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Postby Aquamarine » 04 Jan 2013 01:00
Hallo,

ich habe ein 240L Becken und bin nun dabei mit Wassertests und Dünger zu Experimentieren. Bevor ich etwas falsch mache und es den Fischen nicht so gut bekommt, will ich mich vorsichtishalber absichern.



1) Astra - Flüssigdünger mit Eisen-Komplex (soll als Eisendünger dienen)

Dosierempfehlung: 10ml auf 40L
d.h. bei 240L muss ich 60ml reintun. Das habe ich auch als Stossdüngung gemacht und am nächsten Tag mit Sera-Tröpfchentest (Eisen) gemessen. Das Ergebnis waren 0,0 mg/L. Also habe ich nochmal 60ml reingetan und wieder am nächsten Tag gemessen. Ergebnis waren wieder 0,0 mg/L.
Kann das angehen, dass ich da soviel Eisendünger reinmachen muss? Soll ich noch mehr reintun?
Oder ist der Tröpfchentest nicht mehr OK? Ich habe einen ganzen Testkoffer von Sera und alle anderen Tests liefern mir schlüssige Ergebnisse bis auf den Eisen-Test.



2) Messskala der Tröpfchentests verändern

z.B. NO3: Laut Sera Gebrauchsanweisung muss ich 10ml Aquariumwasser und 6 Tropfen Reagenz umrühren und kann dann Anhand der Farbe folgende Werte ablesen:
0 mg/L ; 10 mg/L ; 25 mg/L ; 50 mg/L ; 100 mg/L

Mir ist bekannt, dass ich bei 5ml Aquariumwasser + 5ml dest. Wasser folgende Werte ablesen kann:
0 mg/L ; 20 mg/L ; 50 mg/L ; 100 mg/L ; 200 mg/L

Wie kann ich folgende Werte verdünnen/erreichen :? :
z.B. 0 mg/L ; 5 mg/L ; 12,5 mg/L ; 25 mg/L ; 50 mg/L
z.B. 0 mg/L ; 3 mg/L ; 7,5 mg/L ; 15 mg/L ; 30 mg/L



3) KNO3 - Kaliumnitrat (23% Wasserlösung auf 1L)

Ich habe mir aus dem Internet 1L KNO3 bestellet, welches zu 23% verdünnt ist. Nun wollte ich die genau Menge an Kalium und Nitrat bestimmen, weil die Lösung zu 23% verdünnt ist. Mit dem Nährstoffrechner habe etwas rum experimentiert und folgende Ergebnisse bekommen für eine 23% Salpeter-Lösung auf 1L dest. Wasser:

1ml auf 50L Wasser ergibt NO3 = 2,28 mg/L und K=1,78 mg/L
1ml auf 220L Wasser (Nettovolumen) ergibt NO3 = 0,64 mg/L und K=0,40 mg/L
Um den Nitratwert bei 220L um 5 mg/L zu erhöhen, muss ich 7,8ml von der 23% KNO3-Lösung reintun :? ?
Sind diese Rechnungen richtig oder habe ich doch was Falsch gemacht?



Ich würde mich sehr freuen, wenn sich jemand Zeit nimmt und die eine oder andere Frage beantwortet.
Mit besten Absichten sage ich schonmal :tnx: .


Gruß
Alex
Aquamarine
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Postby nik » 04 Jan 2013 09:45
Hallo Alex,

Aquamarine wrote:1) Astra - Flüssigdünger mit Eisen-Komplex (soll als Eisendünger dienen)

Dosierempfehlung: 10ml auf 40L
d.h. bei 240L muss ich 60ml reintun. Das habe ich auch als Stossdüngung gemacht und am nächsten Tag mit Sera-Tröpfchentest (Eisen) gemessen. Das Ergebnis waren 0,0 mg/L. Also habe ich nochmal 60ml reingetan und wieder am nächsten Tag gemessen. Ergebnis waren wieder 0,0 mg/L.
Kann das angehen, dass ich da soviel Eisendünger reinmachen muss? Soll ich noch mehr reintun?
Oder ist der Tröpfchentest nicht mehr OK? Ich habe einen ganzen Testkoffer von Sera und alle anderen Tests liefern mir schlüssige Ergebnisse bis auf den Eisen-Test.

