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Postby chillhans » 28 Jun 2015 20:22
Guten Abend,

derzeit raucht mir ein wenig der Kopf. Ich bin dabei das optimale Düngesystem zu interpretieren und auf mein Aquarium anzuwenden. Dafür möchte ich mich jedoch nochmal absichern, damit ich nicht total auf dem Holzweg laufe.
Zuerst einmal zu meinem Becken. Es handelt sich um ein 240L Aquarium. Bepflanzt ist/wird es zu ca 80%. Aktuell viele Rotala Arten. Außerdem soll noch kubanisches Perlkraut als Bodendecker eingebracht werden.
Nächste Woche kommt meine neue LED-Beleuchtung, die ich dann auf ca 35lm/l einstellen werde.

Um den Pflanzen einen optimalen Lebensraum zu bieten, habe ich mich am "optimalen Düngesystem" orientiert.

Dazu jetzt folgende Fragen: im weiteren Beitrag wird ein Hinweis zur genauen Dosierung gegeben, die ich versucht habe auf mein Becken umzuwandeln.
Es soll also am Anfang auf folgende Werte aufgedüngt werden:

NO3: 15 mg/l
Fe: 1 mg/l
K: 10 mg/l
PO4: 0,2 mg/l

Ausgehend von meinen Werten im Leitungswasser (NO3: 10mg/l, Fe: 0,01 mg/l und Kalium 2,1 mg/l) habe ich deshalb Folgende Düngung angenommen:

DosierungNährstoffgehalt
80 ml Kalium10,43 mg/l
25 ml NO314,18 mg/l
25 ml Eisen0,1 mg/l
25 ml PO40,52 mg/l

Aufbauend darauf versuche ich dann diese tägliche Düngung zu erreichen:

4 mg/l NO3 (4 ml Makro Basic N)
0,8 mg/l K (abgedeckt durch die 4 ml Makro Basic N)
0,3 mg/l PO4 (3 ml Makro Basic Phosphat)
6 ml Mikro Basic Eisenvolldünger

Nach dem wöchentlichen WW kontrolliere ich dann die Wasserwerte und versuche die Differenz zwischen Ist und Soll durch Erhöhung/Senkung der täglichen Düngung auszugleichen.
Ich hoffe soweit habe ich erstmal keine groben Fehler?

Ich stelle mir jetzt noch einige Fragen.

1. Welcher Dünger eignet sich zur anfänglichen Aufdüngung? Die verschiedenen Einzeldünger oder eventuell der NPK Dünger?
2. Die tägliche Düngung von NO3 und Kalium würde ich mit den Makro Basic N abdecken. Sinvoll?! Habe hier den kaliumarmen Stickstoffdünger gewählt.
3. Wenn ich täglich den Stickstoff-Dünger verwende, welchen KNO3-basierten Dünger benutze ich dann für die Stoßdüngung?

Erstmal wünsche ich euch einen schönen Abend und vorab vielen Dank für's lesen.

Liebe Grüße,
Moritz
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Postby Frank2 » 29 Jun 2015 06:23
Hallo Moritz

Dir werden sicher noch viele Antworten, die nach dem optimalen Düngesystem düngen.

Von mir nur eins

Fe: 1 mg/l


da wünsche ich Dir viel Spass beim Algen abklauben, permanenten Scheiben putzen oder/und H202/EC in Mehrfachdosis reinschütten - sollten sich auch nur ein paar Algensporen in Deinem Becken einfinden. Mir ist diese Empfehlung schleierhaft - selbst zur Stoßaufdüngung. Vlt für ein Starklichtbecken a la Tom Barr im unlimitierten System anwendbar ....... vielleicht. Und da möchte ich nicht wissen wie viele da regelmäßig diesen Dreck s.o. reinkippen müssen damit es gut ausschaut für ein paar Wochen. Bei einer sachgerechten Aufdüngung ist das alles nicht nötig! Ich bin da mittlerweile sehr skeptisch zu welchem Preis so manches preisverdächtige Layout erkauft wurde. Mit Aquaristik hat das für mich nichts mehr zu tun, das ist Fake.

Mit 35 lm/l bist Du davon aber von Tom Barr Becken weit entfernt (und das ist dennoch völlig ausreichend für das Gros aller Rotalas). Ich rate daher zu einer Düngung auf Sicht für Mikro. Fe muss auf gar keinen Fall nachweisbar sein. 0,1 -0,2 ist schon viel und wenn dann die Pflanzen immer noch chlorotisch sind stimmt etwas anderes nicht im Düngesystem! Eine weitere Erhöhung führt dann uU zu einer Verbesserung des Gesamtbildes aber birgt auch enorme Risiken. Und es ist wie gesagt nicht nötig.
Also bei Mikro rantasten und wenn Du Dir die Beurteilung der Pflanzen nicht zutraust auf 0,1 aufdüngen. Aber Fe muss gar nicht nachweisbar sein.

