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Postby Landratte » 08 Jul 2020 11:43
Hallo liebe Forengemeinde,
eigentlich sollte mein erstes Projekt, welches ich mit euch teilen wollte, ein Paludarium werden. Nun übernehme ich aber ungeplant einen kleinen Schwarm Hemigrammus erythrozonus (Glühlichtsalmler), welchen ich dann auf eine gute Anzahl aufstocken werde. Dafür habe ich besaggtes Aquarium besorgt (80x35x40cm) und möchte es so artgerecht wie möglich einrichten.
Als totaler Aquarienanfänger bitte ich hierbei um eure Hilfe.
Ich weiß, dass die Fische Schwarzwasser bevorzugen, wenn gleich es nicht unbedingt notwendig ist. Ich werde versuchen die Wasserwerte entsprechend "einzustellen" habe jedoch null Erfahrung damit.
Dann weiß ich auch, dass die Tiere verzweigt Bepflanzung bevorzugen und habe mir erst mal grob einige Pflanzen rausgesucht, die ich verwenden möchte:
https://www.aquasabi.de/Myriophyllum-mattogrossense
https://www.aquasabi.de/Myriophyllum-sp-Guyana
https://www.aquasabi.de/Myriophyllum-mattogrossense
https://www.aquasabi.de/Helanthium-bolivianum-Vesuvius
https://www.aquasabi.de/Echinodorus-Green-Chamaeleon-Topf
https://www.aquasabi.de/Hydrocotyle-verticillata
https://www.aquasabi.de/Helanthium-tenellum

Sind denn diese Pflanzen dafür geeignet?
Und was nimmt man am besten als Bodengrund? Soil wegen des pH-Wertes? Ich überlege auch noch CO2 zu verwenden, da muss ich mir dann nur mal eine passende Anlage suchen.

Vielen Dank euch allen schon mal im Vorraus.

Liebe Grüße, Jenny
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Postby Danio nigrum » 08 Jul 2020 16:59
Moin Jenny,

interessante Fische. :smile:
Die stehen auch auf meiner Liste.
Ich kann dir nur weitergeben was ich bis jetzt herausgefunden habe. Mich interessiert das Biotop/Habitat des Fisches.
Deswegen ist der Text etwas biotoplastiger. Hab versucht noch die ein oder andere Sicht mit hinzu zu schreiben.

Biotop = der Fisch und das natürliche Habitat stehen im Vordergrund.
Naturaquarium = Fisch und Pflanzen sind gleichermaßen gewichtet.

Zum einstellen der Wasserwerte: such nach den Wasserwerten deines Wasseranbieters. Ist meist ein PDF. ;)
Dort erfährst du welche Karbonathärte, Gesamthärte und pH-Wert bei dir vorliegt. Wichtiger Ausgangspunkt für alles weitere.

Zum Thema Schwarzwasser: Gerbstoffe(Tannine) und Huminstoffe sind hauptsächlich für die Färbung/Trübung zuständig. Also grob gesagt: Zersetzung und Ausfärbung von biologischem Material.

Ein zwei Sätze zum Thema Botanicals und Wasserfärbung:
Holz kann ausfärben, Morkienholz, Mopaniholz, etc. Laubblätter oder Rinde ebenfalls. Bodengründe wie Torf oder Humus auch. Botanicals(Samen, Fruchtkörper, Hülsen, Schalen, Stengel, etc) färben auch aus. Es gibt auch flüssige oder pulverförmige Huminpräparate die färben.
tanninaquatics - gute Inspirationsquelle, guter Einstieg welche Botanicals, sehr guter Blog! Absolute Bereicherung für Biotopaquaristik.
bizzare nature - terrariengeeignete Botanicals, klappen teilweise auch im Aquarium. Alles was absinkt.
Botanicals gibts auch bei deutschen OnlineShops, im Fachhandel(auch abseits der Aquaristik) hab ich es noch nicht gefunden.
Das Aus- bzw Einfärben an sich, beeinflusst nicht den pH-Wert. Außer es wird explizit darauf hingewiesen.