Das hängt davon ab wie schnell die Chelatoren zerfallen und das Fe Bindungen eingeht, d.h. mehr oder weniger für Pflanzen unverfügbar ausfällt.

Das muss nicht zwingend ein Problem sein. Darüber musst du dir erst den Kopf zerbrechen, wenn du Probleme im Becken hast.

2) Messskala der Tröpfchentests verändern

z.B. NO3: Laut Sera Gebrauchsanweisung muss ich 10ml Aquariumwasser und 6 Tropfen Reagenz umrühren und kann dann Anhand der Farbe folgende Werte ablesen:
0 mg/L ; 10 mg/L ; 25 mg/L ; 50 mg/L ; 100 mg/L

Mir ist bekannt, dass ich bei 5ml Aquariumwasser + 5ml dest. Wasser folgende Werte ablesen kann:
0 mg/L ; 20 mg/L ; 50 mg/L ; 100 mg/L ; 200 mg/L

Wie kann ich folgende Werte verdünnen/erreichen :? :
z.B. 0 mg/L ; 5 mg/L ; 12,5 mg/L ; 25 mg/L ; 50 mg/L
z.B. 0 mg/L ; 3 mg/L ; 7,5 mg/L ; 15 mg/L ; 30 mg/L

Das ist nicht praktikabel, denn du müsstest die Probe eindampfen, d.h. z.B. 20ml Probe auf 10ml einkochen.

3) KNO3 - Kaliumnitrat (23% Wasserlösung auf 1L)

Ich habe mir aus dem Internet 1L KNO3 bestellet, welches zu 23% verdünnt ist. Nun wollte ich die genau Menge an Kalium und Nitrat bestimmen, weil die Lösung zu 23% verdünnt ist. Mit dem Nährstoffrechner habe etwas rum experimentiert und folgende Ergebnisse bekommen für eine 23% Salpeter-Lösung auf 1L dest. Wasser:

1ml auf 50L Wasser ergibt NO3 = 2,28 mg/L und K=1,78 mg/L
1ml auf 220L Wasser (Nettovolumen) ergibt NO3 = 0,64 mg/L und K=0,40 mg/L
Um den Nitratwert bei 220L um 5 mg/L zu erhöhen, muss ich 7,8ml von der 23% KNO3-Lösung reintun :? ?
Sind diese Rechnungen richtig oder habe ich doch was Falsch gemacht?

Passt schon. Wichtig ist ein einfacher Ansatz.

1l deiner KNO3-Lösung enthält 230g KNO3.
1ml enthält 230mg KNO3
1ml enthält ~140mg NO3
1ml enthält ~32,5mg N
1ml enthält ~90mg K

Du willst (220l x 5mg NO3) 1100mg NO3 zugeben
1100:140= ~7,8ml deiner Lösung (7,857).

Das geht natürlich genauso mit K

Interessant ist der Stickstoffgehalt N, den ich kursiv geschrieben habe. Üblicherweise wird aquaristisch mit NO3 gerechnet, interessanter ist aber die direkte N-Betrachtung. Schaut man sich die Gewichtsprozente für N und K in der Pflanzentrockenmasse an, d.h. ~1,5% N und ~1% K, dann wird deutlich das KNO3 ein Kaliumdünger (mit Stickstoffanteil) ist.
Da die Nährstoffe im Wasser in unterschiedlichem Umfang Fällungsreaktionen unterliegen, lässt sich von einem pflanzeninneren Nährstoffverhältnis nicht direkt auf ein äußeres schließen - wie es z.B. jene tun, die sich auf die Redfield Ratio beziehen.

