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Postby java97 » 22 Oct 2011 19:24
Hallo zusammen,

Ich hatte mir vor ein paar Wochen 8 gesund wirkende Filigranregenbogenfische in mein Aquarium gesetzt und damit ein "Massensterben" ausgelöst (nur ein Regenbogenfisch und 2 von 18 Boraras Brigittae überlebten). :(
Jetzt möchte ich einen zweiten Anlauf starten und die neuen Fische (20 Boraras Brigittae und ca. 6 Filigranregenbogenfische aus einer anderen Zoohandlung) zunächst für 2-3 Wochen in ein 45l-Quarantänebecken setzen und dort beobachten.
Voraussetzung dafür ist natürlich, dass zum Zeitpunkt des Einzuges die Filterbakterien ordentlich arbeiten, daher werde ich das Aquarium natürlich vorher entsprechen einfahren. Ich werde dazu Filtermaterial aus dem bestehenden Filter des großen Aquariums nehmen und es in den Filter des Quarantänebecken tun. Ein paar Pflanzen und etwas Kies werde ich ebenfalls übernehmen.
Nun meine Frage: Wie bekomme ich die Filterbakterien dazu, sich möglichst üppig zu vermehren, damit sie mit den Stoffwechselendprodukten der Horde einziehender Fische nicht überfordert sind und es zu keinem Nitritanstieg kommt?
Ich dachte mir, zum Einfahren tgl. eine geringe Menge Ammonium in Form von Hirschhornsalz ins Becken zu geben, um die Bakterien zu füttern und ihre Vermehrung zu fördern (regelmäßige Kontrollen von NO2, NO3 und NH4 gehören dann natürlich dazu). Was meint ihr, ist das eine sinnvolle Vorgehensweise? :?
schöne Grüße
Volker
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Postby sirius » 22 Oct 2011 19:44
Hallo Volker,

ich fahre gerade mein Filterbecken mit Milch an... sehr wenig, je nach Beckengröße
Wenn das Wasser wieder klar ist wird gemessen und kommt wieder Milch rein....

Bei 45 l würde ich mit 5- 8 Tropfen anfangen....
Wenn Du No3 nachweisen kannst müsste die Sache in Gang kommen....

Gruß Konrad
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Postby DrZoidberg » 22 Oct 2011 19:46
Moin Volker,
ich habe es nie ausprobiert aber vor einiger Zeit mal von der "Wodka-Methode" gelesen:
http://www.aquarium.ch/forum/showthread.php?t=51000
Gruß Christian :fish: :taucher: :fish:
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Postby DrZoidberg » 22 Oct 2011 19:49
Noch etwas Kahlua und wir haben einen weißen Russen! :bier:
Gruß Christian :fish: :taucher: :fish:
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Postby Matz » 22 Oct 2011 20:37
Hallo Volker :-),
Quarantäne-Becken halte ich ja grundsätzlich auch für sehr sinnvoll.
Aber wenn du nur noch 3 Fische übrig hast, würde ich doch eher die neue "Horde" in das eingefahrene alte Becken geben und die drei anderen in das Quarantäne-Becken tun?!
Falls die neue Horde eine Krankheit haben sollte, wird sie die im Quarantäne-Becken genauso bekommen, wie im "Alten". Durch nochmaliges Umsetzen wird die Konstitution der Fische ja nicht besser.
Ich würde eher die 3 restlichen umsetzen und hoffen, dass durch eine gute Eingewöhnung der neuen Fische diese vor einer Ansteckung durch die drei alten bewahrt bleiben (gute Wasserhygiene im "Alten" vorausgesetzt, woran ich bei dir nicht zweifle).
Nur mal so meine Gedanken dazu, ohne jetzt wirklich was zum eigentlichen Thema beigetragen zu haben :pfeifen: .
Einen schönen Abend noch,
bis denn,
:bier:
Grüssle :-), Matthias
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Postby java97 » 22 Oct 2011 20:48
Hi,

und danke für die für mich teilweise sehr unkonventionell klingenden Antworten. Ich suche aber nach einer zuverlässig funktionierenden Methode, Experimente wollte ich eigentlich keine machen, keine Risiken eingehen... :wink:
@ Konrad:
von der Milchmethode habe ich auch noch nie gehört. Wendest Du die öfter erfolgreich an?
Was genau passiert bei der Zugabe von Milch? Wird das Eiweiß der Milch zu Ammonium-> Nitrit-> Nitrat?

