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Postby Alex.T. » 21 Dec 2017 19:30
Grüß Euch!

Ich habe 2 12 Liter Fensterbankaquarien mit Neocaridinas. Garnelen vermehren sich, Moos gedeiht und fast keine Algen. Standzeit ca. 15 und 11 Monate Heut hatte ich mal PO4 gemessen, - das erste Mal seit der Neueinrichtung, der Wert so hoch, daß es die Farbkarte von JBL nicht mehr anzeigt (> 1,6). Gegenprobe mit LW gemacht- keine Anzeige- also Test in Ordnung.

WW erfolgt 2x wöchentlich mit jeweils 50%.

Ich habe immer ein bisschen grün geerntetes und getrocknetes Walnußlaub sowie auch abgefallenes Herbstlaub vom selben Baum im Becken.

Rein aus Verdacht jeweils ein ca. 5x5cm großes Stück von den Blättern in der Hand zerrieben und in jeweils 1/4 Liter LW getan und 2 Stunden schwimmen lassen, dann PO4 gemessen mittels JBL Test:

Das grün geerntete Blatt ergab eine intensivst tiefblau gefärbte Lösung- kein Meßwert ablesbar- sowas gibt es auf der Farbkarte nicht

Das abgefallene Herbstlaub ergab einen PO4 Wert von 0,4.

Wird der Test durch irgend etwas irritiert (Huminsäuren z.B.) und zeigt komplett falsch an - auch in Hinblick, daß die AQ wunderbar laufen oder können die Werte stimmen-sodachte ich mir- aber- von JBL habe ich heute die AW bekommen, daß der Test dadurch nicht beeinflusst wird- Laub aber viel Phosphat enthalten kann (ist in Gartenteich Seiten immer ein Thema)

Den Test mal mit einem Dünger der Phosphat enthält gegenkontrolliert, der Test ist in Ordnung.

Heute einen Test mit einem Stück vom Seemandelbaumblatt gemacht- genau wie ober im Wasserglas: Ergebnis 0,8 mg PO4

Da alles läuft könnte es mir egal sein- aber es interessiert mich halt

Irgendwer eine Idee?

Nur zur Erinnerung: das LW ist Phosphatfrei!

lg
Alexander
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Postby uruguayensis » 21 Dec 2017 21:21
Hallo Alexander, für bestimmte Cryptocorynen verwendet man Buchenlaub zur Düngung, was Stück für Stück Nährstoffe abgibt in der emersen Kultur. Laub das grün geerntet wurde enthält mehr Nährstoffe als Herbstlaub, da die Bäume Ihre Nährstoffe aus den Blättern wieder zurückziehen und die Blätter abwerfen. Es ist aber erstaunlich was für Konzentrationen es erhalten kann bei geringen Wasservolumen. MfG Emrah
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Postby Erwin » 21 Dec 2017 21:56
Hallo Alexander,
Alex.T. wrote:Rein aus Verdacht jeweils ein ca. 5x5cm großes Stück von den Blättern in der Hand zerrieben und in jeweils 1/4 Liter LW getan und 2 Stunden schwimmen lassen, dann PO4 gemessen mittels JBL Test:

"in der Hand zerrieben" ist für einen anschließenden PO4 - Test eine ganz schlechte Vorgehensweise.
An der Hautoberfläche (Schweiß) ist oftmals so viel Phosphat, dass es zur Testverfälschung bereits ausreicht, nur das Testgefäß mit zugehaltenem Daumen zu schütteln. Die Handinnenflächen enthalten noch mehr davon.
Kannst es ja mal testen, indem du dein unbelastetes Wasser in die Hand nimmst und es danach überprüfst.

MfG
Erwin
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Postby Alex.T. » 22 Dec 2017 07:11
Gute Morgen!

Danke für die beiden Hinweise!

Das mit der Hand hab ich gerade überprüft und meine Hand in ein viertel LW "gewaschen"- PO4 ca. 1,5mg!

Da ich aber kaum mit den Händen ins Aquarium hineingreife müssen die Werte von woanders herkommen. hab darum noch ein Nußblatt mit der Pinzette ins Wasserglas getan und ein bisschen zerdröselt. Bin gespannt was dann rauskommt.

mfg
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Postby Wuestenrose » 22 Dec 2017 09:58
Morgen…

Ich hab mal irgendwo aufgelesen, daß unsere Phosphat-Tests falsch positiv auf phenolische Substanzen reagieren, wie es beispielsweise die Huminsäuren in vergilbten Blättern sind.

