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Postby Valcas » 15 Jan 2015 00:47
Hallo Leute!

Ums kurz zu halten: Es geht um den Manado (da ich ihn wegen Optik & Preis sehr in Erwägung ziehe :lol: ) , der is ja ziemlich leicht und feinporig. Ist das zu viel des Guten bezüglich Bakterienansiedelungsfläche? Können da eventuell arge Probleme auf mich warten bez. Nährstoffe und Algen? :glaskugel:
Gibt es evtll. einen Zusammenhang zwischen Blaualgen und dem Manado?

Bitte um kleine Hilfe :tnx:
Vorschläge für einen anderen Bodengrund (der Farbe Braun) heiße ich wilkommen :D
Grüße
Rick
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Postby Plantamaniac » 15 Jan 2015 09:09
Hallo, Manado ist ein Tongranulat und damit ein Ionenaustauscher.
Wenn er einmal mit Nährstoffen beladen ist, funktioniert er Problemlos.
Das dauert allerdings.
Blaualgenneigung kann ich ihm nicht unterstellen. Beide Becken sind frei davon.
Er härtet auch auf, jenachdem welche Charge man erwischt.

Alternativ würde ich Dennerle 1-2mm Kies oder Garnelenkies in der Farbe Rehbraun empfehlen.
Der sieht sehr schön aus und ist gänzlich unbedenklich. Leichte Schaumbildung am Anfang kommt von der Produktion und ist unschädlich. Einfach Wasser wechseln und gut.
Chiao Moni
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Postby Valcas » 15 Jan 2015 09:34
Hi Moni!

Aha! Ionentauscher. Jetz interessiert mich der Manado noch mehr :p
Ists vorteilhaft wenn man den in der ersten zeit in gut gedüngtem wasser einlegt?
Bzw auf was soll man da achten? Von JBL kenn ich da nicht grad viel Info dazu...
Grüße
Rick
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Postby Plantamaniac » 15 Jan 2015 10:50
Hallo, für 0815 überbesetzte Gesellschaftsbecken ist das von Vorteil.
Für Pflanzenreiche und Fischarme Becken ehr nicht.
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Postby Valcas » 15 Jan 2015 11:09
Hallo,

so ganz verstehe ich das nicht, wie einlegen in Dünger von Vorteil für Fischbecken ist :?
Oder meinst du der Manado allgemein sei besser für Fischbecken als für Pflanzenbecken? Weil geplant ist eigentlich ein sehr gut Bepflanztes.

Jedenfalls hab ich doch, sogar auf der JBL Seite eine PDF gefunden über den Manado. Gibts Testergebnisse und viele Infos (zb dass der 10 Wochen lang Nährstoffe einsaugt) :smile:

Wie siehts denn mit den Bakterien aus?
Unterstützt den Filter durch seine riesige Siedlungsfläche für Schadstoff abbauende Bakterien.

Bei Lava-Bodengrund solls ja zuviel Besiedelungsfläche sein. Oder brauch ich mir in die Richtung keinen Kopf zu machen?
Grüße
Rick
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Postby omega » 15 Jan 2015 23:50
Hi,

ich kapier die Argumente bzgl. Besiedelungsfläche bei Bodengrund nicht. Wie kann es denn da ein Zuviel an Besiedelungsfläche geben oder eine Unterstützung des Filters?
Bakterien siedeln sich vermehrt dort an, wo es viel zu Futtern gibt. Viel zu Futtern gibt es dort, wo viel Strömung herrscht. Also im Filter, in dessen Schläuchen und auf angeströmten Oberflächen. Viel Strömung im Bodengrund? Nennenswert doch nur bei einem Bodenfluter.
Auf dem Bodengrund? Unter dichtem Pflanzenwuchs? Nee, oder?

Einen Filter kann Bodengrund nur unterstützen, wenn der Filter unterdimensioniert ist. Ist er dagegen groß genug, kann Bodengrund dem Filter höchstens Abbauleistung abnehmen. Im Filter fände dann eine geringere Abbauleistung statt. Er könnte kleiner ausfallen.

Alle Oberflächen im Aquarium werden von Bakterien besiedelt. Die einen mehr, die anderen weniger. Die Fläche kann noch so groß sein, maßgeblich ist allein das Futterangebot.

Grüße, Markus
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Postby Valcas » 16 Jan 2015 00:07
Hey Markus!

Da doch einiges an organischem Material in den Kies eindringt, bin ich davon ausgegangen, dass sowieso ein großer Anteil an Bakterien dort lebt (ob Strömung oder nicht), hatte nur Angst vorm "zuviel an Bakterien" von dem man halt ab und zu mal hört.
Deine Schlüsse aber klingen logisch und weils mir grad in mein Konzept passt und mir der Manado eh gefällt hol ich mir den mal ohne mir große Gedanken drüber zu machen :D
Grüße
Rick
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Postby omega » 16 Jan 2015 00:35
Hi Rick,

Valcas wrote:Da doch einiges an organischem Material in den Kies eindringt, bin ich davon ausgegangen, dass sowieso ein großer Anteil an Bakterien dort lebt (ob Strömung oder nicht)

dieses org. Material bringt seine eigene Oberfläche mit. Den vom Bodengrund braucht es nicht. :smile:
Aber täusch Dich nicht. Der Anteil, der im Bodengrund eindringendes org. Material futtert (ohne Bodenfluter), hat recht wenig mit den Baktertien zu tun, die auf angeströmten Oberflächen siedeln.
Die im Bodengrund (ohne Bodenfluter) arbeiten eher anaerob (unter Sauerstoffabschluß), produzieren dort u.a. eher H2S (Schwefelwasserstoff). Die auf angeströmten Oberflächen dagegen arbeiten aerob (brauchen Sauerstoff) und verstoffwechseln organisches Material u.a zu Ammonium/Ammoniak, Nitrit und Nitrat. Die stehen nicht in Konkurrenz.
Mit Strömung im Bodengrund sieht es anders aus.

