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Postby Bratfisch » 31 Oct 2009 23:07
So!

Was isses denn nun, das kleine Sonnendings? Korrekt, es handelt sich um einen ganz normalen ... *Vorhang wegzieht* ...

HALOGENSTRAHLER!

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*in lange Gesichter guckt*

Ihr wollt Euer Eintritssgeld zurück? Moo-ment! ...

*Overheadprojektor anknipst und Folie auflegt*

Wie sie sehen können, meinen Herrinen und Herren hat sich die Fa. Tailord Lightning dazu erdreistet ein ausgeklügeltes Lichtfiltersytem in Tarnung eines MR-16 Leuchtmittels daherkommen zu lassen! Mit der Halogentechnik hat das Gerät jedoch nur die Systemkompatibilität gemeinsam. Das Produkt ist etwas völlig anderes!

Stellen sie sich diese Lampe einfach als eine Art Umkehrosmoseanlage vor. Nur eben für Licht. Denn funktionieren tut sie so:

Das vom senkrechtstehenden Glühfaden abgegebene Licht trifft hauptsächlich auf die auf der Innenseite des LMs aufgedampften, selektiv durchlässigen Reflektorschichten auf. Dort trennen sich dann die Wege erwünschten und unerwünschten Lichtes. Das erwünschte Licht (das "Permeat"-Licht) wird nach vorn zum beleuchtenden Objekt abgestrahlt während das Abwasser-Licht durch den teildurchlässigen Reflektor nach hinten, vom Objekt weg abgegeben wird.

Nun ist dies das Prinzip JEDER sog. Kaltlichtspiegellampe. Jedoch hat Tailored Lighting das perfektioniert bzw. einen anderen und aufrichtigeren Ansatz gehabt als die sonstigen Anbieter und so lange an der Kombination von verschiedenen Beschichtungen getüftelt (und sich das auch patentieren lassen) bis das Permeat-Licht so nahe wie mgl. an ein Sonnenlicht entsprechender Farbtemperatur herankommt.

Das Ergebnis ist absolut überzeugend und wurde mit dem Einsatz in anspruchsvollsten Beleuchtungssituationen belohnt wo andere LMs ihm einfach nicht das Wasser reichen können.

Vergleich der Farbtemperaturspektren des jeweiligen Solux-LMs mit denen realen Tageslichtes:


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Anwendung von Solux 4.1ooK-Licht in Galerien / Museen:


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So einfach so genial!

Aber aquaristisch gibt´s eben auch ein paar "Probleme". Da ob der intensiven UOA-Funktion des LMs das Abwasser-Licht vor allem bei den kälteren Lichtemperaturen in "rauen" Mengen anfällt, viel mehr als bei den üblichen Nullachtfuffzehn-"Kaltlicht" ( <- haha!)-Halogenlampen, stört es bei räumlich kleinen Anwendungen erheblich.

Nun könnte man hingehen und sagen, dann hause ich das LM eben und sperre das Abwasser damit weg und gut ist!?

Nein, das geht nicht zufriedenstellend denn die Spiegelschicht ist keine Einbahnstraße, sondern von hinten kommendes Abwasser kann auch wieder nach vorn mit durchgehen und somit das perfekte Permeat-Licht versauen.

Und jetzt? Keine Möglichkeit das zu verhindern? Doch, gibt es und da bastel´ ich gerade dran. Prinzipiell geht es darum, das Abwasserlicht über ein von innen mattiertes (um sein Heraustreten bei steilen Winkeln aufgrund von Totalreflektion) Blauglas (Blau als Komplementär zu Gelb) aufzusaugen und durch dieses zu neutralisieren.

Zusätzlich soll eine Blende vorhanden sein welche die unscharfen Randbreiche des Lichtkegels abschneidet. In letzter Konsequenz vieleicht auch eine individuell einstellbare Rechteckblende um den Lichtkegel in eine exakt auf die Beckenöffnung passende Form zu bringen und jegliches Streu oder Blendlicht trotz einer freien Aufhängung über dem Becken zu verhindern. Das wäre das Optimum. Für mich ...

Das Leuchtmittel gibt es in den schon erwänten Abstrahlwinkeln und Farbtemperaturen und in jeweils 35 und 5o Watt. Schon allein daher empfiehlt es sich vor allem für kleinere Becken. Kann aber diesen ein ganz besonderen Charakter verleihen der mit nichts anderem so hinzubekommen ist.

