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Postby Daddls » 14 Jan 2019 01:53
Ich habe wie viele Leute in der Pflanzenaquaristik ein akutes Kaliumproblem. Zeitlang mit NPK Dünger gedüngt und hatte dann einen Peak von 350 mg/l Kalium. Hab das auch erst herausgefunden, als ich mir den JBL Kaliumtest geholt hab.
Hatte 9 Monate lang mit exessiven Grünalgen zu kämpfen.
Gerade meine Regenschirmssimse setzte sich immer massiv mit Grünalgen zu.

Mit mehreren 80% WWs hab ich den Kaliumwert auf 10 mg/l gedrückt und die Düngung umgestellt auf Makro Special N und Phosphat Basic beides von AR. Eisenvolldünger nutz ich noch die Reste von nem 5 l Profito Kanister, will ich aber bei Zeiten auch durch das AR Pendant ersetzen.

Derzeit dünge ich täglich etwa 2-3 ml/100l Special N auf jeweils meine beiden 100 l Becken, beide sehr dicht bepflanzt.
NO3 halte ich so um 10 mg/l
CO2 halte ich so um 25 mg/l
PO4 dünge ich auf Stoß pro Woche einmalig auf 0,5 mg/l
Fe dünge ich täglich 1 ml/100l Profito, Eisen bleibt weiterhin außerhalb der Nachweisgrenze, jedoch hab ich leichte Rotalgen, aber nur relativ Wenige.
K nach einem exessivem Wasserwechsel drück ich es auf etwa 10 mg/l, und es akkumuliert dennoch immer wieder hoch und zwar stärker, als ich netto an Kalium durch Stickstoff, Phosphat und Eisenvolldünger überhaupt eintrage.
Es muss irgendwo eine Rücklösung stattfinden. Meine Pflanzen verbrauchen pro Woche Kalium absolut gar nix, also sie werden schon was verbrauchen, aber das muss so wenig sein, dass das Kalium selbst dann noch steigen würde, selbst wenn ich 0 Kalium ins Becken geben würde.

Als Bodengrund nutze ich reinen Granitsand(Körnung etwa 0,2 - 0,5 mm), wegen den Panzerwelsen.

Die Grünalgen(schleimige Fadenalgen, auch als Büschel) kommen immer wieder so langsam, wenn ich über 20 mg/l Kalium komme. Die Regenschirmsimse zeigt das immer sofort an. Ein wahrer Grünalgenmagnet.

Nun sind da die Fragen.

1. Nach vielen Forenbeiträgen ist ersichtlich dass die Soilbenutzer das Problem kennen, und dort meistens Kaliumdepots in Rücklöse haben. Inwieweit kann sich Kalium in einem reinen Granitsand anreichern, bzw löst sich vielleicht sogar selbst Kalium aus dem Granitsand?

2. Meine Außenfilter reinige ich eigendlich immer im Sommer, jedes Jahr also einmal. Könnten dort noch Kaliumdepots gespeichert sein im Mulm? Unter Google findet man hierzu absolut gar nichts.

3. Ich spekuliere nun damit auch auf den GH Boost N Stickstoffdünger zu gehen, um den Kaliumeintrag weiter zu minimieren. Es härtet allerdings mit dem Ca und dem Mg die GH auf, was der Special N auch tut, aber nur etwa halb so stark. Jetzt hab ich da ein paar Verständnisfragen: Ist dieser GH Anstieg dauerhaft oder eigendlich nur temporär, weil die Pflanzen das Calcium und Magnesium ja eigendlich verbrauchen.
Ich halte neben üppiger Bepflanzung im einen Becken blaue Neons und im anderen Rote Neons. Beide Arten brauchen ausgesprochenes Weichwasser, also KH unter 2°, GH unter 7°.

Da ich aus meiner Leitung Mörtelwasser mit einer KH von satten 28° rauskriege, muss ich die WWs zu fast 100% mit Osmosewasser realisieren.
Im Moment halte ich die KH in beiden Becken auf etwa 1-2°, was also gerade so ausreichend hoch genug für die Pflanzen ist. Einen GH Test hab ich noch nicht, allerdings wird dieser nach einem WW vermutlich um 2-3° liegen.

Daher nun die Frage inwieweit Special N und Gh Boost N die GH erhöht, bzw tun die Dünger das auch dauerhaft? Weil wenn die Pflanzen das Ca/Mg verbrauchen, dürfte ja eigendlich netto kein dauerhafter Anstieg übrig bleiben.
Und wenn doch, kann es denn sein, dass trotz KH 1-2° die GH beliebig steigen kann bis 20-30°?

Ich kenne nicht genau die Wechselwirkungen von GH und KH zueinander.

Ich will meine WWs auf ein Minimum reduzieren von der Häufigkeit und dünge auch nicht mit EI sondern mit Einzeldüngern und dann auf niedrigem Level, und teste meine Werte jede Woche und passe die tägliche Düngung ständig an.

Bisher zwingt mich das steigende Kalium etwa alle 2-3 Wochen zu einem WW, wenn ich keine Fadenalgenexplosion haben will.
Wenn ich ohne Kalium dünge und dafür ein GH Anstieg riskiere, würde ich auch irgendwann zu WWs gezwungen werden, jedoch sollte das Intervall so groß wie möglich sein und dann aber immer 80% WWs mit 95-99% Osmosewasser, ohne jegliche Aufhärtung, weil die Nitratdünger ohnehin zu viel aufhärten.
Problem ist, dass bei mir ein WW extremst aufwändig ist. Das Osmosewasser muss 2 Stockwerke ausm Keller geschleppt werden, hat gerade jetzt im Winter erquickende 5° C und muss immer erst umständlich aufgewärmt werden und meine Osmoseanlage braucht für 20 Liter Osmosewasser gut 6 Std. Ein wöchendlicher WW bei allen Becken fällt daher aus.


4. Daher auch die Frage, falls hier ein Neon Spezialist unterwegs ist. Wie verhalten sich die Neons wenn die KH zwar extremst niedrig ist, aber die GH hypothetisch immer weiter steigt, würde die das auch umbringen irgendwann?


5. Dann noch eine generelle Verständnisfrage zur EI Düngung und den Algen. Es heißt ja immer Algen wachsen nicht, wenn die Pflanzen wachsen, da die Pflanzen den Algen die Nährstoffe wegnehmen. Aus anderen und auch eigenen Erfahrungen kann ich schliessen, dass die Algen nur dann nicht wachsen, wenn die bestimmten Nährstoffe ein bestimmtes Level nicht überschreiten.
EI setzt ja auf eine permanente Präsenz von sehr hohen Werten sämtlicher Makros und Mikros. Wie soll das aber das Algenwachstum verhindern? Nur weil die Pflanzen üppig wachsen, würde das ja nicht bedeuten, dass die Algen dann nicht wachsen, wenn denen ebenfalls alle Nährstoffe reichlich zur Verfügung stehen. Oder ist das Geheimnis einzig und allein am Verhältnis der Makros zueinander begründet? Die EI Düngung konnte ich bisher nie so richtig trauen, zumal sie viel zu phosphat- und kaliumlastig ist, beide Stoffe würden sich unweigerlich anreichern. Bei meinen Pflanzen konnte ich nach einem 6 wöchigen peniblen Düngerprotokoll feststellen, dass der Verbrauch der Makros bei meinen Becken etwa das Verhältnis aufweist von: NO3 : PO4 : K >> 40 : 1 : 0(?, vermutlich durch eine Rücklöse verfälscht, Wert muss aber extremst niedrig sein).
Dagegen kann ich eher Leuten trauen, die die Nährstoffe tendenziell eher sehr niedrig halten, bzw kann ich das an meinen Becken bestätigen, also NO3 bei 5-10 mg/l, eher bei 5 mg/l, PO4 und Fe an der Nachweisbarkeitsgrenze halten und K maximal auf 5 mg/l(was eben für mich momentan ummöglich ist, diesen teuflischen Stoff runterzukriegen)
Es heißt ja auch immer bei Grünalgen den Stickstoff erhöhen, was ich nicht bestätigen kann, mehr Nitrat pusht die Grünalgen nur noch mehr, das konnte ich an zahlreichen Testreihen bestätigen. In Anwesenheit von zu viel Kalium ist das Phänomen exponenziell gesteigert.

