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Postby moskal » 20 Jan 2019 18:46
Hallo,

ich habe ein Testbecken gestartet mit verottetem Buchelaub, Kohle, Torf, Lehm, Pferdedung und einer winzigen Menge Osmocote als unterste Bodenschicht. Darin sind vor allem Aponogeton, Cryptocorynen, Echinodorus, Nymphaea und Nymphoides. Die wachsen sehr gut, war auch so zu erwarten. Was mich denkend macht ist die Heteranthera zosterifolia die da mit bei ist. Sie wächst ohne CO2 und Starklicht in sattem grün mit kurzen Blattabständen kriechend über den Boden. Im Aquarium nebenan das gleichgroß und gleich beleuchtet aber der Boden ungedüngt ist wächst sie wie man das aus Aquarien kennt als nach oben strebende Stängelpflanze. Und sie sieht dabei nicht so gut aus wie die kriechende. Mir fallen da noch ein paar Pflanzen ein, die bei uns selbst bei stärkstem Licht nach oben streben in der Natur aber höchstens mit ein paar Blütetrieben die Wasseroberfläche erreichen aber an sonsten bodennahe Polster bilden.
Lassen sich am Schluss Stängelpflanzen doch nicht vorbehaltlos ausschließlich über die Wassersäule düngen?
Die Bilder sind nach dem Gärtnern entstanden, normal ist das üppiger und das Wasser klarer

gruß, helmut
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Postby Plantamaniac » 20 Jan 2019 19:28
Hallo, dieses Erlebnis habe ich bei Garnelenbecken mit Shrimpsoil, HMF, Luftblubber und wenig Licht, Wasserwechsel und Dünger. Keine Co2Anlage.
So fetten Thors Hammer und Cardiminie Lyrata hab ich in keinem andern Becken :thumbs:
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Postby nik » 20 Jan 2019 20:39
Moin Helmut,

bei dir ist mir das nicht in Gänze klar, aber ...
Plantamaniac wrote:Hallo, dieses Erlebnis habe ich bei Garnelenbecken mit Shrimpsoil, HMF, Luftblubber und wenig Licht, Wasserwechsel und Dünger. Keine Co2Anlage.
So fetten Thors Hammer und Cardiminie Lyrata hab ich in keinem andern Becken :thumbs:

das ist mir plausibel. Und ich weiß wie ihre Pflanzen ausehen. Mit Sicherheit spielt "kein"(, allenfalls sehr wenig) CO2 eine Rolle!

Ansonsten würde ich in einer Essenz meiner Erfahrungen annehmen, dass bei einem mageren Wasser die Nährstoffe von der Pflanze im Boden gesucht werden, d.h. sie orientiert sich dahin. Das machen Landpflanzen auch. CO2 limitiert den Stoffwechsel. Ein sehr guter Grund auch bei einem begrenzten Nährstoffangebot - wo auch immer - sehr vital auszusehen. Das ist ein Fall für einen sinnvollen Wassertest (Makros).

moskal wrote:Lassen sich am Schluss Stängelpflanzen doch nicht vorbehaltlos ausschließlich über die Wassersäule düngen?

Das denke ich nicht, die meisten bilden keine sonderlichen Wurzeln aus. Pogostemon erectus bildet übrigens ungewöhnlich viele Wurzeln aus und die ging absolut einwandfrei mit ausschließlicher Wasserdüngung. Die H. zosterifolia kenne ich ebenfalls gut, wenig Wurzeln, nur über das Wasser, durchaus üppig gedüngt, relativ normal und gesund aufrecht wachsend, sehr schnell. Ich erwähne es der Vollständigkeit halber, KH 14 und "nur" 20 mg/l CO2

CO2 halte ich für so entscheidend, dass ich das für mich selbst so weit wie möglich zu minimieren trachte - schon weil ich bei Moni, nicht nur bei ihr - ohne CO2 - wirklich sehr attraktive Pflanzen gesehen habe. Ich bin sicher, mimimiertes CO2 hat erhebliches Potenzial! Ist halt nicht so schnell im Wachstum, für mich aber erstrebenswert. Dass die H. zosterifolia sich gegen den Boden orientiert(, ohne Licht) verlangt nach einer Bestimmung der Makronährstoffe! Die SE spielen da keine Rolle.

Um solche positiven Effekte zu erzielen, die ich sehr schätze, muss man mit dem CO2 ziemlich weit runtergehen! Um das Problem mal zu beschreiben, an meinen 10-25 l Nanos gelingt es mir bei angeschlossenem Druckgas nicht! Muss ich mir später mal an einem größeren Becken ansehen.

Gruß Nik
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Postby moskal » 20 Jan 2019 20:42
Hallo Moni und Nik,

das meine ich nicht aber ich glaube zu wissen was ihr meint. Ich hatte da so ein paar aha Erlebnisse mit Pflanzentrieben die im Wasserwechseleimer gelandet sind und sich besser als im Aquarium entwickelt haben... Ich bin auch nicht mehr auf extra starkes Licht scharf und sehe das mit den Lufthebern entspannt.

