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Postby Dr. Aquarius » 23 Feb 2010 16:24
Schönen Guten Tag,

nachdem ich in letzter Zeit eher passiver Nutzniesser dieses wunderbaren Forums war, möchte ich mich mit einem kleinen Problem nun aktiv an die geschätzte Diskussionsrunde wenden.

Ich betreibe seit einiger Zeit, nach langer aquaristischer Pause, daß, was man heutzutage als "Starklichtbecken" bezeichnet mit primärem Interesse an einem üppigen und gesunden Pflanzenwuchs. Zurückgefunden zu diesem wunderbaren Hobby habe ich hauptsächlich durch die phantastischen Layouts japanisch inspierierter "Naturaquarien" und meinem schon immer ausgeprägten Interesse an der Pflanzenpflege im allgemeinen. In früheren Zeiten hatte ich damit wenig Erfolg, galt mein Interesse damals auch eher afrikanischen Cichliden.

Ich besitze u.a. ein 210L Aquarium (netto ca.180L) mit den Maßen 70* 60* 50 (L* B+ H).

Das Aquarium ist als offenes Becken konzipiert und wird mit 70W HCI NDL beleuchtet. Durch die beinahe quadratische Form des Beckens und die Art des Leuchtmittels und die des Reflektors ist das bezogen auf die Leistung völlig ausreichend und im Bereich 0,5W/L anzusiedeln.
Gefiltert wird über einen Eck- Mattenfilter, um den es gleich gehen soll, außerdem wird über eine Druckgasflasche Co2 ins Becken gegeben. Dabei verwende ich einen Lindenholzausströmer, welcher im Mattenfilter unter der Kreiselpumpe so angebracht ist, das die feinen Gasbläschen von der Pumpe eingesaugt werden, zusätzlich verwirbelt und überaus effektiv und kostenneutral ins Aquarienwasser eingespült werden.

Mein eigentliches Problem betriftt nun die Düngung und im speziellen die Eisendüngung.
Wie man sich vorstellen kann, und wie bei Becken dieser Art üblich, muss regelmäßig und reichlich zugedüngt werden, um das Pflanzenwachstum aufrechtzuerhalten. Insbesondere K und PO4 aber auch Eisen sind sonst schnell limitierend.
Eine NO3- Düngung ist nicht nötig, zumal das Wasser schon mit 20 mg/l aus der Leitung kommt. Ich experimentiere ein wenig mit höheren PO4- und K- Werten um in etwa "Redfield" zu genügen. (Der NO3- Gehalt im Becken ist um 30!)
Aber darum soll es eigentlich gar nicht gehen.

Ich dünge bisher zu den täglichen K und PO4- Gaben einen mit F........n vergleichbaren Eisenvolldünger, welcher mit 4 Chelatoren stabilisiert ist. Kürzlich, ich weiss nicht mehr wo, bin ich auf einen Artikel gestoßen, in dem es um eine Eigenart von biologischen Filtersystemen insbesondere dem Mattenfilter ging, nämlich in problematischer Menge Bakterien anzusiedeln, welche die Chelatoren insbesondere zur Stabilisierung des Eisen zerstören und dafür sorgen das Fe sehr schnell ausgefällt wird und damit den Pflanzen schon nach kurzer Zeit nicht mehr zur Verfügung steht. Insbesondere durch Tagesdüngung soll man sich so geradezu ein Milleu im Filter schaffen welches das Eisen nach immer kürzerer Zeit unbrauchbar macht. Und in der Tat, scheint an der Filtermatte viel FE ausgefällt zu sein.

Mich würde nun interessieren was andere von dieser These halten, und ob es vielleicht sinnvoller ist den Eisenkomplex wöchentlich zu düngen, oder ob man beispielsweise durch die regelmäßige Zugabe von Erlenzapfen, welche ja einen ganzen Komplex von Huminsäuren enthalten, die chelatisierende Eigenschaften besitzen (Säuren) einer vorzeitigen Eisenausfällung entgegenzuwirken.

So, das war nun viel drumherum gelaber, aber manchmal muss das auch sein. :)

Vielleicht können die Dinge hier ja etwas erhellt werden!


Mit verwässerten Grüssen.

Dr. Aquarius
Dr. Aquarius
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Postby Dr. Aquarius » 28 Feb 2010 11:35
Nachtrag

Einen guten Tag.

Schade, daß sich niemand für das Thema interesiert. :cry:

Ich starte einen letzten Versuch, vielleicht habe ich es auch zu allgemein formuliert.

