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Postby bocap » 06 May 2013 19:28
Hallo zusammen,

ich brauche bitte mal eure Hilfe bei der Bestimmung dieser Algen. Ich tue mich da momentan noch was schwer:
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19969
19968
Anfänglich als ich diese Algen das erste mal vor ein paar Tagen auf meiner Wurzel entdeckte war ich mir absolut sicher, dass es Pinselalgen sind. Nachdem ich Arams "Algenratgeber reloades 2012" gelesen habe habe ich mich in meiner Annahme noch bestätigt gefühlt.
Heute habe ich mir Isopropanol gekauft und mal ein paar von den Teilen von der Wurzel entfernt und darin eingelegt. Da sie nicht wie erwartet rot wurden - auch nicht noch fast zwei Stunden - können es doch eigentlich keine Pinselalgen sein, oder?

Mittlerweile denke ich eher das es Kieselalgen sind, oder?

Gruß
Sascha
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Postby bocap » 07 May 2013 13:08
Hallo,

na weis den keiner was das für Algen sind??
Ich bin mir da echt nicht sicher...

Gruß
Sascha
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Postby Tobias Coring » 07 May 2013 14:03
Hi Sascha,

ich würde auf "frisches Aquarium" tippen und in dem Zusammenhang die ersten auftretenden "Kieselalgen".

So bald Wirbellose ins Becken einziehen sind die Algen innerhalb von 24h weg.
Herzliche Grüße aus Braunschweig,

Tobias

Bitte sendet mir keine geschäftlichen Anfragen als private Nachricht.
Gerne helfen wir dir telefonisch unter +49 531 2086358 (Mo.–Fr. 9–17 Uhr) oder per E-Mail unter huhu@aquasabi.de weiter.

Lass es wachsen!

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Postby Ben G. » 07 May 2013 14:17
Hallo,

du hast dir da was „nettes“ eingefangen.

Dass die keiner kennt, liegt daran, dass die bisher noch nicht allzu häufig in Aquarien anzutreffen ist und wenn, fast nie richtig bestimmt wird – wird meistens für eine Rotalge oder irgendeine fadenbildende Kieselalge gehalten.

Sind aber Cyanos aus der Gattung Scytonema. Und um dir nichts vorzumachen, die sind kaum umzubringen. Solche Dinge wie Lichtentzug kannst du hier vergessen. Die überleben z. B. sogar eine monatelange Austrocknung.

Das wird ein harter und langer Kampf werden.

Gruß und Beileid
Ben G.
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Postby bocap » 07 May 2013 19:36
Hallo Tobi,
Hallo Ben,

danke für eure Antworten, obwohl mir die von Tobi gereicht hätte! :D
Ben, woran machst du deine Aussage fest? Bist du dir 100% sicher? Ich habe über die Alge wenig, bis garnichts Brauchbares bei Tante Google gefunden. Weist wo ich mehr Informationen herbekommen könnte?
Das Becken läuft ja erst seit 10 Tagen. Mit Kieselalgen hätte ich ja gerechnet, aber mit so was nicht. Meinst du, dass eine Chance besteht, dass sich das mit stabilisierender Mikroflora von alleine regelt? Ansonsten helfen da Garnelen??

Viele Grüße
Sascha
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Postby nik » 07 May 2013 20:23
Hallo Hartmut,

so eine Killeralge konnte ich schon mal bei mir im Aquarium mit meinem Nah-/Fernmikroskopblick sicher bestimmen! ;)
318731863185

Keine Ahnung wo der gute Anonymus Ben G. mal wieder seine Sicherheit her nimmt. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ist es das frische Becken und irgendeine Kieselalge - und dann ist schon alles notwendige zu der gesagt.
Garnelen hatten wir schon mal, wenn du eh Garnelen einsetzen willst, dann gönne dir das Spässje.

Gruß, Nik
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Postby Biotoecus » 07 May 2013 20:37
Hi,

Ben G. wrote:Hallo,

du hast dir da was „nettes“ eingefangen.

Dass die keiner kennt, liegt daran, dass die bisher noch nicht allzu häufig in Aquarien anzutreffen ist und wenn, fast nie richtig bestimmt wird – wird meistens für eine Rotalge oder irgendeine fadenbildende Kieselalge gehalten.

Sind aber Cyanos aus der Gattung Scytonema. Und um dir nichts vorzumachen, die sind kaum umzubringen. Solche Dinge wie Lichtentzug kannst du hier vergessen. Die überleben z. B. sogar eine monatelange Austrocknung.

Das wird ein harter und langer Kampf werden.

Gruß und Beileid



Oh je, völlig vorbei.

Gruß und Beileid.
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Postby bocap » 07 May 2013 20:53
Naben Leute,

puh danke. Hab mir schon ein wenig sorgen gemacht.
Also einfach Füße still halten und abwarten.
Ich dünge einfach ganz normal weiter und gebe der Mikroflora ihr Zeit.
Werde von Zeit zu Zeit in meinem Beckenthread berichten wie es läuft.