In der Aquaristik, soweit ich herausfinden konnte gibt es ein-elf Wege den pH-Wert zu senken oder zu stabilisieren:
Torf-, Weidenrinden- oder Soilfilterung
chemische Zusätze(halt ich wenig von)
Osmoseanlage um die dKH auf n zu senken(oder du hast bereits sehr gutes Ausgangswasser mit 2-4°dKH z. Bsp.)
CO2 Anlage um den pH-Wert konstant zu halten

Der CO2-Gehalt, die dKH und der pH-Wert hängen unmittelbar zusammen. siehe CO2 Tabellen z. Bsp.

Glühlichtsalmler Anlaufadressen:
seriouslyfish, aquarium-ratgeber, aquarium guide, fischlexikon
Ich mag seriouslyfish, und daran orientier ich mich. Die deutschen Seiten haben auch Mehrwert. Nur nochmal dazwischen geschoben. Kennst wahrscheinlich ein, zwei oder alle.

Pflanzen
Der Glühlichtsalmler mag gedämpftes Licht. Sprich, du wirst keine 6000 Lumen mit 100% drüberballern.
Daran sollte sich deine Pflanzenauswahl orientieren wenn du ihm ein Biotopaquarium spendieren möchtest.
Wenn du ein Naturaquarium bevorzugst dann ist die Pflanzenauswahl egal. Solange du dem Fisch schattige Bereiche anbietest. Schwimmpflanzen, Hardscape, die berühmte dichte Randbepflanzung etc.
Myriophyllum "Guyana", Helanthium tenellum sollten auch bei mittlerem Licht klappen.
Eleocharis acicularis und montevidensis könnten bzw sollten auch klappen.

Der Wassernabel ist eher eine Schwimmpflanze und könnte als Schattenspender funktionieren. Benötigt allerdings viel Licht.
Vesuvius und mattogrossense benötigen viel Licht.
Echinodorus weiß ich nicht. Würde ich aber eher bei mittel bis starkes Licht einordnen?

Du könntest darüber nachdenken dass du schattigere Bereiche über Hardscape schaffst.
Oder eine Spotbeleuchtung in Betracht ziehst, wodurch du auch lichthungrigere Pflanzen problemlos halten könntest. <-- falls du biotopähnliches bevorzugst und trotzdem eine spezielle Pflanze halten magst.
Worüber du nachdenken kannst ist eine Beleuchtung die einen Tages-/Jahresverlauf des Biotops mit Wolkenbildung imitiert. Gibt es ein zwei Anbieter. Kostet aber auch nen bissl was. Ist allerdings nen nettes Feature.

Gibts denn schon eine Beleuchtung?

Im Biotop sind meist keine oder nur 1, vielleicht unter guten Umständen 2 verschiedene Pflanzen zu finden. Überflutete Wiesen oder Urwaldlichtungen bieten mehr Vegetation. Logisch. Dort ballert aber auch die Sonne rein wenn se nicht hinter Wolken versteckt ist.

Für ein Naturaquarium kannst du natürlich alle Pflanzen benutzen die du verwenden magst. Solltest aber trotzdem daran denken dass der Fisch nicht zu kurz kommt.


Bodengrund wäre eigentlich Dreck, Erdboden, zersetzes organisches Material, Blätter, Holz, Sand.
Du kannst Soil benutzen. Du kannst Sand benutzen. Du kannst ein Gemisch aus Sand und Humus/Torf benutzen. Du kannst einen Nährboden benutzen. Du kannst dir den Bodengrund selber anmischen. Da ist alles möglich was du magst.
Auf aufhärtende Bodengründe solltest du allerdings achten wenn du einen leicht sauren pH-Wert anstrebst.
Gleiche gilt übrigens für Steine, falls du welche einsetzen magst.
Es kommt darauf an was du genau umsetzen magst. Alle Bodengründe haben Vor- und Nachteile.


Soweit so gut, ich hoffe du kannst davon irgendetwas mitnehmen. Ich verfolg den Thread auf jedenfall weiter und antworte dir auch gern, wobei ich auch hoffe das andere sich zu Wort melden werden. :lol:
Nimm bitte nur das mit was du selber auch so siehst oder du für dich vertreten kannst.