Dagegen mein kleines 35l Garnelenbecken, wenn die Pflanzenmasse dort irgendwann 75% der Wassersäule komplett einnimmt und ich dort extremst wenig dünge, etwa 1/20 von der EI Menge. Dann wachsen dort die Pflanzen gut, wenn auch langsam, aber Algen werden dann wirklich verdrängt, durch eine Übermacht an Pflanzenmasse. Da ich im Garnelenbecken sehr wenig dünge, ist es das einzige Becken wo ich auch keine Kaliumakkumulation habe.
Daddls
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Postby Thumper » 14 Jan 2019 09:58
Moin,

Daddls wrote:Ich habe wie viele Leute in der Pflanzenaquaristik ein akutes Kaliumproblem. Zeitlang mit NPK Dünger gedüngt und hatte dann einen Peak von 350 mg/l Kalium. Hab das auch erst herausgefunden, als ich mir den JBL Kaliumtest geholt hab.

Komischer Wert. Sehr komischer Wert. Dafür müsstest du schon lange keine Wasserwechsel machen, denn mit einem 50% und einer täglichen Zugabe von 10ml auf 100L könntest du dich maximal bei 45mg/L Kalium (+Leitungswasserwerte) einpendeln.

Daddls wrote:Derzeit dünge ich täglich etwa 2-3 ml/100l Special N auf jeweils meine beiden 100 l Becken, beide sehr dicht bepflanzt.
NO3 halte ich so um 10 mg/l
CO2 halte ich so um 25 mg/l
PO4 dünge ich auf Stoß pro Woche einmalig auf 0,5 mg/l
Fe dünge ich täglich 1 ml/100l Profito, Eisen bleibt weiterhin außerhalb der Nachweisgrenze, jedoch hab ich leichte Rotalgen, aber nur relativ Wenige.
K nach einem exessivem Wasserwechsel drück ich es auf etwa 10 mg/l, und es akkumuliert dennoch immer wieder hoch und zwar stärker, als ich netto an Kalium durch Stickstoff, Phosphat und Eisenvolldünger überhaupt eintrage.
Es muss irgendwo eine Rücklösung stattfinden. Meine Pflanzen verbrauchen pro Woche Kalium absolut gar nix, also sie werden schon was verbrauchen, aber das muss so wenig sein, dass das Kalium selbst dann noch steigen würde, selbst wenn ich 0 Kalium ins Becken geben würde.

Als Bodengrund nutze ich reinen Granitsand(Körnung etwa 0,2 - 0,5 mm), wegen den Panzerwelsen.

Täglich 1mg/L NO3 finde ich persönlich etwas wenig. Ich würde da mit 2mg/L arbeiten. Wäre vielleicht ein Versuch wert.

Daddls wrote:1. Nach vielen Forenbeiträgen ist ersichtlich dass die Soilbenutzer das Problem kennen, und dort meistens Kaliumdepots in Rücklöse haben. Inwieweit kann sich Kalium in einem reinen Granitsand anreichern, bzw löst sich vielleicht sogar selbst Kalium aus dem Granitsand?

Gar nicht, da Sand keine Ionentauschkapazität hat.

Daddls wrote:2. Meine Außenfilter reinige ich eigendlich immer im Sommer, jedes Jahr also einmal. Könnten dort noch Kaliumdepots gespeichert sein im Mulm? Unter Google findet man hierzu absolut gar nichts.

Auch nicht. Da könnte maximal Eisenphosphat drin ausfallen. Was aber passieren kann ist, dass die Bakterien im Filter Nitratabbauen (Anaerober Prozess).

Daddls wrote:3. Ich spekuliere nun damit auch auf den GH Boost N Stickstoffdünger zu gehen, um den Kaliumeintrag weiter zu minimieren. Es härtet allerdings mit dem Ca und dem Mg die GH auf, was der Special N auch tut, aber nur etwa halb so stark. Jetzt hab ich da ein paar Verständnisfragen: Ist dieser GH Anstieg dauerhaft oder eigendlich nur temporär, weil die Pflanzen das Calcium und Magnesium ja eigendlich verbrauchen.
Ich halte neben üppiger Bepflanzung im einen Becken blaue Neons und im anderen Rote Neons. Beide Arten brauchen ausgesprochenes Weichwasser, also KH unter 2°, GH unter 7°.
[...]
Daher nun die Frage inwieweit Special N und Gh Boost N die GH erhöht, bzw tun die Dünger das auch dauerhaft? Weil wenn die Pflanzen das Ca/Mg verbrauchen, dürfte ja eigendlich netto kein dauerhafter Anstieg übrig bleiben.
Und wenn doch, kann es denn sein, dass trotz KH 1-2° die GH beliebig steigen kann bis 20-30°?
[...]
Problem ist, dass bei mir ein WW extremst aufwändig ist. Das Osmosewasser muss 2 Stockwerke ausm Keller geschleppt werden, hat gerade jetzt im Winter erquickende 5° C und muss immer erst umständlich aufgewärmt werden und meine Osmoseanlage braucht für 20 Liter Osmosewasser gut 6 Std. Ein wöchendlicher WW bei allen Becken fällt daher aus.

Durch den GH Boost N kommt knapp die doppelte Menge Ca & Mg ins Wasser. Meiner Meinung nach kannst du das aber vernachlässigen, wenn du regelmäßig Wasser wechseln kannst. 25-30% reichen da, schließlich misst du ja regelmäßig.
Hast du die Möglichkeit, dir 2 15L Kanister zu befüllen und 1-2 Tage "im Warmen" stehen zu lassen, damit die Temperatur auf ~20°C ansteigen kann?

Daddls wrote:4. Daher auch die Frage, falls hier ein Neon Spezialist unterwegs ist. Wie verhalten sich die Neons wenn die KH zwar extremst niedrig ist, aber die GH hypothetisch immer weiter steigt, würde die das auch umbringen irgendwann?

Ich habe diverse Gehalten (allerdings nur kurzzeitig, keine Langzeiterfahrung). Schwarze, Blaue, Pfeffersalmler, ...
Alle bei KH <0,5°dKH und GH >7°dGH keinerlei Probleme. Der pH lag dabei zwischen 4 und 5,5.
Einzig durch eine Hohe KH bringst du den pH nach oben. Da Neons aus sehr saurem Wasser stammen (pH 4-5), peilen wir hier eine niedrige KH an um den pH zu senken.

Daddls wrote:5. Dann noch eine generelle Verständnisfrage zur EI Düngung und den Algen. Es heißt ja immer Algen wachsen nicht, wenn die Pflanzen wachsen, da die Pflanzen den Algen die Nährstoffe wegnehmen. Aus anderen und auch eigenen Erfahrungen kann ich schliessen, dass die Algen nur dann nicht wachsen, wenn die bestimmten Nährstoffe ein bestimmtes Level nicht überschreiten.
EI setzt ja auf eine permanente Präsenz von sehr hohen Werten sämtlicher Makros und Mikros. Wie soll das aber das Algenwachstum verhindern?

