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Postby moskal » 01 Jun 2018 21:00
Hallo,

könnte Eisen(III)Nitrat zum Düngen taugen? Wenn ich das richtig verstehe ist ja das Fe gut eingebunden. Was mir der Wikipedia Eintrag dazu sagen will ist mir nicht ganz klar. In beisein von Eisen(III)Nitrat wird H2S zu Eisen(III)sulfid und fällt aus, während gleichzeitig NO3 zu NH3 reduziert? Das sollte in einem funktionierenden Aquarium eigentlich kein Problem sein und Ammoniak macht mir erst bei pH 8+ Sorgen. Wobei ich auch dann lieber NH3 als H2S im Becken hätte.
Also kurz gefragt: Macht FeN3O9 * 9H2O als Aquariendünger Sinn?

Gruß, helmut
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Postby Wuestenrose » 02 Jun 2018 00:48
Morgen Helmut...

Auch nicht besser als andere mineralische, nicht-chelatierten Eisenverbindungen wie Eisensulfat und schlechter als organische Eisenverbindungen wie Eisengluconat oder Eisencitrat.

Was versprichst Du Dir vom Eisennitrat?


Grüße
Robert
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Postby moskal » 02 Jun 2018 05:19
Morgen Robert,

wegs meiner Axolotl die kein EDTA vertragen bin ich auf Mikro spezial Flowgrow umgestiegen. Ich bin damit sehr zufrieden, er wird auch sehr gut von meinen Borneo-Cryptocorynen vertragen, sehr viel besser als die mit EDTA chelatierten. Nur hätte ich gerne einen Mikrodünger ohne K und da ich die Tage so und so bei Phygenera bestellen wollte hätte ich dort Eisennitrat mitbestellt. Aber da du sagst daß sich Eisen citrat/gluconat besser eignet, werde ich mich daran orientieren.

Gruß, helmut
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Postby Kejoro » 02 Jun 2018 08:40
Guten Morgen Helmut,

was spricht denn dagegen, das Eisen mit Citronensäure zu fixieren? Das entspräche dem Eisencitrat. Nach dem Anmischen sollte man ein oder zwei Tage warten, damit sich die Komplexe bilden. Schwaches Erhitzen hilft da auch. Ist eine kinematische Sache.

Über die anderen Inhaltsstoffe weißt du Bescheid? Mich schreckt das Mischen von einem Mikrodünger noch etwas ab, da gewisse Salze in unglaublich kleinen Mengen gebraucht werden. Da müsste ich gleich 10l herstellen, sodass ich das gut abgewogen bekomme.

Grüße
Kevin
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Postby nik » 02 Jun 2018 10:28
Hallo Helmut,

das sehe ich auch so Es ist die Frage, wieviel Sinn macht nicht komplexiertes Fe. Aber auch dafür lässt sich ein Sinn finden, wäre aber eine speziellere, experimentelle Düngung.
BTW, es lässt sich auch der eine oder andere Gedanke daran verschwenden, dass manche Lebewesen EDTA offensichtlich nicht vertragen
Da fällt mir dann Andreas Kremsers mit Weinsäure stabilisierte SE-Lösung ein. Eine organisch komplexierte Fe/Mn-Lösung dazu wäre 'ne gute Sache. Mit dem 27:1 Fe/Mn-Verhältnis von den Spezial-Eisen-Varianten komme ich nicht klar. Das halte ich für einen grundsätzlichen Irrtum, der kurzfristig als Eisenergänzung was bringen mag, langfristig aber nur die Chance auf schräge Verhältnisse hat.

Ich habe auch keine Lust, das selber zu basteln, aber diese Geschichte hat Potenzial und deshalb eine gewisse Notwendigkeit der Überprüfung. Tobi hat ja seine Gründe, praktisch bewegt es sich mir nicht wahrnehmbar. Diesen Post bringe ich ihm auch wieder zur Kenntnis. ^^

Gruß, Nik
nik wrote:
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Postby moskal » 02 Jun 2018 14:16
Hallo,

das Ganze ist natürlich generde in Reinkultur meinerseits. Da spielt der Aufwand keine Rolle, eigentlich will man ja den sogar. Hobby eben.

