Kleinstfutter für die Aufzucht

Christian

Member
Hi,

ich habe mal eine Frage zum Thema Nachzucht und zwar:
Was könnte ich Fischlarven an Futter bieten, wenn die ausgewachsenen Tiere nur an Lebendfutter gehen und die Larven noch zu klein sind um Artemianauplien zu verspeisen?

Konkret geht es um Elassoma evergladei. Die sind dauerhaft am balzen und einige Larven habe ich auch schon ausmachen können, aber anscheindend finden die nicht genug, um zu überleben, bis sie Artemianauplien bewältigen könnten. Oder sie werden von den eigenen Eltern verspeist, kann auch sein. Deswegen wollte ich es jetzt mal mit Umsetzen der Elterntiere im Wochentakt versuchen, wobei mir eben noch ein passendendes Aufzuchtfutter fehlt.

Machen die Larven eine Ausnahme und gehen auch an unbewegtes Futter z.B. Nobilfluid? Oder muss ich mir unbedingt Kleinstfutter wie Räder- oder Pantoffeltierchen o.ä. ziehen? Das würde ich gerne vermeiden.

Ich bin dankbar für jeden Tipp, lasst hören! :)


Gruß,
Christian

Nachtrag: Neben Nobilfluid hört man auch oft von Liquifry und Protogen Granulat, was ist zu empfehlen?
 

Kuro-Schio

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Hallo Christian,

ich verwende zur Aufzucht von sehr kleinen Jungfischen zu Beginn einfach kleinere Mengen an Javamoos aus meinen laufenden Becken, daß ich in die Aufzuchtschalen gebe und regelmäßig auswechsele- dort befinden sich anscheinend immer genug kleinste Futtertiere.
Später füttere ich zB. Cyclop Eeze(gefriergetrocknete Mikrokrebse)- http://www.firstfish.de/cms/front_conte ... idart=144- und dann Artemia, wenn diese bewältigt werden können. Gute Erfahrungen habe ich auch mit Mikrowürmern u. Essigäälchen gemacht (http://www.tuempeln.de/futter/lebendfut ... ml#artemia).

Übrigens: meine Elassoma sind damals auch an Frostfutter gegangen- probiere doch einfach mal ein wenig aus :wink: .

Viele Grüße
Martin
 

Christian

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Hi,

ja sie gehen auch an Frostfutter, wenn ich z.B. erst Daphnien und dann gefrostete Daphnien gebe. Aber mit deutlich weniger Begeisterung. Deswegen bekommen sie bei mir größtenteils Artemia-Nauplien und deutlich seltener Lebendfutter aus dem Beutel wie Cyclops, Daphnien, Artemia, Mückenlarven.

Ich hab an Ansaugkorb des Beckens eine Filterpatrone, die hatte ich in das 50x30x30er Aufzuchtbecken mit viel Moos ausgedrückt. Aber anscheinend gabs da nicht genug zu fressen drin oder die Eltern haben die eigenen Larven gefressen.

Hast du deine Alttiere von der Brut getrennt? Nach wievielen Tagen/Wochen hast du das erste mal Cyclops Eeze gefüttert?


Gruß,
Christian
 

Kuro-Schio

Member
Hi Christian,

Christian":12um7mg7 schrieb:
Ich hab an Ansaugkorb des Beckens eine Filterpatrone, die hatte ich in das 50x30x30er Aufzuchtbecken mit viel Moos ausgedrückt. Aber anscheinend gabs da nicht genug zu fressen drin oder die Eltern haben die eigenen Larven gefressen.

...das die Eltern ihre Brut fressen, konnte ich nie beobachten- allerdings hatte ich den Verdacht, daß größere Jungfische den kleineren nachgestellt haben. Futtermagel im Haltungsbecken ist auch gut möglich, wenn das Becken noch nicht so lange steht... zu Beginn habe ich die Larven immer abgesaugt und in kleinere Schalen mit beschriebener Javamoos Methode (das Moos habe ich alle 1-2 Tage ausgewechselt) hochgezogen, nach 10 Tagen habe ich dann Cyclop Eeze zugefüttert.

