Nano-Biotop: Kage no Shimizu - Bonsai-Cube auf Drachensteinen (Zero-Feeding)

oeden1988

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Hallo zusammen,
ich möchte euch mein aktuelles Nano-Projekt vorstellen, das ich unter dem Namen „Kage no Shimizu“ (Quelle im Schatten) gestartet habe.
Das Konzept:
Ziel war ein „Wabi-Sabi“-Layout, das die Ästhetik eines alten, knorrigen Bonsai-Waldes auf Drachensteinen einfängt. Das Becken läuft nach dem Prinzip des „Zero-Feeding“ – ein autarkes Mikrosystem, das sich durch seine eigene Mikrofauna (Tubifex, Daphnien, angesiedelte Feenkrebse) selbst versorgt.
Technische Daten & Besatz:

  • Becken: 30 Liter Cube

  • Hardscape: Drachensteine, zentraler Bonsai

  • Bepflanzung: Amblystegium serpens halber Boden,Cuba und Monte Carlo Moos halber Boden hinten, ein paar kleineFarne und einige Roatala. Der Bonsai ist eine Mischung aus 5 verschiedenen Anubia Pflanzen und Zwischenräume mit Monoselenium Tenerum

  • Bewohner (geplant): Dario sp. Myanmar („Black Tiger“) als Wächter des Reiches, dazu eine Kolonie Neocaridina-Garnelen.
Ich bin gespannt auf euer Feedback zum Layout, zur Pflanzenauswahl und zum Gesamtkonzept!
 

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Hallo oeden1988.

Das Becken ist bereits sehr schön! :)
Ich finde es recht gelungen.
Für meinen Geschmack würde ich noch irgendwie dafür sorgen, dass eine Rückwand geschaffen wird, evtl. auch nur Folie, die blickdicht ist.

Zu:

Das Becken läuft nach dem Prinzip des „Zero-Feeding“ – ein autarkes Mikrosystem, das sich durch seine eigene Mikrofauna (Tubifex, Daphnien, angesiedelte Feenkrebse) selbst versorgt.

Nicht sicher bin ich mir, ob das zitierte Konzept, dass es ohne weiteres Füttern mit sich selbsterhaltenden Populationen von Neocaridina, Tubifex, Daphnien, angesiedelten Feenkrebsen für Dario wirklich ausreichend lange laufen wird, dass es mittel- bis langfristig klappt, dass dies in ein- und demselben Becken funktionieren wird. Eher skeptisch bis ziemlich sicher bin ich, dass das nicht funktionieren wird...

Bei Daphnien in einem Becken mit Dario, sowieso bei Feenkrebsen (wie soll das bei denen im selben Becken ohne Trockenphase funktionieren?) und auch bei Tubifex prognostiziere ich, dass sich da in dem Becken keine sich selbst über mehrere Generationen erhaltende Populationen einstellen. Selbst ohne Dario...

Bei Neocaridina vermute ich, dass schnell zu wenig Jungtiere für alleinige Ernährung da sind. Außer evtl. man setzt sehr viele ein und hat einen langen Vorlauf, aber auch da vermute ich, dass es irgendwann zu wenig werden für eine gute, langfristige Ernährung.

Gruß

Plantlover
 
Moin,

Lieber auf den Fisch verzichten, wenn dann sollten die mindestens paarweise gehalten werden. Dazu ist das Becken zu klein und hat auch keine rückzugsmöglichkeiten. Ich würde hier nur Garnelen und eventuell ein paar schnecken rein setzen.
 
