© Sebastian (bakak) (2012)

Calliergonella cuspidata

Spitzblättriges Spießmoos

°C
°dKH
Aquarieneignung: ja
Verwendung: Mittelgrund, Vordergrund Gruppe
Schwierigkeitsgrad: einfach
Wachstum: mittel
Siehe auch: Drepanocladus aduncus , Leptodictyum riparium
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Verfügbarkeit [?]: 
  • selten oder gar nicht im Handel erhältlich

Populärnamen [?]: 
  • Spitzblättriges Spießmoos
  • Spießmoos

Synonyme [?]: 
  • Acrocladium cuspidatum (Hedw.) Lindb.
  • Amblystegium cuspidatum (Hedw.) Mitt.
  • Hypnum cuspidatum Hedw.

Irrtümliche Namen [?]: 
  • Drepanocladus aduncus
  • Leptodictyum riparium

Pflanzentyp [?]:

  • Moos oder Farnprothallium
Botanischer Name [?]: Calliergonélla cuspidáta (Hedw.) Loeske

Großgruppe [?]: Laubmoose (Bryophyta)
Ordnung [?]: Hypnales - Schlafmoosartige
Familie [?]: Hypnaceae - Schlafmoosgewächse
Gattung [?]: Calliergonella

Beschreibung: 

Das Spießmoos, Calliergonella cuspidata, ist fast weltweit in gemäßigten Klimagebieten verbreitet und in Mitteleuropa eine relativ häufige Moosart. Es kommt an sonnigen bis halbschattigen, nährstoff- und basenreichen, mäßig feuchten bis nassen Stellen vor, z.B. in Feuchtwiesen, Gräben, Sümpfen und an Ufern, es wächst aber auch oft als "Unkrautmoos" in Garten- und Parkrasen, besonders wenn der Boden verdichtet ist und zu Staunässe neigt.

Als Aquarienmoos ist Calliergonella cuspidata noch fast unbekannt, aber nach bisherigen Erfahrungen kann es dauerhaft submers kultiviert werden und ist recht schnellwüchsig. Im Handel wird das Spießmoos nicht zu bekommen sein, aber man kann es wildwachsend eventuell buchstäblich vor der eigenen Haustür finden.

Calliergonella cuspidata bildet in der Landform gelbgrüne oder hellgrüne Polster oder Matten aus langen, relativ starren, kriechenden bis aufrechten, verzweigten Trieben, bei denen die Blätter am Trieb-Ende zu einer glänzenden, relativ harten, stechenden Spitze zusammengewickelt sind (daher der Name Spießmoos). Die Blätter sind eiförmig bis lanzettlich. Eine Blatt-Mittelrippe fehlt, doch es kann eine kurze, unscheinbare Doppelrippe vorhanden sein, die besser mit Lupe als mit bloßem Auge erkennbar ist. Die Blattspitze sieht etwas stumpf aus, aber ist kurz zugespitzt. An sonnigen Standorten sind die Stämmchen häufig rötlich gefärbt.

Das Spießmoos hat etwas Ähnlichkeit mit dem Krallen- oder Sichelmoos (Drepanocladus aduncus), das ebenfalls an nassen Stellen und an Ufern, aber eher im flachen Wasser vorkommt. Drepanocladus aduncus unterscheidet sich von C. cuspidata aber durch sichelförmig gebogene, weiche, nicht stechende Triebspitzen, eine dunkler grüne Farbe sowie eine deutliche Blatt-Mittelrippe, die bis über die Mitte des Blatts (aber nicht bis in die Spitze) reicht (mit Lupe zu erkennen). Es gibt weitere eventuell mit Calliergonella cuspidata verwechselbare Moose, z.B. Arten aus der Gattung Calliergon.

Submers wächst das Spießmoos unter schwächerer Beleuchtung strikt aufrecht, und die Triebe sind spärlicher verzweigt und weniger dicht beblättert als in der Landform. Wenn die Lage eines Triebs verändert wird, richtet sich die Spitze bald wieder nach oben aus, und der Trieb wächst "abgeknickt" weiter. Bei intensiver Beleuchtung verzweigt es sich relativ stark mit teilweise schräg aufrecht wachsenden Trieben und sieht dann der Landform ähnlicher.

C. cuspidata kann im Aquarium ähnlich verwendet werden und ist etwa so schnellwüchsig wie das ebenfalls aufrecht wachsende "Stringy-Moos", das unserer Meinung nach zu Drepanocladus aduncus und nicht zu Leptodictyum riparium zählt. Calliergonella ist aber kräftiger, starrer und heller grün gefärbt als dieses. Das Spießmoos kann aufgebunden oder anderweitig befestigt werden, heftet sich aber nicht mit Rhizoiden an der Unterlage fest. Wie eine Stängelpflanze muss es gelegentlich gekürzt und neu befestigt werden.

Insgesamt ist Calliergonella cuspidata recht anspruchslos, entwickelt sich aber am üppigsten bei Starklicht und guter Makronährstoff- und CO2-Versorgung. Tagsüber hängen zwischen den Spießmoos-Trieben oft viele Sauerstoffblasen, wie auch bei Drepanocladus aduncus und Leptodictyum riparium. Das Spitzblättrige Spießmoos ist sowohl für Kaltwasserbecken als auch für normal temperierte Warmwasseraquarien geeignet. Ob es auch dauerhaft in wärmeren Becken (über 26 °C) gut wächst, muss noch getestet werden.

Vielleicht eignet sich dieses Sumpfmoos auch gut für den Übergangsbereich zwischen Wasser- und Landteil in Paludarien und "Wabi-Kusa"-Gestaltungen.

An nassen Gartenteich-Ufern und in Sumpfbeeten lässt sich Calliergonella cuspidata leicht ansiedeln oder taucht häufig bald von selbst auf. Es wächst dort eher oberhalb des Wassers auf feuchter bis nasser Erde und verleiht mit seinen dicken, hellgrünen Matten und Polstern dem Wassergarten eine naturhafte, Sumpfwiesen-artige Note.

Quellen und weiterführende Literatur:
  1. folgt
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