PS

Zwar gibt es von Tailored Lightning eine Art über das LM stüplbaren schwarzen Schutzschild ("blackback") und von meinem Importeur einen das LM von hinten komplett absperrenden Hochtemperatur(schwarz)lack aber irgendwie bin ich selbst der Lösung des Originalherstellers gegenüber mißtrauisch und baue lieber meine eigene Lösung von der ich weiß das sie funktioniert. Dennoch werde ich auch mal so eine "black bulb" bestellen und mir im direkten Vergleich ansehen ob das Licht einen Stich hat oder ich. Oo

PPS

Was ich zudem so toll finde ist, dass da eine Firma hingegangen ist und nicht wie die anderen die Quantität versucht hat aufzublasen (höher-weiter-schneller) sondern ein Produkt qualitativ ausgereizt hat! Macht doch heute kaum noch einer ...

Hier noch ein Diagramm welches ein Solux-Leuchtmittel gegen eine D5o-Prüfröhre der Fa. GTI-Normlicht und das D5o-Normlicht selbst vergleicht:


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Was soll man dazu noch sagen?, außer dass zu vermuten wäre, die Fa. Tailored Lightning könnte in Wahrheit ein Schweizer Unternehmen sein? ... :- )

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Ingo
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Postby nik » 01 Nov 2009 10:09
Hallo Ingo,

sehr schöne Idee, den Reflektor zu optimieren. - mit einem spektakulären Ergebnis.
Ich hatte mich ja schon in meinem Paludarium mit Halogen auseinandergesetzt. Die Kaltlicht mit ihrem infrarotdurchlässigen Reflektor arbeiten ja schon nach diesem Prinzip. Ich habe dann welche mit undurchlässigen Aluminiumreflektoren genommen, weil ich gerade den infraroten(dunkelroten) Lichtanteil haben wollte.

Ich stelle bei so etwas deutlich die zu schluckenden Kröten heraus. Das Leuchtmittel basiert auf einem Temperaturstrahler, der sowieso schon einen sehr gleichmäßigen Spektralverlauf hat. Problematisch ist der hohe Anteil an Infrarot/Wärmestrahlung.
Die Kaltlichtspiegel waren der erste Schritt unerwünschte Strahlung einfach nach hinten wegstrahlen zu lassen. Nach vorne strahlen sie ja immer noch das ihnen eigene gesamte Spektrum. Das Gesamtlicht ist also die Summe aus dem sowieso nach vorne strahlendem Licht und der gefiltert reflektierten Strahlung. Oder anders: je mehr Licht nach hinten durchgelassen wird, desto weniger Licht bleibt vorne. ;) Je kühler die Farbtemperatur, desto schlechter der Wirkungsgrad.
Um ausreichendes Licht zu erhalten muss mehr elektrische Leistung aufgewendet werden. Ich muss noch mal nach den Daten googlen, es lässt sich aber schon aus dem Stehgreif sagen, dass man mit einem 50W Leuchtmittel nicht weit kommt, in kälteren Farbtemperaturen noch weniger. Die Wärmeentwicklung hat man aber in jedem Fall! Da die Umsetzung der eingesetzten elektrischen Leistung in Licht:Wärme AFAIR irgendwas um 20:80% liegt, hat man bei einem kleinen Becken schon gute 30W Heizleistung, das geht nur offen über dem Becken.

Nach oben lässt sich schon erheblicher Aufwand treiben - ein Amiran- Glasbecken mit solch einem Leuchtmittel ist sicherlich ein spektakulärer Blickfang.

edit: auch das Licht ist für eine spezielle Funktion entwickelt - das optimale Belichten von Objekten. Das bedeutet im Speziellen auch die konsequente Filterung von UV und IR. Für eine biologische Anwendung also nicht so perfekt wie eben zum Beleuchten.
Wenn ich mir so die Spektralverläufe in Erinnerung bringe, dann wird ein Solux 5000°K Leuchtmittel vermutlich nicht mal das halbe Licht eines konventionell bespiegelten Leuchtmittels bringen. Grobe Schätzung! Habe auf die Schnelle nix auf der HP gefunden.

Gruß, Nik
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Postby Bratfisch » 01 Nov 2009 13:17
Hallo Nik.

Selbstverständlich ist der elektrische Wirkungsgrad der Solux schlechter als der einer o8/15-Halogenlampe und er wird umso schlechter wie die Farbtemperatur steigt. Das hatte ich aufgrund der Bekanntheit des "UOA"- bzw. Kaltlichtspiegel-Prinzips jedoch als bereits verinnerlicht vorausgesetzt und ich muß sagen das es mich auch riesig wurmt diese Leuchtmittel als nur für wie schon erwähnt kleine Becken geeignet zu sehen. Wer von uns ist schon ein Museum oder verdient über eine mögliche Lichtwirkung auf seine Produkte Geld?

Aber es soll ja auch jeder für sich entscheiden können ob und in welchem Umfang er dieses LM anwenden möchte. Ich habe es auch lediglich vorgestellt um zu zeigen dass es eben noch ein höheres oberes Ende der Fahnenstange als die üblichen "Vollspektrumlampen" gibt, was die Qualität des Lichtes angeht.

