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Postby Hydrophil » 10 Mar 2013 18:22
Hallo zusammen,

ich habe mir vor einiger Zeit ein Pflanze gekauft, die als Hydrocotyle cf. tripartita bezeichnet war. Auf dem Bild waren die Blätter auch ziemlich gelappt.
Nun pflege ich die Pflänzchen schon gute drei Monate bei mir und die Blätter sahen und sehen so aus (von Anfang an):




Sorry, ich bekomm einfach keine besseren Bilder hin.
Der Wuchs ist schon so, wie ich es ungefähr erwartet habe,(außer vielleicht, dass die Internodien recht lang sind, aber das habe ich bisher auf den etwas ungünstigen Platz und das harte Wasser geschoben, trotz 1W/L und guter Düngung), allerdings sind die Blätter eben nur schwach bis fast garnicht gelappt.
Ist das jetzt trotzdem besagte H. cf. tripartita?
Beim stöbern in der Pflanzendatenbank kommt sie mir eher vor wie Hydrocotyle sibthorpioides, deren Blätter sehen fast genauso aus. Auch das eher langsame Wachstum und die mangelnde Neigung, nach unten zu wachsen, würden passen. Was meint ihr?

Als zweiten Kandidaten hab ich noch ein Moos. Anfang November 2012 habe ich im Gewächshaus des Botanischen Gartens in Karlsruhe ein Moos auf dem Boden wachsen sehen. Der Boden war lehmig und sehr feucht, aber das Moos wuchs definitiv emers. Es war auch nicht absichtlich angepflanzt (als eines der Ausstellungsstücke), sondern hatte es sich einfach unter einem höheren Busch bequem gemacht. Aus 2-3 mitgenommenen Trieben hat sich inzwischen ein ansehnliches Polster gebildet, trotz dass es teilweise lange unter überhängenden Stägelpflanzen ziemlich beschattet wurde.



Es ist keine Besondere Wachstumsrichtung zu erkennen, es breitet sich einfach in alle Richtungen aus, mit leichter Neigung dem Licht entgegen.
Irgenwelche Ideen?
Bin gespannt, was ihr zu meinen Waisenkindern zu sagen habt.

Viele Grüße,
Christoph
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Postby Sumpfheini » 10 Mar 2013 18:48
Hallo Christoph,

deinen Verdacht teile ich, die halte ich auch für Hydrocotyle sibthorpioides. A propos Botanischer Garten: im BG Göttingen wächst die emers im Victoriahaus wie die Seuche, schmeißt dort offenbar auch Samen.

Das Moos könnte echtes Leptodictyum riparium sein: pflanzen/Leptodictyum-riparium-einheimische-Form-400.html
aber evtl. gibt es noch andere ähnliche Arten (aus den Tropen eingeschleppt?). Moose aus der Familie Amblystegiaceae gelten allgemein als schwer bestimmbar. Auch im Bot. Garten Göttingen wächst in den Gewächshäusern auf feuchter bis nasser Erde ein Moos, das zumindest äußerlich so aussieht. Häufig mit Sporenkapseln.
Vielleicht gibt es an der Uni Karlsruhe Experten, die das Zeug bestimmen könnten?
Im Botanischen Garten der Universität Bonn hat man mal die Gewächshausmoose erfasst: http://www.jan-peter-frahm.de/Archive/Archive%2037.pdf
- bezeichnenderweise ließen sich viele nicht bis zur Art bestimmen, weil die Herkunft unbekannt ist und viele Gattungen taxonomisch noch nicht auf globaler Basis bearbeitet worden sind (z.B. Vesicularia).

Gruß
Heiko
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Postby Hydrophil » 10 Mar 2013 19:13
Hallo Heiko,

Sumpfheini wrote:Hallo Christoph,

deinen Verdacht teile ich, die halte ich auch für Hydrocotyle sibthorpioides. A propos Botanischer Garten: im BG Göttingen wächst die emers im Victoriahaus wie die Seuche, schmeißt dort offenbar auch Samen.


