© Tobias Coring (2011)

Staurogyne repens

Kriechende Staurogyne

°C
°dKH
Aquarieneignung: ja
Verwendung: Mittelgrund, Nano-Aquarium, Vordergrund Gruppe, Vordergrund Bodendecker
Schwierigkeitsgrad: mittel
Wachstum: mittel
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Wo kaufen?
Verbreitung und Fundorte [?]: 

Rio Cristalino im Bundesstaat Mato Grosso (Brasilien)


Verfügbarkeit [?]: 
  • oft im Handel erhältlich

Populärnamen [?]: 
  • Kriechende Staurogyne

Synonyme [?]: 
  • Ebermaiera repens Nees

Pflanzentyp [?]:

  • Stängel
  • Rhizom oder Kriechspross
Botanischer Name [?]: Staurogyne répens (Nees) Kuntze

Großgruppe [?]: Samenpflanzen: Blütenpflanzen (Angiospermen)
Ordnung [?]: Lamiales - Lippenblütlerartige
Familie [?]: Acanthaceae - Akanthusgewächse
Gattung [?]: Staurogyne

Beschreibung: 

Diese Pflanze ist bisher als Staurogyne spec. und Staurogyne sp. "Rio Cristalino" bekannt gewesen. Im Jahr 2010 hat Dr. Dieter C. Wasshausen (Smithsonian Institution, Washington) von Christel Kasselmann herbarisierte blühende Pflanzen als Staurogyne repens (Nees) Kuntze identifiziert [1].

Die Aquarienpopulation dieser Art stammt vom Rio Cristalino im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso. Die Pflanzen wurden auf und zwischen Felsen am Ufer des schnell strömenden Flusses größtenteils oberhalb des Wassers und in voller Sonne gefunden [1],[2]. Im Mai 2008 wurde Staurogyne repens (als Staurogyne spec.) auf der Messe Interzoo von der Firma Tropica als Aquarienpflanzen-Neuheit präsentiert.

In letzter Zeit wurde die Pflanze auch irrtümlich als Staurogyne sp. 'Porto Velho' angeboten. Bei 'Porto Velho' (siehe dort) handelt es sich definitiv um eine andere Staurogyne-Form, die in Europa bisher nur sehr selten kultiviert wird. Staurogyne repens ist auch nicht identisch mit Staurogyne sp. 'Low Grow'. Diese nicht näher bestimmte, in den USA bekannte, aber in Europa eventuell noch nicht kultivierte Pflanze bildet länglichere Blätter als S. repens und wird unter gleichen Bedingungen deutlich größer als diese und S. sp. 'Porto Velho'.

Staurogyne repens hat sich sehr bald nach ihrer Einführung als hervorragende, mäßig anspruchsvolle, vielfältig einsetzbare, teppich- bis dicht buschförmig wachsende Aquarienpflanze erwiesen und wird im Aquascaping viel verwendet. Sie wächst relativ langsam, aber wird durch In-Vitro-Vermehrung in großer Menge für den Handel produziert. Auch im Tausch mit anderen Aquarianern ist Staurogyne repens nicht selten zu bekommen.

Die Stängel von S. repens sind in der emersen Form rotbraun gefärbt, dicht behaart und fest, submers dagegen eher grün und mit spärlicherer Behaarung. Die Triebe wachsen sowohl kriechend als auch aufrecht und verzweigen sich stark. Die Blätter sind gegenständig angeordnet, ähneln denen von Hygrophila polysperma und haben in der Landform eine mittelgrüne und submers eine hell- bis gelblichgrüne Färbung. Die Blattform kann an derselben Pflanze deutlich variieren - eiförmig, elliptisch oder lanzettlich. Die submersen Blätter werden bis ca. 4,5 cm lang und etwas über 1 cm breit.

Zu empfehlen sind eher hohe Beleuchtungsstärke, CO2-Zugabe, weiches bis mittelhartes Wasser, Temperaturen zwischen 20 und 30 °C und ein nährstoffreiches Substrat, in dem die Pflanze ein dichtes Wurzelwerk entwickelt. Bei Lichtmangel kann es zum "Vergeilen" der Pflanze kommen, d.h. die Stängel bilden längere Internodien und wachsen eher aufrecht.

Die emerse Kultur ist auf feuchtem Substrat recht einfach, und bei viel Licht und Wärme entwickelt S. repens bald ihre Blütenstände mit dicht behaarten Hochblättern und weißen Blüten.

Staurogyne repens kommt meistens in der emersen Form mit sowohl aufrechten als auch niederliegenden Stängeln in den Handel. Um niedrigen, teppichartigen Wuchs zu fördern, schneidet man bei der Pflanze, bevor man sie in den Boden setzt, am besten alle langen, aufrechten Stängel auf eine Höhe von maximal 5 cm herunter. Von den abgeschnittenen Stängeln können Kopf- und Teilstecklinge geschnitten und mit wenig Abstand zueinander in den Bodengrund gesetzt werden.

Staurogyne repens lässt sich durch Beschneiden sehr gut formen und wirkt durch ihren kompakten Wuchs und ihre festen, an der Basis verzweigten Stängel wie ein niedriger, sich ausbreitender Strauch.

Neu gepflanzte Triebe wachsen anfangs überwiegend kriechend und teppichartig. Aber auch aufrechte Stängel können sich bilden, vor allem wenn der Bestand im Laufe der Zeit dichter wird. Soll die Staurogyne weiterhin niedrig und teppichartig wachsen, schneidet man diese höheren Stängel selektiv heraus, wodurch auch die Verzweigung gefördert wird. Ebenso kann man den gesamten Bestand kräftig herunterschneiden, wenn er höher geworden ist als gewünscht. Die Pflanze treibt dann mit vielen Seitentrieben aus den verbliebenen kahlen Stängelstümpfen wieder aus.

Man kann die aufrechten Stängel aber auch wachsen lassen, wenn die Pflanze einen etwas höheren, dichten Busch bilden soll. Dieser kann durch "Heckenschnitt" beliebig geformt werden.

S. repens eignet sich gut als hellgrüner, relativ großblättriger Teppich oder niedriger, breiter Busch im Vorder- oder Mittelgrund, auch benachbart mit anderen niedrigen, in Textur und Farbe kontrastierenden Pflanzenarten.

Ihr volles Potential für das Aquascaping zeigt die Kriechende Staurogyne jedoch in Verbindung mit dem Hardscape, z.B. in Becken im Iwagumi-Stil. Sie eignet sich bestens dazu, Lücken zwischen großen Steinen mit einem frischgrünen Pflanzenteppich auszufüllen oder einen sich an Steine oder Wurzelholz "anlehnenden" Busch zu bilden. Die Pflanze schmiegt sich regelrecht in die Fugen von Steinaufbauten oder kriecht von erhöhten Stellen herab, was geradezu an einen Polsterstrauch im Gebirge erinnern kann. Staurogyne repens eignet sich für diese Verwendung vermutlich deshalb so gut, weil dies ihrer natürlichen Wuchsweise auf und zwischen Gestein an Flussufern in Brasilien entspricht.

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