Zeolith als biologischer Filter?

GSR

New Member
erst einmal ein Hallo,
seit einiger Zeit habe ich ein 450l Aquarium, welches stabil ist und eigendlich keine Probleme macht, kaum Algen, Wasser klar und die Fische scheinen sich wohl zu fühlen.
Wie heist es so schön? "never Change a runnig System" aber eigentlich will ich das doch machen um es noch stabiler zu bekommen. Nachdem ich so viel positives über Zeolith gelesen habe überlege ich ein 5l - 10l Zeolithfilter als "biologischen Filter" zu installieren.
Hat hier jemand Erfahrung damit und kann dazu etwas sagen?

Günni
 

Grobi

Member
Hallo Günni....

darf ich fragen warum Du was stabiler machen möchtest was schon stabil ist?

Lg
 

GSR

New Member
Hallo Grobi,

so richtig kann ich dir das auch nicht sagen, eigentlich hast du recht, wenn es funkt sollte man die Finger davon lassen.
Versuche halt es noch besser und vor allem stabiler zu machen, ob das wirklich sein muss lassen wir mal im Raum stehen, deshalb auch meine Frage nach den Erfahrungen damit.

Günni
 

MülliMac

Member
Hallo Günni,

ich hatte in meiner Start-up Phase 2 liter Zeolith im Filter (für ein 850 l Becken), und habe es nach ca. 3 Monaten wieder entfernt (hatte Algenprobleme durch Nährstoffungleichgewicht :( , und wollte einen Nährstofffresser ausschalten...).

Ich muss sagen, das ich keinen Effekt sehen konnte (vorher/nachher), meine Algenprobleme habe ich durch Düngeranpassung in den Griff gekriegt. :gdance:

Es gibt natürlich positive Berichte von Zeolith in der Aquaristik (z.B. aquarichtig.de), aber wenn bei dir schon alles funktioniert, wieso dann mit so einem Superfiltermaterial ran, wo du doch nichtmal weisst, was du verbessern willst? :sceptic:
5-10 l sind auch ne Menge Zeolith...

Lg,

Marcus
 

emzero

Member
ich hatte in meiner Start-up Phase 2 liter Zeolith im Filter (für ein 850 l Becken), und habe es nach ca. 3 Monaten wieder entfernt (hatte Algenprobleme durch Nährstoffungleichgewicht , und wollte einen Nährstofffresser ausschalten...).
Hallo Marcus,

das würde mich mal brennend genauer interessieren:
Hast Du das Zeolith wg. der Algen in den Filter getan und keine Wirkung bemerkt, oder war es da schon länger drin und ggf. sogar schon gesättigt, so dass es quasi nur noch als biologisches Filtermaterial gewirkt hat?

Ich würde zwar, ehrlich gesagt, in einem gut laufenden Pflanzbecken (winkewinke Günni :)) kein insbes. frisches Zeolith verwenden, da es sich ja wohl durch seine Ionentauschende Wirkung insbes. auf den Stickstoffhaushalt auswirkt, frage mich aber, ob es, wenn dieser ausser Balance ist, ggf. doch in manchen Fällen im Wettbewerb Pflanzen/Algen Sinn machen würde??

Soweit ich informiert bin, entzieht Zeolith ja in allererster Linie Ammonium.
Ammonium soll aber von Algen leichter verstoffwechselbar sein als Nitrat.
Insofern frage ich mich, ob Zeolith im Filter nicht ggf. doch ein kleines Hilfsmittel im Falle einer akuten Algenplage sein könnte, weil es das Ammonium bindet?
Das dadurch ggf. für die Pflanzen zeitweilig reduzierte Nitrat kann man ja problemlos zudüngen :besserwiss: .

Insbes. bei einigen Grünalgen, die den Pflanzen ja sehr nah stehen, und wo es oft, auch wenn der eigentliche Auslöser für die Algenplage längst behoben wurde, noch lange dauert, bis man sie gänzlich wieder los ist, frage ich mich, ob ein derartiger Eingriff (also NH4 per Zeolith entfernen/reduzieren und NO3 ggf. wieder zudüngen) in das Ammonium-Nitrat-Verhältnis nicht ggf. das Zünglein an der Waage sein könnte, den Pflanzen einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen, und die Algen zumind. schneller wieder los zu werden???

