120x40x40 mit Überlaufschacht und Technikbecken

steppy

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Hallo,
ich stelle nun auch mal mein Aquarium vor.

Im Herbst 2017 sind wir umgezogen. Mein damaliges Aquarium hatte ich für den Umzug weitestgehend entleert, Hardscape und Tiere für die kurze Fahrt innerorts aber dringelassen. Leider ist eine Ecke am Aquarium abgeplatzt und aus Angst vor weiteren Schäden habe ich mich nicht getraut es ins Haus zu Stellen. Zum Glück gab es einen kleinen Extra-Raum. Dort stand es für 3,5 Jahre, beleuchtet von einer zeitschaltuhrgesteuerten Deckenlampe, halb gefüllt und weitestgehend sich selbst überlassen. Im Mai 2018 habe ich ein neues Becken bestellt. Im alten Aquarium hatte ich schon einen Überlauf (über kommunizierende Röhren) und ein Technikbecken. Das hat mir sehr gut gefallen, so dass ich dieses mal direkt ein Becken mit Überlaufschacht genommen habe. Leider war ich zu optimistisch: Ich hatte überhaupt keine Zeit ein neues Aquarium aufzusetzen. Erst drei weitere Jahre später bin ich nun dazu gekommen es endlich in Betrieb zu nehmen.

Im Mai habe ich mit ersten Hardscapeversuchen begonnen. Lavasteine vom Natursteinhändler hatte ich noch von der Einrichtung des alten Aquariums. Außerdem einen schönen Flintstein/Feuerstein. Dazu habe ich mir rote Moorwurzeln und Mopani besorgt.
hardscape1.jpg

hardscape2.jpg

Als Unterschrank habe ich einen Aqualantis Fusion verwendet. Den hatte ich in 1m breite schon vorher verwendet und wusste was mich erwartet. Vorteil ist, dass er im Vergleich zu anderen Standardschränken etwas höher ist. Optik ist ok, verarbeitung auch. Mit Wasser sollten die Kanten aber nicht lange in Kontakt kommen, das Holz quillt dort sofort auf. Ich habe darum innen alle Kanten mit Silikon versiegelt. Außerdem habe ich ihn mit einer Eichenplatte etwas aufgebrezelt, so passt er gut zu den anderen Möbeln und sieht generell deutlich besser aus. Hier beim Dichtheitstest gut zu sehen:
dichtheitstest.jpg

Das Becken sollte eine Abdeckung haben. Die habe ich zunächst selbst gebaut, dann konnte ich in der Nähe aber eine günstige gebraucht bekommen. Leider in Buchenoptik. Ich habe die Abdeckung dann mit einer Klebefolie versehen und bin mit dem Ergebnis ziemlich zufrieden.
leer_abdeckung.jpg

Durch den Schacht hinten rechts habe ich auf der Seite wenig tiefe für das Hardscape. Den Steinaufbau an der Stelle habe ich hinten abgeflext, der ist nun nur wenige Centimeter tief. Der Kamm guckt oben noch raus, aber das wächst noch zu.
leer.jpg

Gruß
Stefan
 

steppy

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Hallo,
hier auch noch ein Bild des Technikbeckens:
technik.jpg
Was sieht man hier?

Erstmal sieht man, zwei Cubes ineinander (30L und 45L) die ich als Technikbecken verwende. Hintergrund ist meine Angst, das Technikbecken zu überfluten oder zu beschädigen. Wenn ich die CO2 Flasche (hinten links in der Ecke) tausche und mir die runterfällt, dann geht hoffentlich nur ein Cube zu Bruch;)
Außerdem kann, wenn es blöd läuft, mehr Wasser zurück laufen als der 30L Cube aufnehmen kann. So habe ich noch 15L Reserve. Einmal hat mich das schon vor einer Überschwemmung des Bodens mit mehreren Litern gerettet.
Den Wasserwechsel mache ich täglich über eben dieses Becken mit zwei 14L Gießkannen. Ich Pumpe ~12L aus dem Becken raus und fülle entsprechend nach. Die Pumpe dafür liegt im Becken.
Im Becken liegen außerdem der CO2 Reaktor, und ein bisschen Testmaterial zu Filterung von kleinen Schwebstoffen. Da ist mittlerweile aber wieder raus, das Becken hat keinerlei Filtermaterial im Kreislauf. Der Heizer kommt (wenn nötig) ebenfalls in das Becken. Der CO2 Reaktor und das Filtermaterial sind gute Beispiele dafür warum ich das Technikbecken mag: Man kann Sachen außerhalb des Hauptaquariums machen und muss sich nicht darum kümmern, dass die Wasserdicht sind.