@Nik
Nee du Garnelen will ich eigentlich überhaupt nicht. Ehrlich gesagt bin ich einfach nur ziemlich ungeduldig. Vor allem was Algen angeht. Da ginge es mit Garnelen wahrscheinlich was schneller. Aber das beseitigt ja nicht das Problem als solchen.

Danke nochmal!
Sascha
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Postby Ben G. » 07 May 2013 21:39
@Sascha:

Die Zeit wird zeigen, ob ich richtig liege oder nicht. Bin mir da aber schon ziemlich sicher, sonst hätte ich das nicht geschrieben.

Diese Cyanos sind auch nicht irgendein Exot, sondern auch hier zu Lande heimisch. In der Natur kommen die gar nicht so selten vor, nur halt in Aquarien nicht so oft – jedenfalls bisher. Wird umgangssprachlich auch als „Lederfaden“ bezeichnet.

Etwas bekannter ist z. B. Scytonema myochrous (das „Mäusefell“). Diese Art bildet diese schwarzen Überzüge an feuchten Felsen („Tintenstriche“).

Nur ob es nicht auch Cyanos der Gattung Tolypothrix (der „Knäuelfaden“) sein könnten, habe ich eine Weile überlegt. Diese Gattung umfaßt rund 20 Arten. Konkret hatte ich an Tolypothrix lanata gedacht. Die bildet in stehenden Gewässern schwarze, büschelige, bis 2 cm lange Lager.

Ob erstere oder zuletzt genannte ist aber auch schon „wurscht“ - letztere gehört ebenfalls zur Familie der Scytonemataceae und ist auch nicht viel einfacher zu bekämpfen.

Was z. B. nicht hilft, kann ich dir schon mal sagen. „Easy Carbo“ hilft nichts, selbst wenn Du das extrem überdosierst. „Alg Exit“ und „Blue Exit“ u. ä. helfen auch nichts. Fische, Schnecken u. Garnelen meiden diese Alge mindestens so, wie die für Aquarien typischeren Oscillatoria agardhii, - sancta, -lacustris und -redekii (die blaugrünen).

Hoffe, du berichtest immer wieder mal, wie sich das entwickelt – egal in welche Richtung.

Gruß
Ben G.
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Postby bocap » 07 May 2013 21:48
Hallo Ben,

danke für deine Erklärung.
Woher weist du so viel über - vor allem diese - Algen?
Beschäftigst du dich näher damit?

Gruß
Sascha
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Postby Biotoecus » 07 May 2013 22:05
Moin,

Ben hat Dir nun die Scytonema Art identifiziert.
Aus den über 200 Arten hat er direkt eben diese herausklamüsern können.

Hut ab.

Wobei er ja irgendwie nun schwankt und sich gar nicht mehr so sicher ist.......

Aber ist ja auch egal, Du hast ne fundierte Antwort und weisst nun, dass nix hilft gegen die Algen die nicht wirklich bestimmt wurden.
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Postby nik » 08 May 2013 09:09
Hallo Hartmut,

um das mal abzuschließen, von dem User "Ben G.", an seiner Stelle wäre ich übrigens auch anonym unterwegs, kannst du die allerdollsten Erklärungen haben. Die haben nur einen kleinen Schönheitsfehler, sie passen zu oft nicht zum Problem. Selbstverständlich lässt sich das Szenario nicht in Gänze ausschließen, grundsätzlich schließe ich aber sowieso schon sehr wenig aus. Der User stößt mir aber nicht das erste mal sauer auf und ich recherchiere den Quark nicht mal mehr. Er braucht noch eine Weile bis er er den Wert seiner überkandidelten Ausführungen erkennt. Das läuft zu sehr nach dem Schema, aber ich habe was anderes ganz toll gewusst. Von der unseriösen, Sicherheit reklamierenden Anmaßung seiner Telealgen-/-cyanobakterienbestimmung mal ganz zu schweigen.

bocap wrote:Nee du Garnelen will ich eigentlich überhaupt nicht. Ehrlich gesagt bin ich einfach nur ziemlich ungeduldig. Vor allem was Algen angeht.