Es wird zwar sehr viel gegen Zeolith gewettert, aber in den meisten Fällen fehlen mir wirklich klare Erfahrungsberichte bzw. gar wissenschaftlich Fundiertes.
Sollte jemand irgendwelche sinnvollen Links zum Thema Zeolith parat haben, würde ich mich sehr darüber freuen.
Das beste, was ich bis dato gefunden habe, sind die genannten "Lobeshymnen" auf www.aquarichtig.de. Ähnlich fundierte Gegendarstellungen habe ich leider bisher noch nicht aufspüren können.
 

Wuestenrose

Well-Known Member
Servus...

emzero":2rqx5s78 schrieb:
Das beste, was ich bis dato gefunden habe, sind die genannten "Lobeshymnen" auf www.aquarichtig.de. Ähnlich fundierte Gegendarstellungen habe ich leider bisher noch nicht aufspüren können.

Ich dagegen halte das, was AquaRichtig da schreibt, für ziemlichen Murx. Die Seite sollte sich lieber in "AquaFalsch" umbennenen. Gegendarstellungen findest Du z. B. hier und da.

Grüße
Robert
PS. Die Poren im Zeolith sind viel zu klein, um auch nur einer einzigen Bakterie Platz zu bieten.
 

emzero

Member
Hallo Robert,
vielen Dank für hochinteressanten Links! :tnx:
Eine Menge Stoff und, wie üblich, ist man sich in Foren nicht einig.

Als Fazit bestätigt sich für mich:

1. Aquarichtig ist in dem meisten Basisaussagen korrekt, die Schlussfolgerungen aber sind z.T. an den Haaren herbei gezogen und eher reines Produktmarketing (Zeolith).

2. Die Flora insgesamt kann Stickstoff als NH4 viel einfacher verstoffwechseln, aber die höher entwickelten Pflanzen sind bei der Aufnahme/Umwandlung von NO3 grösstenteils den Algen gegenüber im Vorteil.

Allerdings ist mir auch klar geworden, dass das insbes. in meinem Fall eigentlich nur Theorie ist.
Ich filtere mein 100l-Becken mit einem Fluval 204, und sowohl das rel. hohe Filtervolumen als auch insbes. der hohe Durchfluss machen die Anschaffung eines NH4-Tests, eines NH4-Düngers und erst recht eine NH4-Entfernung über z.B. Zeolith völlig überflüssig, da jedes eingebrachte NH4 ruckzuck in NO3 umgewandelt wird.

Praktisch wirkt Zeolith also quasi als indirekter Nitratentferner, indem es NH4 bindet, bevor es in NO3 umgewandelt werden kann. Nuja ... ...

Eines muss man Aquarichtig aber lassen: Die Texte sind wirklich geschickt und überzeugend formuliert. :keule:
 

MülliMac

Member
Hallo Hartmut,

hab mich ein bisschen undeutlich ausgedrückt.

Ich hatte das Zeolith von Anfang an im Filter, und habe es auch einmal vorschriftsmässig regeneriert (Kochsalzlösung und danach in den Backofen, zur absoluten Freude der besten Ehefrau von allen :D ).

Wenn ich etwas positiv sagen kann, so hatte ich in der Einlaufphase keinen nennenswerten Ammonium-Peak, wie oft von anderen neu-aufgesetzten Becken berichtet wird. Den hat das Zeolith wohl weggefiltert.

Die Algenprobleme hatte ich nach ca. 8 Wochen, (Pinsel und Bartalgen), und das hat mich nach einigen guten Ratschlägen hier im Forum dazu veranlasst, mein Düngungskonzept umzustellen :tnx: .
Im Zuge dessen wurde dann auch das Zeolith entfernt. Also, ausser dem manglenden NH4-Peak in der Anfangsphase habe ich keine Wunderdinge mit Zeolith erlebt.

LG,
Marcus
 

nik

Moderator
Teammitglied
Hallo Hartmut,

emzero":ly5esg1r schrieb:
Eine Menge Stoff und, wie üblich, ist man sich in Foren nicht einig.
Was für eine Einigkeit willst du denn? Zum Beispiel die, NPK verursacht Algen? Diese Einigkeit ist so lange noch nicht her.