Links am Becken hängen 4 Dosierpumpen (DIY), gesteuert vom DIY Aquariencomputer.

Aufgrund einer Bakterienblüte habe ich einen UVC-Klärer mit in den Kreislauf gehängt, den ich bei Bedarf zuschalte (das schwarze Teil links). Nachdem ich einen Fisch mit Samtkrankheit hatte habe ich den UVC ebenfalls laufen lassen. Die Algenblüte war schnell weg und die Samtkrankheit hat sich auch nicht ausgebreitet, allerdings bekomme ich es reproduzierbar mit Bartalgen zu tun wenn ich ihn verwende. Kenne ich sonst nur von zu viel Volldünger. Da der UVC die Eisenchelate zerstört sollte das nicht an zu viel Eisen sondern an einem veränderten Verhältnis von Eisen zu den sonstigen Nährstoffen im Volldünger liegen. Ich werde demnächst einen Bypass für den UVC-einbauen. So kann ich die Pumpe weiter drosseln, denn der UVC hat doch einen ordentlichen Strömungswiderstand.

Mittlerweile hängt auch der Dropchecker im Technikbecken.

Gruß
Stefan
 

steppy

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Ein Bild vom bepflanzten Aquarium darf natürlich nicht fehlen. Dieses Bild ist nicht aktuell, zeigt aber in etwa die initiale Bepflanzung.
bepflanzung1.jpg

Für den Steinaufbau vorm Schacht habe ich aus dem alten Aquarium noch Anubias, Bucephalandras und Farne retten können. Wegen des Algenbefalls im alten Aquarium haben die ein Wasserstoffperoxyd bekommen. Den Farnen ist das nicht gut bekommen, ich hoffe die erholen sich wieder.

Als Bodendecker hatte ich zunächst Ranalisma Rostratum eingesetzt, ist hier links auch noch vorhanden. Leider wird sie mir zu groß und wächst zudem viel zu schnell. Bevor andere Pflanzen überhaupt begonnen haben zu wachsen hatte Ranalisma Rostratum schon fast den kompletten Boden bedeckt und sich rasen schnell weiter ausgebreitet. Rechts habe ich die schon gegen Elocharis Mini getauscht.

Nochmal generell zur Einlaufphase: Ich habe die ersten Zwei Wochen nur eine Lampe fertig gehabt und nur damit beleuchtet. Gedüngt habe ich auf Stoß und nach Gefühl. Das Licht lief 12 Stunden am Stück. Zu keinem Zeitpunkt gab es irgendwelche Probleme mit Algen! Das hatte ich nicht erwartet, war aber natürlich sehr erfreut :)
Erst als ich immer mehr Eisendünger zugegeben habe um der Pogostemon stellatus "Broad Leaf" auf die Sprünge zu helfen und einige andere Mängel zu beseitigen, kamen einige Bartalgen auf. Die Lösung des Rätsels kam dann, als die neueste Trinkwasseranalyse vom Versorger rausgegeben wurde: Nur noch 3mg/L Magnesium statt 8,5mg/L. Ich dünge mit Magnesiumnitrat, aber Magnesium war trotz allem zu gering. Jetzt Dünge ich zusätzlich noch mit Bittersalz. Die Broad Leaf will aber im Übrigen bis heute nicht...

