Eisen(II)-gluconat

Tobias Coring

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Hi,

ich habe mir mal einiges an Eisen(II)-gluconat bestellt. Wollte diese Eisenquelle einmal testen. Ein großer Düngerhersteller bietet dieses Produkt bereits als Eisendünger an (Seachem) und weist auch auf dessen Vorteile hin:

Zweiwertiges Eisen wird schnell im Wasser oxidiert, durch den Gluconatanteil bleibt jedoch das Eisen lange genug gebunden, damit die Pflanze es aufnehmen kann. Dennoch hält sich diese Eisenquelle nur sehr kurz im Aquarienwasser im Gegensatz zu chelatierten Eisen (EDTA, DTPA). Aber es ist dafür ohne große Energieaufwendung von den Pflanzen aufzunehmen. Eine tägliche Dosierung ist aber bei dieser Eisenquelle sehr zu empfehlen. Ebenso ist sie besser in weichem Wasser einzusetzen.

Der Gluconatanteil wird als Kohlenstoff im Aquarium verarbeitet.

Chelatiertes Eisen wird laut Seachem immer mit Dreiwertigen Eisen verabreicht. Dies kann natürlich auch von den Pflanzen aufgenommen werden, jedoch eben unter Energieaufwendigen Prozessen. Ebenfalls bleibt das Eisen sehr viel länger im Wasser verfügbar.
Pflanzen die primär ihren Eisenbedarf über das Wurzelwerk beziehen können ohne Probleme mit chelatiertem Eisen versorgt werden, jedoch haben Pflanzen, die auf eine Blattversorgung angewiesen sind bzw. diese bevorzugen, eine klare Präferenz für das Eisengluconat.

Hier eine englische ausführliche Beschreibung:

Antwort eines Seachem Mitarbeiters bezüglich Eisen Gluconat

Klingt alles sehr interessant. Auch wenn man mit Eisengluconat mehr Eisen in das Wasser einbringen muss, so profitieren Stengelpflanzen wohl absolut von dieser Eisenquelle. Bin gespannt wann mein Eisengluconat ankommt ;) und wie bzw. ob es sich positiv auf den Pflanzenwuchs auswirkt.

Mich würde persönlich auch interessieren, ob jemand weiß was mit den Chelatoren passiert, nachdem sie ihren Eisenanteil abgegeben haben? Binden sie darauf neue Metalle im Wasser? Dies könnte gerade bei hohen Volldünger Dosierungen mit starken Chelatoren (z.B. DTPA) zu einem Problem werden, da gewisse Spurenelemente dadurch nicht mehr ausreichend vorhanden sein könnten.
 

Tobias Coring

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Tobias Coring

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Hi,

so habe nun einige Zeit damit rumgetestet. Nach ein paar Tagen setze sichtbar besserer Wuchs ein... jedoch stagnierte das ganze recht schnell wieder. Ich habe dummerweise meine Eisenlösung nicht weiter angesäuert, wodurch das wohl relativ instabile Eisengluconat oxidiert bzw. ausgefallen ist.
Ich hätte der Nährlösung Ascorbinsäure oder ähnliches hinzufügen müssen, damit der pH Wert schön niedrig bleibt.

Aus diesem Grund dosiere ich den Kram nun trocken alle 5 Studen in mein Becken. Dies mache ich aber erst seit 2 Tagen und so muss man mit den Ergebnissen noch einige Zeit warten. Aber durch diese Dosierung kommt immer (alle 5 Stunden) 0,15 mg/l Zweiwertiges Eisen in leicht für Pflanzen verdaulicher Form ins Becken.

Da Eisengluconat nicht lange im Wasser bleibt ist die Dosierung in 5 Stunden Intervallen realisiert.
 

Roger

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Hallo Tobi,

ich muß den alten Thread mal wieder aus der Versenkung holen weil mich das Thema Mikrodüngung mit all seinen Variationen im Moment recht intesiv beschäftigt.

Wie ist die Geschichte bei Dir weiter gegangen?
Hat sich die Düngung von 0,15mg/l Fe alle 5 Stunden bewährt? In welchem Rahmen kann man variieren?
Ist das viele Eisen in dieser Zeit tatsächlich verschwunden, wenn ja, wo ist es hin? Fällte es aus oder wird es tatsächlich vollständig von den Pflanzen verbraucht?
Wenn ich mir selbst einen Eisengluconatdünger herstelle, wie viel Ascorbinsäure sollte ich dann zur Konservierung zugeben?
Was eignet sich noch anstatt Ascobinsäure und wo bekomme ich es problemlos?