Die Stickstoffversorgung kann auch über eine reine KNO3-Düngung funktionieren, man sollte aber ein mögliches N-Defizit im Hinterkopf behalten. Das lässt sich im Fall der Fälle, d.h. sichtbaren Pflanzendefiziten, mit Magnesiumnitrat, Urea oder Ammoniumcarbonat, also einer K-freien Stickstoffdüngung elegant gerade ziehen. Wichtiger ist immer die Praxis, denn funktioniert es nur mit KNO3, dann gibt es nichts zu tun!

Gruß, Nik
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Postby Aquamarine » 04 Jan 2013 12:32
Hallo Nik,
echt super das du dir die Zeit dafür genommen hast meine Fragen zu beantworten.

nik wrote:Das hängt davon ab wie schnell die Chelatoren zerfallen und das Fe Bindungen eingeht, d.h. mehr oder weniger für Pflanzen unverfügbar ausfällt.

Das muss nicht zwingend ein Problem sein. Darüber musst du dir erst den Kopf zerbrechen, wenn du Probleme im Becken hast.

Eigentlich wollte ich mit der Eisendüngung Problemen vorbeugen :lol:.
Macht es mehr Sinn eine tägliche Eisendüngung zu machen? Der Gedanke ist, das bei einer Stossdüngung das Fe im Überfluss vorhanden ist und gar nicht komplett von den Pflanzen aufgenommen wird.
Noch eine etwas doofe Frage: "Kann Fe-Dünger als sichtbares Material in Form von roten kleinen Kugeln/Körnern/Kristallen ausfallen? :irre: "


nik wrote:Das ist nicht praktikabel, denn du müsstest die Probe eindampfen, d.h. z.B. 20ml Probe auf 10ml einkochen.

Das ist ja schade. Leider ist das etwas Zeitaufwändig, aber trotzdem gut zu wissen.





nik wrote:Passt schon. Wichtig ist ein einfacher Ansatz.

1l deiner KNO3-Lösung enthält 230g KNO3.
1ml enthält 230mg KNO3
1ml enthält ~140mg NO3
1ml enthält ~32,5mg N
1ml enthält ~90mg K

Du willst (220l x 5mg NO3) 1100mg NO3 zugeben
1100:140= ~7,8ml deiner Lösung (7,857).

Das geht natürlich genauso mit K

Hey super, deine Rechnung ist viel einfacher :D. Die merk ich mir.


nik wrote:Interessant ist der Stickstoffgehalt N, den ich kursiv geschrieben habe. Üblicherweise wird aquaristisch mit NO3 gerechnet, interessanter ist aber die direkte N-Betrachtung. Schaut man sich die Gewichtsprozente für N und K in der Pflanzentrockenmasse an, d.h. ~1,5% N und ~1% K, dann wird deutlich das KNO3 ein Kaliumdünger (mit Stickstoffanteil) ist.
Da die Nährstoffe im Wasser in unterschiedlichem Umfang Fällungsreaktionen unterliegen, lässt sich von einem pflanzeninneren Nährstoffverhältnis nicht direkt auf ein äußeres schließen - wie es z.B. jene tun, die sich auf die Redfield Ratio beziehen.

Die Stickstoffversorgung kann auch über eine reine KNO3-Düngung funktionieren, man sollte aber ein mögliches N-Defizit im Hinterkopf behalten. Das lässt sich im Fall der Fälle, d.h. sichtbaren Pflanzendefiziten, mit Magnesiumnitrat, Urea oder Ammoniumcarbonat, also einer K-freien Stickstoffdüngung elegant gerade ziehen. Wichtiger ist immer die Praxis, denn funktioniert es nur mit KNO3, dann gibt es nichts zu tun!

Gruß, Nik

Sehr Interessant!!! Das war mir keinesfalls bewusst, dass es ein Kaliumdünger (in erster Linie) ist. D.h. letzenendes das 66% Kalium und nur 33% Stickstoff dem Aquarium zugefügt werden :-/. Macht aber auch Sinn da ja noch O3 im Nitrat als Verbindung vorhanden ist.

