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Postby TeimeN » 14 Jun 2015 14:32
Hallo zusammen,

Vor kurzem ist mir in einem Wissensmagazin die Summenformel von Zucker ins Auge gestochen: C12H22O11
Da hat natürlich gleich der Aquarianer in mir Alarm geschlagen :D Die 12-fache Menge Kohlenstoff im Vergleich zu CO2 ---> Da müssten theoretisch die Pflanzen den Turbo einlegen!
Ist es möglich Zucker als zusätzlichen Kohlenstoffdünger zu verwenden? Beim Stickstoff ist es ja ein alter Hut dass dieser in einem möglichst breiten Spektrum gedüngt werden soll, also Urea, Ammonium und NItrat um das Wachstum zu begünstigen.
Wenn ich es richtig sehe, würde bei der Abspaltung der Kohlenstoffatome nur noch Wasser übrig bleiben, somit produzieren die Pflanzen bei der Aufnahme von Zuckerkohlenstoff keinen Sauerstoff. Also ist Zucker wenn überhaupt nur als kleine Ergänzung zur Spektrumserweiterung der Kohlenstoffdüngung zu verwenden.
Hat jemand von euch Erfahrung mit diesem Thema? Wieviel Zucker kann man bedenkenlos in ein gut Assimilierendes Becken dosieren?
gruß Timo
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Postby Plantamaniac » 14 Jun 2015 14:40
Hei

http://www.heimbiotop.de/newsletterNr.42.pdf
Pass auf wegen Bakterienblüte, würde mich immer mit sowas von unten nach oben tasten.
Chiao Moni
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Postby Felix2310 » 14 Jun 2015 16:41
Die vergleichst Äpfel mit Birnen, da es nicht das gleiche ist Zucker oder zB Kochsalz in Wasser zu "lösen".
Kochsalz (NaCl) zerfällt im Wasser in seine ionischen Bestandteil (Na+ und Cl-). Zucker tut das NICHT, zum einen liegt der Sauerstoff im Zucker zu einem Großteil in OH- Gruppen vor, die eh nichts mit CO2 zu tun hätten und zum andern schwimmen im Wasser die einzelnen Zuckermoleükle frei umher und zerfallen nicht. Sie sind nur nicht mehr in einer Kristallstruktur gebunden.
Viele Grüße
Felix
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Postby Felix2310 » 14 Jun 2015 17:05
Mal davon abgesehen, wenn es so einfachen wäre würde ja niemand Bio CO2 betreiben.

Gruß Felix
Viele Grüße
Felix
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Postby omega » 14 Jun 2015 17:45
Hallo Timo,

TeimeN wrote:Ist es möglich Zucker als zusätzlichen Kohlenstoffdünger zu verwenden?

nein, direkt nicht, nur in Form von CO2, in das Zucker teilweise umgewandelt wurde.

Wenn ich es richtig sehe, würde bei der Abspaltung der Kohlenstoffatome nur noch Wasser übrig bleiben, somit produzieren die Pflanzen bei der Aufnahme von Zuckerkohlenstoff keinen Sauerstoff. Also ist Zucker wenn überhaupt nur als kleine Ergänzung zur Spektrumserweiterung der Kohlenstoffdüngung zu verwenden.

Überleg mal: wozu benötigt die Pflanze den Kohlenstoff? U.a., um Zucker herzustellen. Warum soll die Pflanze Zucker zerlegen, daraus den Kohlenstoff extrahieren und dann Zucker herstellen? Sie könnte den Zucker doch direkt verwenden.
Pflanzen können keinen organischen Kohlenstoff als Kohlenstoffquelle nutzen. U.a. genau dieser Sachverhalt unterscheidet sie von den Tieren. Siehe Autotrophie und Heterotrophie.

Grüße, Markus
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Postby TeimeN » 14 Jun 2015 22:10
Hi,

Gibt es noch andere Kohlenstoffverbindungen ausser CO2 die von Pflanzen verwertet werden können? Bei der Dosierung von EC kann man ja auch einen richtigen Wachstumsschub erkennen, somit dürfte dort eine direkt verwertbare Kohlenstoffquelle enthalten sein.

Pflanzen können keinen organischen Kohlenstoff als Kohlenstoffquelle nutzen. U.a. genau dieser Sachverhalt unterscheidet sie von den Tieren. Siehe Autotrophie und Heterotrophie.