Na, dann weiß ich jetzt wenigstens, mit wem ich es zu tun habe, auch wenn es nicht genau ist, was ich wollte :roll:

Sumpfheini wrote: Das Moos könnte echtes Leptodictyum riparium sein: pflanzen/Leptodictyum-riparium-einheimische-Form-400.html
aber evtl. gibt es noch andere ähnliche Arten (aus den Tropen eingeschleppt?). Moose aus der Familie Amblystegiaceae gelten allgemein als schwer bestimmbar. Auch im Bot. Garten Göttingen wächst in den Gewächshäusern auf feuchter bis nasser Erde ein Moos, das zumindest äußerlich so aussieht. Häufig mit Sporenkapseln.
Vielleicht gibt es an der Uni Karlsruhe Experten, die das Zeug bestimmen könnten?
Im Botanischen Garten der Universität Bonn hat man mal die Gewächshausmoose erfasst: http://www.jan-peter-frahm.de/Archive/Archive%2037.pdf
- bezeichnenderweise ließen sich viele nicht bis zur Art bestimmen, weil die Herkunft unbekannt ist und viele Gattungen taxonomisch noch nicht auf globaler Basis bearbeitet worden sind (z.B. Vesicularia).

Gruß
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Hmm, glaube nicht, dass es in Ka. einen Moosexperten gibt. Hab ja selbst dort studiert und der letzte (und meines Wissens einzige) Kryptogamenfachmann ist schon vor Jahren in Pension gegangen. Die Biologie in Ka. ist ja eh nicht besonders groß und leider (meiner Meinung nach) wird ja eh fast nur noch auf molekularer Ebene geforscht.
Aber vielleicht kann ich ja bei meinem nächsten Besuch was genaueres herausfinden und auch ein paar Fotos vom emersen Zustand machen. Sporenkapseln waren damals keine zu sehen.
Mir kommt mein Moos jedenfalls "feiner" vor, als auf den Fotos auf deinem Link, auch wenn es vom Aussehen schon ähnlich ist, aber das kann an den Kulturbedingungen liegen. Falls du Interesse hast, kann ich dir mal eine Probe zuschicken.

Vielle Grüße,
Christoph
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Postby Sumpfheini » 10 Mar 2013 23:11
Hallo Christoph,
Hydrophil wrote:Mir kommt mein Moos jedenfalls "feiner" vor, als auf den Fotos auf deinem Link, auch wenn es vom Aussehen schon ähnlich ist, aber das kann an den Kulturbedingungen liegen. Falls du Interesse hast, kann ich dir mal eine Probe zuschicken.
Habe gemerkt, dass L. riparium im Aq. wirklich sehr plastisch ist, bsd. bei wenig Licht können die Triebe sehr dünn und kleinblättrig werden. Aber nicht so strikt aufrecht wachsend und locker beblättert wie das "Stringy Moss" (das meiner Meinung nach Drepanocladus aduncus ist).
Die Triebe auf dem 1. Datenbankfoto hatte ich aus einem Friedhofs-Gießwassser-Betonpott gefischt, das wuchs dort flutend in voller Sonne, auch emers am Rand, dort viel dichter beblättert und stärker verzweigt als submers. Aber man kann sicher nicht ausschließen, dass dein Gewächshausmoos zu einer anderen Art gehört.
Ich komme leider kaum zu Moosbestimmungsversuchen, habe auch keine Literatur über exotischere Arten aus der Gruppe. Das einheimische Leptodictyum riparium ist in der Natur an Bächen, Flüssen, Tümpeln auf Steinen, Holz usw. ziemlich häufig; falls du das findest, könntest du das zum Vergleich unter gleichen Bedingungen zusammen mit dem Gewächshausmoos wachsen lassen.

Gruß
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Postby Hydrophil » 10 Mar 2013 23:45
Sumpfheini wrote:Hallo Christoph,
Das einheimische Leptodictyum riparium ist in der Natur an Bächen, Flüssen, Tümpeln auf Steinen, Holz usw. ziemlich häufig; falls du das findest, könntest du das zum Vergleich unter gleichen Bedingungen zusammen mit dem Gewächshausmoos wachsen lassen.

Gruß
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Hallo Heiko,

werd ich machen, muß es dann nur noch erkennen :-/

Vielen Dank für die Hilfe,

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Postby Sumpfheini » 11 Mar 2013 23:25
Hallo Christoph,
finde gerade meine Standortfotos von dem Moos nicht wieder - emers sieht es meistens so aus wie hier: http://www.swissbryophytes.ch/content/f ... xon_id=516 , im Schatten auch schmächtiger. Mehr oder weniger direkt entlang der Wasserlinie. Häufig auch an und in ziemlich dreckigen, eutrophen Gewässern, zusammen mit Algen, wo man kaum andere Wassermoose findet.

