Filterdimension

Stefan76

Member
Hallo zusammen,

ich habe ein 360er Becken an dem ein Eheim 2028 (1050 L/h in der Theorie) hängt. Im Becken leben nach einem Dosierpumpenunfall (2 Liter Easy Carbo) aktuell nur noch Garnelen, die das irgendwie überlebt haben und 5 Helena Raubschnecken. Irgendwann sollen wieder Moskitorasbora und LDA25 Pitbull einziehen.
Bis dahin darf sich die Pflanzenwelt aber erstmal wieder erholen, denn die hatte sich weitesgehend aufgelöst.
Nun will ich, wenn ich schon mal so viel am AQ (neu) machen muss auch gleich den Filter überdenken, denn die Strömung ist mir irgendwie zu gering. Aktuell habe ich am Ansaugkorb einen Schwamm, damit Babygarnelen nicht angesaugt werden. Das klappt aber nur bedingt, denn im Filter finde ich trotzdem regelmäßig welche. Der Schwamm selbst ist spätestens nach 2 Wochen so dicht, dass die Strömung als solche kaum noch bezeichnet werden kann. Was den Schwamm verschließt kann ich nur vermuten: Nährstoffausfällung. Denn die Shrmips machen so viel Dreck nicht.
Nun will ich weg vom Schwamm und im Filterkreislauf einen (selbstgebauten) Vorfilter einsetzen. Der hat einen Ablauf, sodass ich bequem die reingeschwommenen Garnelen ablassen kann. Mit dem Vorfilter wird es für die Eheim aber noch schwerer vernünftig zu pumpen, weil im Rücklauf auch noch der CO2-Reaktor sitzt. Am Auslauf hätte ich gern etwas mehr Strömung, weil ich über den entstehenden Unterdruck des entlangströmenden Wassers einen Oberflächenabsauger betreibe, um eine nicht mehr wegzukriegende (selbst nach 2 L EeasyCarbo) grüne Schicht zu entfernen. So lange die Strömung stimmt, funktioniert das. Das grüne, ölige (unbeklannte) Zeug ist dann irgendwie im Wasser gelöst. Außerdem bringt mehr Strömung auch ggf. die wenigen Pinselalgen in den (noch) strömungsarmen Gegenden in Bedrängnis (so meine Hoffnung).
Nun zur Frage: Ich will auf den Eheim 2078 (professional 3e) aufrüsten (bis zu 1800 L/h). Der elektronische Schnickschnack ist mir egal. Es geht nur um mehr Strömung im Filtersystem. Bin ich damit überdimensioniert (bestücken wollte ich den Filter nur gering, weil ich Nitrat zB regelmäßig zuführen muss) oder habe einen Gedankenfehler.
Strömingspumpen - nur vorab - lösen das Problem nicht.
Kennt vielleicht jemand die Ursache der grünen Schicht bzw. weiß, was es sein könnte? Man sieht sie von oben kaum, nur von unten. Greift man ins Becken, reißt sie auf, sie legt sich ölig auf die Haut.

Viele Grüße
Stefan
 

nik

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Hallo Stefan,

viel filtern willst du nicht, CO2 extern zugeben, heizen auch?

Eigentlich brauchst du nur eine externe Pumpe, die den externen Versorgungskreislauf antreibt und im Becken für Strömung sorgt.
Schau mal bei mir im Album nach der Technik des 60x35x35 und des 80x40x40. Das unterschiede sich nur im Sizing.

Ich mache das wieder so für mein nächstes 180l Becken.
Zentrale Komponente wird eine ausreichend kräftige Eheim Universal Pumpe werden.
Von Bedeutung ist der (Garnelen-)Ansaugschutz. Kann nur ein grober Schwamm werden bzw. eher mehrere, da die kräftige Pumpe die sonst mit der Zeit "zusammen zieht". Es gibt ersatzweise bei PVC-Fitttings die Möglichkeit eines Edelstahlansaugsiebs/-korbs. Muss ich mir noch mal vor Ort ansehen.
Weiter wichtig ist der im Durchmesser möglichst große Schlauch bzw. die PVC-Verrohrung. ich sschreibe das stellvertretend für irgendein Leitungssystem. Da hat man schnell ziemliche Lei(s)tungsverluste, speziell beim CO2-Reaktor oder UV-C Klärer. Deshalb baue ich mir die CO2-Reaktoren auch nur noch selbst.
Der waagrechte CO2-Reaktor in der Abdeckung des kleinen Beckens ist sehr gut! Besser(, vor allem auch bei höherem Durchsatz leiser/geräuschlos) als jeder meiner gekauften externen Reaktoren. Für das 180l Becken werde ich mind. 20, wenn es geht sogar 25 mm PVC-verrohren.
Auslauf wird ein Hydor Bioflo werden. Kostet zwar Strömung, verteilt die aber ziemlich optimal. Gibt es in verschiedenen Größen.
Die Heizung lässt sich extern über eine Schlauchheizung lösen. Habe vergessen, von wem die sind, Tobi hat sie aber im Shop.