1. Aquarichtig ist in dem meisten Basisaussagen korrekt, die Schlussfolgerungen aber sind z.T. an den Haaren herbei gezogen und eher reines Produktmarketing (Zeolith).
Das ist ohne Zweifel engagiertes Geplapper auf der Basis von irgendwoher kopierten fachlichen Texten. Das Problem, des Abwägens der Glaubwürdigkeit - weil man es in Konsequenz letztendlich selbst nur mehr oder weniger unvollständig weiß - hat jeder überall. Auch wissenschaftliche Literatur verändert sich, ist nicht sicher.

2. Die Flora insgesamt kann Stickstoff als NH4 viel einfacher verstoffwechseln, aber die höher entwickelten Pflanzen sind bei der Aufnahme/Umwandlung von NO3 grösstenteils den Algen gegenüber im Vorteil.
Wie kommst du nur auf das schmale Brett? Versuche das besser nicht auf nur theoretischer Basis oder gar der Webmeinung zu erfassen. Die Praxis ist eindeutig, es gibt sowohl Becken die bestens mit Ammonium funktionieren als auch welche, die große Probleme mit Algen zeigen. BTW, letzteres habe ich noch nie erlebt. ;) Es kann also nicht das Ammonium der Grund für Algen sein, man könnte noch annehmen es könnte eine Kombination aus Ammonium und irgendwas sein, es hat aber eine andere Ursache. Ammonium ist als Auslöser für ein Problem zu betrachten, nicht als Ursache. Das ändert sofort die Sicht.

Es fällt dann auch leichter zu entscheiden, akzeptiere ich das Problem und lasse die Ammoniumdüngung oder löse das Problem radikal, d.h. an der Wurzel, der Ursache.

Allerdings ist mir auch klar geworden, dass das insbes. in meinem Fall eigentlich nur Theorie ist.
Ich filtere mein 100l-Becken mit einem Fluval 204, und sowohl das rel. hohe Filtervolumen als auch insbes. der hohe Durchfluss machen die Anschaffung eines NH4-Tests, eines NH4-Düngers und erst recht eine NH4-Entfernung über z.B. Zeolith völlig überflüssig, da jedes eingebrachte NH4 ruckzuck in NO3 umgewandelt wird.
So unterschiedlich sind die Sichten ... Ich verwende so wenig wie möglich - bis hin zu gar keinem - Filtersubstrat, damit das aus meiner Ureadüngung resultierende Ammonium möglichst lange erhalten bleibt.

Urea- und Ammoniumdüngung macht mit intensiver Substratfilterung nur wenig Sinn!

Praktisch wirkt Zeolith also quasi als indirekter Nitratentferner, indem es NH4 bindet, bevor es in NO3 umgewandelt werden kann. Nuja ... ...
Es gibt zwei Möglichkeiten, du nutzt die vorteilhafte Urea-/Ammoniumdüngung, dann macht weder Zeolith noch intensive Substratfilterung Sinn oder du gibst Stickstoff gleich als Nitrat zu, dann brauchst du ebenfalls kein Zeolith - den Fall sehr reichlicher Fütterung mal beiseite gelassen.

Dann ist Zeolith ein schwacher Kationentauscher, es betrifft also alle Kationen. Welchen Sinn macht es Nährstoffe zuzugeben um sie dann mit dem Zeolith teilweise, d.h. die Kationen, in auch noch ungewisser Weise zu binden?
Zeolith ist durchaus in Ordnung, ich sehe dessen Anwendung aber nur in sogar recht eng umrissenen, spezielleren Fällen. Das hier im FG thematisierte Pflanzenaquarium ist völlig unverdächtig ein solcher Fall zu sein.

Ich habe mir jetzt das theatralische Herbeikopieren leckerer Texte zum Thema gespart und mal nur so aus der Lamäng geplappert. Nehmen wir mal an ich will dir was verkaufen, z.B. Geringfilterung und Pflege der Mikroflora, dann ist das vermutlich genauso überzeugend wie der Kram auf aqua... Was die Sache so gefährlich für den Betrachter macht, es kommt schon rüber was ein Überzeugungstäter ist. Vermutlich ist Petra auch einer. Das Problem des Abwägens nimmt dir nun trotzdem keiner ab und bleibt dein ureigenes(, das grundsätzliche Web-)Problem.
Mir ist das übrigens egal, mir fiel vor allem deine Sicht zu Ammonium auf und da will ich dich einfach nur ein bisschen verunsichern.

