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Postby Eynai » 25 Aug 2020 20:22
Hallo Zusammen,

ich habe mal wieder meine N (1 mg/Liter) P (0,2 mg/Liter) K (>15 mg/Liter) Werte gemessen. Die Balance ist anscheinend ziemlich aus den Fugen, daher meine Fragen:

1. Ich verwende u.a. Sinterglas als Filtermedium. Sprich, ist es sinnvoll das Medium zu entfernen oder eher Nitrat zu zu düngen, um den NO3 Gehalt zu steigern? Wichtig: Das Becken wird mit Besatz betrieben (6 Panzerwelse)

2. Ich dünge mit AR Estimative Index. Wie kann es zu so einer unverhältnismäßigen Anreicherung von Kalium kommen?

Danke für Eure Hilfe. Gruß,
Nico
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Postby Joachim Mundt » 25 Aug 2020 22:12
Eynai wrote:ich habe mal wieder meine N (1 mg/Liter) P (0,2 mg/Liter) K (>15 mg/Liter) Werte gemessen. Die Balance ist anscheinend ziemlich aus den Fugen, daher meine Fragen:

1. Ich verwende u.a. Sinterglas als Filtermedium. Sprich, ist es sinnvoll das Medium zu entfernen oder eher Nitrat zu zu düngen, um den NO3 Gehalt zu steigern? Wichtig: Das Becken wird mit Besatz betrieben (6 Panzerwelse)

2. Ich dünge mit AR Estimative Index. Wie kann es zu so einer unverhältnismäßigen Anreicherung von Kalium kommen?


hallo nico,

es ist im grunde ganz einfach erklärt, warum es zu einem überhöhtem kaliumgehalt kommen kann.

bei den heute propagierten sehr hohen no3-konzentrationen im aquarium von teilweise bis über 25 mg/l besteht ein sehr hohes potential für denitrifikation, also reduktion von no3 zu lachgas bzw. zu molekularem stickstoff, die beide gasförmig aus dem wasser entweichen.

dabei spielt es überhaupt keine rolle, ob du spezielle biologische filtermaterialien verwendest oder nicht. denitrifikation kann in JEDEM biofilm stattfinden (siehe dazu mein video: Biofilme im Aquarium. Aufbau und Entwicklung von Biofilmen.), also auch in sauerstoffreicher umgebung, aber natürlich auch im bodengrund :wink:

durch die denitrifikation bleiben allerdings po4 und kalium zurück, wodurch es dann zu einer anreicherung kommen kann. po4 kann mit eisen und calcium im wasser zu weitestgehend unlöslichen verbindungen reagieren und ausfallen, wodurch letztendlich kalium besonders auffällig in überhöhter menge zurückbleibt.

meine empfehlung: dünge no3 in zukunft nicht mehr so weit auf, höchstens auf 5-10 mg/l und lass es ruhig 1-2 tage auf 0 abfallen, denn dadurch muss die pflanze dann auf gespeicherten stickstoff zurückgreifen, was ihr sicher nicht schadet.

achte darauf, dass der kaliumgehalt gleichzeitig nur maximal 2/3 des no3-gehaltes im aquarium erreicht, also nach meiner empfehlung maximal 3-7 mg/l. dieser wert entspricht in etwa der durchschnittlichen menge, die eine pflanze im verhältnis zu no3 verbraucht.

zu hoher kaliumgehalt kann die aufnahme von einigen spurenelementen behindern, wodurch scheinbare mangelerscheinungen auftreten können.
lg Joachim
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Postby Eynai » 26 Aug 2020 07:55
Joachim Mundt wrote:
hallo nico,

es ist im grunde ganz einfach erklärt, warum es zu einem überhöhtem kaliumgehalt kommen kann.

bei den heute propagierten sehr hohen no3-konzentrationen im aquarium von teilweise bis über 25 mg/l besteht ein sehr hohes potential für denitrifikation, also reduktion von no3 zu lachgas bzw. zu molekularem stickstoff, die beide gasförmig aus dem wasser entweichen.

dabei spielt es überhaupt keine rolle, ob du spezielle biologische filtermaterialien verwendest oder nicht. denitrifikation kann in JEDEM biofilm stattfinden (siehe dazu mein video: Biofilme im Aquarium. Aufbau und Entwicklung von Biofilmen.), also auch in sauerstoffreicher umgebung, aber natürlich auch im bodengrund :wink:

durch die denitrifikation bleiben allerdings po4 und kalium zurück, wodurch es dann zu einer anreicherung kommen kann. po4 kann mit eisen und calcium im wasser zu weitestgehend unlöslichen verbindungen reagieren und ausfallen, wodurch letztendlich kalium besonders auffällig in überhöhter menge zurückbleibt.

meine empfehlung: dünge no3 in zukunft nicht mehr so weit auf, höchstens auf 5-10 mg/l und lass es ruhig 1-2 tage auf 0 abfallen, denn dadurch muss die pflanze dann auf gespeicherten stickstoff zurückgreifen, was ihr sicher nicht schadet.

achte darauf, dass der kaliumgehalt gleichzeitig nur maximal 2/3 des no3-gehaltes im aquarium erreicht, also nach meiner empfehlung maximal 3-7 mg/l. dieser wert entspricht in etwa der durchschnittlichen menge, die eine pflanze im verhältnis zu no3 verbraucht.

zu hoher kaliumgehalt kann die aufnahme von einigen spurenelementen behindern, wodurch scheinbare mangelerscheinungen auftreten können.