Grüße, Markus
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Postby Valcas » 16 Jan 2015 01:57
Achja da gibts ja verschiedene Bakterien :doh:

Ich les immer wieder von Sand in Pflanzenbecken, wieso? Ich dachte das wäre wegen Bakterien die ansonsten da am Nährstoffhaushalt pfuschen

Sorry, aber ich muss das ausnutzen wenn jemand was weiß, das ich nicht weiß :D
:tnx:
Grüße
Rick
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Postby nik » 16 Jan 2015 10:17
Hallo zusammen ,

in einem gröberen Bodensubstrat spielt die Strömung zum Sauerstoffeintrag nur eine vernachlässigbare Rolle. Der Eintrag findet über Diffusion und Pflanzenwurzeln statt. Fakultative Anaerobier nutzen erst den leicht verfügbaren gelösten Sauerstoff bevor sie den energieaufwändig aus SO4, NO3 reißen. Ohne O2 im Boden bedeutete das im Regelfall anaerobe Prozesse mit wahrnehmbarer Schwefelwasserstoffbildung, das ist aber nicht so! Das funktioniert solange aerob, solange genug O2 im Boden für die Mineralisierung der organischen Stoffe vorhanden ist. Es hängt also vom Verhältnis organische Stoffe und O2 ab. Da durchaus nicht unerheblich organische Stoffe in den Boden sickern ist auch der Beitrag zur Filterung entsprechend, d.h. nicht zu unterschätzen! Im Sand fehlt es an den eindringenden organischen festen Stoffen.

Gruß, Nik
nik wrote:
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Postby Plantamaniac » 16 Jan 2015 11:46
Hallo, das habe ich ja auch nicht behauptet.
Für Becken mit mehr Fisch als Pflanzen ist es günstig, wenn der Boden in der Einlaufphase überschüssige Nährstoffe aufnimmt und/oder verarbeitet, da ja die Pflanzen fehlen die das sonst tun. Später macht das der bei vorwiegender Fischhaltung favorisierte große Filter mit absorbierenden Filtermedien.
In Pflanzenaquarien möchten wir das nicht, da die Pflanzen von den Nährstoffen leben und Mangelerscheinungen zeigen können.
Ich weiß noch wie mein großes Manadobecken neu war. Trotz gewohnter Düngung, die sich schon seit Jahren in den andern Becken bewährt hatte, haben meine Vallisnerien ausgesehen wie Helanthium Tennelus :shock:
Die andern Pflanzen hatten auch Zwergenwachstum. Den Tieren ging es allerdings gut :D
Chiao Moni

Valcas wrote:Hallo,

so ganz verstehe ich das nicht, wie einlegen in Dünger von Vorteil für Fischbecken ist :?
Oder meinst du der Manado allgemein sei besser für Fischbecken als für Pflanzenbecken? Weil geplant ist eigentlich ein sehr gut Bepflanztes.

Jedenfalls hab ich doch, sogar auf der JBL Seite eine PDF gefunden über den Manado. Gibts Testergebnisse und viele Infos (zb dass der 10 Wochen lang Nährstoffe einsaugt) :smile:

Wie siehts denn mit den Bakterien aus?
Unterstützt den Filter durch seine riesige Siedlungsfläche für Schadstoff abbauende Bakterien.

Bei Lava-Bodengrund solls ja zuviel Besiedelungsfläche sein. Oder brauch ich mir in die Richtung keinen Kopf zu machen?
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Postby omega » 16 Jan 2015 13:49
Hallo Nik,

nik wrote:Der Eintrag findet über Diffusion und Pflanzenwurzeln statt.

ja, an die Pflanzen hatte ich nicht gedacht. Die können riesige Mengen O2 in den Bodengrund pumpen. Hier in meinem Starklichtaq. blubbert es stark aus dem Bodengrund (Sand <= 0,7mm), wo die Pflanzendichte hoch ist. Woanders, wo keine Pflanzen stehen, verfärbt sich der Bodengrund allerdings ab ca. 2cm Tiefe grau-blau-grün, seltsame Farbe.
Meine Ausführungen gelten dann wohl eher nur für unbepflanzte Teile eines groben Bodengrundes, in die Futterreste, Kot und Pflanzenreste eindringt und dort zumindest teilweise vergärt, wobei u.a. Methan und H2S entsteht.

Fakultative Anaerobier nutzen erst den leicht verfügbaren gelösten Sauerstoff bevor sie den energieaufwändig aus SO4, NO3 reißen.

Sulfatreduzierer sind obligat anaerob (Quelle 1, Quelle 2). Die haben mit De/Nitrifizierern nichts am Hut.
Es gibt also schon Unterschiede zwischen den fakultativ anaeroben Filterbakterien, die auch auf anderen Oberflächen als einem Filtermedium und in aeroben bis anoxischen Teilen eines Bodengrundes leben, und den obligaten Anaerobiern tiefer im Bodengrund, wo kein O2 mehr hingelangt. Letztere führen bei Überhandnehmen zum Umkippen des Aq. (stinkende Brühe). In einem stark pflanzenlastigen Aquarium kann man die aber m.E. größtenteils vernachlässigen, außer vielleicht z.B. in einem dicken Stück Holz oder im Bodengrund unter großem Wurzelholz.

Grüße, Markus
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