Ich meine vor allem, daß die Pflanzen nicht zur Wasseroberfläche wollen. Das habe ich in Natur schon bei Vallisnerien, Rotallas, Limnophila, Myriophyllum... gesehen, deutlich unter der Wasseroberfläche ist schluß mit Wachstum obwohl das Wasser zum teil niedriger als in unseren Aqaurien ist. Also sogar Vallisnerien die sehr gesund aussehen aber nicht höher als 10cm werden. Bei uns im Aquarium streben die gleichen am liebsten sogar über das Wasser. Auch die mitgebrachten die in Natur am Boden blieben. Könnte an den Nährstoffen im Bodengrund liegen?
Wirklich mager ist das Wasser bei der Bodendüngung auch nicht.

Gruß, helmut
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Postby nik » 20 Jan 2019 21:07
Moin Helmut,

moskal wrote:...
Ich meine vor allem, daß die Pflanzen nicht zur Wasseroberfläche wollen. Das habe ich in Natur schon bei Vallisnerien, Rotallas, Limnophila, Myriophyllum... gesehen, deutlich unter der Wasseroberfläche ist schluß mit Wachstum obwohl das Wasser zum teil niedriger als in unseren Aqaurien ist. Also sogar Vallisnerien die sehr gesund aussehen aber nicht höher als 10cm werden. Bei uns im Aquarium streben die gleichen am liebsten sogar über das Wasser. Auch die mitgebrachten die in Natur am Boden blieben. Könnte an den Nährstoffen im Bodengrund liegen?
Wirklich mager ist das Wasser bei der Bodendüngung auch nicht.

ich denke, die Limitierung in CO2 spielt eine entscheidende Rolle und der Effekt, dass Pflanzen sich dorthin orientieren wo sie die (fehlenden!?) Nährstoffe vermuten/wissen. Eine S. subulata wurde bei mir gut versorgt, aber sehr wenig Licht, locker 40 cm hoch. Und wenn sie bei wenig Licht unten bleiben, dann ist das schon bemerkenswert. CO2 weißt du und Makros müssen in diesem Fall überprüft werden.

edit: Wenn Pflanzen vor der Oberfläche abbiegen, dann war das immer irgendein Nährstoffmangel.

Gruß Nik
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Postby Sauron » 20 Jan 2019 21:39
Hallo Helmut,

bei mir ist die Zeigerpflanze Staurogyne repens. Erst seit ich die Düngung über die Wassersäule zurückgesetzt habe zugunsten einer ausgedehnten Düngung über den Bodengrund (meist mit ADA Düngerstäbchen bei gleichbleibendem Licht und CO2 Gehalt), wächst die Pflanze so, wie es der Name nahelegt, kriechend über den Boden. Mittlerweile bin ich der Überzeugung, dass bei den ganzen Sumpfpflanzen im Aquarium auch in ihrer submersen Form die Wurzel und nicht das Blatt das wichtigste Aufnahmeorgan ist. Man tut ihnen also einen Gefallen, betont man die Bodengrunddüngung.
Der Gedanke, dass man diesen Effekt vielleicht mit (immer) weniger CO2 noch steigern kann, ist neu für mich. Müsste man mal testen.
Schöne Grüße aus der Hauptstadt
Thomas


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Postby Plantamaniac » 20 Jan 2019 22:03
Hallo, das mit dem Pflanzenresteeimer kenne ich auch.
Da kommen dann Nik´s Geringfilterungsszenarien zum Tragen.
Der Platz ist auch begrenzt und die Pflanzen versorgen sich über Nacht selber mit co2
Alles etwas weniger und es passt.
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Postby moskal » 21 Jan 2019 19:52
Hallo,

edit: Wenn Pflanzen vor der Oberfläche abbiegen, dann war das immer irgendein Nährstoffmangel.

Sie biegen nicht ab, sie wachsen von sich aus am Boden entlang. Aber ich habe mal gemessen so gut ich kann:
NO3 irgendwas um 20mg/l , PO4 finde ich nicht, K 15mg/l. Ich kippe da ziemlich viel Micro Basic rein, ich schätze vor allem deshalb 15mg/l K. Mikros messen ist so eine Sache die ich aufgegeben habe. Sobald ich mit den Mikros zurückfahre gibt es Mangelsymptome also denke ich, daß sie verbraucht werden.

bei mir ist die Zeigerpflanze Staurogyne repens.

dann ist das also nicht nur exclusiv bei Trugkölbchen so.

Hallo, das mit dem Pflanzenresteeimer kenne ich auch.
Da kommen dann Nik´s Geringfilterungsszenarien zum Tragen.
Der Platz ist auch begrenzt und die Pflanzen versorgen sich über Nacht selber mit co2
Alles etwas weniger und es passt.

da habe ich momentan was spannendes bei mir: Ein Aquarium das zur Hälfte abgeschattet ist, auf der Schattenseite wachsen die exakt gleichen Pflanzen bestens auf der hellen gibt es Mangel und Pelzalgen auf den Blättern. In dem Aquarium gleiche ich das mittlerweile mit CO2 aus, dadurch werden die Schattenpflanzen nicht überdüngt wenn ich nach den Sonnenplanzen Nährstoffe zuführe. Ohne extra CO2 passiert sonst genau das umgekehrte: Algen auf den Schattenpflanzen, nur andere, gut dastehende Sonnenpflanzen. Allgemein fühle ich mich bei weniger Licht, Bedarfsdüngung und kein CO2 wohl. Ist auf Dauer auch stabiler.

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