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Postby Hydrophil » 12 Mar 2013 00:10
Hallo Heiko,

ich hab damals leider keine Fotos gemacht, aber wenn ich mich richtig erinnere, wuchsen die emersen Pflanzen eher aufrecht, ähnlich kleinen Tannenbäumchen. Kanns aber nicht beschwören. Werde mich beim nächsten Besuch des Bot. Gartens nochmal genauer damit befassen.
Hab heute im Gewächshaus auf der Arbeit ein sehr hübsches Moos gesehen (emers), das werd ich auch mal im Aquarium ausprobieren. Mache morgen mal ein Foto.

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Postby Hydrophil » 13 Mar 2013 15:03
Hallo nochmal,

hier wie versprochen die Fotos.
Es sind sogar drei Moose, die jetzt einfach mal auf Gedeih und Verderb im Aquarium ausprobiert werden, auch wenn ich mir eher wenig Hoffnung mache, aber versuchen kann man es ja mal.




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Postby Sumpfheini » 14 Mar 2013 13:28
Hallo Christoph,
ok -
beim ersten bin ich mir sicher, Marchantia polymorpha. Die könnte sogar was unter Wasser werden und dann eher dunkelgrüne, transparentere Thalli bilden - ich hatte mal eine Zeitlang Brunnenlebermoos von einem Teichrand im Aq. In der Moosfibel (F. Bitter) ist das ebenfalls unter Wasser kultiviert zu sehen.

Bei #2 kann ich noch nicht mal die Familie sagen. Viele werden vielleicht an Hyophila involuta bzw. "Star Moss" denken, aber es gibt sehr viele Moose, die etwa so aussehen.

#3 ist dein Moos im 1. Thread? OK, sieht wirklich anders aus als im Freiland gewachsenes L. riparium - aber Wuchsbedingungen usw. ... wer weiß.
Falls du Moosproben zum Bestimmen in spe aufheben bzw. herbarisieren möchtest: einfach trocknen, nicht pressen, und in einer Papiertüte, Kuvert o.ä. zusammen mit den Funddaten aufbewahren - aber das wirst du evtl. schon wissen.

Gruß
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Postby Hydrophil » 14 Mar 2013 14:29
Sumpfheini wrote:Hallo Christoph,
ok -
beim ersten bin ich mir sicher, Marchantia polymorpha. Die könnte sogar was unter Wasser werden und dann eher dunkelgrüne, transparentere Thalli bilden - ich hatte mal eine Zeitlang Brunnenlebermoos von einem Teichrand im Aq. In der Moosfibel (F. Bitter) ist das ebenfalls unter Wasser kultiviert zu sehen.


Hallo Heiko,

ja, da bin ich auch herausgekommen. Und der Name lässt ja hoffen, vor allem, wenn du es auch schonmal erfolgreich probiert hast. Warum hast du es dann aufgegeben?

Sumpfheini wrote:Bei #2 kann ich noch nicht mal die Familie sagen. Viele werden vielleicht an Hyophila involuta und "Star Moss" denken, aber es gibt sehr viele Moose, die etwa so aussehen.


Das habe ich beim schnellen Recherchieren auch festgestellt. Mal sehen, ob was draus wird.

Sumpfheini wrote:#3 ist dein Moos im 1. Thread? OK, sieht wirklich anders aus als im Freiland gewachsenes L. riparium - aber Wuchsbedingungen usw. ... wer weiß.


Wenn du damit meinst, ob es dieses Moos ist bzw. vom gleichen Fundort: Nein, ist es nicht, es wuchs bei uns im Gewächshaus auf mäßig feuchter Erde. Es ist aber wohl sicher nichts eingeschlepptes, kann also durchaus sein, dass es trotzdem L. riparium ist. Werde mal beobachten, ob und wie es dann unter Wasser aussieht und dem anderen gleicht.

Sumpfheini wrote:Falls du Moosproben zum Bestimmen in spe aufheben bzw. herbarisieren möchtest: einfach trocknen, nicht pressen, und in einer Papiertüte, Kuvert o.ä. zusammen mit den Funddaten aufbewahren - aber das wirst du evtl. schon wissen.

Gruß
Heiko


Danke, das wusste ich, werde gleich mal welche herbarisieren.
Melde mich wieder, wenn ich absehen kann, wie sich die ganze Sache entwickelt.

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Postby Sumpfheini » 17 Mar 2013 12:37
Hallo Christoph,

Moos Nr. 3: jetzt sehe ich auch, das ist sicher was anderes - polsterbildend, aufrecht, nicht abgeflacht beblättert, während das L. riparium emers ja eher flach und mattenförmig wächst. Glaube ich auch schon öfter gesehen zu haben, aber mit den vielen polsterförmigen 08/15-Moosen kenne ich mich dann doch kaum aus.
Dann mal schauen was es unter Wasser machen wird.

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