Viele Grüße
Florian
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Last edited by Danio nigrum on 08 Jul 2020 18:25, edited 1 time in total.
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Postby Landratte » 08 Jul 2020 17:38
Wow, das war sehr ausführlich. Vielen Dank für die Antwort.
Ich komme ja eigentlich aus der Terraristik und versuche da auch möglichst habitatgetreu zu arbeiten und das ist schon schwierig. In der Aquaristik scheint das ja schon fast unmöglich zu sein.
Da ich noch dazu bisher kein Aquarium habe denke ich, dass es für den Einstieg am besten ist mit einem Naturaquarium zu starten.
Für die Wasserwerte habe ich glücklicherweise auf Grund meines Terraristik-Hintergrundes schon eine vernünftige Osmoseanlage zu Hause. Die hilft dann schon mal bei den Wasserwerten. Wir haben hier in Berlin ja leider sehr hartes Wasser.

Zur Beleuchtung und Bepflanzung:
Ich habe der Einfachheit halber ein Becken mit integrierter LED-Beleuchtung in der Abdeckung angeschafft. Eigentlich sollte das Becken nur für den Übergang herhalten und die Fische sollten ins Paludarium einziehen aber dort werde ich ihnen vermutlich nicht gerecht werden können. Die Beleuchtung ist jetzt nicht extrem hell aber vielleicht ein klein bisschen zu stark. Deswegen die Idee mit Hilfe des Wassernabels für Schatten zu sorgen.

Bodengrund:
Organisches, zersetztes Material ist mir sogar lieber als Soil, da es mir natürlicher vorkommt, beim Soil dachte ich da eher an die Pflanzen und deren Wachstum. Wahrscheinlich werde ich dann am besten Sand mit Weißtorf mischen und dann bestenfalls noch etwas Laub dazugeben. In ihrem derzeitigen Becken ist auch Sand enthalten. Ich denke es ist dann ganz schlau den direkt zu verwenden, zwecks Bakterien.

Einrichtung:
Mit Steinen möchte ich mich in dem Fall zurück halten. Mein Wunsch ist es mit Hilfe der Bepflanzung für Rückzugsmöglichkeiten zu sorgen und gleichzeitig Schwimmraum zu lassen. Also im vorderen Bereich nur flache Bepflanzung. Gefühlt würden mir größere Steine in dem kleinen Becken zu viel Platz nehmen. Es kommt mir sowieso schon winzig vor aber die Ganze Wohnung ist voller Terrarien und Paludarien, so dass mehr Platz leider nicht ist.
Also Pflanzen, Bodengrund aus Torf, Sand und Laub und eine Wurzel sind der Plan.

Liebe Grüße, Jenny
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Postby Danio nigrum » 08 Jul 2020 19:32
Moin Jenny,

man kann dem Habitat schon sehr nahe kommen, geht dafür aber Kompromisse ein. :smile:
biotope-aquarium durch die Jahre navigieren, all4aquarium durch die Jahre navigieren, AGA durch die Jahre navigieren und dort die Kategorie Biotope auswählen, als kleinere Beispiele oder Inspiration.

Es gibt einige Ansätze in der Biotopaquaristik, die auch mit Aquascaping vergleichbar sind und bei mir einen stärkeren Eindruck hinterlassen haben.
Ästethik ist in allen Bereichen der Aquaristik vorhanden wenn man es möchte. Sind meist Hybriden oder wirklich gute Imitate oder persönliche Präferenz. Jeder hat natürlich seine eigene Sicht.

Martins Fische zeigt auch eine Richtung wie man eher auf den Fisch eingeht als auf die Pflanze. Und seine Aquarien sehen auch okay aus.

Seltsamerweise kommen viele auf den Trichter mit Soil. Dabei gibt es viele Ansätze wie man ein Aquarium(für Pflanzen) betreiben kann. Viele Hollandaquarien gehen über Nährböden. Sand-Humus-Torfgemische. Oder Nährstoffdepotböden. Walstad geht über gesiebte Muttererde? Es gibt soviele Ansätze wie man den Bodengrund aufbauen kann.
Soil ist nur ein Weg von ganz vielen unterschiedlichen.