Ist eine Düngung mit verschieden chelatierten Eisenkomponenten sinnvoll? Also z.B. Seachem Flourish welcher organisch chelatiert ist und ebenfalls Eisengluconat enthält in Verbindung mit dem EDTA chelatierten Fetrilon welches das Eisen länger in der Wassersäule hält? Alternativ könnte ich mir auch eine wöchentliche Düngung mit Mikro-Basic und eine zusätzliche tägliche mit Seachem Flourish vorstellen. :roll:
 

Tobias Coring

Administrator
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Hi Roger,

bei mir hat die Fe Zugabe schon zu einem positiven Wuchsbild geführt. Dennoch war ich nicht zu 100% damit zufrieden.

Alles in allem kann man jedoch folgendes sagen. Nährstoffe lassen sich eigentlich recht leicht abdecken. Viel wichtiger kam mir immer die ausreichende Strömung im Becken und genug CO2 vor.
Seitdem ich damit kräftig rumgespielt habe, wurde dieses Muster immer deutlicher für mich.

ICh will aber natürlich noch auf deine Fragen eingehen, da ich generell so Dünge, wie es mir die Pflanzen anzeigen. Eine zu analytische Herangehensweise brachte bei mir eigentlich immer eine "Verschlimmbesserung" ;).

Roger":3sdi9amn schrieb:
Ist das viele Eisen in dieser Zeit tatsächlich verschwunden, wenn ja, wo ist es hin? Fällte es aus oder wird es tatsächlich vollständig von den Pflanzen verbraucht?

Das Eisen fällt primär aus. Dennoch ist für die Pflanzen immer eine gute Menge Eisen verfügbar. Das Eisen fällt ja nicht auf einmal aus und so gesehen können die Pflanzen über den Tag genug aufnehmen. Eine wöchentliche Düngung mit EisenIIGluconat fällt jedoch aus.

Roger":3sdi9amn schrieb:
Wenn ich mir selbst einen Eisengluconatdünger herstelle, wie viel Ascorbinsäure sollte ich dann zur Konservierung zugeben?

Es geht ja nicht direkt um die Konservierung, sonder man probiert ein Mittel zuzugeben, welches die Oxidation des Eisens verhindert. Ascorbinsäure eignet sich hier sehr gut.

Roger":3sdi9amn schrieb:
Was eignet sich noch anstatt Ascobinsäure und wo bekomme ich es problemlos?

Ein einfacheres Mittel wirst du nicht finden.... du bekommst Ascorbinsäure (Vitamin-C) in jedem Supermarkt als Nahrungsergänzungsmittel. (Sind so kleine Döschen mit 100g drin, kosten ca. 2€).

Roger":3sdi9amn schrieb:
Ist eine Düngung mit verschieden chelatierten Eisenkomponenten sinnvoll? Also z.B. Seachem Flourish welcher organisch chelatiert ist und ebenfalls Eisengluconat enthält in Verbindung mit dem EDTA chelatierten Fetrilon welches das Eisen länger in der Wassersäule hält?

Jein. Kann schon hinhauen, es gibt auch Mikrodünger mit EDTA und Gluconat (pfertz). So gesehen sollte hier kein großes Problem entstehen. Man muss die Komplexbildungskonstanten der CHelatoren immer im Auge behalten, da ansonsten gewisse Nährstoffe aus dem chelatierten Komplex verdrängt werden können und durch Nährstoffe mit höherer Komplexbildungskonstante ersetzte werden. (Bei z.B: Düngung mit Flourish und MIkro Basic).

In der Praxis sehe ich hier jedoch keine großen Probleme...

Ich würde einfach etwas rumprobieren und primär auf die Pflanzen schauen.
 

moeff

Member
Hi,

nochmal einige Fragen zur Konservierung per Ascorbinsäure. Wieviel Gramm sollte man auf 1L Düngerlösung zugeben? Kann man dies auf alle Mikrodünger anwenden? Hilft Ascorbinsäure auch bei Ablagerungen in Düngekanistern/flaschen?

Noch eine Nebenfrage an Tobi, wird es deinen Mirkobasic Dünger auch irgendwann in 2L oder 5L Kanistern geben? ;)

Grüße Marco
 

Tobias Coring

Administrator
Teammitglied
Hi,

auf 1l => 1g Ascorbinsäure. Sollte ausreichen.

Mikro Basic wird es in ca. einem Monat auch in 5l Kanistern geben.
 
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