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Postby flo » 07 Apr 2008 22:07
Hi,

schadet es meinem Pflanzenwuchs oder den Pflanzen generell, wenn ich z.B. abends länger am Schreibtisch sitze und dann ja auch das Zimmerlicht in das Becken scheint ??

Muss man das Becken zuhängen oder ähnliche Maßnahmen treffen oder ist das kein Problem ?

Gruß, Flo
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Postby Zeltinger70 » 07 Apr 2008 22:35
Hi Flo,

ich konnte noch nie feststellen es hätte ihnen geschadet,
meine AQs haben allerdings alle eine Abdeckung.

Auch bei offenen Aquarien kann ich mir nicht vorstellen es schadet,
dafür ist meiner Meinung nach das Licht zu schwach.

Gruß Wolfgang
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Postby flo » 07 Apr 2008 23:01
Hi,
mein Aquarium hat auch eine Abdeckung. Aber ich hab ja eine Schreibtischlampe und ne Stehlampe und meinte auch vor allem das Licht, dass durch die Frontscheibe fällt.


Gruß, FLo
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Postby Thomas Schmidt » 08 Apr 2008 08:16
Hallo,

schadet es meinem Pflanzenwuchs oder den Pflanzen generell, wenn ich z.B. abends länger am Schreibtisch sitze und dann ja auch das Zimmerlicht in das Becken scheint ??

ich würde zumindest davon ausgehen, dass es Auswirkungen haben kann (Stichwort Algen).

Auch bei offenen Aquarien kann ich mir nicht vorstellen es schadet,
dafür ist meiner Meinung nach das Licht zu schwach.

Das ist natürlich so nicht richtig. Sichtbares Licht wirkt in jedem Fall.
MfG
Thomas

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Postby nik » 08 Apr 2008 13:43
Hi Flo,

es steht außer Frage, dass auch schwaches Licht wirkt. Das Phytochromsystem der Pflanzen ist ausgesprochen lichtempfindlich.
Die Frage ist, was bewirkt es. Phytochrom ist ein Pigment welches je nach Wellenlänge des bestrahlenden Lichts in einer aktiven (P680) und inaktiven (P720) Form vorliegt. Die Zahl beschreibt die Wellenlänge mit der das P bestrahlt werden muss um in den entsprechenden Zustand zu gelangen. Da P680 an Prozessen in Verbindung mit dem Photosystem II (PSII) beteiligt ist, hat es direkten (lichtabhängigen) Einfluss auf die Photosynthese. Man könnte zusammen fassen, das Phytochromsystem läutet für die Pflanze Tag bzw. Nacht ein. Dessen Steuerung fünktioniert über die morgendliche und abendliche Dämmerung. Frühes und spätes Tageslicht hat höhere Anteile an dunkelrotem Licht und belässt/überführt das Phytochrom in die inaktive Form. Im laufe des Tages überwiegt der hellrote Anteil im Tageslicht und belässt/überführt das Pigment in seine für die Photosynthese wichtige aktive Form P680.
Nun wird es interessant, denn aquaristisch funktioniert das aufgrund des fehlenden Dunkelrot im Spektrum üblicher Leuchtmittel nicht richtig. Es ist also so, dass die übliche Umschaltung des Stoffwechsels von Tag auf Nacht wohl noch funktioniert, aber eben nicht durch das sonst auslösende Dunkelrot sondern durch den Umstand, dass P680 langsam(!) sowieso in den inaktiven Zustand übergeht. Wie soll man das bewerten? kann ich nicht, es geht zu Lasten der Zeitspanne des nächtlichen Stoffwechsels (, der durchaus mit Wachstum zu tun ist).
Was kannst du machen? Wenn du darauf Rücksicht nehmen willst, dann macht nächtens die Verwendung von Glühbirnen Sinn, die durch ihren hohen Dunkelrotanteil das Phytochromsystem im inaktiven Zustand belassen. Leuchtstofflampenlicht aktiviert es, auch in geringer Intensität.