Zum Thema Bakterien und Sand: Ob und wieviele Bakterien im Bodengrund enthalten sind kommt immer auf den Bodengrundaufbau(wie porös und somit groß ist die Siedlungsfläche für Bakterien) und die Höhe an. Sand und Kies haben im Vergleich glatte Oberflächen.
Du kannst den Sand verwenden und dort werden auch Bakterienstämme drin sein. Ich persönlich würd ihn trotzdem entmulmen. Und vorher schauen ob da eventuell Schädlinge im vorherigen Becken waren. Vorsicht ist besser als Nachsicht.
Auch im Wasser des alten Beckens sind Bakterienstämme. Gleiche, bzw. den Hauptteil der Bakterien findest du dort, gilt für den Filter. Aber das weißt sicher durch deine Paludarien.
Bzw. könntest über deine Paludarien das Aquarium einfahren.

Wenn du Angst wegen den Bakterien hast, dann kannst auch über Filterstartbakterien das Wasser oder den Filter animpfen. Verteilst über die ersten 2 Wochen immer mal nen Spritzer nachm Wasserwechsel und du wirst dabei wenig bis keine Probleme erwarten dürfen.
Impft man das Wasser im Paludarium auch an?
Ist ne blöde Frage, aber wenn ich einmal die Chance hab... :D

Gehst du über nen Außenfilter?
Wäre denkbar wenn du das Becken bereits zu klein findest. :D
Ich find die 80'er StandardBecken durch die geringe Tiefe auch sehr klein.

Becken stellst dann hier bei flowgrow vor? :bier:


Viele Grüße
Florian

Tante Edit erinnert sich:
Wieviel Lumen hat denn deine LED Lampe? Und welches Farbspektrum?
und nochmal Edit:
Wegen Einrichtungsbeispielen Paludarium, Süamerika Biotop Workshop, Walstad Variante oder von all4aquarium nen eher Naturaqurium. Sind unterschiedlichste Herangehensweisen. ;)
Gibt natürlich noch weitere Beispiele, aber das waren die die ich als schnellstes zur Hand hatte.
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Last edited by Danio nigrum on 08 Jul 2020 19:53, edited 3 times in total.
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Postby Landratte » 08 Jul 2020 19:48
Das Paludarium läuft über Mattenfilter (Mattenwürfel hinter einer Rückwand) und läuft so seit mittlerweile 7 Jahre sehr sehr wartungsarm. Die Wasserwerte waren immer gut, ohne das großartige Wasserwechsel nötig waren. Meist haben wir nur nachgefüllt. Nun muss es dringend mal geleert werden, da der Übergang vom Land zum Wasserteil undicht geworden ist.
Das Becken ist aber auch wesentlich größer, es misst (rein der Wasserteil) 160x60x40cm.
Angeimpft wurde das Becken damals nicht.

Ich bin gerade echt wegen der Größe unschlüssig. Das Alte Paludarium wird nach Trockenlegung umgebaut und soll eine Art Bachufer werden. Der Plan war dort Tribolonotus gracilis (Buschkrokodil/Orangeaugenhelmskink) einzusetzen aber irgendwie habe ich Bock auf was anderes Zwecks Gestaltung. So ganz ohne Rückwand am Landteil und nur sehr flaches Wasser, Uferregion halt. Das wird also nichts für die Fische.