Danke für euer Feedback es hat sich alles immer mehr eingelebt.
Der Besatz ist auch eingezogen Bilder folgen noch. Das Tierwohl geht jedoch vor sollten erkennbare Konflikte ausbrechen wird das Experiment sofort abgebrochen.
"Warum ich vier Darios in einem 30-Liter-Cube halte, obwohl viele davon abraten? Weil ich nicht nach Lehrbuch arbeite, sondern mit der Natur.
Es ist eine Frage der Struktur, nicht des Volumens. Mein Cube ist kein leerer Glaskasten, er ist ein 'Kage no Shimizu' – ein durchdachter, dicht bepflanzter Lebensraum. Die Dichte an Moosen, Wurzeln und Rotala sorgt dafür, dass sich die Sichtlinien extrem kurz halten. Die Fische sehen sich nicht permanent. Durch den Bonsai und den dichten Untergrund haben wir ein vertikales Biotop geschaffen, in dem die Fische Etagen nutzen, statt nur auf einer Fläche zu kleben.
Das territoriale Verhalten ist gerade ein faszinierender Tanz der Wabi-Sabi-Philosophie: Es ist unvollkommen, dynamisch und absolut lebendig.
  • Wir haben einen 'Regime Change' erlebt: Der Dario dario hat durch pure Hartnäckigkeit und sein intensives Leuchten den 'Hotspot' am Bonsai-Stamm vom Black Tiger übernommen.
  • Aber es herrscht kein Krieg. Die Darios kommunizieren über Rituale – Drohen statt Beißen. Sie haben Kompromisse geschlossen, um auf diesem engen Raum zu existieren. Der gestürzte Black Tiger Alpha behält die soziale Bindung zu den Weibchen, während der neue rote Alpha den Platz kontrolliert.
  • Das 'traumatisierte' Männchen wird im Hintergrund geduldet, pickt fleißig und erholt sich. In einem sterilen Becken wäre das unmöglich, in meinem Cube findet er Schutz.
Und was die Fütterung angeht: Ich bin weg von der klassischen Methode. Tubifex, Daphnien – das war gestern. Mein Fokus liegt auf dem Walstad-Ansatz, der Mikrofauna-Fabrik im Boden. Die Fische picken den ganzen Tag. Sie sind satt und beschäftigt, was den Stresspegel durch Futterneid eliminiert. Wenn ich die 'Impfunge'n mit Mikrofauna weiter so durchziehe, ist mein Ziel das 'Zero Feeding'. Das System versorgt sich selbst.
Es ist eine 'recht stabile WG' auf Zeit. Ein Experiment, das zeigt, wie soziale Intelligenz und Struktur in der Aquaristik Grenzen verschieben können."
 
Hallo,

Ich habe jahrelang Dario Dario und Dario Hysignon gehalten. In 240l Gesellschaftsaquarium und auch in 54l Artaquarium. Im Bezug auf den Platz gebe ich dir Recht, die besetzen kleine Reviere und sind keine Langstreckenschwimmer. Zeitgleich stellen die ihre Vermehrung auf den vorhanden Platz ein. Im 240l Aquarium haben die sich auf ca. 70 Tiere vermehrt, während es in den 54l Becken bei ca. 15 Tieren blieb.

Bei der Ernährung muss ich dir allerdings widersprechen. Das sind Jäger und keine Bauern. Die haben nicht das vorausschauende Denken, dass die sich ihre Garnelen und Kleinstlebewesen so bewirtschaften, dass immer genug Nahrung da ist. Und in 30l können die auch nicht weiterziehen und woanders nach Nahrung suchen.

Ich hoffe das du hier zur Einsicht kommst und den Tieren ausreichend Nahrung zur Verfügung stellst - denn das sind Lebewesen, mit denen man nicht experimentieren sollte.
 
Die Sorge um Unterernährung ist in meinem Setup absolut unbegründet, und hier ist der Grund:
Die 'Mikro-Jagd' als Hauptbeschäftigung: Meine Fische sind keine passiven Empfänger von Frostfutter. Sie sind aktive Jäger. Der Bestand an Mikrofauna im Boden und im Moos ist so dicht, dass sie den ganzen Tag beschäftigt sind. Tubifex, Daphnien oder Mückenlarven sind für sie oft nur ein 'Snack', wenn überhaupt – ihre Hauptnahrung besteht aus Kleinstlebewesen, die sie sich selbst erarbeiten.
Das autarke 'Backup-System': Ich betreibe zusätzlich ein komplett autark laufendes Walstad-Becken. Das ist mein 'Impfspeicher'. Sollte die Mikrofauna im 30L-Cube einmal knapp werden, kann ich sofort aus diesem autarken System Kleinstlebewesen nachimpfen. Der Cube ist also nicht isoliert, sondern Teil eines größeren, biologischen Konzepts.
Natürliche Zyklierung (Tag/Nacht-Rhythmus): Die Fische jagen primär tagsüber. Nachts kehrt im Becken Ruhe ein. Diese Zeit nutzt die Mikrofauna zur Erholung und Reproduktion. Es findet also keine 'Ausbeutung' statt, sondern ein natürliches Gleichgewicht.
Sicherheit durch Beobachtung: Natürlich beobachte ich die Tiere intensiv. Sollte ich auch nur den Hauch einer Unterernährung feststellen, werde ich sofort intervenieren. Doch aktuell deutet ihr Verhalten und ihre Vitalität genau auf das Gegenteil hin: Sie sind satt, aktiv und gesund."
 
