Becken frisst Phosphat

crick

New Member
Hallo Peter,

du schreibst in einem früheren thread, dass du vor allem Eudrakon N zur Stickstoffdüngung verwendest. Dieser Dünger beinhaltet relativ viel Ammonium und Harnstoff, die vermutlich dazu geführt haben, dass bei dir Nitrit entsteht. Eventuell ist dein Filter noch nicht ausreichend entwickelt. Es ist u.U. besser, einen Stickstoff-Dünger zu verwenden, der nur Nitrat-Ionen enthält. Das ist für die Pflanzen zwar nicht sooo schön, aber das Risiko Nitrit zu bilden, ist deutlich geringer. Zur Vermeidung von Nitrit-Bildung ist dieser Dünger eventuell "ungefährlicher": Makro Basic Nitrat Der enthält keine Substanzen, die zu Nitrit umgewandelt werden könnten.

VG und hoffentlich bekommst du das wieder hin.
 

omega

Well-Known Member
Hi,

mit einem Kaliumnitratdünger würde ich nur ca. 1/4 der Nitratmenge düngen, den Rest per Magnesium- und Calciumnitrat, z.B. per Aqua Rebell Advanced GH Boost N. Mit letzterem kommt pro Kation doppelt so viel Nitrat ins Wasser.

Grüße, Markus
 

Pjg

Member
Hi,
Filter und Heizung war ausgefallen und ich habe es nicht bemerkt. Somit kam Eudrakon N durch die Dosierpumpe ins Becken und ich vermute die Bakterien im Filter kamen nicht dazu das entstehende Nitrit umzuwandeln.
Ich hatte sowieso schon geplant auf AR GH Boost N umzusteigen, um diese Gefahr nicht mehr zu haben - leider zu spät.
Ich würde das aber als einzige Nitrat Quelle nehmen wollen. Ist das OK? Kalium habe ich eigentlich ausreichend durch das LW.
VG,
Peter

Bilanz bisher: Alle Neons (waren übrigens blaue, nicht Neonsalmler wie oben geschrieben) haben es nicht gepackt, ein Panzerwels und ein Guppy. Bei den restl. hoffe ich noch das es gut geht.
 

Kejoro

Active Member
Hallo,

Ich teste das morgen bzgl. des Volumens
Gesagt getan.
Vorgehensweise: 0,14g FeSO4-Heptahydrat genommen und in 200ml Wasser gelöst. Das sind 140mg/l Fe.
Davon etwas in einen Messbecher gegeben. Das Resultat ist im linken Bild zu sehen.
Das Eisen(II) muss noch zu Eisen(III) oxidieren. Dazu gab es wenige Tropfen Wasserstoffperoxid. Dabei wurde es "oben" brauner. Ein wenig Salzsäure beschleunigte den Prozess der Braunfärbung.
Anschließend gab es Kaliumcarbonat, um den pH zu erhöhen. Natronlauge hätte mir besser gefallen. Jetzt ist sehr wahrscheinlich eine Mischung aus Eisencarbonat und Rost entstanden...
Absetzen lassen und das Ergebnis ist rechts zu sehen.
IMG_20210129_155138.jpgIMG_20210129_165121.jpg
Die 140mg/l sind natürlich übertrieben. Das gibt es in keinem Becken. Aber insgesamt sind hier 140mg/l*0.05l = 7mg.
Das erreicht man doch recht schnell in einem Aquarium. Strebt man einen Wert von 0,1mg/l an Fe an, dann entspricht die Menge hier einem 70l Äquivalent.

@omega Das Zeug ist auch nicht magnetisch. Interessant, dass dein Schlamm magnetischen Charakter hat! Spricht allerdings für einen geringen Redoxwert in der Matte, sodass wieder metallisches Eisen entsteht. Oder es ist bei deiner Verarbeitung irgendwie entstanden. Ich kann die Brühe auch mal einkochen und abbrennen, wenn das interessant wäre.

Vom ausgefällten Volumen war ich überrascht!

Schöne Grüße
Kevin
 

Fino

Member
Hi Kevin,
Kejoro schrieb:
Das Eisen(II) muss noch zu Eisen(III) oxidieren. Dazu gab es wenige Tropfen Wasserstoffperoxid. Dabei wurde es "oben" brauner. Ein wenig Salzsäure beschleunigte den Prozess der Braunfärbung.
Anschließend gab es Kaliumcarbonat, um den pH zu erhöhen. Natronlauge hätte mir besser gefallen. Jetzt ist sehr wahrscheinlich eine Mischung aus Eisencarbonat und Rost entstanden...

Vom ausgefällten Volumen war ich überrascht!
Eigentlich ist das Ergebnis bei dem beschriebenen Versuch nicht wirklich überraschend, da die Löslichkeitsprodukte von Eisenhydroxiden und Eisencarbonaten gegen Null gehen.

