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Postby phenomenia » 04 Jan 2015 11:09
Hallo,

erstmal hoffe ich das die Kategorie hier korrekt für meine Frage gewählt ist...

Ich möchte im nächsten Becken (300l) ein "Amazonas Scape" machen. Dabei sollen aber auch die Fische optimale Bedingungen bekommen und nicht nur eine "Nebensache" zur Unterwasserlandschaft sein. Da ich Wasserwerte von etwa pH 7.0, GH 14°d, KH 6°d "direkt aus der Leitung" habe sind diese meiner Ansicht nach nicht 100% optimal für einige der von mir gewünschten Fische (z.B. Mikrogeophagus ramirezi – Schmetterlingsbuntbarsch und Carnegiella strigata - Marmorierter Beilbauchfisch). Der pH Wert geht denke ich gerade noch so, obwohl er etwas tiefer sicher optimaler wäre, GK und KH sind aber definitiv zu hoch. Da würde ich eher eine GH von etwa 7° oder weniger anstreben und eine KH von etwa 4°.

Normalerweise würde ich nun über Torf filtern und das "Problem" wäre gelöst, allerdings hat Torffilterung ja die "Nebenwirkung" dass die Huminsäure daraus das Wasser braun färbt. Das wäre zwar sicher wie es in der Natur aussehen würde, entspricht aber nicht ganz meinen Vorstellungen von einem schönen Aquarium.

Auf der Suche nach Alternativen bin ich daher nun auf die Möglichkeit gestoßen Osmosewasser zu nutzen und würde mir gerne von euch hier kurz "bestätigen" lassen, dass ich per Osmosewasser alle Salze, Pilze etc aus dem Wasser ziehe. Das fertige Osmosewasser ist also "rein" (annähernd wie destilliertes Wasser). Diesem könnte ich dann per Mikro- und Makrodünger wieder die für die Pflanzen erforderlichen Nährstoffe zusetzen und könnte es dann als Aquarienwasser nutzen. Da keine Salze mehr enthalten sind sollte es meiner Meinung nach extrem weich sein - oder würden die für die Pflanzen hinterher wieder beigemischten Nährstoffe (FE, K, Mg, PO4 etc) das Wasser wieder aufhärten? (Die CO2 Düngung würde ja höchstens den pH Wert zusätzlich senken).

Besten Dank für eure Einschätzung oder Hinweise falls ihr noch einen anderen Weg wisst. Ziel ist kristallklares Wasser mit den perfekten Werten für Fische und Pflanzen :)

Felix
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Postby Sauron » 04 Jan 2015 11:52
Hi Felix,

alles, was Du oben geschrieben hast, stimmt. Ich würde Dir auch zu Osmosewasser raten, das annähernd an destilliertes Wasser rankommt, also eine KH (GH) von 0 hat (haben sollte). Auch alle anderen Werte sind auf 0 gesetzt, so dass Du Dir Dein eigenes Wasser zusammenbauen kannst. Wenn du nur Osmosewasser nutzt, also ohne es mit Deinem Leitungswasser zu verschneiden, hat das auch den Vorteil, dass Du einen Großteil der Rechnerei von der Backe hast, irgendwelche Wasseraufbereiter brauchst Du dann natürlich auch nicht.

Wir hatten hier schon elend lange Diskussionen über das Thema, nutze einfach mal die Suchfunktion.

Wenn Du dich für Osmose entschieden hast, machst Du Dir Dein Leben deutlich leichter, wenn Du etwas mehr Geld in die Hand nimmst und eine etwas bessere Osmoseanlage kaufst. Viele hier bei Flowgrow haben ihre Anlage von hier:

https://www.osmose-shop.com/shop/

Ich auch, kann ich nur empfehlen
Schöne Grüße aus der Hauptstadt
Thomas


http://www.flowgrow.de/db/aquarien/silmarillion
http://www.flowgrow.de/db/aquarien/simbelmyne
http://www.flowgrow.de/db/aquarien/seregon
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Postby phenomenia » 04 Jan 2015 13:16
Hallo Sauron,

vielen Dank für die schnelle Antwort und den Link zur Osmoseanlage. Ich hatte eine von Dehnerle "im Auge" die preislich etwa gleich mit diesen liegt.

