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Postby Hans Knut » 04 Apr 2011 12:16
Hallo an alle Aquarianer,

erstmal grosses Lob an euch Alle und dieses Forum. Es ist sehr interessant worüber hier so diskutiert wird und wie hilfsbereit Alle sind.

Vorab, ich bin blutiger Anfänger in Sachen Dünger und Chemie. Bitte etwas nachsicht mit mir haben :oops: .

Kurz meine Beckendaten mit dem Tröpfchen Test von Sera Test Box:

pH - 7,5
kH - 5°dH
gH - 7°dH
NO2 - 0,0mg/L
NO3 - 10mg/L
NH3 - 0,006mg/L
NH4 - 0,3mg/L
PO4 - 2,0mg/L
Fe - 0,1mg/L
Cu - 0,0mg/L


Leitungswasserwerte:

pH - 8.15
Ca - 33,0mg/L
Mg - 1,9mg/L
Fe - <0,01mg/L
gH - 5,5°dH
NO2 - <0,03mg/L
NO3 - <1mg/L


Jetzt habe ich hier häufig von dem Calcium, Magnesium Verhältnis von 3:1 gelesen. Scheinbar scheint das ja sehr relevant für die Pflanzen zu sein. Also hab ich mir mal gleich 1kg bei Tobi bestellt mit der entsprechenden Dosierpumpe vom 1ml. Destilliertes Wasser hab ich mir auch schon gekauft.

Gestern habe ich eine Magnesiumsulfatlösung (MgSO4x7H2O) angesetzten mit Hilfe des Nährstoffrechners.

Folgende Daten habe ich eingegeben und wurde mir berechnet:
- Volumen = 0.5L
- Dünger = MgSO4x7H2O
- Menge = 250g
- Ergebnis = 0,9861mg/L

Nun steht beim Nährstoffrechner noch: "Bei einer hieraus erstellten Düngerlösung werden pro 1ml auf 50l Aquarienwasser folgende Werte in mg/l hinzugefügt".

Das verstehe ich dann so, dass ich bei einem Pumpenhub von 1ml --> 4.4 Pumpenhübe brauche damit ich in einem 220L Becken den Magnesium Wert um 0,9861mg/L erhöhe?!

Bei einem Verhältnis von 3:1 bedeutet das ja:
[Ca 33,0mg/l] / 3 = 11mg/L Mg

[Mg 11mg/L] - [Mg 1,9mg/L (Leitungswasser) ] = [Mg 9,1mg/L]

das heißt, das ich dem Aquariumwasser 9,1mg/L Magnesium zuführen soll.

Da nun 4.4 Pumpenhübe ca. 1mg/L ergeben, bedeutet dies doch, das ich ca. 40 Pumpenhübe benötige damit ich den Mg-Wert auf 11mg/L erhöhe?

Ich hoffe ich habe das so alles Richtig verstanden und ihr könnt mir eine Bestätigung geben, dass ich das so machen darf.

Gestern habe ich schon 12 Pumpenhübe reingetan,also ca. um 3mg/L erhöht, aber das kam mir sehr viel vor und ich wollte mich lieber vorher nochmal ganz genau informieren.

Die nächste Frage wäre, ob ich den Mg-Wert sofort auf Stoß erhöhen soll oder eher Schrittweise?
Eigentlich ist das als Tagesdünger gedacht, weil die Pflanzen das ja angeblich so am besten vertragen. Ich muss jetzt doch nicht jeden Tag 40 Pumpenhübe da reinmischen oder? Ich denke mal das ich viel eher den Mg-Wert bei 11mg/L halten sollte, aber das Calcium wird doch auch verbraucht und somit müsste sich den Mg-Anteil eigentlich täglich neu bestimmen oder wie wird das genau gemacht? Oder ist es Sinnvoller einfach nach dem Wasserwechsel einmal auf Stoß Mg rein tun?

Als zusätzlicher Dünger wird die Tage noch eine Hirschhornsalzlösung angemischt, aber da werde ich dann noch die ein oder andere Frage dann stellen, wenn es soweit ist.