Grüße
Frank
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Postby chillhans » 29 Jun 2015 08:43
Hallo Frank,

vielen Dank erstmal für deine Rückmeldung.
Da hat sich bei mir ein dicker Fehler eingeschlichen. Ich meine natürlich eine Düngung auf 0,1 mg/l Fe und nicht 1 mg/l Fe. Sorry!
Kann den Beitrag scheinbar auch nicht mehr bearbeiten.
Ansonsten gebe ich dir natürlich vollkommen recht.
Mit meiner Beleuchtung kann ich noch experimentieren. Habe nach oben sowie nach untern Spielraum gelassen.

VG,
Moritz
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Postby Frank2 » 29 Jun 2015 15:24
:lol: Das ist wirklich ein Unterschied!

Na dann passt es natürlich. Es hat mich mehr als gewundert aber dann ist es ja gut. So passt es . :smile:
Zum Rest müssen sich andere melden da ich es wg vieler Fische anders handhaben (muss) mit Makro und daher da keine konkreten Tipps geben kann.

Viele Grüße
Frank
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Postby chillhans » 29 Jun 2015 20:35
Frank2 wrote::lol: Das ist wirklich ein Unterschied!

Na dann passt es natürlich. Es hat mich mehr als gewundert aber dann ist es ja gut. So passt es . :smile:
Zum Rest müssen sich andere melden da ich es wg vieler Fische anders handhaben (muss) mit Makro und daher da keine konkreten Tipps geben kann.

Viele Grüße
Frank


Hatte schon leichte Schockstarre als ich 1 mg/l gelesen habe :D
Was genau handhabst du anders? Und welchen Besatz hast du im Becken?

Ich hoffe, dass ich noch jemand zu meinen Fragen äußert.

VG,
Moritz
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Postby Nickedemius » 29 Jun 2015 22:29
Hi Moritz,

Ich habe schon gute Erfahrungen mit AR NPK und Spezial N in Kombination gemacht.
Pflanzen waren aber nur Eleocharis und HCC(Kubaperlkraut)
Jedes Aquarium hat einen anderen Verbrauch, aber Versuch und Messen macht klug.
^^

Gruß
Sebastian
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Postby chillhans » 01 Jul 2015 08:07
Hallo,

OK schön zu wissen :)
Hoffe noch dass mir jemand Antworten auf meine Fragen geben kann.
Wo haben sich die Experten versteckt? :D

LG,
Moritz
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Postby Andreas S. » 02 Jul 2015 16:32
Moin,
Wo haben sich die Experten versteckt? :D

Naja,...
Wer ist schon ..."Experte" ?
Wenn alle Experten wären, gäbe es das Forum nicht.
...'Mal zum "optimalen Düngesystem":
(...)Die erste Kernfrage, die sich wahrscheinlich über kurz oder lang herauskristallisiert, ist: Welche von den Unmengen an anscheinend wichtigen Nährstoffen (Co2, Fe, Po4, No3, K, usw.) sind denn nun am wichtigsten? Oder besser gesagt, welcher fehlende Nährstoff ist in den meisten Fällen von Algenwachstum oder schlechtem Pflanzenwachstum verantwortlich?
Dazu setzte ich mal ein kurzes Ranking auf, in der Reihenfolge der wichtigsten Nährstoffe meiner Meinung nach:
1. Licht
2. Co2
3. Stickstoff (No3)
Erst dann kommen andere Nährstoffe wie Fe und Spurenelemente, Po4, K, etc.

Einspruch Euer Ehren:
Wir sind heute (2015) bereits weiter:
Die "wichtigen Makros" halte ich pers. als Verhältnisse der Kationen Ca, Mg & K und dann (Ca-/Mg-)HCO3- Gehalte als Anionen.
Licht und CO2 sind unter den heutigen > 0,3W/l -Bedingungen die Regel.
Unter "Viellicht"(>0,3W/l) werden N/Pund K relevant, die ja auch emsig diskutiert werden.

Eine "richtige Reihenfolge" der Makros ließe sich ohnehin nicht erstellen.
Erstere (Ca,Mg&K) würde ich heute in ein Verhältnis von 2:1:0,5 setzen und zwar zunächst unabhängig von der "GH".
HCO3- ist bis auf 2°dKH zu eliminieren (kann auch auf 0,5° oder 1.0° gesenkt werden). Mit dem resultierenden pH-Wert müssen Tiere klarkommen; dies ist im Vorwege natürlich zu berücksichtigen.
Ca:Mg 3:1 oder 4:1 ginge natürlich auch; allerdings ist der Spielraum des K (im Verhältnis zum Mg) dann geringer. Und K kann unter Licht >0,3W/l für Vielpflanzen-Aquarien "wichtig" werden, d.h. einen Minimumfaktor darstellen (wenn gleichzeitig N&P nicht limitiert sind).
Vieles "kann" nichts "muss". Ich pers. halte Kalium innerhalb aquaristischer "Diskussionen" für überrepresentiert. Aber das ist Off-Topic.