Weitere Pflanzen, die ich zu diesem Zeitpunkt eingesetzt habe sind u.A.:
Proserpinaca Palustris
Micranthemum Umbrosum
Micranthemum Montecarlo (als Aufsitzer auf dem Steinaufbau)
Cryptocoryne Albia Brown
Cryptocoryne Lucens
Croytocoryne Flamingo
Cryptocoryne Hobbit
Cryptocoryne Parva
Cryptocoryne wendtii Green Gecko
Ludwigia Palustris Super Red
Nymphoides Taiwan
Hydrocotyle Tripartita
Potamogeton Gayi
Pogostemon Sampsonii
Staurogyne Repens
Schismatoglottis Prietoi
Acorus gramineus Pusillus

Gruß
Stefan
 

steppy

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Zunächst mal ein Bild um zu zeigen wie sich das Aquarium weiter entwickelt hat:
evolution1.png

Links vorne ist HCC eingezogen. In der Ecke hinten links wachsen Cryptocoryne Albida Brown und Potamogeton Gayi durcheinander was bis heute so ist, aber nicht gut aussieht. Bei Potamogeton Gayi wundere ich mich, dass die nicht besser wächst. Eventuell ist es zu hell, denn die Pflanze kommt nicht richtig hoch. Ich werde sie wohl entfernen. Passt auch nicht richtig rein und überwuchert die Cryptocoryne Albia.
Ich hatte ursprünglich ein wenig Hydrocotyle Tripartita verwendet. Ich mag diese Pflanze sehr, sie sieht toll aus, ist leicht zu halten und riecht so gut :). Als ich die Hydrocotyle Tripartita "Mini" gesehen habe musste ich gleich zuschlagen. Hier sieht man, dass sie sich auch schon ganz gut ausgebreitet hat. Macht sich sehr gut. Viel kleiner als dir normale Tripartita bleibt die Mini aber nicht.
Außerdem hat die Cryptocoryne "Green Gecko" gut zugelegt. Die ist wirklich toll, ich sollte nochmal ein Einzelbild davon reinstellen.

Man sieht auch, dass neue Fische im Becken sind: 10 Diamantregenbogenfische (Melanotaenia praecox) sind eingezogen. Ich hatte mir lange Gedanken gemacht und die Aquaristikläden in der Umgebung abgeklappert. Nur mit Corydoras und Otocinclus wirkte das Becken doch etwas leer. Auf der anderen Seite haben die beiden wunderbar harmoniert und auch den Schwimmraum viel genutzt. Meine Hoffnung war, dass es so bleibt. Leider hatte das Einsetzen der M. Praecox aber nur Nachteile für alle beteiligten :(
Anfangs waren sie total entspannt, aber nach einigen Tagen begann eine erste "hektische Phase" in der sie absolut schreckhaft waren, geflüchtet sind, sogar versuchten aus dem Wasser zu springen wenn man sich dem Aquarium nur genährt hat. Das ging zwei Tage, dann war alles wieder normal. Solche Phasen sind aber immer wieder gekommen. Einen wirklichen Grund konnte ich nicht ausmachen. Vermutung im Nachhinein: Erschütterungen lösen diesen extremen Stress aus. Die erste Stressphase fiel mit Renovierungsarbeiten in der Umgebung zusammen. Da wurde zwei Tage lang mit schweren Gerät an Wänden gearbeitet. Bei drei kleinen Kindern im Haus geht es auch nicht ruhig zur Sache. Insbesondere die Kugelbahn führt immer mal wieder zu Erschütterungen.
Leider hingen die Fische ansonsten viel vor der Aquarienscheibe und haben auf Futter gewartet wenn jemand davor saß. Das eigentlich wirklich Interessante Verhalten konnte man so eher aus der ferne beobachten. Das schlimmste: Auch die anderen Fische haben sich nur noch versteckt. Die Otocinclus sind nahezu gänzlich unsichtbar geblieben. Innerhalb von zwei Monaten habe ich gerade mal drei (!!!) von Ihnen gesehen. Da weder Fische, noch ich oder der Rest der Familie mit dieser Situation zufrieden war, habe ich die Fische abgegeben. Die schwimmen nun 500m entfernt in 1000L.
Die Otocinclus sind wohl z.T. leider am Stress eingegangen. Selten sah ich noch ganz kurz einzelne Tiere, die hielten sich aber sonst generell absolut versteckt. Ich habe nun 5 neue eingesetzt und zumindest einer aus dem alten Bestand hat sich der Gruppe angeschlossen. Keine Ahnung ob noch weitere von den Alten da sind.

Mittlerweile sind statt dessen 21 Boraras Urophthalmoides und eine Gruppe Dario Dario eingezogen. An denen habe ich sehr viel Freude.

evolution2.jpg

Gruß
Stefan
 
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