Nun warte ich aber seit Monaten auf die Lieferung eines bestellten Paludariums für meinen Ptychozoon kuhlii (Faltengecko) der derzeit noch im alten Becken wohnt. Das ganze sollte halt habitatsgetreu werden (Malaysia) und dementsprechend im Wasserteil andere Fische beherbergen.
Da der Wasserteil aber von der Größe her deutlich ansprechender ist (120x65x40cm mit leichtem Panorama) überlege ich umzuschwenken und diesen für die Salmler zu gestalten.
Der Vorteil ist, dass das Licht von weiter oben kommt und dadurch schon abgeschwächt wird. Und durch die größere Grundfläche wäre es mir möglich im hinteren Bereich dunklere, zugewachsene Rückzugsmöglichkeiten anzubieten, während im vorderen Bereich noch genug Fläche zum Schwimmen bleibt.
Wäre also auch ein guter Plan (abgesehen von der Sache mit dem Habitat), vorrausgesetzt, dass mein Aquarien- und Terrarienbauer endlich liefert.

Alles ein wenige kompliziert momentan. Auf jeden Fall werde ich das Forum auf dem laufenden halten.
Jetzt schaue ich mir erstmal die Biotop-Aquarien an.

LG Jenny
Liebe Grüße, Jenny
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Postby Lixa » 09 Jul 2020 08:53
Landratte wrote:Ich weiß, dass die Fische Schwarzwasser bevorzugen, wenn gleich es nicht unbedingt notwendig ist. Ich werde versuchen die Wasserwerte entsprechend "einzustellen" habe jedoch null Erfahrung damit.
Dann weiß ich auch, dass die Tiere verzweigt Bepflanzung bevorzugen und habe mir erst mal grob einige Pflanzen rausgesucht, die ich verwenden möchte:
https://www.aquasabi.de/Myriophyllum-mattogrossense
https://www.aquasabi.de/Myriophyllum-sp-Guyana
https://www.aquasabi.de/Myriophyllum-mattogrossense
https://www.aquasabi.de/Helanthium-bolivianum-Vesuvius
https://www.aquasabi.de/Echinodorus-Green-Chamaeleon-Topf
https://www.aquasabi.de/Hydrocotyle-verticillata
https://www.aquasabi.de/Helanthium-tenellum


https://www.aquasabi.de/Hydrocotyle-leucocephala ist eine Alternative zu https://www.aquasabi.de/Hydrocotyle-verticillata. Als Schwimmpflanze müssten beide sehr gut gehen.
Ebenfalls eine gute Schwimmpflanze, dann auch zuverlässig blaulila blühend: https://www.aquasabi.de/Heteranthera-zosterifolia
Wenn du eine schwimmende Insel möchtest, kann Riccia fluitans so etwas bilden und es formt zusammen mit Wassernabel eine Dichte Schicht.

So, nun ist das Licht unten viel gedämpfter :) und dort wachsen Eleocharis, Pfeilkraut, Nixkraut, Quellmoos und andere Moose. Eleocharis klettert bei mir in wenig Licht allerdings nach oben, ebenso das Pfeilkraut. Das Sichelzahnmoos bildete bei mir auch unter geringerem Licht grasartige dichte Polster.
Myriophyllum ist eine gute Idee und du könntest einen Lichtkreis in die Schwimmpflanzen schneiden um sie hervorzuheben und auch ausreichend mit Licht zu versorgen.
Strukturieren kannst du mit Moorkienholz, das ebenfalls das Wasser färbt.

Zum Boden: Fotos des Essequibo zeigen oft einen beigefarbenen Sand und viele Bäume am Ufer, bewachsene Inseln. Zusammen mit Laub und Osmose mit Torf-Zusätzen wärest du wahrscheinlich sehr schnell sehr nah an der Natur dran. Das braune Wasser schluckt zusätzlich viel Licht, sodass der belaubte Boden noch dunkler wirkt.

Mit den starken Huminzusätzen darfst du, wenn überhaupt, nur extrem sparsam düngen. Ein Bekannter machte diese Erfahrung. Wassernabel zeigen Mängel ganz gut an und Hetheranthera ebenfalls, wobei letztere weniger robust gegenüber Mängeln ist.

Viele Grüße

Alicia
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Postby Landratte » 11 Jul 2020 07:17
Danke auch an dich Alicia, für deine Ausführliche Antwort.