Aber klar im Aquarium sammelt sich über die Zeit eine Menge an ausgefallenen Eisenverbindungen an, das sich dann im Boden und/oder Filter findet. Eine gute Chelatierung des Eisendüngers sorgt aber dafür, dass die Pflanzen ausreichend versorgt werden.

Viele Grüße
Klaus
 

omega

Well-Known Member
Hallo Kevin,

Interessant, dass dein Schlamm magnetischen Charakter hat! Spricht allerdings für einen geringen Redoxwert in der Matte, sodass wieder metallisches Eisen entsteht. Oder es ist bei deiner Verarbeitung irgendwie entstanden.
ich hatte das Zeug an einem 4mm² Kupferdraht haftend am Ende ausgeglüht. Ich bezweifle, daß dabei metallisches Eisen übrig blieb.

Grüße, Markus
 

Ismna

Member
Hi Kevin,
Die Corys könnten das höchstens noch einarbeiten

Also bei mir machen die Corys eigentlich genau das Gegenteil - sie sorgen mit ihrem Gewühle (+ Strömung im Becken) dafür, dass der Mulm im Filter landet und und entfernt werden kann. (Man, ich liebe meinen neuen Biomaster mit Vorfilter :cool:)

Seit ich den Filter habe, habe ich gefühlt Eimerweise Mulm aus dem Becken entfernt.

Sorry für Offtopic. :p
 

Kejoro

Active Member
Hallo zusammen,

Eigentlich ist das Ergebnis bei dem beschriebenen Versuch nicht wirklich überraschend, da die Löslichkeitsprodukte von Eisenhydroxiden und Eisencarbonaten gegen Null gehen.
Der Versuch war ja darauf aus, dass es zu Ausfällungen kommt. Mir war nur nicht bewusst, dass 7mg Eisen im Volumen so groß werden können^^ Meinst Du, dass Chelate im Aquarium das Eisen(-hydroxid?)-oxid wieder rücklösen können?

ich hatte das Zeug an einem 4mm² Kupferdraht haftend am Ende ausgeglüht. Ich bezweifle, daß dabei metallisches Eisen übrig blieb.
Stimmt... Im Netz gibt es widersprüchliche Aussagen, dass bspw. Rost nicht magnetisch sei, aber Eisen(II)-oxid wiederum schon. Die bislang beste Zusammenfassung habe ich in Wikipedia unter dem Stichpunkt Ferrite gefunden. Das erklärt deine Beobachtung eigentlich recht gut (Ferrimagnetismus von Eisenoxiden, Anmerkung: Antiferromagnetismus gibt es auch noch, hier sind die magnetischen Momente betragsgleich und antiparallel). Magnetbänder haben anfangs auch noch mit Oxiden funktioniert. Aber näheres zum Oxid finde ich leider nicht.

Also bei mir machen die Corys eigentlich genau das Gegenteil - sie sorgen mit ihrem Gewühle (+ Strömung im Becken) dafür, dass der Mulm im Filter landet und und entfernt werden kann.
Sowas ähnliches kann ich auch in meinem 200l Becken beobachten, aber ich wollte es nicht im Allgemeinen annehmen^^ Hier war der erste cm Sand immer frei von Cyanos. Ist kein Offtopic! Das hilft, die Sachen besser einzuschätzen.

Schöne Grüße
Kevin
 

Fino

Member
Hi Kevin,
Kejoro schrieb:
Der Versuch war ja darauf aus, dass es zu Ausfällungen kommt. Mir war nur nicht bewusst, dass 7mg Eisen im Volumen so groß werden können^^
Ah, verstehe. Ja, Eisenhydroxid "quillt" in Wasser ganz gut. Frag mich gerade, ob das Volumen durch deine anderen Zutaten, die sich so nicht im Aquariumwasser finden, etwas verzerrt ist. Wirkt ja so, als sei die Schicht 4 -5 Millimeter hoch. Für 7 mg Eisen kommt mir das ein wenig viel vor. Hätte eher ein einfache Bodenbedeckung (1 mm-Schicht) erwartet. Vielleicht findet sich ja im Netz etwas dazu, wieviel 1 mg Eisenhydroxid, Eisencarbonat etc. in wässriger Lösung an Volumen ergeben.

Kejoro schrieb:
Meinst Du, dass Chelate im Aquarium das Eisen(-hydroxid?)-oxid wieder rücklösen können?
Ich vermute nein. Wäre aber schön, dann bräuchte man statt dem chelatierten Eisen nur Chelat als "Dünger" verwenden:). Könnte allenfalls mit einem deutlichen Chelatüberschuss funktionieren. Könnte man ja auch mal testen, ob das unter Normalbedingungen funktioniert.

Viele Grüße
Klaus
 
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