Mein Sohn betreibt das 80x40x40 und hat mit bezaubernder Nachlässigkeit mal den Garnelenbestand komplett und den Fischbesatz weitgehend gehimmelt. Das Becken ist seit Monaten ohne Besatz, ihn interessieren die Pflanzen wohl mehr, war aber eine Gelegenheit den Ansaugfilterschwamm auch noch zu entfernen. Das Becken wird also nicht mehr mit irgendwelchem Filtersubstrat betrieben, sondern nur noch umgewälzt.

Bei deinem Becken wäre die Pumpe und die Verrohrung das zentrale Problem. Unter der Eheim 1250 (28W) würde ich gar nicht nachdenken - eher mehr. Die 1250 werde ich schon für mein 180l verwenden.

Gruß, Nik
 

nik

Moderator
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Hallo Engelbert,

man bewegt sich da immer im Spagat, denn alles was die Oberfläche bewegt treibt CO2 aus. Das hält sich aber soweit in Grenzen, dass ich mir keinen Kopf machen muss.

Üblicherweise läuft der BioFlo bei mir sowieso ohne Schwamm, der ist vor allem eine nette Option bei Kahmhaut.

Gruß, Nik
 

Stefan76

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Hallo Nik,

vielen Dank für die Infos. Die Eheim 1250 habe ich sogar zu Hause. Die pumpt momentan nur alle 2 Wochen die Osmosetanks ins Aquarium :)
An der Verrohrung kann ich leider nichts mehr ändern, die sind schon im Boden verschraubt. Sind 20er Rohre.
So ganz ohne Filterung will ich es nicht versuchen. Eine minimale Bestückung habe ich da drin.
Was wäre denn, wenn ich aus dem Eheim 2028 das Pumpenrad entferne (weil es in der Ströumg steht) und stattdessen eine "fette" zusätzliche Pumpe dazwischen schalte?
Die exteren Heizung habe ich bei Tobi kürzlich auch entdeckt. Momentan tut es ein 200W Jäger aber eigentlich wollte ich so wenig Technik wie möglich im Becken.
Wieviel Watt wählt man denn bei den Externen? Habe die Angabe nicht gefunden. Der Jäger ist der einzige (mir bekannte) 200W-Heizer, der ein 360er Becken schafft. Andere Stabheizer waren stets 300 W. Kann man das vergleichen - Stab vs. Extern?

Zu meiner Oberflächensache. Für eine Kamhaut halt ich das irgendwie nicht. Die wäre doch eher grau-weiß. Meine ist grün, ölig und irgendwie juckt die auch auf der Haut :shock:

Viele Grüße
Stefan
 

nik

Moderator
Teammitglied
Hallo Stefan,

Stefan76":2dtzmbm1 schrieb:
vielen Dank für die Infos. Die Eheim 1250 habe ich sogar zu Hause. Die pumpt momentan nur alle 2 Wochen die Osmosetanks ins Aquarium :)
ich weiß nicht genau zu sagen wieviel Pumpenleistung du letztendlich benötigst. Mir fallen z.B. die Aquabees ein. Für meine VEA habe ich zum komfortablen Regenerieren eine 2000-1 - ist mit 38W ein ziemliches Kraftpaket und wie die 1250 auch eher auf höheren Druck als auf höheren Durchsatz ausgelegt. Ich bin ja für mich selber am Schauen und die verschiedenen Pumpenkennlinien tragen bei mir zurzeit eher noch zur Verunsicherung bei.