@ Matthias:
Außer der zwei Boraras und dem Filigranregenbogenfisch sind noch 5 Zwergpanzerwelse (und zahllose Garnelen)
im Aquarium, das so dicht bepflanzt ist, dass das Herausfangen ein quasi aussichtsloses, die Einrichtung zerstörendes Unterfangen wäre.
schöne Grüße
Volker
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Postby sirius » 23 Oct 2011 07:05
Hallo Volker,

java97 wrote:@ Konrad:
von der Milchmethode habe ich auch noch nie gehört. Wendest Du die öfter erfolgreich an?

öfters noch nicht...
java97 wrote:Was genau passiert bei der Zugabe von Milch? Wird das Eiweiß der Milch zu Ammonium-> Nitrit-> Nitrat?

ja - das ist das Gleiche als wenn Du mit Flockenfutter anfütterst, nur verteilt sich die Milch viel besser...

Gruß Konrad
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Postby java97 » 23 Oct 2011 08:47
sirius wrote:
java97 wrote:@ Konrad:
von der Milchmethode habe ich auch noch nie gehört. Wendest Du die öfter erfolgreich an?

öfters noch nicht...
java97 wrote:Was genau passiert bei der Zugabe von Milch? Wird das Eiweiß der Milch zu Ammonium-> Nitrit-> Nitrat?

ja - das ist das Gleiche als wenn Du mit Flockenfutter anfütterst, nur verteilt sich die Milch viel besser...


Moin Konrad,

Wäre dann die Ammoniumcarbonat-Variante nicht die "sauberere"? So käme kein Fett und andere Begleitstoffe ins Wasser sondern nur ein reiner Stoff, der sofort aufgenommen und zu Nitrit-> Nitrat umgebaut werden kann... :?
schöne Grüße
Volker
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Postby M.Kaiser » 23 Oct 2011 08:54
Hi Volker,

Milch passt schon, nur in einem sehr kleinen Becken (<50L) finde ich es etwas schwer zu dosieren. Die ersten Tage würde ich mit sehr wenig beginnen. Das heißt keine Trübung durch die Milchzugabe. Mit der Zeit dann steigern.

Grüße
Marco
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Postby Erwin » 23 Oct 2011 09:16
Hallo Volker,

bevor du neue Fische einsetzt wäre viel wichtiger, dass du die Ursache des Massensterbens herausbekommst.
Wenn es ne Bakterienunverträglichkeit war, so hast du diesen Bakterienstamm jetzt ja in deinem Becken. Oder du hattest ihn unbemerkt schon vorher drin.
Entnimmst du nun aus diesem Becken fürs Quarantänebecken Filtermaterial, so verschleppst du auch diesen Bakterienstamm.
Grundsätzlich kann dir das mit dem Massensterben bei Neuzugängen immer wieder passieren.
Es muß im Quarantänebecken eine langsame Bakterienstammanpassung vorgenommen werden. Die erste Woche wird nur beobachtet. Dann wird täglich etwas Wasser aus dem Hauptbecken ins Quarantänebecken gegeben. Dabei wird die Wassermenge täglich gesteigert. In der dritten Woche dann ein/zwei Testfische aus dem Hauptbecken ins Quarantänebecken dazu. Wenn nichts passiert sollte es dann passen.
Ohne den Testfischen müsste man die Wasserangleichung auch noch in die andere Richtung vollziehen. Das würde dann insgesamt mindestens 4-6 Wochen Quarantäne bedeuten.

Ansonsten würd ich dir auch zur Milchmethode raten. Aber keinesfalls aus einem Becken animpfen, indem es vorher zum Massensterben kam. Dann würd ich mir lieber eine gute Bakterienstarterkultur kaufen. Oder eben mehr Zeit einplanen, bis sich die Bakterien "von selbst" bilden. In beiden Fällen hilft die Milch. Milch hat noch den Vorteil, dass du die Wirkung an der Trübung siehst. Anfangs dauert es mehrere Tage, bis die Trübung verschwindet, später nur noch einen Tag bis wenige Stunden.

