Riccardia spp.

Korallenmoos (mehrere Arten)

°C
°dKH
Aquarieneignung: ja
Verwendung: Aufsitzerpflanze (Begrünung von Hardscape), Nano-Aquarium
Schwierigkeitsgrad: einfach
Wachstum: langsam
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Verfügbarkeit [?]: 
  • oft im Handel erhältlich
  • oft von anderen Aquarianern zu bekommen

Populärnamen [?]: 
  • Korallenmoos (mehrere Arten)
  • Mini Pellia
  • Coral Pellia

Pflanzentyp [?]:

  • Aufsitzerpflanze (auf Holz oder Stein)
  • Moos oder Farnprothallium
Großgruppe [?]: Lebermoose (Marchantiophyta)
Ordnung [?]: Metzgeriales - Igelhaubenmoosartige
Familie [?]: Aneuraceae - Ohnnervmoosgewächse
Gattung [?]: Riccardia

Beschreibung: 

Riccardia-Arten (Riccardimoos) sind kleine, filigran verzweigte Lebermoose. Die Gattung Riccardia wurde im Jahr 1821 von Asa Gray beschrieben, und bis heute sind über 400(!) Artnamen veröffentlicht worden. Die tatsächliche Artenzahl ist noch unsicher; allgemein schätzt man, dass es weltweit "nur" 90-100 Riccardia-Arten gibt. Riccardimoos-Arten sehen einander sehr ähnlich und sind oft schwer zu bestimmen.

Die meisten Riccardia-Arten kommen in den Tropen und auf der Südhalbkugel der Erde vor, einige aber auch in kühlen nördlichen Breiten. Aus Europa einschließlich Deutschland sind fünf Arten bekannt: Riccardia chamedryfolia, R. incurvata, R. latifrons, R. multifida und R. palmata. Riccardia-Arten besiedeln in der Natur verschiedene feuchte bis nasse Standorte: Bachränder, Quellen, torfiger Boden, Baumwurzeln, überrieseltes Gestein usw. Ein Teil der Arten kann auch unter Wasser gefunden werden.

Riccardia-Arten werden noch nicht allzu lange im Aquarienhobby verwendet und sind unter Namen wie "Coral Pellia" oder "Mini Pellia" populär geworden.

Nach Kasselmann (2010) wurde Riccardia von Holger Windeløv auf der Insel Phuket (Thailand) gesammelt und von dem Bryologen Benito C. Tan (Singapur) als R. graeffei bestimmt. Auch der Name Riccardia chamedryfolia wird häufig für Aquarien-Riccardia verwendet. Diese Art kommt in der gemäßigten Klimazone vor, u.a. in Deutschland, aber vermutlich wird dieser Name in der Aquaristik irrtümlich verwendet, und echte R. chamedryfolia wird nicht als Aquarienpflanze kultiviert (Kasselmann 2010).

In Aquarienkultur gibt es allerdings mindestens drei verschiedene Riccardia-Typen. Die Unterschiede zwischen ihnen werden erkennbar, wenn man sie unter gleichen Bedingungen kultiviert. Es lässt sich nicht ohne weiteres sagen, welche Arten es sind und welche davon Riccardia graeffei ist. Allerdings sehen sich diese Riccardia-Typen auch sehr ähnlich und lassen sich bei der Aquariengestaltung auf gleiche Weise verwenden. Darum wird Aquarien-Riccardia hier zusammenfassend Riccardia spp. ("Riccardia-Arten") genannt.

Riccardia-Arten sind thallöse (unbeblätterte) Lebermoose. Der Thallus hat keine Mittelrippe, er kann zwischen 0,2 und 2 mm breit und 1 bis 10 cm lang sein und ist meistens dicht verzweigt (gefiedert, geweih- oder handförmig geteilt). Der Querschnitt des Thallus hat je nach Art eine unterschiedliche Form, z.B. flach-halbrund oder linsenförmig. Auf der Unterseite des Thallus bilden sich feine, haarartige Rhizoiden, mit denen sich das Lebermoos am Untergrund festheften kann.

- Wird fortgesetzt -

(Weiteres: siehe Erfahrungsbericht)

Quellen und weiterführende Literatur:
  1. folgt

Erfahrungsberichte

von -serok- » 07 Apr 2013 15:03

Sehr schönes, feines, langsam wachsendes Moos. Durch den dezent dunkleren Farbton gegenüber den meisten Laubmoosen und der sehr charakteristischen Wuchsform ist dieses Moos im Bereich des Aquascapings sehr vielseitig einsetzbar, gerade im Nano-Bereich. Wenn man das Moos regelmäßig beschneidet, so dass es flach bleibt und keine zu dicken Polster bildet, erreicht man einen sehr natürlich anmutenden, kriechenden Wuchs. Es haftet gut an rauhen Oberflächen von Hölzern und Steinen an, teilweise so gut, daß man später Probleme hat, das Moos restlos zu entfernen.

Das Moos ist relativ anspruchslos und lässt sich unter beinahe allen Umständen kultivieren, eine Grundversorgung der Hauptnährstoffe sollte jedoch vorhanden sein. Die Beleuchtung kann, je nach Intensität, Einfluss auf die Wuchsform des Mooses nehmen. Bei weniger Licht wirken die Polster weniger dicht und die Ausläufer strähniger. Zu hohe Temperaturen toleriert das Moos nicht, ab 28°C wächst es nicht mehr vernünftig und kann sogar eingehen.

Aus meiner Sicht ein einzigartiges Moos, welches sehr vielseitig einsetzbar ist. Durch den kompakten und langsamen Wuchs ist es für die Verwendung in Nano-Becken geradezu geschaffen.

Kultur-Parameter
Licht gering bis hoch 
Temperatur-Toleranz 20 bis 28 °C
Karbonathärte 2 bis 8 °dKH
pH-Wert 6,2 bis 7 
Kohlendioxid (CO2) 15 bis 30 mg/l
Nitrat (NO3-) 15 bis 40 mg/l
Eisen (Fe) 0,05 bis 0,2 mg/l


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