Moin,

Ich versuche immer sachlich und höflich zu bleiben aber das hier liest sich total abstrus.
Da es sich hier aber um ein öffentliches Forum handelt, gebe ich auch mal meinen Senf dazu...
Das hat irgendwas von so komischer Schwurbelei ala Astro TV damals oder dieser ganze Kram, der während Corona immer mehr wurde, wie die Querdenker etc...
Unterm Strich ist das absolut nichts für mich aber ich wünsche dir viel Spaß und hoffe, dass die Tiere, die ja keine Wahl haben, bei dir gut zurechtkommen werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo oeden1988,

hier sind ein paar Langzeiterfahrungen aus dem Forum u. a. zu Dario dario und dessen Ernährung.


Gruß

Plantlover
 
Danke für deinen Beitrag Phillipp89.

Ich verstehe, dass dieses Setup auf den ersten Blick, besonders wenn man sich strikt an klassische Lehrbuchmeinungen hält, 'abstrus' wirken kann.
Ich muss aber entschieden widersprechen, dass dies etwas mit 'Schwurbelei' zu tun hat. Das Gegenteil ist der Fall: Es handelt sich hier um ein geplantes, durchdachtes Projekt, das auf biologischen Prinzipien basiert.
  1. Struktur statt Volumen: Die Entscheidung für 4 Fische auf 30 Litern ist keine Willkür, sondern basiert auf der Theorie, dass die Komplexität des Raumes (Sichtschutz durch den Bonsai, vertikale Struktur) wichtiger ist als die reine Wassermenge.
  2. Walstad-Ansatz & Erfahrung: Das ist keine Esoterik, sondern eine anerkannte aquaristische Methode. Ich nutze ein autarkes Backup-Becken zur ständigen Nachimpfung von Mikrofauna. Die Fische jagen, statt passiv auf Futter zu warten. Das Ziel ist ein biologisches Gleichgewicht. Mein Ansatz fußt auf der Erfahrung aus einer Historie funktionierender Süßwasseraquarien, die ich über die Jahre entwickelt habe. Dieses Projekt ist der nächste logische Schritt in dieser fortlaufenden Praxis.
  3. 'Zero Feeding' präzisiert: Zu 'Zero Feeding': Das bedeutet nicht, dass die Fische verhungern sollen. Es bedeutet keine zusätzliche, unnatürliche Fütterung, die nicht ins Biotop passt. Das Ziel ist es, den Futterbedarf durch die natürliche Produktion von Mikrofauna im Becken zu decken.
  4. Wabi-Sabi & Selbstironie: Um das 'Wabi-Sabi' mal ganz pragmatisch zu übersetzen: Ich nehme die Natur, wie sie ist, und versuche nicht, sie in ein steriles, perfekt ausgeleuchtetes 1980er-Jahre-Schema zu pressen. (Okay, ich gebe zu: Durch die Nutzung japanischer Philosophie und etwas unpräzise Formulierungen habe ich das Ganze vielleicht dramatischer klingen lassen, als es ist – es ist letztlich einfach Aquaristik mit Fokus auf Biologie statt auf Technik.) Es bedeutet den Lauf der Dinge zu beobachten – auch mal eine Alge oder einen Mulmhaufen zu akzeptieren, solange die Biologie stimmt. Es ist der Versuch, mit der Natur zu arbeiten, nicht gegen sie.
Ich verstehe deine Skepsis, aber dieses Projekt ist ein 'geplanter Versuch', der auf Beobachtung und biologischem Verständnis ruht, nicht auf Bauchgefühl. Mein Ziel ist ein autarkes System. Selbst wenn das nicht zu 100% erreicht wird, ist ein natürliches Biotop mit seinen biologischen Prozessen meiner Meinung nach immer noch besser als ein cleanes Aquarium mit Plastikpflanzen. Den Tieren geht es gut, sie zeigen ein natürliches Verhalten, und genau das ist mein Ziel.
 
Das hat irgendwas von so komischer Schwurbelei ala Astro TV damals oder dieser ganze Kram, der während Corona immer mehr wurde, wie die Querdenker etc...
Unterm Strich ist
Das ist so seltsam. Ich hatte exakt dieselben Assoziationen und bin froh dass es zu diesem Vorhaben entschiedenen Widerstand von erfahrenen Leuten gibt.

Ich hatte auch schon Darios und ich kann in dem vorgestellten Becken zum derzeitigen Zeitpunkt keine geeignete Struktur erkennen für diesen besonderen Fisch. Oder Zero Structure, um in der Terminologie des Threads zu bleiben.