Viele Grüße,
Felix
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Postby Wasserfloh » 04 Jan 2015 14:08
Hallo

Mit der Osmoseanlage hast du vielleicht die Wasserwerte im Griff , aber wie sieht es denn aus mit den Bedürfnissen der Schwarzwasserfische ? Die mögen kein klares Wasser und schon garnicht viel Licht ! Hier musst du dann das Wasser mit z.B. Erlzäpfchen abdunkeln um genau den Effekt zu erreichen den du mit Osmosewasser verhindern wolltest , ansonsten stehen deine Fische den ganzen Tag unter irgend welchen Blättern oder verstecken sich im Dickicht. Wenn du die Möglichkeit einer Torfkanone hast , dann nutze sie.

mfg. Heiko
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Postby Wasserfloh » 04 Jan 2015 14:08
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Postby phenomenia » 04 Jan 2015 14:29
Hallo Heiko,

an das "gedämpfte" Licht hatte ich auch schon gedacht und würde es an dieser Stelle auf einen Versuch ankommen lassen. Natürlich soll es ihnen gut gehen und das wäre mit "trübem" Wasser sicher optimaler, ich denke aber nicht das sie leiden werden wenn dies der Punkt ist der nicht 100% ihren natürlichen Lebensbedingungen entspricht. Zur Not kann ich hier natürlich doch auf Torf umschwenken, aber erstmal würde ich es ohne probieren wollen.

Eine Torfkanone kann ich meinem Weibchen denke ich nur sehr schwer als erforderliche "Terrassendeko" verkaufen ;)
Da ist der "WAF" (Woman Acceptance Factor - wie er hier mal so schön genant wurde) bei dem Becken deutlich größer.

Beste Grüße,
Felix
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Postby Frank2 » 04 Jan 2015 15:11
Da ist der "WAF" (Woman Acceptance Factor - wie er hier mal so schön genant wurde) bei dem Becken deutlich größer.
:lol: :lol: :lol:

Ich finde es nicht zwingend das Wasser über Torf zu filtern im Südamerikabecken.
Ich finde beide Osmoseanlagen gut geeignet. Ich verschneide allerdings 50/50 und kann nichts Nachteiliges berichten.
Beim Thema Beleuchtung muss ich allerdings auch sagen dass die meisten dieser Fische mit viel Licht nicht glücklich werden, oft werden sie dann auch nicht groß gesehen. Ein dichte Bepflanzung teils flutend oder Schwimmpflanzen schaffen Abhilfe, aber wie schaut es dann mit darunter kultivierten Pflanzen aus, man hat sich ja nicht ohne Grund für eine starke Beleuchung entschieden?
Das ist alles immer auch ein Kompromiss. Ich würde bei "Südamerika" auf eine starke Beleuchtung verzichten und hierauf abgestimmte Pflanzen auswählen, die auch unter Normallicht gedeihen. Schwarzwasser muss nicht vorhanden sein.
Was ich gerne ab und an im Rahmen des Kompromisses verwende ist Tr7 Tropic von Dennerle, es färbt das Wasser nicht bzw nur minimalst das ist irrelevant.
http://dennerle.com/de/produkte/aquaristik/wasserpflege-werte/wasserpflege/tr7-tropic

Viel Spass bei der weiteren Planung des Projektes.

Grüße
Frank
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Postby jgottwald » 04 Jan 2015 15:13
Hallo Felix
ich weiss nicht wie du dir das so vorstellst bei deinen Werten. Eine Anlage mit einer 50 GPD Membrane wird als 190 ltr Anlage im Handel verkauft. In der Realität ist das meistens nur die Hälfte. Kalkuliere also für 100 ltr Osmosewasser einen Tag ein. Ebenso ist das mit der Torfkanone eher unrealitisch bei deinen Werten. Ich denke mal das du massenweise Torf braucht und das auch eine Sauerei sein wird. Mein Tipp: kaufe nie etwas was auf den ersten Blick aus günstig aussieht, du kaufst nur zweimal.
mfg
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Postby phenomenia » 05 Jan 2015 00:38
Hallo Frank,

vielen Dank auch für deine Einschätzung. Ich habe heute nochmal exzessiv im Internet recherchiert und die angegebenen Wasserwerte und Haltungsbedingungen zu den von mir gewünschten Fischen verglichen. Daraus habe ich nun den "größten gemeinsamen Nenner" gezogen, denn die Angaben sind teilweise sogar widersprüchlich. In einem meiner Bücher steht sogar das der ramirezi gerne hell beleuchtete Becken mag und das ist ja definitiv falsch.
Was die Wasserwerte betrifft kann ich, bzw die Fische, mit einem pH von knapp unter 7.0 denke ich gut leben, solange ich keine Zuchtabsichten habe. Lediglich die GH und KH muss ich auf jeden Fall weiter runter bekommen. Mit dem von dir angesprochenen 50/50 Verschnitt von Osmosewasser und Leitungswasser gelingt mir dies aber hoffentlich. Ich werde auf jeden Fall erstmal das Wasser auf die richtigen Werte bringen und natürlich erst dann die Fische besorgen.
Ich gehe doch recht in der Annahme dass wenn ich Osmosewasser mit GH 0 und Leitungswasser mit GH 14 zu gleichen Teilen mische GH 7 bekommen, oder?