An der Verrohrung kann ich leider nichts mehr ändern, die sind schon im Boden verschraubt. Sind 20er Rohre.
So ganz ohne Filterung will ich es nicht versuchen. Eine minimale Bestückung habe ich da drin.
Was wäre denn, wenn ich aus dem Eheim 2028 das Pumpenrad entferne (weil es in der Ströumg steht) und stattdessen eine "fette" zusätzliche Pumpe dazwischen schalte?
Mit den Bodenanschlüssen hast du immerhin schon mal kürzere Wege.
Ich will dir die Filterung nicht ausreden, ich mache es im Grunde - sieht man von dem Garnelenschutz ab - schon lange nicht mehr. Bei mir ist es sogar schon umgekehrt, dass ich vor 1,5 Jahren mal wieder bestückte Topffilterung versucht hatte um zu sehen wie bzw. warum das funktioniert. War auf seine Weise erhellend, aber ein Aquarium reagiert ohne klarer und direkter. Ich habe es auch schon gehabt, dass eine geringe Filterung notwendig war.
Wenn ich einen 2224 für 5 Euronen auf dem Flohmarkt sehe, kann ich den nicht stehen lassen. :D. Den mache ich mit ein paar Ersatzteilen frisch - und dann steht er herum. Vermutlich verschenke ich den an eine(n) Bekannte(n) welche(r) glaubt ohne Filterung nicht auskommen zu können.

Den Anker würde ich drin lassen und den Filter als Antrieb laufen lassen. Eine Möglichkeit wäre, dem Filter noch eine Pumpe nach zu schalten. Ich mag es lieber KISS (keep it stupid simple), das ist das nicht, aber wohl die einfachste Variante.

Die exteren Heizung habe ich bei Tobi kürzlich auch entdeckt. Momentan tut es ein 200W Jäger aber eigentlich wollte ich so wenig Technik wie möglich im Becken.
Wieviel Watt wählt man denn bei den Externen? Habe die Angabe nicht gefunden. Der Jäger ist der einzige (mir bekannte) 200W-Heizer, der ein 360er Becken schafft. Andere Stabheizer waren stets 300 W. Kann man das vergleichen - Stab vs. Extern?
Ob es eine nennenswerte unterschiedliche Effizienz bei verschiedenen Heizern gibt, würde ich eher verneinen. Es ist immer nur ein Heizelement, welches sich entsprechend der elektrischen Leistung erwärmt. "Verlustleistung" in Form von Wärme fällt ja nicht an. ;) Die Schlauchheizung, ich glaube ebenfalls von Hydor, hat 300 W und sollte das aufgrund der viel besseren Umwälzung in jedem Fall schaffen.

Zu meiner Oberflächensache. Für eine Kamhaut halt ich das irgendwie nicht. Die wäre doch eher grau-weiß. Meine ist grün, ölig und irgendwie juckt die auch auf der Haut :shock:
Kahmhaut ist ein Biofilm aus irgendwelchen Mikrolebewesen. Die Zusammensetzung kann sehr unterschiedlich sein. Der kann auch Algen, Cyanobakterien enthalten. Wenn ich eine hatte und die mit Zewa abgenommen hatte, ergab sich oft ein grüner Schimmer.

Die Hydor BioFlo habe ich noch mal nachgesehen, interessanterweise haben alle Größen eine Obergrenze von max. 1200l/h Durchfluss. Ob das für dein Becken reicht, kann ich nicht sagen. Wegen einer Strömungspumpe hatte ich mich ja in eigener Sache umgetan, es gibt leider keine (nicht aufwendige) mit der wirklich schönen Strömungsverteilung á la Hydor BioFlo.
Bei einem größeren Becken würde ich über zwei von den Teilen nachdenken. Diese simplen Dinger sind von der Funktion top.

Gruß, Nik
 

Stefan76

Member
Hallo Nik,

nochmal Danke für die ausführlichen Tpps.
Malk schauen, wie sich die Filterleistung entwickelt, wenn der Vorfilter dazwischen klemmt. Ich teste dann mal die vorhanden Eheim dazwischen und wenn das nicht so recht will, dann kommt halt ein großer (weitesgehend unbestückter) Eheim-Topf :)

Viele Grüße
Stefan
 
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