Wie viele Pflanzenaquarianer zu wissen glauben, handelt es sich bei Mattenfiltern um recht leistungsfähige biologische Filter.
Damit einhergehend, werden insbesondere Chelatbildner, welche den Eintrag von Eisen und anderen Spurenelementen ermöglichen, sehr gerne und schnell aufgebrochen, weshalb sich die besagten Metalle in Form von u.a. Phosphatsalzen ausfällen und im Filter oder Bodengrund anreichern oder sich als dekorative Kahmhaut an der Wasseroberfläche zeigen.
Aufgrund dieser Tatsache werden Mattenfilter im allgemeinen als problematisch diskutiert und für Pflanzenaquarien als ungünstig eingestuft. Ich interessiere mich nicht für die Diskussion"Gering- versus Starkfilterung", beide Konzepte führen zweifellos zum Erfolg. Ein Mattenfilter ist sagen wir etwas unberechenbarer und die Einstellung optimaler Nährstoffverhältnisse eben kniffliger.

Es wurde nun die Vermutung aufgestellt, daß die Tagesdüngung insbesondere von Eisendüngern den Mattenfilter erst recht in eine Nährstoffalle verwandelt, da durch den täglichen Eintrag perfekte Bedingungen geschaffen werden, um entsprechende Bakterien im Filter anzusiedeln.
Reagiert man nun, wie es die meisten wohl machen werden, damit, die tägliche Düngerdosis zu erhöhen, forciert man die Aufrechterhaltung und Vermehrung eben jener Bakterien. Irgendwann werden die Salze durch zb. Huminsäuren welche in ERlenzapfen und ähnlichen Mittelchen enthalten sind wieder ionisiert und sorgen so für Ungleichgewichte und damit Wachstumsunregelmäßigkeiten. Soweit die These.
Ich konnte bei meinem Becken beobachten, daß es trotz täglicher Düngung zu einem Wachstumsstop kam.
Obwohl die Wasserwerte im akzeptablen Bereich lagen war alles wie gelähmt.
Daraufhin stellte ich jegliche Düngung ein. Ich gab lediglich ein paar frische ERlenzapfen dazu.
Nach ca. 2 Wochen, erholten sich die PFlanzen und ab der dritten Woche glich das Becken einem Whirlpool :D .

Ich habe nun an anderer Stelle die These aufgeschnappt, daß durch eine wöchentliche Mikronährstoff- (insbesondere Eisen-) Düngung diese Nährstoffakkumulation im biologisch aktiven Filter normalisiert wird .

Falls hier irgendjemand dilletiert, der ähnliches beobachtet hat, ich wäre gespannt!

Verwässerte Grüsse. (noch ein paar Schnappschüsse vom corpus delicti:)

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Dr. Aquarius
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Postby Matz » 28 Feb 2010 11:58
Hallo Dr. Aquarius :) ,
die jetzt in deinem zweiten Post etwas deutlicher formulierte Frage nach den Auswirkungen einer wöchentlichen Micro-(Eisen)-Dünger Zugabe (vers. tägl. Düngung/oder zumindest zeitweise gar keiner) im Zusammenhang mit dem Betreiben eines Mattenfilters kann ich dir leider nicht beantworten, da ich noch nie einen solchen betrieben habe.
Um die von dir genannten Thesen zu erhärten, bzw. zu widerlegen, kann ich dir jedoch nur raten: probiere es doch mal aus!
Mit verschieden chelatierten Düngern jeweils über einen definierten Zeitraum und jeweils einmal mit Einstellung der Düngung nach einer gewissen Zeit unter Dokumentation der sich ergebenden Wasserwerte und des Wuchsverhaltens (mit Bildern).
Das wäre eine sehr interessante Sache, die (bestimmt nicht nur!) ich gerne und mit großem Interesse verfolgen würde.
Einen schönen Sonntag wünsche ich,
bis denn,
Grüssle :-), Matthias
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Postby Gast » 28 Feb 2010 12:46
Hallo Herr Dr. :wink: ,
Matthias hat Recht: Ich habe auch überlegt, wohin die Frage im ersten Beitrag genau zielt-und wenns nicht so richtig deutlich wird, dann halte ich mich lieber zurück.
Ich betreibe mein AQ seit Oktober 2009 mit dem HMF und warte auf die angekündigte Nährstofffalle. Ich warte wirklich darauf und will mal sehen-wenn sie denn da ist-wie lange der HMF eine Nährstofffalle darstellt und ob es stimmt, dass sich dieses Problem nach einer Zeit wieder auflöst, weil dann eine Reduktion im HMF stattfindet. Ich hoffe
1. Ich habe die nötige Geduld (falls der HMF wirklich zur Nährstofffalle wird) bis zu dieser Umkehrung des Prozesses.
2. Ich habe meinen Plan verständlich beschrieben.
Gruß, Franz
Gast
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Postby Oups » 20 May 2013 17:29
Grüß euch,

Ich krame den alten Beitrag nochmal hoch.....

Habe eben einen eigenen Beitrag gestartet - geht um exakt dasselbe Thema!

Meine Frage an euch: wie ist es weitergegangen?
Hat sich das System eingespielt, oder wurde der Mattenfilter entfernt?

DANKE für eure Hilfe!

Lg
Norbert
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