Das Geschreibsel auf aqua... finde ich in seiner Mache und seinem Effekt einfach nur gruselig und es macht mir die Nackenhaare aufstellen. Das ist unterste argumentative Kante, teilweise sachlich falsch, mit reichlich kopierten Texten aufgehübscht.

Eines muss man Aquarichtig aber lassen: Die Texte sind wirklich geschickt und überzeugend formuliert. :keule:
Sie ist Überzeugungstäter - und du bist ihr auf den Leim gegangen. Ich finde die Texte weder geschickt noch überzeugend, mir sind sie grausig bis ins Mark. Ein Schaden für die Aquaristik.

Äh, wenn ich ihn nicht doch weggeworfen habe, dann habe ich seit etwa 20 Jahren einen 5kg Eimer H-o-c-h-l-e-i-s-t-u-n-g-s-(!)-Zeolith in meiner Asservatenkammer und - ich mache dir einen S-u-p-e-r Preis!

Gruß, Nik ;)
 

emzero

Member
Hallo Marcus,

vielen Dank für Deine Beobachtungen!!!
Solche Erfahrungen aus der Praxis untermauern nochmal die Theorie, dass Zeolith ggf. für den kurzzeitigen Einsatz brauchbar ist, wenn man akute Stickstoffprobleme angehen will, aber dauerhaft keinen Nutzen, dafür aber das Risiko von Schaden birgt.

Kommt dann noch, wie Robert schrieb, hinzu, dass es nicht mal als Besiedlungsfläche für Bakterien geeigenet ist, würde ich mich sogar fragen, ob nicht sogar in einem Fischbecken ein bakterienfreundliches Material (Siporax o.ä.) besser geeignet wäre, um das Nitrat unten zu halten .... aber das ist ja nicht unser Thema hier :)


@ Hallo Nik
nik":2glbhpyq schrieb:
2. Die Flora insgesamt kann Stickstoff als NH4 viel einfacher verstoffwechseln, aber die höher entwickelten Pflanzen sind bei der Aufnahme/Umwandlung von NO3 grösstenteils den Algen gegenüber im Vorteil.
Wie kommst du nur auf das schmale Brett? Versuche das besser nicht auf nur theoretischer Basis oder gar der Webmeinung zu erfassen. Die Praxis ist eindeutig, es gibt sowohl Becken die bestens mit Ammonium funktionieren als auch welche, die große Probleme mit Algen zeigen.
Das ist mein Fazit, was ich bis dato aus dem Gelesenen gezogen habe, und es macht für mich auch logisch Sinn, da die Pflanzen ja eine evolutionär weiter entwickelte Form der Algen sind.
Auch widerspricht es ja keineswegs Deiner Aussage, dass Ammonium-Düngung auch den Pflanzen sehr gut bekommt. Und wenn es den Pflanzen super geht, gibt es ja selten grosse Algenprobleme.

Der praktische Rückschluss wäre für mich auf meinem aktuellen Stand lediglich, bei bestehenden Algenproblemen grundsätzlich erstmal mit Ammonium/Urea sehr vorsichtig zu sein ... aber
auch das ist bei den vielen Ursachen für Algen sicherlich keine allgemeingültige Regel.

nik":2glbhpyq schrieb:
Was für eine Einigkeit willst du denn? Zum Beispiel die, NPK verursacht Algen? Diese Einigkeit ist so lange noch nicht her.
Ich muss gestehen, dass ich immer noch dem "alten Standpunkt" anhänge, dass sich Algen aufgrund von Nährstoffüberschüssen vermehren.
Dass diese Nährstoffüberschüsse in einem Pflanzaquarium aber oft erst aufgrund eines Mangels entstehen, weil die Pflanzen dadurch nicht mehr so gut assimilieren, sei unbestritten.
Trotzdem finde ich häufig zu findende Aussagen wie "Alge XY entsteht durch einen Mangel an N,P oder K" bedenklich weil irreführend, und nach meinem Wissensstand für faktisch schlicht falsch.
... aber ich habe es zugegeben noch nicht nachgeprüft: Mal ein Glas Wasser auf die Fensterbank, und wenn es schön veralgt ist, mal mit einem Volldünger auf ca. 20-30 mg/l NO3 etc. aufdüngen, und schauen, ob die Algen dann eingehen ... würde mich echt wundern :lol:

nik":2glbhpyq schrieb:
So unterschiedlich sind die Sichten ... Ich verwende so wenig wie möglich - bis hin zu gar keinem - Filtersubstrat, damit das aus meiner Ureadüngung resultierende Ammonium möglichst lange erhalten bleibt.
Urea- und Ammoniumdüngung macht mit intensiver Substratfilterung nur wenig Sinn!
Ich würde gar nicht sagen, dass die Sichten sooo verschieden sind. Ich habe hier viel zur Geringfilterung gelesen, und finde das eigentlich überzeugend. Auch würde ich mein nächstes Becken garantiert mit Sandboden einrichten.
Aber wie immer gibt es in der Aquaristik nicht den einen Königsweg, sondern die Dinge müssen zueinander passen. In meinem Becken ist meiner Einschätzung nach der Fischbesatz momentan einfach noch zu hoch, um die Filterung (in puncto Substrat) weiter zu reduzieren (ausser dass ich den PPI-20-Schaumstoff noch tw. gegen den groben tauschen will).
Eine hohe Durchflussrate allerdings halte ich grundsätzlich meist aber für Vorteilhaft, weil
1. man eine gute Strömung und Nährstoffverteilung im Becken hat und
2. in jedem Fall beim Stickstoff, aber ich denke auch grundsätzlich, durch insbes. ständige Sauerstoffzufuhr nicht so viele Nährstoffe ausfallen.
Oder liege ich mit letzter Annahme falsch????

Klar, auf eine "organische" Düngung (NH4/Urea) kann ich dadurch natürlich leider!!! gleich verzichten, aber Denitrifikation findet in meinem Filter scheinbar durch den hohen Durchfluss und die Bestückung (Schaumst.+Keramik) nicht nennenswert statt, da sich meine Nitratwerte auch ohne Zudüngung (Pflanzen allerdings noch nicht wieder in Topform) in den letzten Wochen immer zw. ca. 12-18 mg/l konstant gehalten haben.
Problematischer sehe ich da meinen alten Kiesboden, der scheinbar eine Eigendynamik entwickelt hat, auf die ich (im Gegensatz zum Filter) keinen nenneswerten Einfluss nehmen kann. :down:

nik":2glbhpyq schrieb:
Äh, wenn ich ihn nicht doch weggeworfen habe, dann habe ich seit etwa 20 Jahren einen 5kg Eimer H-o-c-h-l-e-i-s-t-u-n-g-s-(!)-Zeolith in meiner Asservatenkammer und - ich mache dir einen S-u-p-e-r Preis!
"H-o-c-h-l-e-i-s-t-u-n-g"? Absorbiert das dann direkt alle Algen? :lol:
Da hast Du mich auch falsch interpretiert: Nachdem ich lange unsicher war, sehe ich für mich jetzt gar keinen Sinn mehr in einer Zeolith-Anwendung. Deinen Eimer hätte ich kürzlich zum Fischtransport gut gebrauchen können, aber inzw. habe ich einen ;)
Aber wenn Du es eh nicht mehr brauchst, könntest Du es hier ggf. für sozusagen karitative Zwecke spenden :roll: :lol:

Nein, ich denke, so uneinig sind wir uns wirklich nicht! :bier:
 

GSR

New Member
etwas verwirrt bin ich jetzt schon. :shock:

eigentlich wollte ich lesen welche Erfahrungen ihr mit Zeolith gemacht habt. Bis auf das post von Markus (welches mir aber auch nicht weitergeholfen hat) habe ich darüber nichts gesehen. :kaffee2:
Die meisten Darstellungen von AquaRichtig und die Gegendarstellungen habe ich auch gelesen. Zweie Parteien, zwei Meinungen, dann die Theorien was da chemisch passiert. In einem anderen Post wollte ich mal die Chemiker-Theorien nix. :kaffee1:

Noch einmal ganz klar, habe weder Algen noch sonstige Probleme, welche ich mit Zeolith beheben will. Möchte einfach nur Erfahrungen mit Zeolith lesen und entscheiden ob es für mich persönlich eine Verbesserung bringen kann oder nicht.