Edit: guggst du hier und/oder hier.

MfG
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Postby sirius » 23 Oct 2011 10:38
Hallo Volker,

java97 wrote:Wäre dann die Ammoniumcarbonat-Variante nicht die "sauberere"? So käme kein Fett und andere Begleitstoffe ins Wasser sondern nur ein reiner Stoff, der sofort aufgenommen und zu Nitrit-> Nitrat umgebaut werden kann... :?


kann sein, da habe ich aber keine Erfahrung mit....

Gruß Konrad
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Postby kiko » 23 Oct 2011 12:34
hi Volker,
mein Beileid zu der Misere :( , kann dem nachfühlen denn ist mir vor kurzem auch passiert - zwei neue Fische und der Altbestand kippte urplötzlich aus den Latschen. :nosmile:
auskennen tue ich mich dsbzgl. auch nicht, wie man das am besten vermeidet - doch Erwin & die anderen haben dazu ja schon etwas geschrieben. Und ich denke wenn du nur noch 3Fische hast, würde ich die aus dem AQ nehmen und das AQ ein paar Wochen ohne Fischbesatz lassen bevor man neue holt. Denn ich vermute mal was auch immer im Aq den Fischen Probleme bereitet hat, ist ja vielleicht bis dahin mangels Wirt abgestorben (?)
Wenn du jedoch Kies und Pflanzen in das Quarantänebecken übernimmst wirst du etwaige Bakterienstämme oder was auch immer, allerdings mitübernehmen und würde das tendentiell ehr versuchen zu vermeiden.
grüße Olaf-Peter
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Postby Erwin » 23 Oct 2011 14:03
Hallo Volker und alle die es noch interessiert...

Auf folgenden Seiten sind von Ralf Rombach Erfahrungen, Erklärungen und die Vorgehensweise nach einem Massensterben, sowie die Vorgehensweise der Bakterienstammanpassung im Quarantänebecken sehr gut beschrieben.
http://www.scalare-online.de/aquaristik ... erben.html
http://www.scalare-online.de/aquaristik ... taene.html

MfG
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Postby java97 » 23 Oct 2011 20:06
Hallo und danke für die Tipps

Dann habe ich jetzt wohl gerade alles falsch gemacht. Ich habe nämlich das Quarantänebecken und den Filter mit Schlamm aus dem alten Aquarium angeimpft...
Dass ich die restl. 8 Fische nicht herausfangen und in Quarantäne setzen kann, hatte ich ja bereits erläutert.
Eigentlich habe ich aber eher den Verdacht, dass die neuen Fische nicht koscher waren, denn sie bekamen schon nach 2-3 Tagen Hauttrübungen und Verpilzungen, taumelten und starben, hatten teilweise fädigen Stuhl. Wenn ich mich recht entsinne, hatte einer von Anfang an eine sehr leichte Hauttrübung am Rücken, die ich aber nicht als solche erkannt habe. Ich hielt sie für eine natürliche Färbung und erkannte das Problem erst, als sie sich weiter ausbildete und die Schleimhaut begann, sich stellenweise abzulösen.
Ich denke eher, das sie schon infiziert waren und das Übel nicht von meinen Fischen ausging. Ich hatte vorher nie Probleme beim Einsetzen neuer Fische. Die Fische starben auch nicht, wie in dem Artikel beschrieben, innerhalb von 24-48h sondern nach und nach über 1-2 Wochen.
Muss ich jetzt trotzdem das Quarantänebecken reinigen und desinfizieren??
schöne Grüße
Volker
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Postby Erwin » 23 Oct 2011 22:39
Hallo Volker,

ob du musst oder nicht, hängt davon ab ob du es anders riskieren willst.
Die Verhältnismäßigkeit von Aufwand und Fischpreisen spielt da sicher auch eine gewisse Rolle.
Bei höherem Wert ist man womöglich vorsichtiger.
Und wenn es einen schon mal selbst getroffen hat auch.
Letztendlich musst du das für dich selbst entscheiden.

MfG
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