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Postby mjac » 21 Jan 2016 13:36
Hallo alle miteinander,

seit längeren habe ich mal wieder eine Frage:

Nachdem ich in meinem Becken so ziemlich alle Algen gepflegt habe und die Pflanzen mal mehr mal weniger wuchsen, bin ich nun bei einer Stickstoffdüngung mit Hirschhornsalz angekommen. Eine Düngung mit KNO3 bzw. Aqua Rebell Makro Basic Nitrat hatte immer Faden- und Haaralgen zur Folge. War ein langer Weg zu dieser Erkenntnis.... Das Becken läuft sowieso gaaanz anders als die hier im Forum beschriebenen :? .
Aktuell dünge ich im Stickstoffbereich nur mit HHS. Da die Pflanzen anscheinend alles verbrauchen entsteht kein weiteres Nitrat. Filtern tue ich mein Becken nicht! Einzig sorgt ein Eheim-Skimmer für Strömung. Durch den wöchentlichen 50%'igen WW hat es am Anfang einen NO3-Wert von ca. 5-7 mg/l. Im Laufe der nächsten Tage ist davon nichts mehr nachzuweisen.
Insgesamt läuft das Becken damit jetzt besser! Die Pflanzen wachsen - bis auf ein paar Ausnahmen- gut. Allerdings kämpfe ich immer noch mit ein paar wenigen Grünalgen und Pinselalgen.
In vielen Beiträgen habe ich vom Redfield ratio gelesen. Hierbei wird die Verhältnismäßigkeit von Nitrat und Phosphat behandelt. Es sagt aus, dass bei einem bestimmten Nitrat-Gehalt ein entsprechender Phosphat-Gehalt anzustreben ist.
Wie geht man jetzt damit um wenn man kein Nitrat im Becken hat und auch keines möchte? Ich bin mir unsicher welchen Po4-Wert ich anstreben sollte.
Vielleicht hat jemand Erfahrungen mit (reiner) Ammoniumdüngung und kann seine Erkenntnisse teilen?

Achso: Ammonium dünge ich täglich ca. 0,5mg/l.

Schon einmal vielen Dank!
Grüße
Matthias
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Postby Wuestenrose » 21 Jan 2016 14:41
Hallo Matthias…

Laß man das Redfield-Verhältnis außen vor – ich verstehe bis heute nicht, was die Zusammensetzung getrockneter Meeresalgen mit der Ernährung unserer Pflanzen zu tun haben soll.

Ich bin eh der Meinung, daß unsere Pflanzenaquarien größtenteils phosphatlimitiert sind. Bei der Landpflanzendüngung beträgt das Standardverhältnis Nitrat:Phosphat 5:1 und selbst bei Gräsern, die man mit wenig Phosphat düngt, immer noch 13:1. Mein Cube, den ich danach dünge, läuft hervorragend. Ich wüsste nicht, warum man bekannte und bewährte Regeln aus der Landpflanzendüngung nicht auf Pflanzen unter Wasser anwenden kann.

Ob Du den Stickstoff als Ammonium oder Nitrat düngst, spielt dabei meines Erachtens keine Rolle.

Grüße
Robert
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Postby mjac » 22 Jan 2016 07:52
Hallo Robert,

aus deiner Antwort lese ich, dass du eher einen höheren (>=1mg/l) PO4-Wert fahren würdest.
Ich habe halt keine Ahnung ob man einfach einen Ammonium-Wert mit einem bestimmten Nitratwert-Wert gleichsetzen kann? So nach dem Motto: 0,5mg/l NH4 entsprechen 20mg/l No3. Ich kann mir vorstellen, dass dies nicht so ohne Weiteres möglich ist...
Letztendlich ist doch der Stickstoffeintrag von Bedeutung - oder? Aber da fehlen mir die Chemie-Kenntnisse :? .

Korrektur:
Habe mir gerade noch einmal den Nährstoffrechner angesehen. Hier wird das NO3-Äquivalent bei Eingabe von Ammonium angegeben. Heißt das, dass wenn die Pflanzen kein Ammonium aufnehmen würden, würde durch die Nitrifikation ein entsprechender NO3-Wert entstehen?

29942

Damit könnte ich meine Ammoniumdüngung besser ein- und abschätzen.

Grüße
Matthias
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Postby Wuestenrose » 22 Jan 2016 09:07
Hallo Matthias,

Du hast schon recht, man darf Ammonium nicht im Verhältnis 1:1 mit Nitrat gleichsetzen. Man muß den Stickstoffanteil einrechnen. Ammonium enthält 77,6 % Stickstoff, Nitrat nur 22,6 %. Also entspricht 1 Teil Ammonium 3,44 Teilen Nitrat.

Soviel Nitrat würde auch entstehen, wenn das Ammonium nicht von den Pflanzen aufgenommen würde. Es ist eh so, daß vom zugeführten Ammonium höchstens die Hälfte direkt bei den Pflanzen landet (diese Zahl hat Dr. Gerd Kassebeer (†) mal für das Göttinger Wasserpflanzensymposium eruiert), die andere Hälfte wird von den Bakterien im Filter und im Aquarium zu Nitrat verstoffwechselt.


Grüße
Robert
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Postby mjac » 22 Jan 2016 10:32
Hi Robert,

was wiederum heißt, dass bei nicht ansteigendem Nitrat-Wert und keinem gesteigerten Algenwachstum auch keine Überdüngung im Stickstoffbereich vorliegt?!

Schon mal danke für die Verständnisshilfe!

Grüße
Matthias
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