Neueinrichtung Proxima 175, kein Scape

DaWo

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Hallo liebe Leute,

vor ca. einem halben Jahr hatte ich mein 175er Proxima gestartet. Das hatte mir großen Spaß bereitet und lief (bis auf einen anfängliche extreme Algenplage durch Überdüngung nach falscher Bedienung eines Dosierungsrechners ) richtig gut. Allerdings gab es Punkte, mit denen ich nicht zufrieden war:

1. Die von mir gefundenen Wurzel (Spiderwood) sahen zwar sehr interessant aus, waren aber irgendwie nicht ganz das was mir vorschwebte. Ich verwendete sie trotzdem aus Ermangelung an Alternativen.
2. Den ProScape-Dünger von JBL finde ich relativ schwer zu "bedienen". Trotz häufigen Messens der Wasserwerte und abgleichen mit dem Dosierungsrechner war ich mir nie sicher, ob ich nicht evtl. etwas verkehrt mache.
3. Die Pflanzen wucherten wie blöde. ;-) Vor allem der Javafarn (besonders seit der zusätzlichen Gabe von Easycarbo). Die Fische fühlten sich zwar pudelwohl, aber es gab kaum noch freien Schwimmraum, weil das Hardscape der Frontscheibe zu nahe kam. Außerdem bekam ich kaum noch etwas von den Fischen mit.

Deshalb habe ich am Sonnabend mein Becken komplett umgestaltet. Alles musste möglichst schnell passieren, da ich für den bestehenden Besatz außer meiner Mörtelwanne als Unterkunft für die Dauer der Umgestaltung keine gute Bleibe hatte. Mein Thema ist Asien. Sowohl die Tier- als auch die Pflanzenauswahl sind unter dieser Beschränkung getroffen.



Wie ihr sehen könnt, bin ich kein großer Fan von Aquascapes. Ich kann mich eher für "Naturaquarien" (und Artbecken) begeistern. Das Talawa-Holz habe ich erst vor kurzem entdeckt und damit das gefunden, was ich schon immer von der Ästhetik her verwenden wollte.

Jetzt zu den Einrichtungsdetails:

Hardscape:

Dennerle Deponit Mix (der alte 9er)
JBL Sansibar Dark
Lavasteine
Talawa- Holz
Blätter (Buche, Eiche, Seemandelbaum - leider ist die Strömung des Filters zu stark und treibt sie in die linke vordere Ecke, muss mir da noch etwas überlegen, will die Strömung nicht reduzieren)
Erlenzäpfchen

Technik:

Aquarium: Eheim Proxima 70x50x50
Filter: Eheim Prof. 4 350 + Vorfilter + Skimmer
Heizung: Durchflussheizer JBL Protemp E300 (finde ich Klasse, die angezeigte Temperatur am Heizer liegt aber immer um 2°C höher als die angezeigte Temperatur am Beckenthermometer)
Beleuchtung: 3x Eheim PowerLED+ (1x Daylight, 1x Plants LK1, 1x Plants LK2)
Co2 über Diffusor mit Zeitschaltuhr kombiniert mit Easycarbo

Pflanzen:

Microsurum pteropus petit (aus dem alten Bestand übernommen, stark ausgedünnt)
Bucephalandra lamandau red, B. mini needle leaf und B. wavy leaf (alter Bestand, sind in dem halben Jahr enorm gewachsen, waren kleine, dünne in-vitros)
Javamoos (alter Bestand)
Schismatoglottis prietoi



Von dieser Pflanze bin ich wirklich begeistert. Bei Aquasabi wird sie im Text mit Anubias petit verglichen. Leider war sie zum Zeitpunkt meiner Bestellung dort ausverkauft. Deshalb habe ich woanders 5 Töpfe von Dennerle gekauft. Die Pflanzen waren in richtig tollem Zustand und sprengten fast die Töpfe. Ich konnte schon nach einem Tag Längenwachstum an einigen Stängeln feststellen. Also ist sie vom Wuchstempo her überhaupt nicht mit Anubias zu vergleichen. Ich verwende sie als Aufsitzerpflanze. Hoffentlich wird das etwas... :)

Cryptocoryne wendtii kompakt
Cryptocoryne flamingo

Bei den Cryptos habe ich zum ersten Mal den radikalen Rückschnitt vor dem Einsetzen gewählt da ich sie nur im Topf bekommen habe. Mit in-vitro Cryptos habe ich bisher nie Probleme mit dem Schmelzen der Blätter gehabt. Sie einzelnen Rosetten sind eher sporadisch zwischen die Steine gesetzt, um ein natürlicheres Erscheinungsbild zu erreichen. C.w. kompakt soll angeblich wuchsfreudig sein. Da wird längerfristig eh ein dichterer Teppich entstehen.