Ich hoffe die Tiere bekommen noch ihr Lebendfutter!

Frank
 
Danke für dein Feedback und die kritische Sichtweise. Ich verstehe deine Bedenken bezüglich der Struktur, gerade wenn man Dario dario als reine Höhlenbrüter betrachtet, die auf spezifische Spalten angewiesen sind.
Lass mich das kurz einordnen, wie das hier in der Praxis aussieht:
  1. Struktur: Der 'Zero Structure'-Eindruck täuscht vielleicht auf den Bildern. Der Bonsai ist extrem dicht mit Moos bewachsen, und im Hintergrund steht ein dichter Rotala-Bestand. Genau diese feinen Strukturen sind es, die von den Darios aktuell intensiv genutzt werden – sei es als Sichtschutz oder als Jagdrevier.
  2. Lebendfutter & Jagdverhalten: Deine Sorge bezüglich des Futters kann ich entkräften: Natürlich bekommen die Tiere Lebendfutter. Tatsächlich habe ich Tubifex und Artemia-Nauplien vorrätig.
    • Die Überraschung: Die Fische verschmähen die angebotenen Mückenlarven oft. Warum? Weil sie vollauf damit beschäftigt sind, die Kleinstlebewesen (Mikrofauna) direkt aus dem Moos zu jagen. Das ist ihr natürliches Verhalten. Sie bevorzugen die Jagd auf Rädertierchen, Mikrowürmer und Tubifex-Nachwuchs im Bodengrund und Moos.
Es ist also kein 'Zero Structure'-Becken ohne Futter, sondern ein 'High-Microfauna'-Habitat, in dem die Tiere ihr natürliches Verhalten – das Jagen und Picken – den ganzen Tag ausleben können. Genau diese Beobachtung stimmt mich positiv, dass sie sich wohlfühlen.
 
Hey,

Gibt es aktuelle Bilder von dem dicht bewachsenen? Ich sehe nur die 2 Bilder aus dem ersten Post.
 
Danke für die Rückmeldungen zur Struktur. Ich verstehe, dass man auf den ersten Blick eine klassische Felsaufbau-Struktur vermisst, wie sie oft für Dario dario empfohlen wird.
Lass mich anhand der Bilder erklären, warum diese spezifische Struktur in meinem 30L-Cube aus meiner Sicht funktioniert und warum die Fische sie so gut annehmen:
  1. Bild 1 (Gesamtansicht): Der Bonsai als 3D-Labyrinth Der Bonsai ist nicht nur Deko. Er fungiert als vertikales Labyrinth. Durch die Dichte des Mooses entstehen hunderte kleiner Spalten und Verstecke auf verschiedenen Ebenen. Der Dario dario Alpha (der Scharlachrote) besetzt den Stamm als zentralen Beobachtungsposten, während der Black Tiger die Rückseite oder die unteren Ebenen nutzt. Sie müssen sich nicht sehen, um sich aus dem Weg zu gehen.
    • Struktur-Funktion: Vertikale Trennung statt horizontaler Distanz.
  2. Bild 2 (Nahaufnahme): Der Rotala-Dschungel als Rückzugsort Die extrem dichte Bepflanzung im Hintergrund bietet einen visuellen Puffer. Wenn ein Männchen ein anderes vertreibt, flieht es nicht nur an die Scheibe, sondern direkt in den dichten Stängel-Wald. Dort ist es sofort unsichtbar. Das senkt den Stressfaktor enorm, da die Jagd nach wenigen Zentimetern endet.
    • Struktur-Funktion: Sofortiger visueller Sichtschutz.
  3. Bild 3 (Detailansicht): Die Moos-Ebenen als Jagdgrund Das Moos ist nicht nur Sichtschutz, sondern 'Microfauna-Hochburg'. Man sieht, wie fein verzweigt es ist. Hier siedeln sich Rädertierchen, Mikrowürmer und Tubifex-Nachwuchs an. Das ist der Grund, warum die Fische nicht hungern, sondern den ganzen Tag 'picken' und jagen. Die Struktur bietet also Nahrung UND Schutz gleichzeitig.
    • Struktur-Funktion: Nahrungsquelle und Sicherheitszone.
Fazit: Die Struktur funktioniert, weil sie Funktionalität (Nahrung, Sichtschutz, Rückzug) auf engstem Raum maximiert, anstatt nur einen optischen Reiz zu bieten. Sie ist dicht, komplex und biologisch aktiv.
 

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