Ich dachte ich schau mal ob ich es nächste Woche zu Herrn Kremser nach Schönaich (quasi mein Nachbarort) schaffe und mir was von den Fe und K freien Spurenelementen hole.

@Kevin,
was spricht denn dagegen, das Eisen mit Citronensäure zu fixieren? Das entspräche dem Eisencitrat. Nach dem Anmischen sollte man ein oder zwei Tage warten, damit sich die Komplexe bilden. Schwaches Erhitzen hilft da auch. Ist eine kinematische Sache.

da spricht gar nichts dagegen, so oder mit der von Nik erwähnten Weinsäure würde ich das dann machen wollen. Ich frag mich auch ob z.B. Essig nicht auch funktioniert. Es gibt einen wahnsinnig teuren Dünger den ich in Verdacht habe mit Reisessig zu arbeiten...
Hast du mir ein sinnvolles Mengenverhältnis zwischen Fe und Säure?

@Nik
Es ist die Frage, wieviel Sinn macht nicht komplexiertes Fe. Aber auch dafür lässt sich ein Sinn finden, wäre aber eine speziellere, experimentelle Düngung.

wenn ich Biologen und Botaniker mit denen ich gesprochen hatte richtig verstanden habe ist es für Pflanzen die ihre Nahrung per Wurzeln aufnehmen nicht wichtig das Eisen komplexiert vorliegen zu haben. Die Wurzeln hätten da ihre Methoden trotzdem dranzukommen. Kann natürlich sein, daß ich z.B. irgendein Zusammenhang nicht verstanden habe, ich bin ja kein Biologe. Aber meine Cryptocorynen, Schismatoglottis & co scheinen das zu bestätigen. Sie zeigen keine Mängel obwohl ich nur höchstens zwei mal im Monat Mikro spezial Flowgrow in Osmose pur dünge. Stängelpflanzen die Nahrung über Blätter aufnehmen machen da schlapp.

Gruß, helmut
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Postby Kejoro » 02 Jun 2018 15:06
Hey Helmut,

moskal wrote:Ich dachte ich schau mal ob ich es nächste Woche zu Herrn Kremser nach Schönaich (quasi mein Nachbarort) schaffe und mir was von den Fe und K freien Spurenelementen hole.
Davor aber fragen, ob er was hat! Der Dünger wird noch von uns geprüft und ist (noch) nicht im aktuellen Sortiment. Die SE-Mischung gibt es noch mit und ohne Mangan. Das Mangan zwingt dich eben Eisen zuzuführen. Das Verhältnis (Fe:Mn) sollte so zwischen 2,5:1 bis 1,5:1 sein.
Anstatt Kalium hat Andreas Kremser allerdings Natrium dabei. Natriumtartat (Weinsäure) und Huminsäure + Fulvosäure. Aber eben alles nur in Spuren. Mengenmäßig unterhalb von Bor.

Hast du mir ein sinnvolles Mengenverhältnis zwischen Fe und Säure?
Molar 1:2=Fe:CIT oder gewichtsbezogen 1g Eisen und 7,53g CIT (ich nehme 8-10g). Aber je nach Eisenkonzentration muss man da entsprechend weniger nehmen.
Als Beispiel in meiner aktuellen Mischung sind 43ml SE-Konzentrat, 534mg Eisen(III)-Sulfat Hepahydrat, 165mg Mangansulfat Monohydrat und 1,3gr Citronensäure pro Liter. Ist für 30l wo ich 2ml täglich hinzugebe.

Grüße
Kevin
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Postby nik » 03 Jun 2018 11:49
Hallo Helmut,

moskal wrote:wenn ich Biologen und Botaniker mit denen ich gesprochen hatte richtig verstanden habe ist es für Pflanzen die ihre Nahrung per Wurzeln aufnehmen nicht wichtig das Eisen komplexiert vorliegen zu haben. Die Wurzeln hätten da ihre Methoden trotzdem dranzukommen. Kann natürlich sein, daß ich z.B. irgendein Zusammenhang nicht verstanden habe, ich bin ja kein Biologe.