Ich werde es jetzt so machen, dass die Fische erstmal Übergangsweise in das 80cm Becken kommen. Ihr derzeitiges Becken muss dringend geleert werden. Danach kommen Sie in eines der geplanten Paludarien. Leider meldet sich unser Aquarien- und Terrarienbauer nicht mehr. Er sollte Anfang Juni das 120x65x140cm (40cm Wassereinfüllhöhe) liefern. Da wäre jetzt der Kompromiss oben Südostasien, unten Guyana.

Alternativ wäre ein vorhandenes 160x60x140 Paludarium (wo die Fische jetzt erstmal raus müssen, allerdings ist die Wassereinfüllhöhe nicht mehr so groß. Deswegen müssen sie jetzt auch bald raus. Das wollte ich allerdings so einrichten, dass es rechts und links Ufer hat. Ich weiß nicht ob eine Einfüllhöhe von 30cm reicht. reiner Wasserteil wäre dann so in etwa 90x60x30cm würde ich denken. Der Vorteil von dem Becken wäre halt, dass ich da das Biotop besser nachbilden könnte (auch an Land), dann wäre es für mich stimmiger.

Was würdet ihr tun? Ich weiß, ist eine schwierige Frage.

LG Jenny
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Postby Danio nigrum » 11 Jul 2020 10:57
Moin Jenny,

alle Varianten sind laut Quellen ausreichend.
Bei Glühlichtsalmlern werden großteils 60cm Kantenlänge angegeben. Selbst BMEL sagt, 60cm wären ausreichend. Find ich zwar bei der Größe der Tiere etwas gering aber es gibt auch Angaben die den Tieren 80cm zusprechen.
Hab mal gelesen: Wenn xyz cm dasteht, nimm lieber das nächstgrößere Standardbecken.
Beispiel: wenn 60cm, dann 80cm nehmen.

Besatzdichte, Besatzdichte 2
Aquarium2l pro 1cm Fisch/10l1,5l pro 1cm Fisch/7,5l150cm2 pro Fisch
80cm, 112l11 Tiere14 Tiere18 Tiere
90cm, 162l16 Tiere21 Tiere36 Tiere
160cm, 288l28 Tiere38 Tiere64 Tiere

Soweit zu der Größe. Bin von einer Endgröße von 5cm ausgegangen. Alle Angaben ohne Gewähr. Im Fachhandel beraten lassen.

Ob das nun 30cm oder 40cm Wasserstand sind, ist dem Tier egal. Besser wären wahrscheinlich die 40cm. In der Natur lebt er auch in unterschiedlichen Wasserhöhen. Meist in Nebenarmen/Bächen in der Nähe des überbeschatteten Ufers. Wenn 60cm als Kantenlänge angegeben werden dann hat das Aquarium meist 30 oder 35cm Kantenhöhe. Er soll größtenteils an der Wasseroberfläche schwimmen.

Deine abschließende Frage mag ich nicht beantworten, da es dein Wohnzimmer ist. Ob du Habitate miteinander mischst oder lieber regional bleibst ist deine/eure Entscheidung. Dazu kommen Überlegungen ob die Terratiere ins Wasser gehen und Fische Beute sind, etc.

Das 80'er als Übergangsaquarium zu nutzen macht durchaus Sinn. Du könntest die Salmler allerdings auch dauerhaft im 80'er halten. Alles möglich. :smile:


Viele Grüße
Florian
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Postby Landratte » 15 Jul 2020 18:19
Soooo, die Entscheidung ist gefallen. Das 150x60x60cm große Aquarium soll es werden. Wir beginnen gerade mit dem Bau und die Pflanzen sind auf dem Weg. Wir haben gerade schon 70kg Lavasteine gekauft, Bodengrund ist da, eine Pumpe und die Filtermatte. Der Einrichtungsbericht folgt in einem extra Thema.
Vielen Dank für Eure Hilfe, ich freue mich, wenn ihr auch im neuen Beitrag dabei seit.
So ganz Biotopaquarium wird es leider nicht aber ich denke ganz gut wird es schon werden.
Liebe Grüße, Jenny
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Postby Landratte » 25 Jul 2020 19:55
Hier geht es mit dem eingerichteten Becken weiter:
Schwarzwasser Paludarium
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