Fragen über Fragen, aber ich hoffe mir kann geholfen werden. Schonmal grosses Dankeschön im voraus.


mfG Hans Knut
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Postby Anika » 05 Apr 2011 19:11
Hallo Hans Knut,
ersteinmal ein herzliches Willkommen im Forum :blume:
Zu Deiner Frage:
Ich benutze selbst kein Bittersalz, aber so wie ich es sehe, hast Du es richtig berechnet.
Bittersalz könnte man allerdings auch direkt abwiegen und ins Becken geben, also ohne eine vorher eine Lösung zu erstellen.
Bei den 40ml die Du zugibst, würde ich es dann mit einem kleinem Meßbecher abmessen.
Und immer nur nach Wasserwechel aufdüngen und nicht täglich soviel. Soviel verbrauchen die Pflanzen davon auch nicht.

Es meldet sich aber hoffentlich dazu hier noch ein Experte zu Wort. Was Bittersalz angeht, kennt sich der Roger meiner Meinung nach gut aus.

Ich wünsche Dir viel Erfolg.
Gruß
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Postby Roger » 06 Apr 2011 11:44
Hallo Knut!

Was Bittersalz angeht, kennt sich der Roger meiner Meinung nach gut aus.

Danke für die Blumen Anika, aber im Moment habe ich leider sehr wenig Zeit für´s Forum. Hast das aber auch schon sehr gut gemacht. :top:

Knut, du hast alles richtig berechnet, aber Du solltest wirklich nur die Wechselwassermenge um den gewünschten Wert aufdüngen. Also konkret - bei z. B. 100 Liter Wechselwasser gibst Du 9,3 gr. Bittersalz oder etwa 20ml Deiner Lösung hinzu.

Eine Tagesdüngung mit Mg und Ca ist dann nicht notwendig, da die Verbräuche in aller Regel überaus gering sind und evtl. entstehende Defizite durch regelmäßigen Wasserwechsel locker ausgeglichen werden.

Übrigens finde ich es viel einfacher das Bittersalz trocken ins Becken zu geben. Es löst sich binnen Sekunden auf und die Zugabemengen sind einfacher zu berechnen. Zum genauen abwiegen gibt es für ab 10 Euro Feinwaagen die auf eine Stelle hinter dem Komma genau wiegen.
Gruß
Roger
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Postby ghostfish » 07 Apr 2011 19:57
Bittersalz ist eigentlich suboptimal wegen dem hohen Sulfatanteil. Eigentlich müsste ja Magnesiumcarbonat auch funktionieren (wasserlöslich max 600mg/L).
Gruß Thomas
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Postby Wuestenrose » 08 Apr 2011 09:59
Hallo,

was stört Dich am Sulfat?

Viele Grüße
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Postby nik » 08 Apr 2011 10:52
Hallo,

z.B. der Antagonismus zu Se, die Option auf H2S.

Praktisch wird das eine Rolle spielen, die sich im Bereich von sehr gering bis ungewiss bewegt. In der Literatur findet sich zum N:S Verhältnis. Sei's drum, Die Betrachtung von Sulfat halte ich für vernachlässigt.

Gruß, Nik
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Postby Wuestenrose » 08 Apr 2011 11:12
Hallo Nik,

es ist doch fast unnötig zu erwähnen, daß Sulfat ein natürlicher Bestandteil des Trinkwassers ist - und ein essentieller Pflanzennährstoff dazu. Die beispielsweise in meinem Leitungswasser enthaltene Menge entspricht der von 5,2 Gramm Bittersalz auf 100 Liter Wasser.

Ich halte deshalb den Einfluß des zusätzlich eingebrachten Sulfats für gänzlich vernachlässigbar. Mal schauen, was meine schlauen Bücher darüber schreiben, wenn ich mich wieder in deren Nähe befinde :wink:.

