Nährstoffüberschuss

papazelda

Member
Hallo

Habe die Suchmaschine probiert aber kein Resultat zum Thema.

Ich lese immer wieder 'Nährstoffmangel', sei es NO3, PO4, K, Mg, Fe usw, das sich dann negativ auf die Pflanzen auswirkt.

Eine Frage stelle ich mir jedoch.
Was ist mit Nährstoffüberschuss d.h zu viel Fe, NO3, PO4 usw.

Also vom Nitrat und Phophat her weiss ich dass, an sich die Algen zum Teil besser wachsen. Fe-Uberschuss ist ja auch nicht so gesund. Aber wie wirkt sich dies auf den Pflanzen aus.

Hat jemand Bilder dazu ? Der Tobi hat bloss Bilder mit Mangelerscheinung.

Danke um Aufklärung oder um einen Link.
 

muffin

Member
Also vom Nitrat und Phophat her weiss ich dass, an sich die Algen zum Teil besser wachsen. Aber wie wirkt sich dies auf den Pflanzen aus.

Hallo,

ich habe ein Garnele-und Schneckenzuchtbecken. Da ich dort möglichst viele Algen haben wollte habe ich es mit normalen Blumendünger reichlich überdüngt. Nitrat ist irgendwo weit über 150mg/l und Phosphat wird so tief Blau, das man den Test zum färben von Jeans nehmen könnte.
Algen sind aber Fehlanzeige. Das Becken ist absolut sauber und das Wasser extrem klar. Die Pflanzen wachsen dabei ohne sichtbare Mangelerscheinungen und selbst die ältesten Blätter sind gesund wie am ersten Tag. Das Einzige was auffällt, ich muss nur selten gärtnern, da alles in Zeitlupe wächst, was aber auch am geringen Licht von 11Watt auf 30L liegen kann.

Gruss
Mario
 

papazelda

Member
Nowend

Wo sind denn die 'Düngerspezi ' ?

Roger, Tobi usw,

Keiner, ausser Mario, zu einer Aussage fähig ?
 

Roger

Active Member
Hallo Jacques,

ich mag mich eigentlich gar nicht so recht äußern, da in dem Bereich noch vieles im Dunkeln liegt. :roll:
Man sagt, zu viel Kalium und Eisen würde die Aufnahme anderer Stoffe behindern. Dazu hat glaube ich Anton Gabriel mal einige Versuche gemacht die das bestätigen.
Nitrat wirkt sich wohl ab 100mg/l für Fische nachteilig aus und unser Trinkwasser darf max. nur 50mg/l enthalten.

Sonst wüßt ich jetzt auch nix :? ausser das die Gefahr für unsere Pflanzen bei zu wenig Nährstoffen viel größer ist als wenn es zu viele sind.
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi Jacques,

bzgl. Nährstoffüberschüssen kann man nur eindeutig sagen, dass ein einzelner Nährstoff im Überschuss zu Problemen führen kann. Generell erhöhte Nährstoffwerte (mit ausgeglichener Nährstoffverteilung) führen nicht zu Algen.

Blockierungen von einzelnen Nährstoffen (z.B. Kalium blockiert Ca Aufnahme) sind eigentlich erst ab sehr sehr hohen Konzentrationen möglich >200 mg/l Kalium). Aus diesem Grund ist es schwierig von Blockaden zu sprechen....
Das es dennoch ggf. mal Probleme mit einzelnen Nährstoffen gibt, die man sich auch nicht so recht erklären kann, liegt wohl an den verdammt vielen Variablen im Aquarium und die Problematik, dass es kaum wissenschaftliche Untersuchungen diesbezüglich gibt.

Das aber z.B. PO4 nicht Algenauslösend ist, wurde schon in limnologischen Untersuchungen belegt. Es müssen hierfür aber gewisse Randbedingungen gegeben sein, wie klares Wasser, ausreichend Licht und Pflanzenmasse. In diesen Situationen verstärkt sich lediglich der Wuchs.
Eutrophierung kann aber natürlich in Gewässern, in denen dies nicht zutrifft auch zu Algen führen. Diese Beobachtungen aber 1:1 auf ein Aquarium zu übertragen, wäre gefährlich.