Wenn das hier in AquaRichtig hat Recht oder die sind vollkommen Blöde, bzw. die Theorie sagt abc , degeneriert, kann das Post gerne geschlossen werden.

Günni
 

nik

Moderator
Teammitglied
Hallo Günni,

wenn du mittels Zeolith in ungewisser Weise Kationen binden willst, dann versuche es und schaue dir an ob bzw. wie dein Becken reagiert. Ansonsten ist es nach einer gewissen Standzeit ein biologisches Filtersubstrat. Deine Frage nach weiterem/n Chemismus/Erfahrungen zum Zeolith wirst du kaum beantwortet bekommen.

Hallo Hartmut,

emzero":34izyeqo schrieb:
Kommt dann noch, wie Robert schrieb, hinzu, dass es nicht mal als Besiedlungsfläche für Bakterien geeigenet ist, würde ich mich sogar fragen, ob nicht sogar in einem Fischbecken ein bakterienfreundliches Material (Siporax o.ä.) besser geeignet wäre, um das Nitrat unten zu halten .... aber das ist ja nicht unser Thema hier :)
das hat Robert nicht geschrieben! Er hat geschrieben, dass die Poren zu klein sind. Einer Oberflächenbesiedlung steht nichts im Weg. Außer seiner sich irgendwann erschöpfenden Ionen tauschenden Eigenschaft ist es ein Filtersubstrat wie viele andere.
Beim Siporax sind denitrifizierende Prozesse eher möglich - so denn die allgemeinen Voraussetzungen gegeben sind. Im Pflanzenbecken ist Denitrifikation grundsätzlich unerwünscht. Im Fischbecken hilft es nicht wirklich weiter, wenn bei einer allgemeinen Stoffakkumulation nur Nitrat reduziert wird. Beim PO4 kann man auch noch was machen, aber was ist mit dem Rest?

Das ist mein Fazit, was ich bis dato aus dem Gelesenen gezogen habe, und es macht für mich auch logisch Sinn, da die Pflanzen ja eine evolutionär weiter entwickelte Form der Algen sind.
Auch wenn Algen einfacher aufgebaut sind, besetzen sie immer noch sinnvoll eine Lücke - sonst wären sie verdrängt worden. Meinst du, es macht Sinn bei der Ammoniumverwertung einen Unterschied herbei zu spekulieren? Ich sehe den Unterschied nicht.

Auch widerspricht es ja keineswegs Deiner Aussage, dass Ammonium-Düngung auch den Pflanzen sehr gut bekommt. Und wenn es den Pflanzen super geht, gibt es ja selten grosse Algenprobleme.
Es gibt stark bewachsene Pflanzenbecken mit massiven Algenproblemen. Aus dem was ich gelesen habe und meinen Erfahrungen sehe ich nirgends einen stichhaltigen Hinweis auf eine irgendwie geartete Abhängigkeit vom Wachstum der Algen und dem höherer Pflanzen. Wenn du etwas konkretes weißt, lass mich daran teilhaben. Ich komme nicht mehr umhin anzunehmen, dass Pflanzen und Algen nur wenig direkt miteinander zu tun hat.

Der praktische Rückschluss wäre für mich auf meinem aktuellen Stand lediglich, bei bestehenden Algenproblemen grundsätzlich erstmal mit Ammonium/Urea sehr vorsichtig zu sein ... aber
auch das ist bei den vielen Ursachen für Algen sicherlich keine allgemeingültige Regel.
Na ja, das allermeiste, was als Ursache betrachtet wird, betrachte ich lediglich als Auslöser. Als ursächlich betrachte ich etwas anderes.