EI basiert nicht nur auf der ständigen üppigen Nährstoffversorgung sondern auch - und das ist viel wichtiger - auf regelmäßigen sehr großzügigen Wasserwechseln, damit sich eben jene Nährstoffe nicht anreichern. Da kommst du (zwangsweise) nicht um 50+% Wasserwechsel wöchentlich herum.
Grüße,
Bene


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Thumper
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Postby nik » 14 Jan 2019 11:32
Hallo und willkommen,

wow, so viel Text und Fragen als Einstand und dann nicht mal einen Gruß/Namen drunter? Das macht die ganze Sache netter und ist im Flowgrow deshalb auch ausdrücklich erwünscht!

Deine Fragen:
1. & 2. Mir ist kein Prozess bekannt, der aquaristisch zu einer nennenswerten K-Anreicherung führte außer der Zugabe mittels K enthaltender Salze, K enthaltendem Leitungswasser und Futter. Nennenswerte K-Rücklösungen schließe ich nach meinem Kenntnisstand aus. Und wenn ich meine Fantasie bemühen müsste, wie 350 mg/l K zustande kommen sollen, dann denke ich zuallererst an einen Messfehler.
Wenn ich an deinen Verbrauch NO3/PO4/K von 40:1:0 mg/l denke, dann fällt mir ein überproportionaler Verbrauch von Nitrat auf. Sehr zweifelhaft nur pflanzenbedingt bei einem sonstigen Verbrauch von 1 mg/l PO4. Es sieht so aus als wären außerordentliche Stickstoffverluste bei dir eine Baustelle. Um das genauer zu betrachten, bedarf das einer Problem-/Beckenbeschreibung im 1.Hilfe-Subforum.

3. Der GH-Anstieg ist gering, der Nährstoffrechner hilft dir und den Neon ist es egal. Es mag eine Rolle spielen, wenn du sie vermehren willst. Hälterung in härterem Wasser ist kein Problem. Und wenn du kein Wasser wechseln willst, dann ist auch ein GH-Anstieg auf "20 oder 30°" denkbar - irgendwann.
Du kannst aber auch Kaliumnitrat zur K-düngung verwenden und mittels Urea täglich den notwendigen Stickstoff zugeben. Das ist GH- und KH-neutral. Findest du in meiner aufgeklappten Sig. Darüber findet sich auch ein Thread zur Düngung, in dem das im Eingangspost genau beschrieben ist.

4. Das die GH durch den Spezial N oder GHboostN die Neons umbringt ist mit Blumentopfszenario gut beschrieben. Ich bin aber auch grundsätzlich so optimistisch, dass selbst du irgendwann bei zwei schlappen 100 l Becken ab und zu mal einen Wasserwechsel hinbekommst.^^ Die zwei Stockwerke kann man auch sportlich betrachten. Es kann natürlich auch Gründe haben, die Wasserwechsel verunmöglichen und dann solltest du das organisatorisch anders lösen oder, wenn das auch nicht geht, die Aquaristik aufgeben.

5.
Daddls wrote:I
5. Dann noch eine generelle Verständnisfrage zur EI Düngung und den Algen. Es heißt ja immer Algen wachsen nicht, wenn die Pflanzen wachsen, da die Pflanzen den Algen die Nährstoffe wegnehmen. Aus anderen und auch eigenen Erfahrungen kann ich schliessen, dass die Algen nur dann nicht wachsen, wenn die bestimmten Nährstoffe ein bestimmtes Level nicht überschreiten.
EI setzt ja auf eine permanente Präsenz von sehr hohen Werten sämtlicher Makros und Mikros. Wie soll das aber das Algenwachstum verhindern? Nur weil die Pflanzen üppig wachsen, würde das ja nicht bedeuten, dass die Algen dann nicht wachsen, wenn denen ebenfalls alle Nährstoffe reichlich zur Verfügung stehen. Oder ist das Geheimnis einzig und allein am Verhältnis der Makros zueinander begründet? Die EI Düngung konnte ich bisher nie so richtig trauen, zumal sie viel zu phosphat- und kaliumlastig ist, beide Stoffe würden sich unweigerlich anreichern.

EI kannst du mit deinen Wasserwechselabsichten sowieso vergessen. Selbst moderate Systeme setzen immer auf vollständige und permanente Nährstoffversorgung und dass dann Pflanzen Algen durch Nährstoffverbrauch auskonkurrieren könnten ist nicht nur ausgemachter, auch noch offensichtlicher Blödsinn! Das "Geheimnis" der Algenvermeidung bei vollständig vorhandenen Nährstoffen (oder auch nicht vollständig) ist die Konkurrenzsituation der Algen im Biofilm. Unter aquaristischen Bedingungen würde ich eine vollständige Nährstoffversorgung sowieso für günstiger hinsichtlich Algen halten. Weitere Infos findest du ebenfalls erreichbar über meine Sig in einem Thread zur "Pflege" der Mikroflora beschrieben. Bei Phosphat sehe ich das aus verschiedenen Gründen anders, auch wenn es mit ständig nachweisbarem Phosphat geht, halte ich es für günstiger die Pflanzen möglichst so mit Phosphat zu versorgen, dass Phosphat möglichst lange Zeiträume nicht nachweisbar ist. Steht ebenfalls in dem über meine Sig erreichbaren Thread zur Düngung beschrieben.

Gruß Nik
nik wrote:
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Postby Ebs » 14 Jan 2019 14:23
Hallo,
Thumper wrote:
Durch den GH Boost N kommt knapp die doppelte Menge Ca & Mg ins Wasser. Meiner Meinung nach kannst du das aber vernachlässigen, wenn du regelmäßig Wasser wechseln kannst. 25-30% reichen da, schließlich misst du ja regelmäßig.


wegen der Kaliumakkumulation bin ich vor über einem Jahr auch auf den GH Boost N umgestiegen. Mein Kaliumanstieg ist seitdem weg.

Der Ca- + Mg-Eintrag ist äußerst gering und zu vernachlässigen und bei mir nicht messbar (Becken 120 L, KH 6/ GH 14; wöchentlich 20 L Wasserwechsel gegen 10L LW und 10L Osmose.
Meine Roten Neons fühlen sich bei diesen Werten sauwohl und das seit Jahren.

Die von dir genannten Werte braucht man nur zu beachten, wenn man züchten will.

Gruß Ebs

Nachtrag: Kalium ca.8/9 mg/l kommen durch Dennerle V30 ins Becken (täglich 2 ml).
Aquarium von Eberhard:110 l Netto, KH 6; GH 13; PH 6,8/6,9; CO2 25/30; NO2 n.n; NO3 10/15; PO4 um 0,5; K um 8; Fe 0,1; Ca/Mg 7 :1; Bel. T5 2x 28W + 1400 Lumen LED; 15 Std. Bel. ; keine sichtb. Algen
http://www.flowgrow.de/aquarienvorstellungen/juwel-panorama-80-120l-vorstellung-t13998.html
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Postby Daddls » 14 Jan 2019 15:05
Thumper wrote:Moin,

Daddls wrote:Ich habe wie viele Leute in der Pflanzenaquaristik ein akutes Kaliumproblem. Zeitlang mit NPK Dünger gedüngt und hatte dann einen Peak von 350 mg/l Kalium. Hab das auch erst herausgefunden, als ich mir den JBL Kaliumtest geholt hab.

Komischer Wert. Sehr komischer Wert. Dafür müsstest du schon lange keine Wasserwechsel machen, denn mit einem 50% und einer täglichen Zugabe von 10ml auf 100L könntest du dich maximal bei 45mg/L Kalium (+Leitungswasserwerte) einpendeln.