In dem Link von Heimbiotop ist nachzulesen dass Pflanzen sehr wohl in der Lage sind Zucker zu verwerten, wenn auch nur in geringem Maße...
gruß Timo
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Postby omega » 14 Jun 2015 22:55
Hallo Timo,

Bei der Dosierung von EC kann man ja auch einen richtigen Wachstumsschub erkennen, somit dürfte dort eine direkt verwertbare Kohlenstoffquelle enthalten sein.

Sicher? Oder doch nur eine aquaristische Mißinterpretation irgendwelcher Seiteneffekte, gepusht durch Marketing? Wäre EC DAS Wundermittel, würde der darin enthaltene Wirkstoff Glutaraldehyd nicht ausschließlich in Aquaristikforen diskutiert werden, wo botanisch zumeist doch nur Laien wie ich unterwegs sind.

In dem Link von Heimbiotop ist nachzulesen dass Pflanzen sehr wohl in der Lage sind Zucker zu verwerten, wenn auch nur in geringem Maße...

Dort steht nichts von Verwerten, sondern nur von Aufnehmen und im Sproß sein.
Dort steht am Schluß: "Wir können also davon ausgehen, dass die Düngung mit Zucker im Aquarium allein über die Freisetzung von Kohlendioxid durch Bakterien wirkt."

Es gibt parasitäre Pflanzen, die andere Pflanzen anzapfen. Unter den Aquarienpflanzen sind m.W.n. aber keine.

Grüße, Markus
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Postby Frank2 » 15 Jun 2015 06:25
Bei der Dosierung von EC kann man ja auch einen richtigen Wachstumsschub erkennen


Timo da kann ich nur sagen dass ich das noch nie habe erkennen können. Ich habe es früher auch schon angewandt, es hat nichts verbessert sondern auf lange Sicht hat es das damalige Becken instabil gemacht.

Ich habe zusammen mit meiner Schwester vor genau 2 Wochen ihr erstes Aquarium aufgesetzt, gestern war ich wieder da um zu schauen was zu tun ist. Wir haben bereits 5 Hand voll flutende Pflanzen entsorgt und mussten fast alle Stängel neu setzen der Schnellwachsenden, befreit vom emersen Teil, die langsam Wachsenen treiben erste submerse Blätter aus, die mittel Wachsende werden dann 2 Wochen vom emersen Teil befreit. Ganz ohne EC oder Zucker. Wie schnell soll es denn noch wachsen? Und was soll daran gut sein? Immer noch schnelleres Wachstum ist doch gar nicht sinnvoll. Die Geschwindigkeit des Wuches kann man in einem ordentlich beleuchteten Becken über P04 steuern. Und da ist mir weniger auch lieber.
Ich zweifel die manchmal beschriebene pushende Wirkung von EC an für Becken, in denen es sowieso bereits gut wächst (Abstimmung Co2, Mikro und Makrodüngung auf Lichtverhältnisse in einer Balance).

Grüße
Frank
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Postby Frank2 » 15 Jun 2015 12:31
...wenn wir schon bei diesem Thema sind - bei biogener Entkalkung hat man früher Mineralwasser ins Becken geschüttet. Folge ph sank, gh stieg auch etwas an. Dann hat Hilena das Diffusionsgerät entwickelt das es heute nicht mehr gibt, ebensowenig wie Hilena. Zucker hat damals niemand reingeschüttet.