Rotala rotundifolia spec. green





Die Rotala soll dann später mal die Technik verdecken. Hier handelt es sich um in-vitros von Aquasabi und ich muss sagen, dass ich zum ersten Mal nach vielen Bestellungen nicht von der Qualität der Pflanzen angetan bin. Es waren in den Töpfen schon viele gelbe Stellen zu sehen. Noch dazu sahen die Wurzelbereiche so seltsam gammelig, matschig braun aus. Aber vielleicht muss das ja bei dieser Pflanze so sein? Bisher waren alle von mir bestellten in-vitro-Planzen spitzenmäßig.
Egal, die Stengel zeigen schon erstes Wachstum und scheinen sich zu berappeln. Die grüne Variante habe ich gewählt, weil ich dem roten Farbton der Männchen meiner geliebten Bitterlingsbarben nicht die Show stehlen wollte. :cool: Im alten Layout hatte ich die Lymnophila sessiliflora und Hygrophila pinnatifida drinnen und die sind mir einfach zu intensiv rot geworden. Eigentlich ja ein gutes Zeichen, nur konnte man die Fische dann nicht mehr so gut orten.

Mein Wasser jage ich durch einen Vollentsalzer und härte dann mit GH+ von salty shrimp auf ca. 200 µS auf. Eigentlich hätten wir mit Gh8/Kh4 schon ziemlich gutes Leitungswasser, aber aus irgendeinem Grund haben wir richtig hohe Werte an Kieselsäure (die Farbe ist schon gar nicht mehr auf der Testskala drauf), die ich nicht im AQ haben möchte. Durch die KH = 0 bekomme ich den Ph-Wert ziemlich gut nah an die 6 heran (mein Messgerät hat leider gerade einen Defekt, aber der Tröpfchentest zeigt mir irgendetwas zwischen 6 und 6,5). Probleme mit instabilen Werten sind noch nie aufgetreten. Das Wasser bekommt einen leichten Schwarzwasserstich durch die Erlenzapfen und das Laub und zusätzlich noch durch das Humin-Elixier von Dennerle. Im alten Setup hatte ich das Black water powder von salty shrimp benutzt. An und für sich ist das ein tolles Produkt, aber es setzt mir den Filter zu stark zu. Zumindest hatte ich den ganzen schleimigen Schmodder dann immer im Vorfilter hängen.

Wie man auf dem ersten Foto oben links sehen kann, verwende ich zur Düngung 2 Dosatoren von Dennerle mit V30 und S7. Das probiere ich zum ersten Mal aus und es ist eher Spielerei aus Neugierde heraus. Dazu kommen noch: E15 und PlantaGold (für die NPK-Komponente). Da die Pflanzen allesamt nicht so stark zehrend sind, wollte ich einfach mal wieder ein etwas universelleres Düngesystem mit "ohne-groß-drüber-nachzudenken-Charakter" einsetzen. In einem anderen Aquarium habe ich damit vor einer Weile sehr gute Erfahrungen gemacht, auch wenn es vielleicht inzwischen etwas altbacken ist.

Den Filter hatte ich 3 Wochen im Vorfeld meiner Umgestaltung gereinigt, damit sich die Bakterien wieder gut stabilisieren und nicht zu viele Komponenten im Ökosystem auf ein Mal gestört werden. Zusätzlich habe ich beim "Neustart" 2x diese Bakterien aus dem Fläschen von Dennerle verwendet und an den 2 folgenden Tagen jeweils noch eines hinterher gekippt. Nitrit hat sich bisher keines sehen lassen. Die Bitterlingsbarben balzen schon wieder und die Amanos flitzen wie gewohnt neugierig durchs Becken. Den Anthrazit-Napfschnecken geht es auch gut. Also sieht es bisher so aus, als würde alles gleich wieder gut klappen.
Ich hoffe auf das Beste und werde in ein paar Monaten aktuelle Fotos zeigen

Liebe Grüße

Daniel
 
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DaWo

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Hallo liebe Leute,

hier kommt ein Update zu meinem Proxima175, auch wenn es leider ein paar nicht so schöne Ereignisse gab. Aber ich will gerne auch die Fehlschläge zeigen, denn selber finde ich das oft interessanter und lehrreicher als immer nur hochglanzpolierte Bilder des Endergebnisses zu sehen.