Könnte auch eine Erklärung für die hohen Phosphatwerte sein.


Grüße
Robert
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Postby Alex.T. » 22 Dec 2017 12:28
Hallo Robert,

den Verdacht hatte ich auch- JBL verneint das aber in Ihrer Antwort...Hmmmm

Ich habe ja den Wasserglastest wiederholt ohne das grüngetrocknete Blatt anzugreifen- ist ca. 4 Stunden geschwommen- ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte.....

mfg
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Postby uruguayensis » 22 Dec 2017 14:27
Hallo Alexander, Phosphat kommt in der Natur in Böden in Oxid Form vor. P2O5 ist die Form und vier mal so kräftig wie PO4. In Blumendüngern kommt auch die Phosphatform in Einsatz, nicht PO4 wie im Aquarium. Daher kann der PO4 Wert höher sein wegen dem P2O5 der auch Superphosphat oder Doppelsuperphosphat genannt wird. Sicherlich lagern die Pflanzen von Böden Nährstoffe in den Blättern ein und das könnte auch unterschiedlich sein, so wie auch Böden unterschiedliche Nährstoffkonzentrationen enthalten können. Man kann mit Pi mal Daumen Werten rechnen die im Laub enthalten sind. Grün geerntetes hat mehr und Herbstlaub weniger Nährstoffe. Landpflanzen brauchen um ein tausendfaches mehr Nährstoffe als die Aquarienpflanzen, die sie auch bekommen in der Natur, viel mehr durch Bakterien als Tierausscheidungen denke ich wie bei der Urea Düngung im Aquarium, mit ein paar Tropfen Vogelmist wird das doch nichts. Auch Zimmerpflanzen, wo die hohen Gehalte an Nährstoffen mit Blumendüngern geliefert werden brauchen ein hundertfaches mehr an Nährstoffen als im Aquarium. Blätter können eventuell auch andere Nährstoffe enthalten, vielleicht oder höchstwahrscheinlich das komplett Programm. Dazu dienen die auch in der Natur als Düngerlieferant auf Waldböden.
MfG Emrah
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Postby omega » 22 Dec 2017 15:17
Hallo Emrah,

uruguayensis wrote:Phosphat kommt in der Natur in Böden in Oxid Form vor. P2O5 ist die Form

nein, ganz bestimmt nicht. Schau auf Wikipedia, was Phosphorpentoxid genau ist.

und vier mal so kräftig wie PO4

Wieso Faktor 4? Ist doch nur 2x so viel P drin.

In Blumendüngern kommt auch die Phosphatform in Einsatz, nicht PO4 wie im Aquarium.

Doch, da ist auch PO4 drin, aber nicht rein in der Ionenform sondern gebunden als Salz mit z.B. Calcium.

Daher kann der PO4 Wert höher sein wegen dem P2O5 der auch Superphosphat oder Doppelsuperphosphat genannt wird.

Du hast von Chemie, Googlen und Wikipedia-Lesen nicht wirklich Ahnung.

Die Phosphorangabe bei Düngern erfolgt in P2O5-Äquivalent. Drin ist aber gar kein P2O5. Genausowenig, wie in Düngern K2O drin ist, auch wenn K2O drauf steht. Das ist eine Äquivalenzangabe.
Da kommt das her: https://www.gesetze-im-internet.de/d_mv_2012/__6.html

Grüße, Markus
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Postby Wuestenrose » 22 Dec 2017 15:20
Mahlzeit…

uruguayensis wrote:Hallo Alexander, Phosphat kommt in der Natur in Böden in Oxid Form vor. P2O5 ist die Form und vier mal so kräftig wie PO4.

Äh, nö :smile: . Phosphorpentoxid (P2O5) ist eine ätzende, stark wasseranziehende Substanz, die in Kontakt mit Wasser sofort in einer heftigen, stark wärmeentwickelnden Reaktion zu Phosphorsäure reagiert. Sie kommt in der Natur nicht vor.

In Blumendüngern kommt auch die Phosphatform in Einsatz, nicht PO4 wie im Aquarium.

In wässriger Lösung aus oben genanntem Grund nicht und trocken wegen der von der Substanz ausgehenden Gefahr auch nicht. In Blumendüngern sind üblicherweise die Kaliumsalze der Phosphorsäure die Phosphatlieferanten.

Daher kann der PO4 Wert höher sein wegen dem P2O5 der auch Superphosphat oder Doppelsuperphosphat genannt wird.