Als das Becken dann ein halbes Jahr stand und ordentlich zugekrautet war, funktionierte es im Becken mit der Aufzucht wesentlich besser und ich brauchte die Jungfische nicht mehr in Schalen umsetzen.

Viele Grüße
Martin
 

Karin

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Hallo Christian,

hast Du evtl. schon mal z. B. von der Fa. "Hobby" Protogen infusorien probiert?
Zitat auf der Packung: "Zur Ernährung von Fischbrut und niederen Tieren mit lebenden Infusorien"

LG Karin
 

Christian

Member
Hi,

@Martin: Absaugen wollte ich die Larven eigentlich nicht. Ich möchte es jetzt mit umsetzen der Elterntiere probieren. Das 50x30x30 lief seit Anfang des Jahres, also über 3 Monate. Ich hätte da genug Kleinstgetier erwartet, so dass die Larven überleben, bis sie von den Nauplien fressen können. So "von selbst" ging es jetzt aber eben noch nicht. Vielen dank für deine Erfahrungen. :)

@Karin: Genau diese Protogen Granulat habe ich ja schon im Beitrag oben erwähnt und wahrscheinlich werde ich es auch genau damit probieren. :)

Direkt soll man das PG nicht ins Aquarienwasser tun, sondern die Infusorien getrennt aufziehen, dann sieben/pipettieren und verfüttern. Die Infusorienkultur kann man mit Kondensmilch, Haferflocken, Bananenschalen, Eierkuchenmehl usw. füttern und je nach Futter sind das auch andere Kleinsttiere. Das Problem ist, dass ich nicht so viel Lust habe, sowas in meiner Wohnung zu machen, weil das sicher ganz schön stinken kann.


Gruß,
Christian
 
Hallo Christian,

mit Protogen habe ich keine Erfahrung, aber manche Leute berichteten von umkippendem Wasser durch die hohe organische Belastung.

Das Problem bei vielen Winzlingen ist, dass sie bewegtes Futter brauchen - wenn es nicht zappelt, wird es nicht gefressen. Essigälchen kann ich empfehlen, die Kultur ist unkompliziert und macht keine Arbeit. Das Verfüttern ist simpel, wenn man den Trick raushat. Sollten diese immer noch zu groß sein, muss man auf Infusorien zurückgreifen, Pantoffeltiere sind ebenfalls völlig unproblematisch und wirklich pflegeleicht.

Manche Jungfische nehmen Staubfutter, meine Empfehlung: sera micron, das wird deutlich besser gefressen als alles andere.

Wenn Jungfische "verschwinden", sind fast immer die Geschwister die Übeltäter. Zwar hört man dann immer, die Alttiere würden die Brut nicht fressen (was sie auch nicht tun), trotzdem werden die Jungen immer weniger. In dem Fall hilft nur das Sortieren nach Größe.
 

Obsidian

New Member
Hallo,

auch bei mir schwimmt derzeit Elassoma-Nachwuchs im Aufzuchtbecken.
Ich habe nur freischwimmende Jugnfische abgesaugt, die kleinsten unter ihnen haben schätzungsweise 3 mm und sind definitiv in der Lage, Artemia-Nauplien zu verspeisen, wie ich aus eigenen Beobachtungen sagen kann.
Ob im Elternbecken Nachwuchs hochkommt, wage ich zu bezweifeln, da die Elterntiere ihren Nachwuchs verputzen, wenn er ihnen vor die Nase wuselt.
Mein Becken läuft ca. 3 Monate und das reicht durchaus, um die frischgeschlüpften Larven durch die erste Zeit zu bringen. Wenn sie dann im Wasser stehen, nehme ich sie heraus, klappt bisher gut.
Wie gesagt, füttere ruhig Artemanauplien, das paßt schon. Ich habe Mini-Elas Nauplien jagen gesehen, die mindestens ein Drittel ihrer Körpergröße hatten.
Viel Glück :top: Wenn dein Nachwuchs größer ist, wäre ich über einen Austausch froh, vor allem deine Temperatur und das daraus resultierende Verhältis von m/w interessiert mich?

