Düngen bei hohem Calciumgehalt und pH über 7

Beza

New Member
Hallo,

ich versuche gerade herauszufinden wie ich bei meinem Leitungswasser am besten düngen sollte, sofern ich Aquarebell benutze. Laut Wasserwerk pH 7.8 bei 9.9C, GdH 12, KH 11 (76 mg/l Calcium, 4,3 Magnesium), Nitrat < 1,5, Kalium 1,8 und (ortho-)Phosphat 0,12. Grundsätzliche Idee ist einmal Stossdüngen pro Woche, nach dem ~50% Wasserwechsel. Oder eventuell die wöchentliche Menge aufteilen, in 2/3 als Stossdüngung nach dem Wasserwechsel, und 1/3 dann 3-4 Tage später, für eine insgesamt etwas gleichmässigere Düngung.

Osmose-Wasser ist leider derzeit keine Option für mich, also hoffe ich dass ich auch mit dem Leitungswasser hier weiterkommen kann. Noch sind keine Pflanzen da, aber alles was auf meiner Liste steht soll zumindest für mittelhartes Wasser geeignet sein. CO2-Anlage befindet sich gerade im Anflug. Sämtliche Einrichtung sollte das Wasser nicht beeinflussen (Lavagestein, Holz und feiner Kies den ich mit Essig getestet habe - es schäumt nix).

Da ich keinen grossen Besatz plane in meinem 55l Nano (20-30 Garnelen zu Beginn plus einige Schnecken) gehe ich mal davon aus dass ich Nitrat werde extra düngen müssen, sprich zusätzlich zu dem NPK basic. Ausserdem brauche ich wahrscheinlich eine extra Portion Magnesium, um im Verhältnis zu dem hohen Calcium eine entsprechende Balance zu haben - oder? Ich schaue da gerade auf den advanced GH Boost N, der ja auch einiges an Magnesium mitbringt. Wäre das eine gute Kombo? Und welchen Mikro-Dünger am Besten dazu, da gibt es ja auch wieder drei verschiedene.

Von wegen Mikro-Dünger - ich habe vor ein Wasseraufbereitungsmittel einzusetzen beim Wasserwechsel (z.B. Tetra Aquasafe), um sicher zu gehen dass kein Chlor im Wasser ist. Bloss fällt das ja anscheinend auch einige der Mikronährstoffe aus, beisst sich das nicht mit dem Mikro-Dünger?

Und noch eine Frage - wie am besten langfristig den pH-Wert messen? Ich hatte mal so ein kleines Testgerät dafür, um mein Orchideen-Giesswasser zu checken, aber die Elektroden leben ja nicht ewig, und müssen immer wieder kalibriert werden. Dann habe ich so eine Scheibe gesehen die man im Aquarium anbringt und die dauerhaft den pH-Wert anzeigen soll, taugt so etwas? Oder doch lieber einfach Teststäbchen?

Fragen über Fragen, sorry :oops:
 
Hallo.

Du hast bestens geeignetes mittelhartes Wasser mit vertretbarer KH für etliche Pflanzen. Richtig bepflanzt sind solche Becken mit das Leichteste, was es gibt, wenn man nicht den Fehler macht ihnen Düngekonzepte und Beleuchtung überzustülpen, die eher für anspruchsvollere Bepflanzungen im sauren und KH -freien bzw. armen Milieu ihre Richtigkeit haben.

Pflanzen für härteres Wasser ( und davon gehe ich jetzt einfach aus) vertragen ein weites Ca/Mg Verhältnis von 5/1 problemlos. Ergo mit Bittersalz das Mg hierauf anheben reicht aus.
Diese Pflanzen vertragen auch alkalische Werte , bis 7,5 PH nie ein Problem, etliche bis PH 8 auch noch machbar.
CO2 spielt hier keine größere Rolle, sie können alle biogen entkalken in der Not und brauchen insgesamt weniger wie die meisten Weichwssserpflanzen. CO2 hier nicht mehr wie 15 mg/l, mehr bringt gar nichts. Die Zugabe ist aber auch hier natürlich sinnvoll und verhindert die biogene Entkalkung.
Wie ist das Lichtangebot? Es braucht für nahezu alle diese Pflanzen für eher härteres Wasser keine stärkere Beleuchtung.
Den PH Wert würde ich ehrlich gesagt gar nicht großartig messen, wozu ? Du setzt auf mittelhartes Wasser mit entsprechender KH , der PH Wert ist natürlicherweise über 7. Der JBL Stäbchentest reicht fast schon aus, da kann man näherungsweise sehr viele Werte ordentlich ablesen. Zu Beginn NO3 und PO4 Tropfentests nicht verkehrt.

Die Kombi aus den NPK und GH boost N ist ideal.

Mikrodüngung und Wasseraufbereiter beißt sich. Wenn dann 2 Tage zeitversetzt.

Solltest Du starke Beleuchtung haben und über hohes CO2 ( PH runterdrücken soweit es geht) doch mehr ein Turbobecken anstreben, dann vergiss was ich geschrieben habe. Das geht natürlich auch.

Gruß Frank
 
Danke für die fixe Antwort!

Es freut mich sehr zu hören dass mein Wasser hier nicht so schlecht ist wie ich dachte!

Starke Beleuchtung habe ich nicht, es ist eine Chihiros A2. Ich habs mit der Photon App mal versuchsweise gemessen, voll aufgedreht wären es ca 85mmol PAR am Boden, ich plane aber erstmal auf 60% anzufangen, dann wären es etwa um die 50 am Boden (ohne Wasser). Pflanzen sind bis auf eine Ausnahme alle mit mittel bis wenig Lichtbedarf angegeben, und die Ausnahme möchte ich dicht unter der Wasseroberfläche einsetzen.

CO2 hatte ich eh geplant nicht am Anschlag zu fahren, 15mg/l klingt gut. Sprich ich würde mir dann so eine 20mg/l Lösung für den Dropchecker holen?

Den pH zu messen dachte ich würde Sinn machen um überhaupt ein Gefühl dafür zu bekommen wo der so in etwa ist dann, bei ca 23Grad plus CO2, wobei letzteres natürlich nur am Tag laufen soll. Ich denke ich nehm den Stäbchentest dann, und Nitrat testen ist eh geplant, gerade am Anfang (denn sie wissen nicht was sie tun...). PO4 Test ist jetzt auch auf der Liste.

Ein Turbobecken wird das eher nicht, ich glaube ganz so heftig muss mein Einstieg ins Aquascaping nicht sein :D Möchte nur nicht in Algen versinken.

Gruss, Beza
 
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