OFF TOPIC
@ Thomas
habe natürlich gleich in deiner neuen Sig deine Ausführungen zur Mittagspause gelesen. Aquarianer werden die eher ausnahmsweise bis zuende lesen. Du hast ausgeführt, dass die Lichtunterbrechung keinen Einfluss auf die Photosynthese hat, sehe ich auch nicht als Problem. Wenn man ein Problem bezüglich der Mittagspause suchte, dann wäre es das sich nicht abschaltende, aktiv verbleibende Phytochromsystem. Da normal lang bleuchtet wird, verlängert sich die "aktive" Zeit der Pflanze neben den Beleuchtungsperioden um die Mittagspause, da schaltet sie wegen der Farbtemperatur ganz sicher nicht ab und um die zusätzliche Zeit des langsamen Umschaltens des Stoffwechsels in der Dunkelphase ob des fehlenden dunkelroten Lichtanteils. In der Summe verkürzt das den nächtlichen Stoffwechsel erheblich. Ob das ein Vorteil ist, halte ich einer Überprüfung für würdig. Betrachte das aber nur als Einwurf, ich halte unabhängig davon die Berechtigung einer Mittagspause auf eher wenige Anwendungsfälle beschränkt. Es ist nicht wichtig genug, wer die Mittagspause schaltet, soll das tun, manchmal ist sie ja sinnvoll. Die damit gelösten Probleme lassen sich aber immer auch anders angehen und IMHO besser als über eine digitale Lösung á la Licht an - Licht aus - Licht an.
/OFF TOPIC

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Postby Thomas Schmidt » 08 Apr 2008 14:04
Hallo nik,

Nun wird es interessant, denn aquaristisch funktioniert das aufgrund des fehlenden Dunkelrot im Spektrum üblicher Leuchtmittel nicht richtig.

ich sehe noch einen anderen Grund: Wasser ist ein ziemlich guter Rotlicht-Filter.

Aquarianer werden die eher ausnahmsweise bis zuende lesen.

Damit habe ich kein Problem. Der Beitrag ist entstanden, weil immer wieder die gleichen (unbelegten) Behauptungen auftauchten.

In der Summe verkürzt das den nächtlichen Stoffwechsel erheblich.

Was sind deiner Meinung nach die möglichen Folgen?
MfG
Thomas

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Postby nik » 08 Apr 2008 15:17
Hallo Thomas,
Thomas Schmidt wrote:
Nun wird es interessant, denn aquaristisch funktioniert das aufgrund des fehlenden Dunkelrot im Spektrum üblicher Leuchtmittel nicht richtig.

ich sehe noch einen anderen Grund: Wasser ist ein ziemlich guter Rotlicht-Filter.

da geht es aber nicht um Intensität, sondern nur ob der hell- bzw. dunkelrote Spektralanteil überwiegt.

In der Summe verkürzt das den nächtlichen Stoffwechsel erheblich.

Was sind deiner Meinung nach die möglichen Folgen?

Ich kann das nicht einschätzen und das obwohl ich vor 8-9 Jahren schon mein Paludarium aus diesem Grund mit 3x50 Watt Halogenstrahlern mit Alu-Reflektoren (Kaltlicht-Reflektoren reflektieren den Dunkelrotanteil nicht) versehen hatte. Mit denen wurde der Tag abgeschlossen.
Mit gutem Willen könnte ich sage, es bringt was, mit bösem, es bringt nichts. Das wuchs eh gut und ich könnte eher sagen, es hatte mehr Längenwachstum - was von mir nicht unbedingt erwünscht ist.
Wenn ich suchen würde, dann in der Richtung, an welchen Prozessen ist P680/720 beteiligt und was hat das für Folgen. Es gibt mit Sicherheit einen Grund, warum der entwickelte Prozess des Inaktivierens des P680 günstig für die Pflanze ist.

