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Postby Erwin » 06 Feb 2012 12:38
Hallo zusammen,

ich bin letztens über einen Krause-Artikel gestoßen. (H.J. Krause Handbuch Aquarienwasser 1995 3. Ausgabe, Kapitel 16. Organische Verbindungen)
Darin wird praktisch erwähnt, dass man in einem eingefahrenen Becken mit der Zugabe von "ein wenig" Citronensäure ins Aquarium den Eisengehalt deutlich erhöht.
Bzw. wird danach mehr Eisen im Becken nachweisbar sein.
Also macht die Citronensäure ausgefallenes Eisen wieder wasserlöslich und somit wieder Pflanzenverfügbar. (?)
Geschieht das nur mit dem Eisen oder auch mit anderen Nährstoffen/Spurenelementen?

Da ich, nicht zuletzt wegen einer deutlichen Verringerung der Mikrodüngung, mittlerweile praktisch PA-frei bin, würde ich diese Citronensäurezugabe mal testen wollen. Die Mengenangabe "ein wenig" interpretiere ich jetzt mal mit einer Prise Citronensäure auf, für mich zugeschnittene, 600 Liter Wasser. Denkt ihr das wird irgendeine Wirkung zeigen? Sattgrünere Pflanzen? Trotzdem keine PA?

MfG
Erwin
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Postby DrZoidberg » 06 Feb 2012 13:18
Hallo Erwin,
ich habe mal über ein paar Wochen Magnesiumcitrat statt Bittersalz verwendet. Einen "Wow-Effekt" konnte ich nicht feststellen, aber auch keine Verschlechterung im Vergleich zum Mg-Sulfat. :wink:

Die Dosierung habe ich nicht mehr genau im Kopf, meine aber es müssten so 2-3g auf 200 Bruttoliter gewesen sein. (beim wöchentlichen WW)
Gruß Christian :fish: :taucher: :fish:
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Postby kurt » 06 Feb 2012 13:22
Hallo Erwin,

Erwin wrote: Denkt ihr das wird irgendeine Wirkung zeigen?

eine Wirkung wird es auf jeden Fall geben,

bei mir im Aquarium ohne Technik lief das überwiegend auf eine starke Entwicklung der Mikroorganismen hinaus.
Guck mal
es wurde Dr. Oetker Zitronensäure (E330)eingesetzt, vielleicht nützlich?
Gruß Kurt
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Postby M.Kaiser » 06 Feb 2012 15:26
Hi,

Zitronensäure bzw Citrat ist doch einfach ein organischer Chelator. Damit wird Fe3+ wasserlöslich.
http://german.alibaba.com/product-gs/-f ... 68042.html. Die Frage ist wieviel man hier in das Becken kippen muss um wirklich einen Effekt zu sehen.
@ Kurt das mit den Mikroorganismen hängt wohl mit der zusätzlichen Kohlenstoffquelle zusammen.

Grüße
Marco
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Postby Erwin » 06 Feb 2012 16:28
Hallo Kurt,

danke für deinen link. Dein Versuch Ist sehr interessant.
Citronensäure bewirkt also eine Wasserenthärtung. Da hätte ich eigentlich auch selbst drauf kommen können, zumal ich Heitmanns reine Citronensäure als Kalklöser für Wasserkocher und Kaffeemaschine einsetzte. :lol:
Eine kleine Prise davon hat mit jetzt 250 ml hartes Wasser auf kh 0 und Gh <3 gebracht (schnelltest Ratestäbchen).
Die gleiche Menge auf 600 Liter dürfte wohl keine so große Auswirkung haben, aber für die Co2-Regelung über ph-Wert könnte es geringfügig relevant sein. Vielleicht in der zweiten Kommastelle?
Ich will ja nicht so viel CS reinhauen, dass ich das Wasser spürbar enthärte, sondern nur soviel, dass im Filter ausgefallenes Eisen wieder Wasserlöslich wird. Laut Krause sind dabei auch die Mikroorganismen verantwortlich (Zitat: Organische Substanzen können während ihrer bakteriellen Zerlegung Redoxprozesse auslösen, durch die bereits ausgefallene Nährstoffe wieder wasserlöslich und damit Pflanzenverfügbar werden).
Ich werds einfach mal versuchen und dabei auch auf ein Mikroorganismuswachstum achten. Ob mir die bei so einer kleinen Menge CS wirklich auffällt? Das Wasser ist jetzt sehr klar und soll es eigentlich auch bleiben. Ich sehe da im eingefahrenen Becken auch keine so große Gefahr. Wie schätzt du diese "Gefahr" ein?
Vieleicht fördert man dadurch ja auch die Entwicklung des erwünschten Biofilms?
Weißt du noch wieviel CS du für deine damalige Wasserenthärtung angewendet hast?
Hast du die Mikroorganismenvermehrung optisch an der Wassertrübung deines frischen Beckens gesehen oder auf Nährboden (Dipslides) ausgebrütet?
Gab es daraufhin einen Sauerstoffmangel?
Deine Bodenflagelaten richteten doch hoffentlich keinen Schaden an.

MfG
Erwin
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Postby o_oh » 06 Feb 2012 17:09
hallo erwin,

ich finde deine fragestellungen und einen praktischen versuch sehr interessant. aber: unterscheidet sich das durch zironensäure freigesetzte eisen (möglicherweise auch andere se’s) chemisch von dem über volldünger zugeführten? nicht dass das von dir beschriebene pa-problem durch eine "unkontrollierte" freisetzung wieder heraufbeschworen wird. (?) (das wäre mir in einem großen becken zu heikel.) einen versuch fände ich ungeachtet dessen spannend, auch um die von kurt beschriebenen auswirkungen auf die mikroorganismen noch eingehender zu beleuchten.

viele grüße,
andrea
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Postby kurt » 06 Feb 2012 18:54
Hallo Erwin,

die CS- Menge weiß ich nicht mehr, habe einfach bis auf KH 0,5 (PH-Wert sank bis auf 5.0) eingegeben/eingestellt.
Es gab eine Wassertrübung und auch O2-Mangel.
In der Versuchsphase CE = Ergebnis-Vermehrung der Bogengeißelflagellaten gab es noch keinen Besatz.
Nach Einstellung der Düngung stabilisierte sich alles, es fanden sich danach relativ schnell die ersten Schnecken ein.
Pinselalgen hatte ich in diesem Becken noch nie, an mit Pinselalgen befallene Pflanzen die bewusst eingesetzt wurden sind sie immer abgestorben.

Erwin wrote: Ich sehe da im eingefahrenen Becken auch keine so große Gefahr. Wie schätzt du diese "Gefahr" ein?
Vieleicht fördert man dadurch ja auch die Entwicklung des erwünschten Biofilms?

dito…auch nicht so groß…wenn es moderat geschieht, ausprobieren.
Wenn sich nicht mal die KH verändert müsste es gehen, einen Versuch (wäre interessant) ist es allemal Wert.
Gruß Kurt
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