Wenn wir an unseren Aquarien "Versuche" machen, lässt dies leider noch lange keine Schlüsse auf die Generalisierbarkeit dieser Beobachtungen zu. Wir müssten zu Haus schon ein wissenschaftliches Experiment durchführen, dass nach genauen Regeln ablaufen müsste, damit sich nicht nur Korrelationen ergeben, sondern auch Signifikante Ergebnisse zum Vorschein kommen.
 

nik

Moderator
Teammitglied
Hallo Jaques,

Mario hat es beschrieben - und es ist so!

Bezüglich Algen wird immer wieder auf Phosphat, Nitrat, (Kalium, ) Ammonium, etc. geschaut wie das Kaninchen auf die Schlange. Es ist einfach so, dass in einem funktionierenden Aquarium bei derartigen Überschüssen nichts passiert! Passiert doch etwas, dann stimmt etwas anderes nicht. Das ist einmal der Bereich der Spurenelemente - den ich in seiner wichtigen Bedeutung für allgemein unterschätzt halte - und die Wechselwirkungen von Mikroflora auf die Nährstoffsituation. Mikroflora lässt sich leider nicht so einfach im gewünschten Sinne beeinflussen wie eine im Grunde simpel zu realisierende vollständige Düngung. Der Mulm aus gut laufenden Becken ist Gold wert! Der ist die Basis.
Zum CO2 ist zu sagen, dass das das Wachstum ankurbelt und sich so aus dem allgemein höheren Bedarf der Pflanzen anderweitige Nährstoffmängel einstellen können. Umgekehrt ist es aber möglich bei einer vollständigen Nährstoffversorgung mit geringen CO2-Gehalten (um 10mg/l, geregelt, jahrelang praktiziert) einen völlig mängelfreien Wuchs zu erreichen.

Dann gibt es noch den Bereich möglicher gegenseitiger Nährstoffblockaden, weil manche Nährstoffe chemisch ähnlich reagieren. Das gilt z.B. für Eisen und Mangan. Der Bedarf der Pflanze an beidem ist etwa gleich. Es wird aber vor allem auf das messbare Eisen geschielt. Ändert aber nichts daran, dass Fe und Mn günstigerweise in etwa gleichen Anteilen gedüngt wird. Volldünger leisten das übrigens. Eine ausschließliche Eisendüngung, z.B. mittels Fetrilon, halte ich mind. mal für überdenkenswert. Ein weiterer Komplex mit gegenseitigen Abhängigkeiten betrifft Kalium, Calcium und Magnesium. Eine Vorstellung von problematischen Bereichen mögen Sabines (Sabine68) Aquarien vermitteln, die in ihrem Ausgangswasser ca. 50mg/l Kalium hat. Die Beseitigung einer deutlichen Wuchsstörung ihrer Pflanzen gelang ihr erst durch Zugabe von Magnesium.
Mein Fazit - auch aus meiner eigenen Erfahrung heraus: Nährstoffblockaden sind möglich und man sollte sie bedenken, praktisch dreht es sich aber oft um ziemliche krasse Missverhältnisse bevor sich Probleme zeigen.

Wenn es also Probleme gibt, dann ist es beinahe immer ein Mangel! Und den Einfluss der Mikroflora sollte man bedenken. Mikroflora ist nicht gleich Mikroflora.

Gruß, Nik
 

Sabine68

Active Member
Hallo Jaques,

Nik":15rm6dgg schrieb:
Eine Vorstellung von problematischen Bereichen mögen Sabines (Sabine68) Aquarien vermitteln, die in ihrem Ausgangswasser ca. 50mg/l Kalium hat. Die Beseitigung einer deutlichen Wuchsstörung ihrer Pflanzen gelang ihr erst durch Zugabe von Magnesium.
Mein Fazit - auch aus meiner eigenen Erfahrung heraus: Nährstoffblockaden sind möglich und man sollte sie bedenken, praktisch dreht es sich aber oft um ziemliche krasse Missverhältnisse bevor sich Probleme zeigen.

Zu Niks Ausführungen möchte ich noch ergänzen, daß seinerzeit nicht alle meine Pflanzen auf dieses Mißverhältnis reagiert haben.
Ich hatte eine rote Ludwigie, die ganz weiß wurde, wogegen andere Pflanzen überhaupt keine Mangelerscheinungen zeigten.
 
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