Daddls wrote:Derzeit dünge ich täglich etwa 2-3 ml/100l Special N auf jeweils meine beiden 100 l Becken, beide sehr dicht bepflanzt.
NO3 halte ich so um 10 mg/l
CO2 halte ich so um 25 mg/l
PO4 dünge ich auf Stoß pro Woche einmalig auf 0,5 mg/l
Fe dünge ich täglich 1 ml/100l Profito, Eisen bleibt weiterhin außerhalb der Nachweisgrenze, jedoch hab ich leichte Rotalgen, aber nur relativ Wenige.
K nach einem exessivem Wasserwechsel drück ich es auf etwa 10 mg/l, und es akkumuliert dennoch immer wieder hoch und zwar stärker, als ich netto an Kalium durch Stickstoff, Phosphat und Eisenvolldünger überhaupt eintrage.
Es muss irgendwo eine Rücklösung stattfinden. Meine Pflanzen verbrauchen pro Woche Kalium absolut gar nix, also sie werden schon was verbrauchen, aber das muss so wenig sein, dass das Kalium selbst dann noch steigen würde, selbst wenn ich 0 Kalium ins Becken geben würde.

Als Bodengrund nutze ich reinen Granitsand(Körnung etwa 0,2 - 0,5 mm), wegen den Panzerwelsen.

Täglich 1mg/L NO3 finde ich persönlich etwas wenig. Ich würde da mit 2mg/L arbeiten. Wäre vielleicht ein Versuch wert.

Daddls wrote:1. Nach vielen Forenbeiträgen ist ersichtlich dass die Soilbenutzer das Problem kennen, und dort meistens Kaliumdepots in Rücklöse haben. Inwieweit kann sich Kalium in einem reinen Granitsand anreichern, bzw löst sich vielleicht sogar selbst Kalium aus dem Granitsand?

Gar nicht, da Sand keine Ionentauschkapazität hat.

Daddls wrote:2. Meine Außenfilter reinige ich eigendlich immer im Sommer, jedes Jahr also einmal. Könnten dort noch Kaliumdepots gespeichert sein im Mulm? Unter Google findet man hierzu absolut gar nichts.

Auch nicht. Da könnte maximal Eisenphosphat drin ausfallen. Was aber passieren kann ist, dass die Bakterien im Filter Nitratabbauen (Anaerober Prozess).

Daddls wrote:3. Ich spekuliere nun damit auch auf den GH Boost N Stickstoffdünger zu gehen, um den Kaliumeintrag weiter zu minimieren. Es härtet allerdings mit dem Ca und dem Mg die GH auf, was der Special N auch tut, aber nur etwa halb so stark. Jetzt hab ich da ein paar Verständnisfragen: Ist dieser GH Anstieg dauerhaft oder eigendlich nur temporär, weil die Pflanzen das Calcium und Magnesium ja eigendlich verbrauchen.
Ich halte neben üppiger Bepflanzung im einen Becken blaue Neons und im anderen Rote Neons. Beide Arten brauchen ausgesprochenes Weichwasser, also KH unter 2°, GH unter 7°.
[...]
Daher nun die Frage inwieweit Special N und Gh Boost N die GH erhöht, bzw tun die Dünger das auch dauerhaft? Weil wenn die Pflanzen das Ca/Mg verbrauchen, dürfte ja eigendlich netto kein dauerhafter Anstieg übrig bleiben.
Und wenn doch, kann es denn sein, dass trotz KH 1-2° die GH beliebig steigen kann bis 20-30°?
[...]
Problem ist, dass bei mir ein WW extremst aufwändig ist. Das Osmosewasser muss 2 Stockwerke ausm Keller geschleppt werden, hat gerade jetzt im Winter erquickende 5° C und muss immer erst umständlich aufgewärmt werden und meine Osmoseanlage braucht für 20 Liter Osmosewasser gut 6 Std. Ein wöchendlicher WW bei allen Becken fällt daher aus.

Durch den GH Boost N kommt knapp die doppelte Menge Ca & Mg ins Wasser. Meiner Meinung nach kannst du das aber vernachlässigen, wenn du regelmäßig Wasser wechseln kannst. 25-30% reichen da, schließlich misst du ja regelmäßig.
Hast du die Möglichkeit, dir 2 15L Kanister zu befüllen und 1-2 Tage "im Warmen" stehen zu lassen, damit die Temperatur auf ~20°C ansteigen kann?

Daddls wrote:4. Daher auch die Frage, falls hier ein Neon Spezialist unterwegs ist. Wie verhalten sich die Neons wenn die KH zwar extremst niedrig ist, aber die GH hypothetisch immer weiter steigt, würde die das auch umbringen irgendwann?

Ich habe diverse Gehalten (allerdings nur kurzzeitig, keine Langzeiterfahrung). Schwarze, Blaue, Pfeffersalmler, ...
Alle bei KH <0,5°dKH und GH >7°dGH keinerlei Probleme. Der pH lag dabei zwischen 4 und 5,5.
Einzig durch eine Hohe KH bringst du den pH nach oben. Da Neons aus sehr saurem Wasser stammen (pH 4-5), peilen wir hier eine niedrige KH an um den pH zu senken.

Daddls wrote:5. Dann noch eine generelle Verständnisfrage zur EI Düngung und den Algen. Es heißt ja immer Algen wachsen nicht, wenn die Pflanzen wachsen, da die Pflanzen den Algen die Nährstoffe wegnehmen. Aus anderen und auch eigenen Erfahrungen kann ich schliessen, dass die Algen nur dann nicht wachsen, wenn die bestimmten Nährstoffe ein bestimmtes Level nicht überschreiten.
EI setzt ja auf eine permanente Präsenz von sehr hohen Werten sämtlicher Makros und Mikros. Wie soll das aber das Algenwachstum verhindern?

EI basiert nicht nur auf der ständigen üppigen Nährstoffversorgung sondern auch - und das ist viel wichtiger - auf regelmäßigen sehr großzügigen Wasserwechseln, damit sich eben jene Nährstoffe nicht anreichern. Da kommst du (zwangsweise) nicht um 50+% Wasserwechsel wöchentlich herum.



Ich hatte lange Zeit sehr selten WWs gemacht, eben weil der Aufwand bei mir unglaublich hoch ist. Pro 100l Becken sind gut 2 Std einzuplanen und nen Tag für die Osmoseanlage. Da die Kaliumtests immer so teuer waren, hab ich mich davor gescheut sowas zuzulegen, sonst wäre mir der extrem hohe Kaliumwert niemals aufgefallen, da ich mich drauf verlassen habe, dass die Werte im NPK Dünger schon etwa so passen müssten mit dem Verbrauch der Pflanzen. Weit gefehlt, wie ich nun bemerkt habe.^^
Und nach vielen Recherchen, wird das von sehr vielen Leuten bestätigt, die selbst mit dem Makro Special N Dünger, welcher ein Verhältnis von NO3 : K von 5 :1 eine satte Kaliumakkumulation haben. Und allesamt berichten an exessivem Grünalgenwachstum, wenn der K Wert weit über 10 mg/l steigt.
Daher kann ich auch Tobis Meinungen hier zur unbedenklichen reinen KNO3 Düngung nicht unterstützen, was sich ja angeblich weltweit durchgesetzt haben soll. Das Kalium wird nicht mal annähernd so viel benötigt, sogar weniger als das PO4. Überall muss man von Grünalgenexplosionen ausgehen, welche damit korrelieren, dass egal ob geringe oder hohe Nitratwerte vorliegen, mit einem auf jeden Fall hohen Kaliumwert die Grünalgen provoziert werden. Ich denke, dass das daran liegt, dass das Ca/Mg/K Verhältnis vollkommen aus dem Ruder läuft und so die Grünalgen pusht.
Da ich mit fast 100% Osmose arbeite ohne Extraaufhärtung, dürften meine Ca/Mg Werte eher niedrig sein und dann machen selbst K Werte von 10-20 mg/l schon Probleme.
Höhere K Werte von selbst 30-50 mg/l dürften wohl erst dann keine Grünalgen provozieren, wenn man ausgesprochenes Betonwasser hat, wo dann Ca Werte weit über 80 mg/l und selbst Mg über 30 mg/l vorliegt.
Die Relation zueinander scheint hier maßgebend zu sein, so meine Vermutung.
Jedoch lese ich immer wieder von Leuten, die mit Kalium zu kämpfen haben und auf absolut Kaliumfreien N Dünger umsteigen, da alle davon berichten dass selbst schon ab 10 mg/l Kalium die Grünalgen kommen, primär Staubalgen und Punktalgen. Warum bei mir auch bei 350 mg/l K keine Staubalgen kamen, oder eher weniger, dafür aber brutalst schleimige Fadenalgen kommen, muss mit einer zweiten Einflussgröße zu tun haben, evtl das zu schwache Licht.