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Postby Thomas Schmidt » 08 Apr 2008 15:35
Hallo,

da geht es aber nicht um Intensität, sondern nur ob der hell- bzw. dunkelrote Spektralanteil überwiegt.

was ist aber, wenn das System unter Wasser gar nicht arbeitet?
MfG
Thomas

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Postby nik » 08 Apr 2008 16:03
Hallo Thomas,

Thomas Schmidt wrote:
da geht es aber nicht um Intensität, sondern nur ob der hell- bzw. dunkelrote Spektralanteil überwiegt.

was ist aber, wenn das System unter Wasser gar nicht arbeitet?

wenn das so wäre, müsstest du als nächstes die Funktion des PSII unter Wasser in Frage stellen. Ohne Rot keine Aktivierung, es ist also auch im Wasser ausreichend vorhanden.

Gruß, Nik
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Postby Thomas Schmidt » 08 Apr 2008 16:37
Hallo,

wenn das so wäre, müsstest du als nächstes die Funktion des PSII unter Wasser in Frage stellen. Ohne Rot keine Aktivierung, es ist also auch im Wasser ausreichend vorhanden.

ich gehe davon aus, dass du weißt, wie die Lichtsammelfallen (Antennen) aufgebaut sind und wie diese arbeiten.
Es wird natürlich nicht nur Licht mit dem jeweiligem Absorptionsmaximum (Rot, Blau) gesammelt.

Ich gehe weiterhin davon aus, dass das Phytochrom-System unter Wasser nicht arbeitet.
MfG
Thomas

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Postby nik » 08 Apr 2008 20:07
Thomas Schmidt wrote:
wenn das so wäre, müsstest du als nächstes die Funktion des PSII unter Wasser in Frage stellen. Ohne Rot keine Aktivierung, es ist also auch im Wasser ausreichend vorhanden.

ich gehe davon aus, dass du weißt, wie die Lichtsammelfallen (Antennen) aufgebaut sind und wie diese arbeiten.
Es wird natürlich nicht nur Licht mit dem jeweiligem Absorptionsmaximum (Rot, Blau) gesammelt.

Das ist im Zusammenhang uninteressant, daraus ergibt sich die benötigte Lichtenergie zur Oxidation von H2O zu O2. Ich hoffe ja, dass du diesen zentralen pflanzlichen Prozess der Sauerstofferzeugung nicht in Frage stellst.

Ich gehe weiterhin davon aus, dass das Phytochrom-System unter Wasser nicht arbeitet.

Erstaunlich. Es hätte Sinn gemacht das zu begründen, das hast du dir gespart. Eine Begründung zwingt dazu sich genauer damit zu beschäftigen und wirkt eventuell als Regulativ.

P680 ist durch Bereitstellung der für die Wasserspaltung notwendigen hohen Redoxspannung unverzichtbar. Da der Ruhezustand das inaktive Phytochrom ist, muss es durch entsprechendes Rotlicht aktiviert werden - auch unter Wasser, denn sonst keine Wasserspaltung!
Du hast übrigens auf deiner HP bei deinem reich ausformulierten Plädoyer für die Mittagspause auf Seite 2 mit dem "Quenching" sogar den Teil des Prozesses beschrieben an dem P680 beteiligt ist ...

... und trotzdem gingst du weiterhin davon aus ...

Na schön, kannst du! Ich fand das auf seine Weise erhellend. Ein andermal wieder. Begründen wäre dann nett.

Gruß, Nik
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Postby Thomas Schmidt » 09 Apr 2008 08:25
Hallo nik,

Es hätte Sinn gemacht das zu begründen, das hast du dir gespart.

offenbar hast du es überlesen: Wasser ist ein ziemlich effizienter Rotlichtfilter :wink: .

Nochmal die Frage: was wäre, wenn das Phytochromsystem unter Wasser gar nicht arbeitet?

Du hast übrigens auf deiner HP bei deinem reich ausformulierten Plädoyer für die Mittagspause auf Seite 2 mit dem "Quenching" sogar den Teil des Prozesses beschrieben an dem P680 beteiligt ist ...

Scheinbar ist dir auch entgangen, dass mein Beitrag lediglich die angebliche Schädlichkeit beleuchten wollte. Zur Pause ist deshalb natürlich niemand gezwungen 8) .
MfG
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