerheblich: Ist es kälter läuft alles langsamer ab und die maximale mögliche Menge an Sauerstoff ist auch höher.

Neben dem Nährstoffverbrauch können in sauerstoffreien Bereichen sich auch Schwefelwasserstoff-Bakterien ansiedeln, was selten ist, aber fatal für die meisten höheren Lebewesen. Man kann das auch sehr gut riechen und Altwasserbecken scheinen dazu zu neigen.

Ein vollständig aerober Filtertyp ist der Hamburger Mattenfilter. Details dazu https://www.drta-archiv.de/mattenfilter/
Tatsächlich ist das Aquarium mit dem HMF nach zwei Jahren das Becken mit den wenigsten Algen und dem stabilsten Pflanzenwachstum. Froschlaichalge und Punkalge treten am ehesten auf und zeigen mir, dass PO4 0 ist und ich gebe NPK.

Zu deinem Plan gegen den Filter zu Düngen: ich hatte mehr als 4 Liter Eheim Ehfi Substrat Pro und mit reichlich Futter das Wasser gedüngt. Die Folge war ein Sauerstoffmangel, kein Anstieg des Nitrates. Für Nitrat habe ich nur die Stäbchentests, konnte so aber häufiger messen und NO3 stieg nach dem Wasserwechsel an und blieb dann immer bei etwa 25 mg/L. Der Filter schluckte im Austausch massiv Eisen und Mikronährstoffe, denn die Stengelpflanzen wuchsen verkrüppelt und verdreht mit kleinen Blättern. Größtes Problem blieb der Sauerstoffmangel, der nicht von einem CO2 Anstieg begleitet wurde. Manchmal ist ein Schwammfilter die bessere Wahl.
Für Geringfilterung halte ich einen Schwammfilter nicht, aber der geht ein Stück weit in die gleiche Richtung. Und dann ist da auch noch der Boden der meist mit filtert...

Viele Grüße

Alicia
Lixa
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Postby amazing » 04 May 2020 08:59
Hallo Alicia und Danke für die Amtwort.
Ich habe jetzt erst mal die biologische Filtermasse reduziert.
Sauerstoff sollte reichlich vorhanden sein, da ich einen Söchting Oxydator im AQ habe. Außerdem perlen die Pflanzen und auch die Wasseroberfläche ist etwas bewegt.

Außerdem stelle ich mein Düngesystem auf Aquarebell um. Dazu gab es ein youtube Video vom Kanal "Aquadicted".
Die Vorgehensweise scheint schlüssig zu sein. Die Düngung erfolgt wöchentlich mit FE Mikro Basic, NPK Makro Basic und GH Boost N.

Ich werde nun mal abwarten und messen und beobachten.

Ich werde dann mal Rückmeldung geben wie sich das AQ entwickelt.
Danke und Grüße
Cirus
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