Wegen NO3 Düngung, das ist jetzt schon die runtergefahrene Menge. Vor 4 Wochen hab ich noch rund 4,5 mg/l NO3 gedüngt mit dem Makro Special N. Hab die Nitratkonzentration dann jede Woche gemessen und gehe nun immer weiter runter mit der täglichen Zufuhr, da meine letzte Messung schon um 12-13 mg/l angezeigt hat, ergo meine Pflanzen nicht mehr soviel brauchen. Ich hab aber auch noch die uralten T8 Röhren oben drauf, etwa 0,6 - 0,7 Watt/L, aber es dürfte max schwach bis mittel sein, da meine Bodendecker nur extremst langsam wachsen, bei nur etwa 37 cm Beckenhöhe, da ist das Licht bereits ungenügend. Aber hab mir UNIQ FS 600er bestellt, die aber derzeit noch in der Nachlieferung sind, da möchte ich dann stufenweise meine Becken mit 60-100 Lumen/L versorgen, damit auch die Bodendecker ausm Quark kommen. Da meine Becken sehr dicht bepflanzt sind, sind auch diverse Abschattungen drin. Die Düngung dürfte dann auch gravierender ausfallen und hoffendlich werden dann auch die schier unendlichen Kaliumreserven mal aufgebraucht.

Osmosewasser habe ich 90L auf Reserve, 50 L im beheizten Raum und 40 L im Flur, wos aber auch extrem kalt ist.
Frisches Osmosewasser muss ich gut 2 Tage im beheizten Raum nahe der Wärmequelle stehen lassen, damit ich es für die Becken verwenden kann. Gerade die empfindlichen Neons und besonders Garnelen können ja bei kleinsten Wasserwertveränderungen, wie auch Temperaturschwankungen von wenigen Grad, sofort die Hufe hochreißen, daher will ich da möglichst kein Risiko eingehen.


Bei den Neons, war ich auch immer der Meinung, dass einzig eine sehr niedrige KH und damit ein niedriger ph Wert wichtig ist. Aber nach jüngsten Studien von diversen Quellen im Internet, wird ebenfalls explizit auf eine sehr geringe GH hingewiesen. Daher war ich mir da nicht so sicher. Ich werde auf jeden Fall auf den GH Boost N wechseln, werde mir auch nen GH und nen Ca Test holen, da kann man den Mg Wert ja eh dann ermitteln. Aber was ich so bei bisherigen Beiträgen entnehmen kann, wenn ich dann durchgängig mit GH Boost N und den AR Eisenvolldünger dünge, dass vermutlich das eingebrachte Magnesium höchstwahrscheinlich komplett aufgebraucht werden wird, spätestens wenn ich meine 13k Lumen Lampe auf den beiden 100l Becken hab, aber vermutlich ein Rest Ca Wert vom Gh Boost N Dünger übrig bleiben dürfte, aber bis da die GH auf gefährliche Werte für die Neons steigt, dürfte es schon eine Weile dauern. Genaue Werte werde ich dann noch ermitteln in der Zukunft, wenn ich alles umgestellt hab.
Mir gings hier nur darum, ob mir der GH Boost N Dünger nicht mein Weichwasser zu schnell versaut, eben wegen den Neons und auch die Garnelen tendenziell sehr weiches Wasser brauchen.
Lieber seltener einen starken WW machen müssen, weil die GH irgendwann zu hoch wird, als relativ häufige WWs machen müssen, weil mir dauernd der Kaliumwert durch die Decke geht.

Wegen der EI Düngermethode, ja klar da ist nen 50% WW jede Woche geplant, der senkt aber doch die Werte dennoch nicht auf 0, sondern eben nur auf 50% und meistens heißt es dann ja wieder, dass danach direkt wieder aufgedüngt wird, was den WW eigendlich ad absurdum führt. Wie das die Algen verhindern soll, entzieht sich meiner Logik, da ja dennoch immer sehr hohe Werte aller Nährstoffe anwesend sind. Einzig eine aus dem Ruder laufende Akkumulation eines Stoffes wird durch die WWs verhindert. Und da in meinen Augen sämtliche NPK Dünger und EI Dünger viel zu PO4 und K lastig sind, zwingen allein diese beiden Werte einem unweigerlich zu wöchendlichen WWs.
Würden die Experten sich mal genauer mit dem wahren Verbrauch der Stoffe auseinander setzen und die Verhältnisse anpassen, würden die wöchendlichen WWs auch zu 4 wöchigen WWs reduzierbar sein.
Nach meinen Erfahrungen wäre ein NPK/EI Dünger mit einem Verhältnis von NO3 : PO4 : K >> 80 : 2 : 1 sehr viel akkurater und würde zu keiner Akkumulation eines Stoffes und auch zu keinen Mangelerscheinungen führen.
Unglaublich wie manche hier das Gerücht gestreut haben, dass der NO3 und K Verbrauch 1 : 1 sein soll? Das kann weder ich noch die meisten anderen Pflanzenaquarianer so bestätigen. Fast immer wird von einer Kaliumakkumulation berichtet, selbst bei einem NO3 : K Düngeverhältnis von 5 : 1.

Nach meinem Verständnis, sollte ein WW einzig dafür da sein, ein zu stark akkumulierenden Stoff zu reduzieren, im meinem Fall Kalium, oder bei Standardbecken mit wenigen Pflanzen das ansteigende NO3 und PO4.

