AQUASCAPING MADE IN GERMANY - Ep. 7 - Aram Schneider

Fredo

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Ep.7



Name: Aram Schneider
Alter: 36
Ort: Aachen



“Aram, wie bist Du zum Aquascaping gekommen?”


“Ich hatte lange Zeit als Kind ein klassisches Gesellschaftsaquarium. Schon damals war das Umgestalten des Beckens alle paar Monate für mich immer ein Highlight! Als Teenie hat mich Aquaristik nicht mehr interessiert. Erst als Erwachsener in den Dreißigern hat mich das wieder gepackt, aufgrund des Nano-Trends und der Zwergarnelen. Der Einstieg war schnell gemacht, erst mit einem noch eher biotop-ähnlichen Ansatz, dann ging es aber ganz schnell in die reine Aquascaping-Ecke. Mittlerweile versuche ich, zwischen Aquascaping und Meerwasser eine Brücke zu schlagen, das ist mein aktuelles Thema.”

“Wo siehst Du Deutschland im internationalen Vergleich? Was meinst Du könnte man verbessern um Aquascaping in Deutschland populärer zu machen?”


“Puh, sehr schwierig. Ich glaube, Deutschland ist einfach kein Land von Aquascapern im asiatischen Sinne. Wir haben einfach nicht so ein auf Aquascaping ausgelegtes Schönheitsempfinden (Stichwort Wabi Sabi) und einen anderen Bezug zur Natur wie die Asiaten oder Osteuropäer wie etwa Polen oder Ungarn.”
“Dem deutschen Aquarianer mit Bezug zu Wasserpflanzen geht es wohl eher um Leistung (bombastischer Pflanzenwuchs) oder Sammelleidenschaft (Pflanzenraritäten sammeln). Hierzulande ist der Fokus einfach ein anderer und liegt nicht so sehr auf dem Schwerpunkt der Gestaltung, wie in anderen Ländern. Das ist absolut in Ordnung, nennen wir es den deutschen Stil, hat aber leider bei internationalen Wettbewerben unter asiatischen Bewertungsrichtlinien keine gute Chance. Dazu kommt noch, dass die Deutschen wohl recht wettbewerbsängstlich sind. Bezogen auf die Landesgröße ist die deutsche Teilnahme an großen Wettbewerben quantitativ und qualitativ sicherlich noch steigerungsfähig. Da sollte man den Leuten mal die Angst nehmen und sie an die Hand nehmen, dabei sein ist doch alles!”

“Ein Thema wie Aquascaping braucht sehr enthusiastische Hobbyisten, die mit ihrer Energie, Leidenschaft, ihrer Erfahrung und Qualität das Hobby vorantreiben und präsentieren. Diese Leute gibt es - das ist ein harter Kern bestimmter Personen, der aber vor 3 bis 4 Jahren seine aktivste Zeit hatte. Um diese alten Recken ist es nun eher ruhig geworden. Es kommt zwar etwas Nachwuchs nach, aber auch das ist noch deutlich ausbaufähig. Wir brauchen also wieder aktive Vorbilder, die einen inspirieren! Wir brauchen mehr nationale Aquascapingplattformen, seien es Internetpräsenzen, Wettbewerbe oder Workshops. Wichtig ist, dass Inhalt geliefert wird. Auch der Zusammenhalt der Interessengemeinschaft muss noch etwas verstärkt werden.”

“Was bedeutet Aquascaping für Dich?”

“Nun, ich tendiere dazu, mein Hobby sehr extrem zu betreiben. Und Aquascaping ist meine Leidenschaft. In meiner Anfangszeit habe ich über das Internet alles an Wissen und Inspiration über das Thema aufgesogen und war sehr aktiv in den einschlägigen Foren. Mittlerweile kann ich nicht mehr so viel Zeit und Energie für Aquascaping opfern, genieße aber immer noch jede freie Minute, die ich vor meinen Layouts verbringen kann. Ein Aquarium ist für mich immer noch ein beruhigender Ausgleich zum Alltagsstress und hilft mir, Sachen zu entschleunigen.”
“Beschreibe bitte ein typisches Setup von Dir! Welche Technik kommt zum Einsatz, welches Substrat und wie beleuchtest und düngst Du?”

“Nun, ich bin im Laufe der Zeit immer fauler geworden. Ich bin auch keiner von den Stängelpflanzen-Scapern – das ist mir zu anstrengend. Ich setze viel auf langsam wachsende Arten die wenig Licht benötigen, also vor allem Moose, Farne und bestimmte Bodendecker. Dementsprechend habe ich meine Technik heruntergeschraubt. Eine eher schwache Beleuchtung, wenig Wasserwechselintervalle und kaum Düngung. Dennoch setze ich gerne nährstoffreiches Substrat ein, damit die Pflanzen sich gut über die Wurzeln ernähren können. Und eine CO2-Anlage kommt immer zum Einsatz, ohne diese finde ich den Pflanzenwuchs dann doch zu ungesund.”
“Wichtiger als die Pflanzen- ist mir die Hardscape-Seite, also genügend Dekoration wie Wurzeln und Steine und dekorative Bodengründe. Material in der Hinsicht sollte ausreichend vorhanden sein. Meine Spezialität sind ausgefallene Layouts mit viel Tiefenwirkung.”

“Davon gab es ja schon Einige zu sehen. Hier exemplarisch ein paar Deiner neueren Arbeiten”







“Kannst Du uns bitte ein Making-Of eines Deiner Layouts präsentieren!”

“Diese Kreation ist schon etwas älter und trägt den Titel „Brandung“. Der Name sollte recht eindeutig sein. Ich wollte den perspektivischen Blick einer Küstenlandschaft nachbauen. Hier ist der reine Hardscapeaufbau zusehen:



Hier ist das Aquarium bepflanzt und befüllt. Einige Details wie der Sandstrand wurden hinzugefügt:




Ein Putztrupp Geweihschnecken sollte nicht fehlen. Hier erkennt man gut, wie eine Schnecke einen veralgten Stein wieder sauberfrisst:



Hier das Becken mit Fischbesatz nach einiger Entwicklungszeit:



Und hier der Final Shot:



“Danke für dieses schöne Making-Of. Bitte nenne uns noch drei Aquascaper die Dich am meisten inspiriert haben!”

“Ich bin ein großer Fan der CAU. Amano war natürlich der Pionier und hat auch mir persönlich den ersten Kick gegeben, aber die Werke von chinesischen Scapern wie Dave Chow, Cliff Hui oder Gary Wu haben mich total umgehauen. Die könne ein Becken richtig auf den Punkt scapen und deren Detailreichtum ist sagenhaft.”

“Aram, ich danke Dir für dieses tolle Interview und freue mich auf neue Arbeiten von Dir!”
 

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