In der Theorie ist das zweifelsfrei. In der aquaristischen Praxis gibt es ausschließlich komplexierte Dünger, macht bei den üblichen Bedingungen ja auch Sinn. Nicht komplexiertes, gelöstes FeII/III ist grundsätzlich lediglich stärker durch Fällungen gefährdet, reduziert man diese Einflüsse, das mache ich ja schon, d.h. ich fahre Weichwasser und P-limitiert, ist mir das auch unchelatiert vorstellbar. Der Dünger wird dann das Problem, weil das dann schon in der Flasche miteinander reagiert. Könnte man dann lediglich schwach, organisch chelatieren, nur wegen der Haltbarkeit der Düngelösung, ob es dann im p-freien Weichwasser funktioniert, müsste man sich dann ansehen.

Ich komme ja von der ausschließlichen Wasserdüngung und weiß wie gut das grundsätzlich funktioniert. Das ist natürlich in der Tendenz fetter. Nun habe ich ein Becken, das ich von unten nur per Diffusion durch den Sand düngen kann. Darüber wurde mir klar, wie durchlässig schon Sand ist. Desweiteren bin ich ziemlich platt, welch auffällige Ablagerungen es im Sand hat. Platt deshalb, weil ich den synthetisch chelatierten Kramerdrak verwende. Die lediglich per Diffusion getriebene Passage durch den Sand hat offensichtlich eine destabilisierende, Ablagerungen begünstigende Wirkung. Kein Vergleich zu den geringen Ablagerungen bei ausschließlicher Wasserdüngung, wobei im Sand wegen der Durchlässigkeit ein etwa gleich hohes Nährstoffniveau anzunehmen ist. Die Unterbodendüngung hat ihren Grund vor allem darin, den Nährstoffgehalt im Boden signifikant zu erhöhen. Für mich ist das ein Spagat, weil ich immer reichlich Aufsitzer habe und die bekommen Nährstoffe nur über das Wasser.

Habe ich aber derzeit ausgesetzt, denn die Unterbodendüngung fördert offensichtlich Cyanobakterien.

Aber meine Cryptocorynen, Schismatoglottis & co scheinen das zu bestätigen. Sie zeigen keine Mängel obwohl ich nur höchstens zwei mal im Monat Mikro spezial Flowgrow in Osmose pur dünge. Stängelpflanzen die Nahrung über Blätter aufnehmen machen da schlapp.

Die beiden Pflänzlein, Stängels von dir wurden bei mir über Wasserdüngung, wobei das bei älteren Becken nicht viel ist, schlicht zu groß. Ich bekomme die, natürlich auch andere, nicht ausreichend kompakt. Im Grunde weiß ich die Lösung schon, die heißt CO2-Limitierung. Damit bekommt man sehr attraktive Pflanzen hin, aber mit meinem Druckgas an den Nanos bekomme ich das bis jetzt nicht ausreichend runtergeregelt. Sinnvoll weiter reduzieren kann ich das nur über Magnetventile. Da wird dann auch Zucker als Alternative interessant.

Gruß, Nik
nik wrote:
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Postby moskal » 03 Jun 2018 18:24
Hallo,

erst mal danke Kevin und bei Herrn Kremser werde ich mich natürlich vorher anmelden.

@Nik
Die beiden Pflänzlein, Stängels von dir wurden bei mir über Wasserdüngung, wobei das bei älteren Becken nicht viel ist, schlicht zu groß.

ja, wenn man denen so viel Nährstoffe gibt wie sie umstzen können bekommen sie 5cm große Blätter und sind knallrot. Bei sehr limitierten Nährstoffen bleiben die Blätter unter einem cm bei sehr kompaktem kriechendem Wuchs mit gesund grüner Farbe. Ich habe sie auch in einem gedüngtem Becken im Schatten stehen, dort ergibt sich was sehr unzufriedenstellendes kränklich aussehendes. Ich finde es spannend, daß sie submers je nach Bedingung zwei unterschiedliche Gestalten annehmen kann und dabei gesund aussieht. Grob gesagt, wenn gedüngt wird braucht es auch Licht. Es geht aber auch ohne.

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