Ich muss gestehen, dass ich immer noch dem "alten Standpunkt" anhänge, dass sich Algen aufgrund von Nährstoffüberschüssen vermehren.
Dass diese Nährstoffüberschüsse in einem Pflanzaquarium aber oft erst aufgrund eines Mangels entstehen, weil die Pflanzen dadurch nicht mehr so gut assimilieren, sei unbestritten.
Trotzdem finde ich häufig zu findende Aussagen wie "Alge XY entsteht durch einen Mangel an N,P oder K" bedenklich weil irreführend, und nach meinem Wissensstand für faktisch schlicht falsch.
Es ist eine Frage der Wertung, etwas was hilfreich sein kann, sollte nicht als allgemeingültig hingestellt werden. Ich betrachte bei Fadenalgen auch höhere Nitratwerte als hilfreich, erwarte aber keinen 100%er in der Wirkung. Es hat keine zwingende Kausalität, trotzdem halte ich den richtigerweise daraus ableitbaren Terminus "faktisch schlicht falsch" für eher eine extreme Position. Meine Annahme bezüglich der Bedeutung des Biofilms und seiner Wirkung hinsichtlich Algenentwicklung ist genauso wachsweich, passt halt ganz nett in Theorie und Praxis. Es kann trotzdem das Killerargument kommen - und dann war's das. Praktisch erwarte ich das Killerargument nicht mehr, das wird eher evoltionär ablaufen, d.h. im Sinne einer Weiterentwicklung.

Ich würde gar nicht sagen, dass die Sichten sooo verschieden sind. Ich habe hier viel zur Geringfilterung gelesen, und finde das eigentlich überzeugend.
Danke.
Auch würde ich mein nächstes Becken garantiert mit Sandboden einrichten.
Aber wie immer gibt es in der Aquaristik nicht den einen Königsweg, sondern die Dinge müssen zueinander passen.
Na ja, zueinander passen, würde ich für mich schon in Anspruch nehmen wollen.
Der Königsweg ist das allgemeine Verständnis für Aquaristik. Das ist immer noch ein sehr breiter Pfad - was vor allem die Vielfalt der Ansätze zum Ausdruck bringen soll.

Eine hohe Durchflussrate allerdings halte ich grundsätzlich meist aber für Vorteilhaft, weil
1. man eine gute Strömung und Nährstoffverteilung im Becken hat und
2. in jedem Fall beim Stickstoff, aber ich denke auch grundsätzlich, durch insbes. ständige Sauerstoffzufuhr nicht so viele Nährstoffe ausfallen.
Oder liege ich mit letzter Annahme falsch????
Es gibt eine Menge Theorie, die ein hohes Sauerstoffniveau für ungünstig hält, so ich mir meine Aquarien und mein Teichlein ansehe, ist ein hoher Sauerstoffgehalt in der Summe sogar ziemlich günstig. Das halte ich grundsätzlich für erstrebenswert.

Klar, auf eine "organische" Düngung (NH4/Urea) kann ich dadurch natürlich leider!!! gleich verzichten, aber Denitrifikation findet in meinem Filter scheinbar durch den hohen Durchfluss und die Bestückung (Schaumst.+Keramik) nicht nennenswert statt, da sich meine Nitratwerte auch ohne Zudüngung (Pflanzen allerdings noch nicht wieder in Topform) in den letzten Wochen immer zw. ca. 12-18 mg/l konstant gehalten haben.
Problematischer sehe ich da meinen alten Kiesboden, der scheinbar eine Eigendynamik entwickelt hat, auf die ich (im Gegensatz zum Filter) keinen nenneswerten Einfluss nehmen kann. :down:
Die Nitrifikation wird in ihrer Wirksamkeit im gerührten, nicht substratgefilterten Pflanzenbecken häufig unterschätzt. Deren sinnvolle Betrachtung basiert auf der Futtermenge, der Art des Aquariums und der resultierenden Anreicherung der Stoffe.
Auch nur aus der Erfahrung heraus würde ich einen Besatz immer an die Möglichkeiten eines Beckens anpassen und es nicht durch den überfordern und dann irgendwie (doch nur teilweise) reparieren zu versuchen.
Nein, ich denke, so uneinig sind wir uns wirklich nicht!
Mag sein, man sollte aber im Hinterkopf behalten, dass erst die Spannung aus gepflegten, unterschiedlichen Standpunkten eine maßgebliche Triebfeder für Entwicklung ist. Ich bin also schon deshalb nur mäßig harmoniesüchtig. Ein gutes Argument kann kaum zu hart sein. Darum geht es jetzt aber nicht, mir geht es um den erstrebenswerten, weiten Blickwinkel. Auch wenn das nicht so aussieht, das permanente in Frage stellen gehört dazu und nimmt z.B. bei mir erheblichen Raum ein.

Gruß, Nik
 
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