Grüße
Frank
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Postby Plantamaniac » 15 Jun 2015 13:29
Hallo, die Leute die keine Co2 Anlagen haben können ja mal 1/4 Teelöffel Zucker je 100 Liter in einem Becher Wasser auflösen und über die Wasseroberfläche verteilen. Es passiert nix böses, wenn das Becken stabil läuft und nicht allzufrisch aufgesetzt ist. 2/3 der Bodenfläche sollte aber schon bepflanzt sein. Und man sollte zuhause sein, um einzugreifen falls was querläuft (evt. Belüften, WW machen)
Dann nach 2 Tagen mal die Pflanzen betrachten und sich selbst ein Urteil bilden :glaskugel: .
Wenn ich es nicht immer vergessen würde, würd ich es machen, finde die Pflanzen sehen einfach schöner und vitaler aus als ohne.
Limnophila Aquartica, Aponogeton undulatus, Nixkraut , Vallisnerien und andere Wucherheimer sprechen sehr gut darauf an :thumbs: .
Cryptocorynen zeigen nix auffälliges.
Die Tiere (Fische, Garnelen, Schnecken) zeigen sich gänzlich unbeeindruckt. Das mehr an bakteriell gebildetem Co² hat auch wieder mehr Sauerstoff zur Folge, womit sich das ausgleicht. Bakterienblüte konnte ich noch nicht beobachten, es ist allerdings ein sehr alt eingelaufenes Becken, das steckt sowas prima weg und ich reize nicht bis Anschlag aus. Ob die Pflanzen es direkt aufnehmen kann ich nicht sagen. Wie gesagt...wer sich traut kann mitreden, alles andere sind nur vage Vermutungen. Ich könnte auchmal den emersen Pflanzen etwas Zucker füttern und schauen was passiert. Die können es ja nur über die Wurzeln aufnehmen.
Ebenso könnte man Vergleichskulturen in Vasen vornehmen, anstatt drüber nachzudenken und daraus Schlüsse zu ziehen.
Also ich vertraue Maike und glaube nicht, das sie will, das reihenweise Aquarien umkippen und Tiere sterben.
Sie hat wirklich Ahnung und weiß von was sie schreibt. Mag jetzt ketzerisch klingen, aber warum den Terz mit Bioco2, wenns ein Löffelchen Zucker auf dem einfachen Weg es auch tut?
Mal davon abgesehen, das Lowtechbecken kein Co2 brauchen. 98% der Pflanzen kommen ohne Krückstock aus und können leicht vom Zucker profitieren.
Also...
Just do it... :grow:
Chiao Moni

Mich würde interessieren, was in den andern KOhlenstoffdüngern von Tetra, Sera und Co drin ist.
Ob es ebenfalls Gluteralaldehyd ist oder einfach nur Zuckerwasser :lol:
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Postby Frank2 » 15 Jun 2015 14:47
Moni ich bin mir sicher dass es funktioniert Du hast ja aber auch keine gesonderte C02 Düngung. Viele Nährlösungen für Pflanzen sind mit Saccharose.
Wenn man kein C02 zuführt ist es immer sinnvoll sich was dazu einfallen zu lassen. Mittagspause und Nacht alleine reicht halt in vielen Fällen rundweg nicht aus. :D

Wenn ich doch aber schon C02 zuführe brauchts rundweg weder EC, noch Zucker, noch Selters.

Grüße
Frank
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Postby Plantamaniac » 15 Jun 2015 16:00
Hallo Frank, stimmt :thumbs:
In dem Fall ist kaum sichtbare Verbesserung zu erwarten.
Problem ist, je mehr Aquarien man hat, desto lästiger werden Filter und Co2
Alles will gewartet und gepflegt werden.
Da stößt man dann zeitlich schon an seine Grenzen :irre: .
Von daher versuche ich es mir so einfach wie möglich zu machen und es geht auch so :D
Düngen und Wasserwechsel sind kein Problem, das läuft nebenbei. Bockige Filter und Co2Anlagen im falschen Moment können einem den letzten Nerv rauben. Die streiken immer dann, wenn es grad garnicht passt und fordern sofortige Nachbesserung.
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Postby nik » 17 Jun 2015 08:07
Hi,

Ec ist ein Pflanzenspeed! Als solches nutzte ich es, nicht als Algizit. "Nutzte" deshalb, weil das ML/BioCarbon besser ist.

Ich überlege noch, da ist ein Co2-freies, stabiles Pflanzenbecken, das böte sich für Zucker an.

Gruß, Nik
nik wrote:
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- Geringfilterung, d.h. so viel Filterung wie nötig
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Postby java97 » 27 Oct 2016 15:23
Hallo Nik,
nik wrote:... "Nutzte" deshalb, weil das ML/BioCarbon besser ist.

Ich überlege noch, da ist ein Co2-freies, stabiles Pflanzenbecken, das böte sich für Zucker an.



Ich sehe beim EC in vorgeschriener Dosis eine Wirkung auf meine Javafarne. Die Blätter wachsen schneller und kräftiger.
In wie fern findest Du das ML Bio Carbon besser?
schöne Grüße
Volker
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Postby nik » 27 Oct 2016 15:38
Hallo Volker,

ja, das EC ist moderat dosiert ein Pflanzenspeed, ML Bio-Carbon ist deutlich schneller! Hat allerdings den Nachteil, dass das Wasser mit der Zeit - im Altwasser besonders - dunkel verfärbt.

Gruß, Nik
nik wrote:
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