Wenn man eine Düngekonzeption hin bekommt, die alle Werte exakt so düngt, wie se auch nur gebraucht werden und man einzig mit einer Reduzierung eines jeweiligen Düngers eine Akkumulation eines Stoffes entgegenwirkt, würde ja theoretisch kein WW mehr nötig sein. Zumal was Viele hier oftmals ignorieren, der Stress für die Fische, selbst wenn es sich nur um einen kleinen Schwarm Neons und Garnelen handelt, erheblich ist und zusätzlich nach dem WW die Wasserwerte auch sich rapide verändert haben, ähnlich als wenn man neu gekaufte Neons und Garnelen direkt ins Becken geben würde, wo dann auch ziemlich sicher 80% der Tiere direkt hopps gehen würden innerhalb der ersten Nacht. Auf jeden Fall erhöht jeder unnötige WW unweigerlich die Mortalitätsrate bei der Fauna Besatzung. Außer man hält robuste Bundbarsche und Wabenschilderwelse in seinem Pflanzenaquarium.^^


Gruß
Daddls
Last edited by Daddls on 14 Jan 2019 16:13, edited 1 time in total.
Daddls
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Postby Thumper » 14 Jan 2019 15:21
Moin,

ich habe vielleich doch noch ein paar Dinge hinzuzufügen.
Daddls wrote:Und nach vielen Recherchen, wird das von sehr vielen Leuten bestätigt, die selbst mit dem Makro Special N Dünger, welcher ein Verhältnis von NO3 : K von 5 :1 eine satte Kaliumakkumulation haben. Und allesamt berichten an exessivem Grünalgenwachstum, wenn der K Wert weit über 10 mg/l steigt.
Daher kann ich auch Tobis Meinungen hier zur unbedenklichen reinen KNO3 Düngung nicht unterstützen, was sich ja angeblich weltweit durchgesetzt haben soll.


Daddls wrote:Nach meinen Erfahrungen wäre ein NPK/EI Dünger mit einem Verhältnis von NO3 : PO4 : K >> 80 : 2 : 1 sehr viel adequater und würde zu keiner Akkumulation eines Stoffes und auch zu keinen Mangelerscheinungen führen.
Unglaublich wie manche hier das Gerücht gestreut haben, dass der NO3 und K Verbrauch 1 : 1 sein soll? Das kann weder ich noch die meisten anderen Pflanzenaquarianer so bestätigen. fast immer wird von einer Kaliumakkumulation gesprochen, selbst bei einem NO3 : K Düngeverhältnis von 5 : 1.


NO3 : K -> 1:1 kann ich mir nur so erklären, dass aus N (Stickstoff) eins-zu-eins NO3 gemacht wurde, denn ein N:K Verhältnis von 1:1 (entspricht 4,43 NO3 : 1 K) passt da schon eher.
Zudem gibt es auch viele Becken - gerade im Barr Forum, bei ADA und sonstigen "1-2 Jahres Becken" die mit Soil arbeiten und Soil bindet nunmal große Mengen an K.
Ich merke es aktuell selbst. Meine Becken laufen aktuell beide mit Soil, da gebe ich wöchtlich 7,5mg/L NO3 und 4,5mg/L K hinzu. Dennoch ist nach der Woche das K aufgebraucht. Bei Sand bin ich auch mit ~1mg/L K über die Woche gekommen bei gleichzeitigem NO3 Verbrauch von ~15mg/L.

Daddls wrote:Wenn man eine Düngekonzeption hinbekommt, die alle Werte exakt so düngt, wie se auch nur gebraucht werden und man einzig mit einer Reduzierung eines jeweiligen Düngers eine Akkumulation eines Stoffes verhindert, würde ja theoretisch kein WW mehr nötig sein. Zumal was Viele hier oftmals ignorieren, der Stress für die Fische, selbst wenn es sich nur ein kleinen Schwarm Neons und Garnelen handelt, erheblich ist und zusätzlich nach dem WW die Wasserwerte auch sich rapide verändert haben, ähnlich als wenn man neu gekaufte Neons und Garnelen direkt ins Becken geben würde, wo dann auch ziemlich sicher 80% der Tiere direkt hopps gehen würde innerhalb der ersten Nacht. Auf jeden Fall erhöht jeder unnötige WW unweigerlich die Mortalitätsrate bei der Fauna Besatzung.

Das einzige Problem daran ist, dass jedes Becken anders tickt. Das eine braucht mehr PO4, das andere mehr NO3, das dritte ist schwacher Beleuchtet, dass vierte läuft mit mehr CO2, ...
Sonst wäre das natürlich ein genialer Ansatz.
Grüße,
Bene


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Postby Daddls » 14 Jan 2019 15:55
nik wrote:Hallo und willkommen,

wow, so viel Text und Fragen als Einstand und dann nicht mal einen Gruß/Namen drunter? Das macht die ganze Sache netter und ist im Flowgrow deshalb auch ausdrücklich erwünscht!

Deine Fragen:
1. & 2. Mir ist kein Prozess bekannt, der aquaristisch zu einer nennenswerten K-Anreicherung führte außer der Zugabe mittels K enthaltender Salze, K enthaltendem Leitungswasser und Futter. Nennenswerte K-Rücklösungen schließe ich nach meinem Kenntnisstand aus. Und wenn ich meine Fantasie bemühen müsste, wie 350 mg/l K zustande kommen sollen, dann denke ich zuallererst an einen Messfehler.
Wenn ich an deinen Verbrauch NO3/PO4/K von 40:1:0 mg/l denke, dann fällt mir ein überproportionaler Verbrauch von Nitrat auf. Sehr zweifelhaft nur pflanzenbedingt bei einem sonstigen Verbrauch von 1 mg/l PO4. Es sieht so aus als wären außerordentliche Stickstoffverluste bei dir eine Baustelle. Um das genauer zu betrachten, bedarf das einer Problem-/Beckenbeschreibung im 1.Hilfe-Subforum.

3. Der GH-Anstieg ist gering, der Nährstoffrechner hilft dir und den Neon ist es egal. Es mag eine Rolle spielen, wenn du sie vermehren willst. Hälterung in härterem Wasser ist kein Problem. Und wenn du kein Wasser wechseln willst, dann ist auch ein GH-Anstieg auf "20 oder 30°" denkbar - irgendwann.
Du kannst aber auch Kaliumnitrat zur K-düngung verwenden und mittels Urea täglich den notwendigen Stickstoff zugeben. Das ist GH- und KH-neutral. Findest du in meiner aufgeklappten Sig. Darüber findet sich auch ein Thread zur Düngung, in dem das im Eingangspost genau beschrieben ist.

4. Das die GH durch den Spezial N oder GHboostN die Neons umbringt ist mit Blumentopfszenario gut beschrieben. Ich bin aber auch grundsätzlich so optimistisch, dass selbst du irgendwann bei zwei schlappen 100 l Becken ab und zu mal einen Wasserwechsel hinbekommst.^^ Die zwei Stockwerke kann man auch sportlich betrachten. Es kann natürlich auch Gründe haben, die Wasserwechsel verunmöglichen und dann solltest du das organisatorisch anders lösen oder, wenn das auch nicht geht, die Aquaristik aufgeben.

5.
Daddls wrote:I
5. Dann noch eine generelle Verständnisfrage zur EI Düngung und den Algen. Es heißt ja immer Algen wachsen nicht, wenn die Pflanzen wachsen, da die Pflanzen den Algen die Nährstoffe wegnehmen. Aus anderen und auch eigenen Erfahrungen kann ich schliessen, dass die Algen nur dann nicht wachsen, wenn die bestimmten Nährstoffe ein bestimmtes Level nicht überschreiten.
EI setzt ja auf eine permanente Präsenz von sehr hohen Werten sämtlicher Makros und Mikros. Wie soll das aber das Algenwachstum verhindern? Nur weil die Pflanzen üppig wachsen, würde das ja nicht bedeuten, dass die Algen dann nicht wachsen, wenn denen ebenfalls alle Nährstoffe reichlich zur Verfügung stehen. Oder ist das Geheimnis einzig und allein am Verhältnis der Makros zueinander begründet? Die EI Düngung konnte ich bisher nie so richtig trauen, zumal sie viel zu phosphat- und kaliumlastig ist, beide Stoffe würden sich unweigerlich anreichern.