Viele Grüße
Robert
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Postby nik » 08 Apr 2011 12:03
Hallo Robert,

Wuestenrose wrote:es ist doch fast unnötig zu erwähnen, daß Sulfat ein natürlicher Bestandteil des Trinkwassers ist - und ein essentieller Pflanzennährstoff dazu. Die beispielsweise in meinem Leitungswasser enthaltene Menge entspricht der von 5,2 Gramm Bittersalz auf 100 Liter Wasser.

sicher, ich will auch kein Problem herbei reden, aber allgemein ist Sulfat aquaristisch völlig aus dem Fokus. Dein Beispiel mit den 5,2gr Bittersalz erhöht Mg auch nur um gute 5mg/l. Manchmal wird am Mg stärker korrigiert und das verändert den Sulfatspiegel doch mitunter um mehr als den Faktor 2. Das scheint in weiten Bereichen zu funktionieren, sodass ich im Regelfall Sulfat als unproblematisch betrachten muss.
Na ja, die Messbarkeit von K ergab auch eine differenziertere Betrachtung, aber solange brauchbare Sulfattests 140,-€ und mehr kosten, wird das eine theoretische Betrachtung bleiben.

Gruß, Nik
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Postby ghostfish » 08 Apr 2011 13:25
Ja ... Etwa nur 24g/mol von Bittersalz entfallen auf Magnesium und satte 96g/mol auf SO4, dass ist immerhin 4x mehr.

Sulfat würde ich bei Pflanzen zwar Chlorid vorziehen (da es auch verbraucht wird) aber ich habe gelesen das es Schwermetalle binden soll (aber was bedeutet das?) und da wäre eben noch H2S was daraus entstehen könnte und höchst giftig ist für Fische. Beim Menschen wirkt es als Abführmittel ab 200mg/l. Solche Mittel wie pH Minus lassen aber auch große Menge Sulfat entstehen.

Deswegen wärs interessant ob sich MgCO3 auch selbstständig im Wasser löst wenn die Wassermenge groß genug ist d.h. man müsste es schon direkt ins Aquarium geben.
Gruß Thomas
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Postby Wuestenrose » 08 Apr 2011 15:56
Hallo,

ghostfish wrote:Ja ... Etwa nur 24g/mol von Bittersalz entfallen auf Magnesium und satte 96g/mol auf SO4, dass ist immerhin 4x mehr.
Ja, und? Nochmal: Was genau stört Dich am Sulfat? Es doch sowieso in jedem Wasser (fast, außer in entmineralisiertem) enthalten? Das H2S-"Problem" sehe ich als herbeigeredet an, faktisch ist es keins.

Viele Grüße
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Postby SirB » 08 Apr 2011 16:14
Hallo,

@ghostfish
ghostfish wrote:Beim Menschen wirkt es als Abführmittel ab 200mg/l.


Meintest du Sulfat an sich oder Bittersalz?
Ich habe hier ein Mineralwasser mit einem Gesamtsulfatgehalt von 1463 mg/l und da steht nicht drauf das es ein Abführmittel ist ;).
Viele Grüße,
Benjamin
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Postby Diskusroller » 08 Apr 2011 16:52
Hi,

http://de.wikipedia.org/wiki/Magnesiumsulfat

Dort findet man, daß Bittersalz auch in der Medizin als Abführmittel verwendet wird.

Gruß, Peter
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Postby Wuestenrose » 08 Apr 2011 17:03
Hallo,

ja, und steht auch dabei, mit welcher Konzentration?

Viele Grüße
Robert
PS. Auch Kochsalzlösung wirkt brechreizauslösend.
PPS. Schon Paracelsus wusste: Allein die Dosis macht das Gift.
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Postby Diskusroller » 08 Apr 2011 17:52
High,

keine Ahnung, ob da die Dosierung steht, aber das könnte man ja nachlesen, ob die da steht. Ich nehme es ( natürlich aus dem Hause Aquasabi ) seit heute fürs Becken zum Einstellen des Ca:Mg-Verhältnisses und bis jetzt haben meine Diskus nach 15 g auf 350 l keinen Durchfall. :mrgreen:

Gruß, Peter
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Postby Diskusroller » 08 Apr 2011 18:47
@ghostfish:

Was würdeste denn von Magnesiumcitrat halten ?

Gruß, Peter
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