Liebigsche Minimumgesetz

Valhall

Member
Hallo!

Ich habe eine Frage: Nach dem Liebigsche Minimumgesetz dürfte doch das Verhältnis der Nährstoffe egal sein, hauptsache, sie sind bis zum nächsten Wasserwechsel mit Aufdüngung ausreichend zur Verfügung.
Theoretisch könnte man auf sehr niedrige Werte aufdüngen, gerade so, dass es ausreicht.

In der Realität wird (mit Erfolg wie man oft sieht!) recht hoch aufgeduengt. Ich sehe da irgendwie einen Widerspruch. Gilt das Gesetz nicht mehr? Wie seht ihr das?

Gruss,
Dirk
 
Hi Dirk

alles eine Frage der Definition ^^
Wiki schrieb:
Das Minimumgesetz (von lateinisch minimum, „das Geringste“; von Carl Sprengel 1828 veröffentlicht, von Justus von Liebig in erweiterter Form popularisiert) besagt, dass das Wachstum von Pflanzen durch die im Verhältnis knappste Ressource (Nährstoffe wie Kohlenstoffdioxid, Wasser, Licht etc.) eingeschränkt wird.
Quelle

Schöne Grüße
Kevin
 
Hi Dirk,

den Gedanken hatte ich auch mal. Das funktioniert immer in gewissen Grenzen. Ich sag mal, bis 80lm/l kannst Du das Spiel so treiben. Es kann aber schon deutlich früher schief gehen. Ich versuche mal, meine Gedanken dazu zu erklären.

Die Nährstoffaufnahme der Pflanzen läuft überwiegend über Ionenpumpen ab. Das sind Proteine, die die Zellmembran durchdringen und mit dem Einsatz von "Energie" (ATP) entgegen des osmotischen Drucks Ionen in die Zelle befördern können.
Das funktioniert selektiv und unselektiv. Beim Letzteren nimmt die Pflanze Ionen auf, kann sie verwenden, oder nicht. Das ist zufällig, verbraucht aber Energie.
Das wiederum sorgt dafür, dass die Pflanze im Wachstum limitiert ist, wenn sie die benötigten Ionen nicht aufnehmen kann.
Die Pflanze ist limitiert, wenn die Energie, die sie erzeugt, nicht für die Nährstoffaufnahme ausreichend ist.
Das ist ein stochastischer Prozess, der jedoch vom Verhältnis der Nährstoffe abhängt.

Jetzt gibt es noch das Thema mit zu viel Licht, oxidativer Stress, zu viel ATP, was ja auch eine Art der Limitierung ist.

So viel zu den Mechanismen.
Jetzt kannst Du dir vorstellen, wodurch ein Minimum entsteht und wie das die Pflanze im Wachstum behindert.

Schöne Grüße
Kevin
 
Moin,

Vorweg in der Theorie klinkt es erst mal gut aber!
Ich würde es nicht nur an der Beckengröße festmachen. Ich kann mir gut vorstellen, das es auch bei 500liter funktioniert, wenn z.b nur Anubien, Bucephalanda oder vergleichbares drin ist, dazu wenig Licht und moderater besatz. Bei einen 60 Liter Becken mit nur schnellwachsenden Stängelpflanzen sowie co² und starker Beleuchtung, sieht es schon wieder ganz anders aus. Nehmen wir an alle stängelpflanzen sind 10 cm hoch, dann sind die nach 1 Woche 20cm hoch und die Pflanzenmasse hat sich verdoppelt und nach 2 Wochen verdreifacht. Wie willst du da die düngung anpasssen ? Dann kommen noch jahreszeitliche Temperaturschwankungen dazu (im sommer oft wärmer) sowie der besatz (fische wachsen oder vermehren sich) unterschiedliches Futter mit unterschiedlicher Belastung. Man müsste ständig messen so das nicht irgendwo ein mangel auftritt.

Nehmen wir irgendeine Rote Rotalla die wird bei 20 mg/l eine andere rote Farbe haben als bei 5mg/l also ganz passt das Gesetz dann doch nicht.