Hi Joachim,

vielen Dank für Deine Ausführung.

Wenn ich Dich also richtig verstanden habe ist es für mich sinnvoller über Einzelkomponenten zu düngen, da die Denitrifikation entsprechend hoch ist und ich mit der EI Düngermischung den K Gehalt im Verhältnis zu N und P nur weiter in die Höhe treiben würde?

oder könnte eine zusätzliche N Dünung ü er AR Makro Spezial N oder AR GH Boost N auch helfen, die Balance wieder herzustellen?

Gruß,
Nico
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Postby Joachim Mundt » 26 Aug 2020 12:25
du solltest zunächst mal nen kräftigen wasserwechsel machen, um wieder ein wenig "ordnung" in deine nährstoffe zu bekommen.

dann solltest du mit nem NPK-dünger (kann auch EI sein) deinen NO3-gehalt auf 5 mg/l aufdüngen und dann den tatsächlichen verbrauch beobachten, bis NO3 nicht mehr nachweisbar ist. wenn du auf diese art ermittelt hast, wieviel NO3 deine pflanzen in 5-6 tagen tatsächlich verbrauchen, würde ich diese menge als wöchentliche stoßdüngung zugeben.

noch besser wäre es natürlich, täglich zu düngen, dann entsprechend 1/7 der ermittelten 5-6-tagesration. dadurch reduzierst du ganz erheblich mögliche denitrifikationsverluste. trotzdem solltest du besonders kalium natürlich im auge behalten.

wenn du so vorgehst, musst du vermutlich zusätzlich trotzdem noch NO3 zudüngen, da EI fast 4,5x mehr kalium enthält, als die pflanzen in schnitt in der relation zu NO3 verbrauchen. bei Makro Basic NPK ist das verhältnis noch bedeutend höher (über 8x so hoch!).
lg Joachim
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Postby Lixa » 26 Aug 2020 15:31
Hallo Nico,

Um welches Filtermedium geht es? Ich persönlich kenne nur Eheim Substrat und das macht sehr leistungsstark Denitrifikation. Mit mehreren Litern kann man enorme Mengen NO3 umsetzen, erst Recht wenn man für viel Eisen im Wasser sorgt.

Ich hatte 4 oder 5 Liter Substrat Pro das mehr als 5 g pro Woche absorbiert hat, bis es kaum nachweisbar war.

Inzwischen nutze ich nur noch Schwämme und Purigen gegen gelbbraune Verfärbung des Wassers.

Viele Grüße

Alicia
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Postby Eynai » 26 Aug 2020 18:44
Lixa wrote:Hallo Nico,

Um welches Filtermedium geht es? Ich persönlich kenne nur Eheim Substrat und das macht sehr leistungsstark Denitrifikation. Mit mehreren Litern kann man enorme Mengen NO3 umsetzen, erst Recht wenn man für viel Eisen im Wasser sorgt.

Ich hatte 4 oder 5 Liter Substrat Pro das mehr als 5 g pro Woche absorbiert hat, bis es kaum nachweisbar war.

Inzwischen nutze ich nur noch Schwämme und Purigen gegen gelbbraune Verfärbung des Wassers.

Viele Grüße

Alicia


Hey Alicia,

ich verwende in einem anderen Becken auch das EHEIM Substrat pro, allerdings nur eine geringe Menge in einem Rucksackfilter. In diesem Becken verwende ich das von JBL mitgelieferte (CristalProfi e402) Micromec.

Gruß, Nico
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Postby Lixa » 26 Aug 2020 22:49
Hallo Nico,

Zu Micromec habe ich keine Erfahrungen, aber bei Eheim Substrat Pro ließ sich der NO3 wert nicht dauerhaft erhöhen. Er fiel von etwa 20 mg/L auf nicht messbar innerhalb von wenigen Tagen, ohne dass PO4 viel verbraucht oder Pflanzenmasse gebildet wurde.

Wenn du also auf deutlich messbar düngst und dann nur NO3 + Fe verschwindet ohne dass die Pflanzen viel wachsen, wäre das entfernen einen Versuch wert.

Viele Grüße

Alicia
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