Kieselalgen sind ein temporäres, ästhetisches Problem. Die eine Abhängigkeit zur Kieselsäure zeigt sich dadurch, dass die sich durch entkieseltes Wasser vollständig vermeiden lassen. Die andere Abhängigkeit ist viel interessanter, denn Kieselalgen zeigen recht deutlich ihre Abhängigkeit vom Biofilm. Das ist einigermaßen unabhängig von der Menge Kieselsäure im Ausgangswasser. In D hat es davon allgemein eher üppig in den Leitungswässern. Auch wenn die Kieselalgen den optischen Höhepunkt überschritten haben, auf meinen Bildern kann man schon sehen, dass das ziemliche Formen annehmen kann, lässt sich besonders auf dem Sand der Zustand prima ablesen. Auch wenn das "Gewölle" rum ist, ist die Sandoberfläche mehr oder weniger bräunlich und Kieselalgen präsent. Das lässt sich sehr gut an bewegtem Sand mit dann frischer Farbe im Vergleich sehen. Diese Braunfärbung des Sandes lässt nur mit der Zeit nach und geht so langsam von statten, dass ich z.B. üblicherweise nicht mehr bemerke, wenn sie dann tatsächlich verschwunden sind. Hier habe ich auch reichlich Kieselsäure im Leitungswasser, aber auch die Möglichkeit zur Reinstwassererzeugung. In den Trinkwasseranalysen wird sie meist als Kieselsäure(SiO2) ausgewiesen.
Verfärbungen des Sandes sind auch anderweitig möglich. Taugt alles nicht. Wenn das Becken reif ist, dann ist farblich kaum noch ein Unterschied festzustellen ob der Sand gerührt ist oder nicht. Ein gepflegter Sand verfärbt sich etwas in den oberen 1-2 cm, an der Scheibe durch die Lichteinwirkung mehr. Darunter tut sich allenfalls im Wurzelbereich etwas - und wenn Wurzelreste im Sand verbleiben. Letzteres ist unerwünscht und sollte vermieden werden. Mein erstes Sandbecken, mit Schichtdicken von 6 - 20cm, habe ich nach 10 Jahren Betrieb aufgelöst. Es hat mich schon beeindruckt wie frisch der Sand aus den unteren Schichten war, wie neu. Mein letztes Becken habe ich mit Höhen von 2-5cm eingerichtet, das reicht.

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Postby bocap » 08 May 2013 09:41
Hallo Nik,

Die andere Abhängigkeit ist viel interessanter, denn Kieselalgen zeigen recht deutlich ihre Abhängigkeit vom Biofilm.

Kannst du das mal genauer ausführen. Der Zusammenhang würde mich sehr interessieren.
Danke.

Gruß
Sascha
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Postby kurt » 08 May 2013 11:01
Hallo zusammen,

bocap wrote: ich brauche bitte mal eure Hilfe bei der Bestimmung dieser Algen. Ich tue mich da momentan noch was schwer:

@ Sascha,
das ist Allgemein so…

Ich erkenne ein noch nicht stabilisiertes Becken mit einem Sammelsurium von Algen.
Welche gerade Dominant sind/werden kann sich schnell ändern.
Genaues Bestimmen ist oft nur Mikroskopisch möglich!
Also einfach Füße still halten und abwarten.
Ich dünge einfach ganz normal weiter und gebe der Mikroflora ihr Zeit.

so verkehrt liegst du da nicht…

Wenn Grundregeln (dazu gehört auch die richtige Düngung)
eingehalten werden stabilisiert sich das Becken.
Der passende Biofilm wird sich auch einfinden.
Zeitraum, evtl. Monate und länger (je nach Bedingungen).
Ein gutes Zeichen wäre die Dominanz Richtung Grünalgen,
andere Algen sind dann so gut wie nicht mehr sichtbar!
Dann kann man zum Fein Tuning übergehen und die Grünalgen mit passender Düngung in den kaum sichtbaren Bereich zurückdrängen.

Nutze den Zeitraum beim stabilisieren des Aquarienmilieus zum Beobachten…
Bedenke auch dass ein Aquarium kein Selbstläufer ist, der Pflegeaufwand wird oft unterschätzt!
Das bezieht sich auf ein schön gestaltetes und funktionierendes Becken.

Einfacher… ein ungepflegtes Aquarium, aber wer hat schon Spaß daran? :pfeifen:
Gruß Kurt
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Postby bocap » 08 May 2013 11:40
Mahlzeit Kurt!

Danke das auch du dich zu dem Thema meldest.
Ich habe auch schon einige Beiträge von dir gelesen und finde die Art und Weise deiner Herangehensweise auch sehr Interessant.

Nutze den Zeitraum beim stabilisieren des Aquarienmilieus zum Beobachten…

Genau darum geht es mir auch. Ich möchte ein möglichst einfaches, nachvollziehbares Setup haben, an dem ich beobachten und vor allem gewisse Zusammenhänge lernen kann.

Ich werde die kommenden Woche erst mal einfach stur meinen Pflege-/Düngeplan weiter durchziehen und sehen wie es sich entwickelt. Das Ganze dokumentiere ich ja auch ausführlich in meiner Aquariumsvorstellung (siehe Signatur). Das hilft vor allem mir dann im Nachhinein auch bestimmte Zusammenhänge zu erkennen, oder einfach nur meine vergangenen Gedankengänge im Nachhinein auf Richtigkeit zu überprüfen.
Vielleicht guckst du da auch mal rein. Würde mich freuen.

Gruß
Sascha
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