Die Methode,
wie man dazu kommt (Ca:Mg:K-Verhältnis), ist egal:
Entcarbonisierung via geeigneter Mineralsäuren, TE, VE, UO- Wasser mit anschließender Aufhärtung ebenfalls geeigneter Ca&Mg-Salze.
(Ganz gerissene Hunde nehmen auch gleich NO3,-P&K-Verbindungen mit rein, damit entsprechende-Gradienten vorhanden sind)
Aber die "KH" niemals mittels CO2-Zugabe versuchen "Klein zu halten", da dadurch ja die HCO3- -Ionen nicht "verschwinden"!

Der K-Gehalt sollte nie über den des Mg-Gehalts sein. Dafür gibt es nat-wiss. Regeln, die mit Ionenantagonismen zwischen den Ionen Ca, Mg&K belegt sind.

Über die Zielwerte N/P gehen die Meinungen auseinander:
Ich kenne kein Pflanzen-AQ (mit hoher Artendiversität/Abundanz), welches dauerhaft unter > 0,5W/l VS-Licht mit 10-15mg/l NO3 über die Woche auskommt, ohne das die eine oder andere Art Mängel und /oder Einbußen in der vegetativen Selbstvermehrung zeigt.

PO4 stellt eine "Baustelle" dar:
viele limitieren dies, viele maximieren dies.
Es gibt also die "Limitierer", die Pflanzenwuchs via PO4 nach LIEBIG zu limitieren trachten- und die "No-limit-Düngerer", die auf "Masse" setzen.
Beide besitzen -individuelle- Berechtigung- ohne Wenn-und-Aber.

Deine Bemühungen in Sachen Dünermischung(en) in allen Ehren-
die "Grundeinstellungen" fehlen mir (pers.) hier.

Eine "GH" -Angabe ist dafür zuwenig. Die Zusammensetzung derer ist für deine Kulturen wichtig, nebst möglichst geringer HCO3-Werte (aquaristisch gemessen in °d "KH").

Wichtig wäre auch, was du mit deiner Pflanzenaquaristik eigentlich anstrebst !?
Möchtest du wirklich zweimal/Wo. "gärtnern" ? Das macht Arbeit und kostet Zeit.
Ich bitte um Entschuldigung für das (zu)lange) posting.
Gruß, Andreas
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Postby JasonHunter » 08 Jul 2015 20:10
Hallo Andreas,

sehr interessante Informationen deinerseits!


Andreas S. wrote:HCO3- ist bis auf 2°dKH zu eliminieren (kann auch auf 0,5° oder 1.0° gesenkt werden).

Dabei muss man die Pflanzen auch berücksichtigen. Bei Pogostemon helferii konnte ich nicht unter 2°dKH gehen, sie weigerte sich, zu wachsen. Ab 2° trieb sie sofort wieder aus.

Andreas S. wrote:Ich kenne kein Pflanzen-AQ (mit hoher Artendiversität/Abundanz), welches dauerhaft unter > 0,5W/l VS-Licht mit 10-15mg/l NO3 über die Woche auskommt, ohne das die eine oder andere Art Mängel und /oder Einbußen in der vegetativen Selbstvermehrung zeigt.
Wieviel NO3 sollte denn drin sein, damit es nicht zu den genannten Mängeln kommt?

Gruss,

Jason
Mein 50l Nano "Wildscape"

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Postby Andreas S. » 10 Jul 2015 19:05
Hallo,
sehr interessante Informationen deinerseits!

Im 'pantanal-thread steht noch mehr; sofern Interesse.
Andreas S. wrote:HCO3- ist bis auf 2°dKH zu eliminieren (kann auch auf 0,5° oder 1.0° gesenkt werden).

Dabei muss man die Pflanzen auch berücksichtigen. Bei Pogostemon helferii konnte ich nicht unter 2°dKH gehen, sie weigerte sich, zu wachsen. Ab 2° trieb sie sofort wieder aus.

Wobei mir die Verhältnisse von Ca:Mg:K fehlen.
Von Hygrophila corymbosa behauptete man auch, dass diese (Ca&Mg-)HCO3-Ionen benötige, um vernünftig gedeihen zu können.
Auch dies wurde im pantanal-thread widerlegt, was ich hiermit bestätige.
Bzw. ist es so, dass beide Pflanzen offenkundig (Ca&Mg-)HCO3-Ionen verwenden können, um ihren C-Bedarf zu decken.
Und genau das können eben nicht alle.
Andreas S. wrote:Ich kenne kein Pflanzen-AQ (mit hoher Artendiversität/Abundanz), welches dauerhaft unter > 0,5W/l VS-Licht mit 10-15mg/l NO3 über die Woche auskommt, ohne das die eine oder andere Art Mängel und /oder Einbußen in der vegetativen Selbstvermehrung zeigt.

Wieviel NO3 sollte denn drin sein, damit es nicht zu den genannten Mängeln kommt?

In meinem Aquarium halte ich den NO3-Pegel bei min. 20mg/l die Woche. Eher 30 sogar. Dabei halte ich PO4 ebenso über mind.1mg/l die Woche (Freiwasserdüngung). K nie höher als Mg. aber das schrieb ich ja bereits.
P. helferii halte ich allerdings nicht (mehr).
Gruß, Andreas
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