LG
Claudia
 

Christian

Member
Hi,

das Aquarium wird nicht beheizt, also ist die Temperatur eben je nach Wetterlage. In den letzten beiden warmen Tagen lag sie bei 21-22 Grad.

Laut einem Bericht in der Amazonas, die Herrn Mack zitiert, bekommt man mehr Weibchen bei etwa 24 Grad.

Ich sag Bescheid, wenn sich was tut. :) Momentan schwimmen 3 M und 3 W in 160 Liter, Rückenstrichgarnelen sind auch drin. "Demnächst" möchte ich dann je ein Paar in 12 Liter umsetzen, darin eine Woche belassen und dann wieder in das 160er Becken zurücksetzen. Vorher will ich aber noch mit Protogen versuchen, Pantoffeltierchen zu ziehen. Artemiazucht läuft eh dauerhaft. Ich hoffe, dass das so klappt. Für die Aufzucht stehen dann noch 45er, 54er und 63er Becken zur Verfügung.


Gruß,
Christian
 

Christian

Member
Hi,

genau den Mack meinte ich. Die Seite kenne ich, aber den Teil mit den Cyclopsnauplien habe ich übersehen. Super, dass du den Link nochmal gepostet hast. :top:

Wobei ich glaube, mich erinnern zu können, dass Cyclopsnauplien schwer zu züchten sind. Deswegen wollte ich es eben mit Pantoffeltierchen probieren.


Gruß,
Christian
 

Obsidian

New Member
Ich kenne die Ausgabe und den Bericht von Kurt Mack, von ihm habe ich meine Fische. :wink:

Wie gesagt, meine Jungtiere fressen problemlos Artemianauplien. Dass eine höhere Temperatur dem Weibchenanteil zugute kommt, habe ich auch gelesen und gehört. Trotzdem würden mich Erfahrungsberichte interessieren. Mein Becken ist ebenfalls unbeheizt und darum ist die Temperatur von oben, wo die Beleuchtung ist, nach unten extrem unterschiedlich. Am Bodenbereich, wo die Gelege sind, steht die Temperatur bei ca. 22 Grad.

Mal ein Bildchen von meinem größten Jungtier, ich schätze es auf ungefähr drei Wochen(?):
 

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Christian

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Hi,

Update:
ich hatte meine 3 Pärchen ja von dem 50x30x30 in das 100x40x40 umgesetzt. Aus dem kleinen Becken hatte ich das Moos größtenteils in eine flache große Schüssel getan, weil ich das Becken für die Heterandria formosa brauchte, die ich testweise aus dem großen entfernt habe.

Das Moos stand dann aufgrund Zeitmangels etwa eine Woche nur rum, mit einer 13 Watt Röhre beleuchtet. Danach bin ich irgendwann dazu gekommen, mal ein bisschen das Moos zu sortieren, bisschen wegzuschmeißen und wieder auf die Becken zu verteilen. In dem Moos waren aber anscheinend Eier der Zwergschwarzbarsche und in dem Moos waren wohl auch Kleinstlebewesen, die ein paar Exemplaren das Überleben gesichert hatten.

Die fressen jetzt auch täglich frische Artemia und haben runde Bäuche. Sind schwer zu zählen, der Boden ist voll mit Mulm und Moos habe ich auch drin gelassen. Ich schätze die Anzahl auf 15 bis 20 Stück. :D
Ich wechsle alle 3-4 Tage etwa 1/3 des Wassers.

Momentan baue ich an einem kleinen Tischchen, wo dann drei 12er Becken draufkommen mit Belüftung für jedes Becken, damit die aus der Schüssel (keine Wasserbewegung) rauskommen.

Im 160er habe ich bis jetzt keine Larven ausmachen können aber ohne die Zwergkärpflinge fühlen sich die Zwergschwarzbarsche anscheinend wohler (kriegen wahrscheinlich mehr Futter ab ohne die gefräßigen H. formosas). Also Vergesellschaftung meiner Erfahrung nach nicht sehr empfehlenswert.

Fazit: Extra Pantoffeltierchen ansetzen nicht unbedingt notwendig, wenn man nicht gezielt Riesenwürfe durchbringen, sondern nur den eigenen Bestand sichern möchte.


Gruß,
Christian
 

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