EI kannst du mit deinen Wasserwechselabsichten sowieso vergessen. Selbst moderate Systeme setzen immer auf vollständige und permanente Nährstoffversorgung und dass dann Pflanzen Algen durch Nährstoffverbrauch auskonkurrieren könnten ist nicht nur ausgemachter, auch noch offensichtlicher Blödsinn! Das "Geheimnis" der Algenvermeidung bei vollständig vorhandenen Nährstoffen (oder auch nicht vollständig) ist die Konkurrenzsituation der Algen im Biofilm. Unter aquaristischen Bedingungen würde ich eine vollständige Nährstoffversorgung sowieso für günstiger hinsichtlich Algen halten. Weitere Infos findest du ebenfalls erreichbar über meine Sig in einem Thread zur "Pflege" der Mikroflora beschrieben. Bei Phosphat sehe ich das aus verschiedenen Gründen anders, auch wenn es mit ständig nachweisbarem Phosphat geht, halte ich es für günstiger die Pflanzen möglichst so mit Phosphat zu versorgen, dass Phosphat möglichst lange Zeiträume nicht nachweisbar ist. Steht ebenfalls in dem über meine Sig erreichbaren Thread zur Düngung beschrieben.

Gruß Nik


Das mit der Freundlichkeitsformel hab ich angepasst, danke für den Hinweis.^^ Manchmal hab ichs einfach zu eilig.

Wegen der K-Anreicherung, wie gesagt, das K steigt mehr an, als ich netto durch Makro Special N, Phospat Basic und ProFito zuführe. Ich führe momentan ein penibles Düngeprotokoll und da geht kein mg/l eines Stoffes verloren.
Momentan sieht es so aus. Meine Pflanzen verbrauchen pro Woche exakt 0 mg/l Kalium und selbst bei einem tatsächlich angenommenen Verbrauch von 0, steigt das Kalium noch um zusätzlich 1 mg/l, also den Wert von der Vorwoche + den eingebrachten K Wert sämtlicher eingebrachter Dünger + 1 mg/l.
Da meine Pflanzen gut wachsen und ich da wöchendlich pro 100l Becken gut nen 5 l Eimer voller Pflanzenmasse entferne, muss da doch auch mal Kalium mit raus gehen. Ich weiß Pflanzen speichern Kalium sehr gut(Luxusaufnahme), aber nach 7 Wochen kaliumarmer Düngung, sollten wirklich auch die hartnäckigsten Kaliumreserven in den Pflanzen erschöpft sein. Daher meine Vermutung, dass ich da irgendwo eine Rücklösung im Becken haben muss, weil ein absoluter 0 Verbrauch an Kalium will ich dann doch nicht glauben, bei der Pflanzenmasse, die ich da jede Woche entnehme.
Es käme noch etwas durch das Fischfutter dazu, da ich aber eher sehr sparsam füttere, weil ich sonst eine Planarien- bzw Scheibenwurmexplosion provozieren kann, kann das nicht all zu viel sein.
Wie gesagt Leitungswasser verwende ich fast gar nix, weil es eine KH von 28° hat. Und mein JBL K-Test ist definitiv auch in Ordnung. Mein Osmosewasser hat ein K-Wert von nominal 0. Und mein Aquawasser verschneide ich vorher immer im Verhältnis 3:1 - 6:1 mit Osmosewasser, damit ich beim Test den K-Wert überhaupt ablesen kann, da der JBL Test nur bis 15 mg/l geht und bekannt ist, dass der Test ab 15 mg/l eher ungenau wird. Nach dem Test multipliziert man den gemessenen Wert entsprechend mit dem Verhältnis der Verdünnung mit Osmosewasser. Messfehler kann man hier praktisch ausschliessen.
Die 350 mg/l K Werte habe ich danach ermittelt, dass ich nach zwei 50% WWs innerhalb einer Woche mit fast 100% Osmosewasser, bei meinem ersten K-Test einen Wert von 80 mg/l gemessen habe, mit der Verdünnungsmethode gemessen, anders gehts eh nicht. Ergo der K Wert vor den beiden WWs um die 350 mg/l gelegen haben muss.
Durch die immer weitere Kaliumverdünnung sind auch meine Grünalgen erheblich zurückgegangen, was den Zusammenhang zwischen Grünalgenplage und Kaliumakkumulation bestätigt.
Nach weiteren 80% WWs hab ich den Wert auf 10 mg/l gedrückt, welcher aber immer wieder ansteigt, sogar mehr als das was ich netto durch die Dünger einbringe. Und genau von solchen Phänomenen kann ich viele Berichte lesen, wo die Leute exakt das Gleiche beschreiben, bei denen das Kalium stärker ansteigt, als sie netto überhaupt ins Becken einbringen, also selbst bei einem K-Verbrauch der Pflanzen von 0 nach einer Woche, das K immer noch ansteigt, ergo unweigerlich eine Rücklöse zugegen sein muss.

Wegen dem Nitrat, dass es da Verluste im Filter gibt ist mir bekannt, aber ich denke, dass das nicht so viel sein kann, da ich die Filter nur einmal im Jahr sauber mache und die Filterleistung eigendlich so gut wie gar nicht abnimmt, ergo die Filter sich auch kaum bis gar nicht zusetzen mit Mulm.
Und da ich ja auch ordendlich Pflanzenmasse entnehme vor allem Hornkraut und Wassernabel, meine Oberflächenpflanzen, weiß ich dass da ordendlich gebundener Stickstoff ausgetragen wird, bzw auch verbraucht wird durch die Pflanzen.
Damit kann ich auch Tobis Meinung nicht bestätigen, dass Nitrat nur dann verbraucht wird, wenn Kalium verbraucht wird, bzw wenn Kalium nicht verbraucht wird, auch kein Nitrat verbraucht wird. Meine Pflanzen wachsen sehr gut, trotz des eher schwachen T8 Lichts, und die Pflanzen werden ja nicht plötzlich sich auf ein anderes Element zum Aufbau ihrer Masse als Ersatz für das Nitrat spezialisiert haben. Ich verzeichne ja auch einen enormen Nitratverbrauch, aber eben nicht den geringsten Kaliumverbrauch.
Es zeigt, dass der tatsächliche Kaliumverbrauch im Vergleich zum Nitratverbrauch verschwindend gering ist, eigendlich müsste man das Kalium zum Mikrodünger umbenennen und zum anderen, dass Pflanzen anscheinend sehr lange von Kaliumreserven leben können, ähnlich wie se ja auch Phosphatreserven anlegen und man lange Zeit bei PO4 außerhalb der Nachweisbarkeitsgrenze problemlos fahren kann.
Meine Pflanzen standen viele Monate unter ~350 mg/l Kalium und haben vermutlich nen ganzes Bergwerk an Kalium gespeichert, ka.

Wegen den Neons, mir gehts nur darum, dass denen eine etwaige ansteigende GH nicht umbringt, an Nachzucht will ich eigendlich nicht denken, da es sehr schwer ist, wenns aber mal gelingt, will ich mich aber auch nicht beklagen.^^
Ich sage auch nicht, dass ich per se niemals WWs machen möchte, sondern nach der Methode so wenig wie möglich, so viel wie nötig. Ergo nur wenn irgendein Stoff akkumuliert, wie momentan das Kalium. Und dass die EI Methode WWs erzwingt ist nur logisch, da es extremst zu PO4 und K lastig ist, was sich beides ganz sicher massiv anreichert.
Selbst wenn man sich die Trocklenmasse der Pflanzen anschaut, kommt man ja auf ein Verhältnis von N - P - K von
17 : 1 : 4, da merkt man schon dass im Grunde sämtliche Ei und NPK Dünger vollkommen falsch konzipiert sind, viel zu wenig Stickstoff im Vgl. zu Phosphor und Kalium.