Nö. Super- oder Doppelsuperphosphat werden die Calciumsalze der Phosphorsäure genannt.

Der Phosphatanteil eines Düngers muß zwar gemäß DüMV als P2O5 deklariert werden, die Substanz kommt aber höchstens noch im Thomasphosphat bei Agrardüngern zum Einsatz.

Edit: Markus war schneller.

Grüße
Robert
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Postby uruguayensis » 22 Dec 2017 15:47
Hallo, aha ok dann ist ja alles in Ordnung mit dem Düngern Kaliumdihydrogenphosphate werden unter anderen auch verwendet, so steht es geschrieben bei Wikipedia:
Düngemittel enthalten Phosphate wie z. B. Kaliumdihydrogenphosphat KH2PO4 oder Diammoniumhydrogenphosphat (NH4)2HPO4, wobei der Gehalt an Phosphor oft auf Phosphorpentoxid (P2O5) umgerechnet angegeben wird.

Wegen dem Gesetzen müssen die also P205 angeben, den Wert findet man oft auch in Bodenanalysen.
Die machen sich und anderen auch das leben schwer. MfG Emrah
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Postby Alex.T. » 22 Dec 2017 15:52
Liebe Leute,

es freut mich, daß Ihr so bewandert seid :thumbs:

aber kann der Test so stimmen oder zeigt der nur irgendwas an unter diesen Voraussetzungen? Ein Test des AQ Wassers sieht nämlich nicht viel anders aus, trotz gestrigen 50%igen WW, ist aber natürlich noch genug verrottetes Blattwerk drinnen. Absaugen ist nicht, zu viele Pflanzen und Babys drinnen.

Grundsätzlich könnt es mir ja egal sein solange es so wunderbar läuft- aber wie das bei Garnelen so ist,- heut läuft es toll und morgen sind alle tot nur weil der PO4 Wert dann doch mal zu hoch war und der Test richtig angezeigt hat.

mfg
Alexander
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Postby uruguayensis » 22 Dec 2017 16:49
Hallo, wenn Du bedenken hast und auch Filter in den 12 l Aquarien hast, kannst Du den PO4 Wert mit einen von Dennerle entwickelten Phosphat entferner dauerhaft senken der auch für Garnelen Aquarien konzipiert ist : http://dennerle.com/de/produkte/nano-aquaristik/filterung/filter-medien/nano-algenstop . Futter sollte auch für Nano Aquarien geeignet sein, nicht für normale Aquarien da die den PO4 und den NO3 Wert schnell auf die höhe treiben können in kleinen Aquarien. Vor allen Futtertabletten. Ich glaube aber das Du das weist und deswegen den hohen Nährstoffeintrag auf die Blätter schreibst.

Wenn Du die Aquarien techniklos ohne Filter betreibst, dann hilft nur Wasserwechsel und Blätter vorher wässern am besten mit kochenden Wasser um es zu beschleunigen um damit den Nährstoffeintrag zu minimieren.


MfG Emrah
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Postby Plantamaniac » 22 Dec 2017 17:42
Ist ja genial. Leute werft die Phosphatdünger weg und sammelt Blätter :lol:
Damit könnt ihr einen Haufen Geld sparen.
Chiao Moni
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Postby uruguayensis » 22 Dec 2017 19:01
Ich habe mir auch schon Bioaquarianer mit Biodüngern vorgestellt :alien:
MfG Emrah
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Postby Plantamaniac » 22 Dec 2017 19:07
Ja, meine Aquarien bekommen nicht nur Herbstlaub, sondern auch Brennesselblätter.
Immer wenn das vorhergehende zerfallen ist, kommt das nächste rein.
Brennesseln sind für ihren Gehalt ja berühmt und ich denke die gleiche Menge Brennesseln in die gleiche Menge Wasser gäbe einen hervorragenden Biodünger mit Spurenelementen für Aquarien.
Wenn der Duft so einer Konzentration halt nicht wäre. Dann wäre das sicherlich ein probates Mittel.
So betreibe ich halt mit den Brennesselblättern sozusagen eine milde Tagesdüngung.
Würde ich sehr spannend finden wenn mal jemand so ein Gebräu, verdünnt auf 10 Liter durchtesten würde, was da in 14 Tagen freigesetzt wird. Ich vermute, das in etwa die gleiche Blattmasse aus den verdünnisierten Blättern entstehen könnte?
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