Liebe Grüße Ronny
 
Hallo,
Das funktioniert immer in gewissen Grenzen. Ich sag mal, bis 80lm/l kannst Du das Spiel so treiben.
Ich habe das früher längere Zeit so betrieben. Meine Erfahrung ist, dass es zusätzlich auch von der Pflanze abhängt. Insbesondere bei Nitrat scheinen einige Pflanzen selbst bei mittlerer Beleuchtung unter ca. 5 mg/L gar nicht überleben zu können, selbst wenn der tägliche Bedarf näherungsweise gedeckt wird. Andere hingegen schon, ohne Mangelsymptome zu zeigen. In meinem Fall war es in ungedüngtem Sand. In Soil, Humus oder Lehm sieht es je nachdem was dort gehalten wird sicherlich noch mal etwas anders aus.
 
Hey Adrian,

das glaub ich dir sofort. Ich hab auch schon komischere Effekte gehabt, Mangelerscheinungen, obwohl alles üppig war. Ich hab das damals auf den Biofilm geschoben, quasi als diffusionshemmende Schicht, die die Pflanze umgibt und ggfs. unterschiedliche Durchgänge hat für einzelne Ionen.
Jedenfalls ist das meine Erklärung dafür, warum eine recht heftige H2O2 Kur auf einmal für besseres Pflanzenwachstum gesorgt hat. Wasserwechsel und das anschließende Perlen sollte ja auch genug Sauerstoff einbringen.

Schöne Grüße
Kevin
 
Hallo zusammen,

ich kenne das auch, insbesondere bei PO4. Ich hatte schon Mangelerscheinungen bei 0,5mg/l, welche erst durch eine deutliche Erhöhung auf 3mg/l verschwunden sind. Aber auch nur in meinem Pflanzenbecken mit viel CO2 und viel Licht.

Auch die Punktalgen sind erst durch die deutliche Erhöhung verschwunden.

LG
Thomas
 
Hallo Robert,

bei vielen hier im Forum scheint 0,5mg/l PO4 pro Woche auszureichen. Egal wie stark das Licht oder wie hoch die Pflanzenmasse im Aquarium ist. Das hat bei mir nicht funktioniert. Zumindest nicht mit ungedüngtem Sand.

LG
Thomas
 
Hi,

für sich alleine hat man eine Lösung gefunden, aber für die Allgemeinheit gilt das eben nicht.
Thomas, das sind die wichtigen Erfahrungen aus der Praxis, die man mMn einordnen muss.

Ich für mich suche nach den "Grenzen", was überhaupt möglich ist.
Das geht in die Richtung von Extremwerten und -betrachtungen. Und irgendwie läuft das immer wieder auf den Biofilm hinaus...^^
Du kannst dir ja selber mal die Frage stellen, warum es höhere Phosphatwerte braucht. Vergiss ggfs nicht die Temperatur. Die kurbelt den Stoffwechsel auch sehr gut an.

Schöne Grüße
Kevin
 
Hallo , bei den ganzen Werten und der Messerei sollte man eines bedenken , es handelt sich um Lebewesen. Ich vergleich das gerne damit , wenn man mir 2 Pizzen gibt dann ess ich die und hab trotzdem noch Hunger , meine Frau schafft gerade mal ne halbe. Deshalb finde ich den optischen Blick viel wichtiger. Mit der Zeit erkennt man fast alles und wenn man sich doch mal unsicher ist kann man gerne mal durchmessen. Nur verlasst euch nicht auf die vorgeschlagenen Werte , das geht meisstens nach hinten los.
mfg. Paul
 
Hey,



man denke zum Beispiel an Natrium, Stichwort Enthärtungsanlage.

Die Pflanze vergiftet sich im Prinzip selbst, wenn die Konzentration im Wasser entsprechend hoch ist.
Das ist auch schon wieder ein schwieriges Thema.

Ich wohnte in einem Haus, das Leitungswasser hatte eine KH von 8, aber eine GH von 6. Habe mir sagen lassen, dass das an der Enthärtungsanlage liegt, und das Natrium die KH so erhöht hat.

Jetzt habe ich GH 6, KH 4, scheint optimales Wasser zu sein.
Aber jetzt stellt sich die Frage: Habe ich einfach Glück mit dem Wasser, oder ist das trotzdem einer Enthärtungsanlage geschuldet.

Dazu müsste ich das Natrium messen, habe aber keine für den Aquarianer bekannte Messmethode gefunden. JBL, Sera.. Niemand hat das im Angebot.

Gruß, Dirk
 
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