Wenn ich dafür nur etwa 50l Osmosewasser die Woche brauche sollte das in einigen Stunden hoffentlich "erzeugt" sein. Notfalls muss ich es halt immer irgendwie über Nacht laufen lassen... Da fällt mir schon was ein.

Als nächstes geht es nun daran geeignete Pflanzen auszusuchen. Dabei werde ich mal versuche auf lichthungrige zu verzichten. Gibt es hierbei evtl spontane Vorschläge zu "rasenbildenden" Pflanzen die mit mittlerer Beleuchtung gut auskommen?

Besten Dank mal wieder,
Felix

P.S.: Habe gerade den ADA premium Unterschrank 120x50x70 bei Viktor (greenaqua.hu) und das Becken (120x50x50) beim Garnelenhaus bestellt. Jetzt kann ich es kaum erwarten dass in vier bis sechs Wochen der "Postbote" klingelt! :bier: :thumbs: :gdance:
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Postby Frank2 » 05 Jan 2015 07:19
Hallo Felix,

Was die Wasserwerte betrifft kann ich, bzw die Fische, mit einem pH von knapp unter 7.0 denke ich gut leben, solange ich keine Zuchtabsichten habe. Lediglich die GH und KH muss ich auf jeden Fall weiter runter bekommen. Mit dem von dir angesprochenen 50/50 Verschnitt von Osmosewasser und Leitungswasser gelingt mir dies aber hoffentlich.


Natürlich. Du müsstest nichtmal soviel verschneiden. Ich finde Deine Zielwerte GH,KH eigentlich perfekt (du musst sicher bei KH oder GH noch ZUNÄCHST 0,5 dazuaddieren aber das ist ja irrelevant), Bei 50% musst Du dann auch nichts aufsalzen bei einer deutlichen höheren Verschnittmenge sehe ich es aber wie Thomas, dann besser Voll-Osmose und aufsalzen. Zusammen mit C02 wird der Verschnitt-PH vermutlich nach einigen Wochen, bis alles eingestellt und eingefahren ist, round about 6,5-6,7 erreichen das ist doch bestens.
Ich stelle die Anlage abends an und am nächsten Morgen habe ich genug Wasser zum verschneiden für 2 Becken, ich zapfe so 14 Stunden, Du musst sicher schon so mit 10-14 h rechnen bei Deinen Werten, siehste ja dann. Ich würde an Deiner Stelle mal so mit 60-65 L Osmosewasser kalkulieren.
Du glaubst gar nicht in was für Wasser die meisten Südamerikaner heute gehalten werden. :nosmile: Deine Werte sind da ein Traum für die allermeisten dieser Fische. Du könntest darin, auch wenn die Literatur da astronomisch tiefe Werte ansetzt, auch Rotkopfsalmler pflegen ich sehe da keine Beschränkungen.

Licht ist eine schwierige Entscheidung. Es hängt von der Pflanzplanung ab, will man ev. flutende Pflanzen, will man Schwimmpflanzen, will man es doch mehr gescaped. Fakt ist dass die meisten dieser Fische im starken Licht nicht so gut zurechtkommen. Irgendeine Lösung muss also jeder dafür finden.

120x50x50

Super Größe. Fischorientiert durch die Länge und dennoch hast Du einen schönen Raum für Gestaltungen. Und auch nicht zu hoch zum einfachen Hantieren im Becken.

Wünsche Dir einfach nur viel Spass mit allem. Eins wird aufs Andere kommen.
---
edit: Ich würde einen dunklen Bodengrund wählen bzw nicht gerade schneeweiss....

Grüße
Frank
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Postby phenomenia » 05 Jan 2015 20:41
Nochmal Danke :)

Dunkler Boden ist in Planung. Wahrscheinlich wird's fast schwarzer Garnelenkies mit evtl kleinen Stellen "Sand" um für die Corydoras und Garnelen einen ordentlichen Spielplatz zu schaffen.

Felix
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