Momentan dünge ich ja mit dem Makro Special N, ergo KNO3, CaNO3, MgNO3 und Urea. Aber selbst das bisschen KNO3 führt zu einer enormen Akkumulation des Kaliums.
Und da ich hier gehört habe, dass Pflanzen minimal schlechter darauf ausgelegt sind Ammonium(NH4) als bevorzugte Stickstoffquelle zu nutzen, als Algen und somit man bei Ammonium/Urea Teildüngung auch ein bissl die Algen provozieren kann, bin ich bei meinem Vorhaben auf GH Boost N zu wechseln nochmal bestärkt. Ich will nur nix dem Zufall überlassen und wissen, inwieweit es meine Gh hochprügelt.


Bei der Ei Geschichte bezüglich Algen bestätigst du meine Vermutung, Es ging also niemals um die Pflanzen als Nährstoffkonkurrenz, da die Nährstoffe ja ohnehin immer ausreichend für alle vorhanden sind. Dass da eher die Mikroflora eine Rolle spielt, hab ich auch schon von mehreren Seiten gehört.
Fakt ist jedenfalls, dass ein Zuviel bestimmter Stoffe, auf jeden Fall IMMER Algen zur Explosion bringt.
Der Schlüssel ist stets das Nitrat. Hat man 0 Nitrat, aber utopisch Phosphat, kommen keine Algen, genauso wenn man viel Kalium alleine hat, aber kein Nitrat, auch dann keine Algen. Also ohne Stickstoff geht absolut gar nix, weder für Pflanzen noch für Algen.
Hat man aber Nitrat drinne, dabei ist es im Grunde fast egal ob wenig, mittel oder viel, dann pusht ein Zuviel an PO4 bestimmte Algen und ein Zuviel an Kalium ebenfalls.
Nitrat alleine pusht ebenfalls Algen, selbst wenn PO4 und Kalium fehlt. Das zeigt eben wie enorm der Vorteil der Einfachheit des Stoffwechsels der Algen ist.

Nach vielen Berichten zusammengetragen, zeigt sich eine generelle Tendenz auf folgende Werte permanent zu halten, um Algen generell klein zu halten, bei zeitlgeich üppigem Pflanzenwuchs ohne Mangelerscheinungen: NO3: 5-8 mg/l, PO4: 0(bei ausreichender Speicherung in Pflanzen), 0,2-0,5mg/l(Wenn Speicher in Pflanzen erschöpft) und K: 3-5 mg/l.
Alles natürlich auch unter Vorraussetzung von Mittel bis Starklicht(40-100 Lumen/Liter) und CO2 von 20-30 mg/l.

Für mich stellen das in gewisser Weise die Traumwerte dar.

Beim PO4 bestätigst du ebenfalls meine Vermutung. Zunächst Pflanzen mit Phosphat sättigen, bis deren Verbrauch zurückgeht, dann Phosphat nur noch an der Nachweisbarkeitsgrenze halten, wie beim Eisen.

Beim Eisen ist es eh ein noch viel schmalerer Grad. Man kann Eisen so gering düngen, dass man Chlorosen bekommt und dann so stark düngen, dass man langsam Bart- und Pinselalgen bekommt und dennoch immer noch unter der Nachweisbarkeitsgrenze liegen. Wer also Eisen nachweisen kann, hat generell bereits zu viel davon drinne.
Man darf aber hier auch nicht vergessen, dass selbst minimale PO4 Mengen sich mit den ebenfalls minimalen Eisenmengen rauskürzen, dass beides nicht mehr nachweisbar ist, aber dennoch eine minimale permanente Rücklöse stattfindet und die Pflanzen von beiden Stoffen stets noch etwas bekommen.


Grüße
Daddls
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Postby Daddls » 14 Jan 2019 16:36
Thumper wrote:Moin,

ich habe vielleich doch noch ein paar Dinge hinzuzufügen.

NO3 : K -> 1:1 kann ich mir nur so erklären, dass aus N (Stickstoff) eins-zu-eins NO3 gemacht wurde, denn ein N:K Verhältnis von 1:1 (entspricht 4,43 NO3 : 1 K) passt da schon eher.
Zudem gibt es auch viele Becken - gerade im Barr Forum, bei ADA und sonstigen "1-2 Jahres Becken" die mit Soil arbeiten und Soil bindet nunmal große Mengen an K.
Ich merke es aktuell selbst. Meine Becken laufen aktuell beide mit Soil, da gebe ich wöchtlich 7,5mg/L NO3 und 4,5mg/L K hinzu. Dennoch ist nach der Woche das K aufgebraucht. Bei Sand bin ich auch mit ~1mg/L K über die Woche gekommen bei gleichzeitigem NO3 Verbrauch von ~15mg/L.

Das einzige Problem daran ist, dass jedes Becken anders tickt. Das eine braucht mehr PO4, das andere mehr NO3, das dritte ist schwacher Beleuchtet, dass vierte läuft mit mehr CO2, ...
Sonst wäre das natürlich ein genialer Ansatz.


Das mit dem Soil ist mir bekannt, aber selbst dieser Speicher muss ja irgendwann mal berstend voll sein und gibt dann nach und nach das Kalium wieder ab, ergo würde man dann auf jeden Fall verzögert ebenfalls eine Kaliumakkumulation haben, da die Pflanzen anscheinend sehr viel weniger Kalium brauchen, als die meisten EI Gurus weitgehend annehmen.

Ich hab ja nur reinsten Granitsand, nix Soil, und setze noch ganz geringfügig Düngekugeln unter den Solitär Pflanzen, aber die dürften ja kaum Kalium in rauen Mengen abgeben, zumal sie im Boden stecken.

Diesen genialen Ansatz versuche ich ja gerade herauszufinden und dann nachzustellen, sozusagen die Eierlegende Wollmilchsau aller Düngekonzepte mit minimal notwendigem WW Intervall, was ja auch nebenbei teuren Dünger spart und den Stresspegel der Faune auf ein Minimum reduziert.

Das Problem ist, dass hier im Internet sich im Grunde alle nur widersprechen. Die einen sagen, viel Dünger rein, die anderen sagen, eher wenig. Andere sagen, PO4 reichlich, sonst wächst nix, die nächsten, PO4 am besten nicht nachweisbar haben.
Die einen sagen, die ganze Welt düngen mit KNO3 und selbst 50 mg/l K macht keine Probleme, die meisten aber sagen, dass sie ab 10 mg/l K schon Staubalgen und andere Grünalgen kriegen. Ich krieg immer massiv schleimige Fadenalgen ab 15 mg/l K rum.
Und CO2 bitte immer über 30 mg/l halten, sonst gibts auch wieder Mangelerscheinungen, nur hab ich gemerkt, dass selbst die einfachen Red Fire Garnelen um einen CO2 Wert um 30 mg/l beinahe betäubt auf dem Boden liegen und sich erst langsam wieder erholen, wenn man den CO2 Wert auf 20 mg/l abfallen lässt.
Andere sagen, CO2 über 20 mg/l sei eh unsinnig, da die Pflanzen höhere Werte gar nicht mehr effektiv verstoffwechseln können.

Im Grunde scheint die ganze Aquascape/Pflanzenaqua Welt derzeit noch im Experimentierstadium zu sein, und niemand weiß derzeit wirklich, welche Werte wirklich die Richtigen nun sind.

Ich mache daher ja einen penibel präzises Düngeprotokoll, wo ich den täglichen Eintrag exakt eintrage und durch wöchendliche Messungen und Beobachtung am Pflanzenwachstum und Algenaufkommen, dann meine eigenen Schlüsse ziehen muss.

Grüße
Daddls
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