© Chris124 (2014)

Echinodorus schlueteri

Schlüters Froschlöffel

°C
°dKH
Aquarieneignung: ja
Verwendung: Mittelgrund, Nano-Aquarium, Vordergrund Gruppe
Schwierigkeitsgrad: einfach
Wachstum: mittel
Siehe auch: Echinodorus maculatus
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Verbreitung und Fundorte [?]: 

Hybride aus Echinodorus reptilis und E. maculatus; wahrscheinlich keine natürliche Verbreitung, sondern in Kultur entstanden


Höhe: 5 - 20 cm
Breite: 5 - 20 cm

Populärnamen [?]: 
  • Schlüters Froschlöffel
  • Mini-Froschlöffel

Irrtümliche Namen [?]: 
  • Echinodorus aschersonianus
  • Echinodorus cordifolius 'Mini'

Pflanzentyp [?]:

  • Rosette
Botanischer Name [?]: Echinódorus schluéteri Rataj

Großgruppe [?]: Samenpflanzen: Blütenpflanzen (Angiospermen)
Ordnung [?]: Alismatales - Froschlöffelartige
Familie [?]: Alismataceae - Froschlöffelgewächse
Gattung [?]: Echinodorus

Beschreibung: 

Echinodorus schlueteri ist eine nur in Kultur bekannte Echinodorus-Form, die von Karel Rataj 1981 als Art beschrieben wurde. Der Botaniker Jozef Somogyi (Bratislava) hat 2006 nachgewiesen, dass der Name meistens irrtümlich verwendet wird. Demnach ist die Pflanze, die in Deutschland seit den 1980er Jahren "E. schlueteri" genannt wird (z.B. in Kasselmann 2010), nicht identisch mit Ratajs ursprünglichem E. schlueteri. Sie wurde von Somogyi (2006) unter dem Namen Echinodorus maculatus als neue Art beschrieben.

Der hier gemeinte echte Echinodorus schlueteri wird in Rataj (2004) abgebildet. Er ist weniger bekannt als E. maculatus, aber identisch mit der als Echinodorus cordifolius 'Mini' gehandelten Pflanze. Der von Curt Quester vorgestellte "Echinodorus aschersonianus" (siehe auch Kramer 2009) lässt sich kaum vom echten E. schlueteri unterscheiden und kann sicherlich zu diesem gezählt werden.

Eine molekularsystematische Untersuchung hat gezeigt, dass E. schlueteri keine eigenständige Art ist, sondern eine Hybride, deren Elternarten sehr wahrscheinlich E. maculatus und der neu beschriebene Echinodorus reptilis aus dem südlichen Südamerika sind (Lehtonen & Falck 2011). Man müsste die Pflanze also Echinodorus × schlueteri nennen, um sie als Hybride zu kennzeichnen. In dieser Form ist der Name aber noch nicht veröffentlicht worden.

Haynes & Holm-Nielsen (1994) synonymisieren E. schlueteri mit Echinodorus cordifolius. Weil der echte E. schlueteri aber eine Hybride ist, kann er nicht zur Art E. cordifolius gezählt werden.

Submers ist E. schlueteri eine relativ niedrige Pflanze mit einfarbig hell- bis mittelgrünen Blättern. Die Blattspreiten sind länglich- bis breit-eiförmig und haben eine runde bis leicht herzförmige Basis. Im Unterschied zu E. maculatus haben die neu austreibenden Blätter keinerlei braune Fleckenzeichnung. Die Blattstiele sind etwa so lang wie die Blattspreiten.

In der emersen Form kann E. schlueteri bei guter Nährstoffversorgung bis über 30 cm hoch werden. Die emersen Blätter sind eiförmig bis herzförmig, haben eine abgerundete bis sehr kurz zugespitzte Blattspitze und relativ dünne Blattstiele, die teilweise länger als die Blattspreiten sind. Die Blütenstände sind dünn, niederliegend und haben meistens nur ein bis zwei Quirle und keine Verzweigungen. Die Blüten sind langgestielt und haben große, überlappende Kronblätter. Insgesamt hat E. schlueteri als emerse Pflanze viel Ähnlichkeit mit Echinodorus cordifolius und E. maculatus, die aber kräftiger sind und dickere, längere, allerdings ebenfalls niederliegende Blütenstände entwickeln. Sie haben meistens auch in der emersen Form eine rotbraune Fleckenzeichnung auf den austreibenden Blättern, die bei E. schlueteri fehlt. Die dünnen, kriechenden Blütenstände mit sehr wenigen Quirlen hat E. schlueteri mit E. reptilis gemeinsam.

Bei E. schlueteri fällt auf, dass die Wurzeln oft spiralig verdreht sind - nicht nur wenn sie beengt in einem Topf, sondern auch wenn sie in tiefgründigem Boden gewachsen sind.

(Weiteres siehe "Kultur" und "Gestaltung")

Quellen und weiterführende Literatur:
  1. Somogyi, J. (2006): Taxonomic, nomenclatural and chorological notes on several taxa of the genus Echinodorus (Alismataceae). - Biologia (Bratislava) 61: 381–385.
  2. Kasselmann, C. (2010): Aquarienpflanzen. 3. Auflage. - DATZ Aquarienbuch, Ulmer Verlag, Stuttgart.
  3. Rataj, K. (2004): A new revision of the swordplant genus Echinodorus Richard, 1848 (Alismataceae). Aqua (Neu Isenburg), Special Publication No. I.
  4. Quester, C. (2001): Echinodorus aschersonianus Graebner, eine selten kultivierte Schwertpflanze. - Aqua Planta 2-2001: 93-102.
  5. Lehtonen, S. & Falck, D. (2011): Watery Varieties: aquarium plant diversity from aesthetic, commercial, and systematic perspectives. In: Aquino, J. C.: Ornamental Plants: Types, Cultivation and Nutrition. - Nova Science Pub Incorporated, 2011.
  6. Lehtonen, S. (2012): Zwei kürzlich beschriebene Echinodorus-Arten (Alismataceae). - Aqua Planta 2/2012: 44-49.
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