Kurz nach meiner letzten Meldung hier im Forum habe ich einen Befall mit Fräskopfwürmern an meinen Bitterlingsbarben festgestellt. 2 Fischlein musste ich von ihren Leiden befreien. Sie waren schon zu sehr angegriffen und zeigten deutlich, dass es bald mit ihnen zu Ende geht. Ich hatte zum ersten Mal mit diesen Parasiten zu tun und muss sie mir über das Lebenfutter aus dem Zoofachhandel eingeschleppt haben. Oder aber die Fische haben es schon vom Händler aus mitgebracht und es erfolgte über Monate kein nennenswerte Ausprägung der Symptome des Befalls und erst durch den Stress der Neugestaltung des Beckens kam es zu einer verstärkten Ausprägung selbiger.
Da ich Garnelen im Becken habe, kam eigentlich nur der Wirkstoff Levamisol in Frage. Also schnell zum Tierarzt und nachgefragt. Der verschrieb mir das Mittel Concurat, welches in Pulverform daher kommt und Levamisol enthält. Leider dient als Trägerstoff Glucose.
Machen wir es kurz: Der Einsatz des Medikamentes zog sich über 1 Woche hin und hat mein Becken sichtlich aus dem Gleichgewicht gebracht. Die Fischlein sind erfeulicher Weise wieder alle Symptomfrei. Eine Garnele und 5 von 6 Stahlhelmschnecken sind leider verstorben. :( Ich vermute, dass die verstorbenen Tiere zu viele Larven der Würmer in sich hatten und durch das plötzliche Absterben und die dabei entstehenden Toxine eine Vergiftung erlitten haben. Der Wirkstoff selbst soll nämlich für Wirbellose nicht gefährlich sein.

Durch die Glucose hatte sich auf allen Blättern, den Erlenzäpfchen und teilweise dem Holz ein Bakterienrasen gebildet, der echt beängstigend aussah.
Gleichzeitig haben die Pflanzen spürbar zu kämpfen gehabt. Beim Javafarn hatte ich eh den Verdacht, dass es ihm in dieser Lage zu hell ist. Er hat extrem Algen angesetzt. So sehr, dass ich ihn am Wochenende mit Pogostemon helferi ersetzt habe. Die Schismatoglottis prietoi hat ihren Wuchs eingestellt und ist auch veralgt. Ebenso haben die Bucen Punkt- und Fadenalgen angesetzt.
Die Cryptocoryne kompakt schiebt langsam Blätter aus dem Sand und die Cryptocoryne Flamingo scheint sich nicht richtig wohl zu fühlen. Die Belastung durch das Medikament kam halt zur ziemlich ungünstigen Zeit der Anpassung der Pflanzen.
Am Sonnabend habe ich beim wöchentlichen Wassserwechsel zarte neue Triebe an den Schismatoglottis entdeckt. Auch kommt es mir so vor als ob seit der letzten Aquarienpflege das gesamte System wieder "aufatmet". Die Rotala spec. green wächst weiter vor sich hin. Viel langsamer als ich dachte - wahrscheinlich war ich bisher von Limnophila sessiliflora zu sehr beeindruckt wenn es um das Thema "schnellen" Wuchs geht.

Aber nun los:



Die linke Seitenscheibe habe ich absichtlich so veralgt gelassen. Das ist die Belohnung für die Stahlhelmschnecke und die Garnelen - fürs Durchhalten!



Die Schismatoglottis prietoi




Die Bucen... :( Immerhin schieben sie schon neue Blätter.

Ich werde weiterhin stoisch die Pflege durchziehen und hoffen, dass sich alles wieder fängt.

Liebe Grüße

Daniel
 
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