Und für high-end finden sich immer welche Spezies denen Kompromisse ein Greuel sind.

Ich denke jedoch für Nano- bis Kleinbecken könnte das Teil trotz geringeren Wirkungsgrades dennoch hochinteressant sein. Zudem fällt für die Solux positiv in die Waagschale: Die Einfachheit und Vollständigkeit und allgemeine Verinnerlichung des Systems. Das Leuchtmittel selbst, der Reflektor, ... alles in einem kleinen unkomplizierten und robusten Bauteil. Sonstige Sytemkomponenten sind überall erhältlich. Außerdem ist es ein unkritisches Niedervoltystem und wirft man das LM mal weg, kann man sich sicher sein nur Glas und ein bißchen unkritisches Metall wegzuschmeißen und keine versteckten Gifte.

Zudem muß man auch den Einstiegspreis in das System sehen. Ein in der Strahlwirkung (Richtlicht) ähnliches, von der Lichtqualität jedoch schlechteres Ergebnis erhält man maximal mit einem HQI-Leuchtmittel. Und wegen des LM-/Reflektor-all-in-one-Mopeds nehmen wir auch gleich das Powerball-R111-LM von Osram.

Da kostet das LM inkl. MWSt. ~ 67 Euro, zzgl. des PTI-Vorschaltgerätes für ebenfalls ~ Euro 67 inkl. Wie es dabei um Fassung und sonstigen Systemkrams bestellt ist weiß ich jetzt nicht. Jedoch sind wir dabei immerhin schon bei 134,oo Euro. Dazu kommt dass das Sytem wegen der eingesetzten Spannung kritisch über´m Wasser ist. Vor allem für Bastler.

Dagegen zahle (ich) für das Solux-LM 8,15 Euro und für das Osram "Halotronic" HTM-1o5 (Betrieb von 2 Stk. 5oW-LM mgl.) 14,95 Euro. Sind 23,1o Euro.

Auf der anderen Seite gibt ein Powerball-R111 in 35W (4.1ooK) eine viermal so hohe Achslichtstärke ab wie ein 5oW, 4.7ooK-Solux LM, hält 12.ooo Betriebsstunden, das Solux LM nur 4.oooh.

Man muß also sehen WAS genau einem wichtig ist.

Nik wrote:Die Wärmeentwicklung hat man aber in jedem Fall! Da die Umsetzung der eingesetzten elektrischen Leistung in Licht:Wärme AFAIR irgendwas um 20:80% liegt, hat man bei einem kleinen Becken schon gute 30W Heizleistung, das geht nur offen über dem Becken.


Das ein Strahler im Gegensatz zu Röhren-Lichtschwert-Mopeds über offenem Becken bzw. in Entfernung dazu betrieben wird denke ich ist eine Selbstverständlichkeit!? Die Solux wurde jedoch (für diese Stituation) gerade auch für den Infrarotbereich (Museumsbetrieb, kritisch im UV und IR!) noch deutlich mehr optimiert als übliche Halogen-Lampen und außerdem ändert die Entfernung nichts daran das in beiden Fällen (nah und flach oder entfernt und punktförmig) die erwünschte Strahlungsleistung die Wasserfläche immer komplett erreicht.

Ein Beispiel:

Unter meiner Megaman-Vollspektrum 15W im Rundreflektor messe ich in (korrekter Betriebsposition) eine Temperatur direkt über der Wasseroberfläche von 34°C. In ebenfalls der Betriebsposition, messe ich unter dem Solux-LM dagegen nur 23°C. Das ist schon LED-Niveau! und selbst für ein Nano absolut vernachlässigbar was eine Beckenaufheizung angeht.

Man sieht: Tailored Lightning hat hier im Gegensatz zu anderen Anbietern den Terminus "Kaltlicht-Spiegel" tatsächlich ernstgenommen und nicht nur im sichtbaren Bereich ein perfektes LM aufgelegt.

Aber noch ein wichtiger Punkt für das Solux-System:

Die Dimmbarkeit!

Ein Powerball-LM ist nicht dimmbar, eine Halogen dagegen sehr simpel. Dazu kommt aber noch ein Sahnehäubchen! Denn ebenso wie die Solux das Tageslicht perfekt nachbildet so tut sie dies auch mit dem "Dämmerungslicht"! Heißt also: Mit keinem anderen Leuchtmittel erhält derjenige welcher sein Licht langsam hoch und abends wieder runterfährt solch´ unvergleich echte Lichtsituationen. Ich habe es über eine Gleichtromdimmung schon gesehen. Das variierte Licht wirkt absolut klasse!

Hier noch Daten zu den einzelnen Versionen:


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Ingo
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Postby Bratfisch » 01 Nov 2009 14:28
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