Momentan habe ich es mit Hirschhornsalz ausprobiert. Das hebt den Nitratwert auch an, aber der Ammoniumanteil mit dem verbundenen Ammoniak steigt leider auch an, auch wenn es nur geringfügig ist. Daher wollte ich einen ungefährlicheren Stickstoffdünger besorgen und dachte an KNO3 mit dem Hintergedanken, das auch noch etwas Kalium begefügt wird. Nun weiss ich es aber besser.

Ich werde es trotzdem erstmal ausprobieren und schauen wie bzw. ob es hilft. Welchen Stickstoffdünger kannst du ansonsten eventuell empfehlen?
Ich habe schon lange Blaualgen und bekomme sie einfach nicht weg. Hatte vor einiger Zeit von der von dir bereits erwähnten Redfield-Ratio gelesen und probiere nun seit 1 Woche das 16:1 Verhältnis zu erreichen und zu halten.


Gruß
Alex

EDIT: Ich habe hier noch KH2PO4 liegen. Kennst du oder jemand anders die Phosphor- und Kalium-Anteile? Kann ich das eventuell irgendwo selbst nachlesen?
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Postby nik » 04 Jan 2013 14:47
Hallo Alex,

Aquamarine wrote:Eigentlich wollte ich mit der Eisendüngung Problemen vorbeugen.

Dann reicht die anzupassende Standarddosis Volldünger. Anpassen meint, Rücksicht auf Pflanzenmenge und Lichtdauer/-intensität zu nehmen.

Tagesdüngung macht in jedem Fall Sinn, denn Pflanzen können Fe nicht auf Vorrat speichern.

Noch eine etwas doofe Frage: "Kann Fe-Dünger als sichtbares Material in Form von roten kleinen Kugeln/Körnern/Kristallen ausfallen?"

Wenn das so bei dir ist, dann sage ich mal ja. ;) Da kann ich nur über Gründe spekulieren, wenn er nicht Jahre überaltert ist, dann ist das vernachlässigbar.

Momentan habe ich es mit Hirschhornsalz ausprobiert.
...
Ich werde es trotzdem erstmal ausprobieren und schauen wie bzw. ob es hilft. Welchen Stickstoffdünger kannst du ansonsten eventuell empfehlen?

Hirschhornsalz geht, das ist auch K-frei. Sonst gehen die bereits erwähnten Salze, Magnesiumnitrat, Urea, Ammoniumcarbonat. Wenn du mit Salzen anfängst, empfiehlt sich eine Feinwaage für kleines Geld z.B. aus der Bucht.
Wichtig ist nur auf den pH zu achten. Beim Wasserwechsel steigt der, aber diese Salze sind allesamt nur im Zuge einer Tagesdüngung - nicht am Tage des Wasserwechsels - sinnvoll.

Ich habe schon lange Blaualgen und bekomme sie einfach nicht weg. Hatte vor einiger Zeit von der von dir bereits erwähnten Redfield-Ratio [RR] gelesen und probiere nun seit 1 Woche das 16:1 Verhältnis zu erreichen und zu halten.

Ich halte die RR im Wasser für ans esoterische grenzenden Unfug. Ich beachte das überhaupt nicht und meine Praxis weicht auch deutlich davon ab. Wichtig ist, dass Pflanzen notwendige Nährstoffe erhalten! Dann ist das bei weitem nicht so ein enger Wertekorridor, wie es die RR scheinen macht. Die Verhältnisse in der pflanzlichen Trockenmasse sind ein Hinweis, aber wie das geschieht und wie das im Wasser aussieht, ist eine andere Sache. Das wird in seiner möglichen Wirkungserwartung deutlich überfrachtet.

Ich will jetzt nicht zur Filterung schreiben, findest du in der Suche mit "Geringfilterung", "Mikroflora", "Biofilm".
Drücke mal dein Filtersubstrat ohne Strömung bei den Blaualgennestern aus.

Dann gibt es noch einen Thread zur "Pflege der Mikroflora oder..." den ich immer finde mit "Kiste zum fliegen". ;)
Das erklärt auch, warum ich die Anwendung von Wasserstoffperoxid für eine geeignete Maßnahme halte. Olaf-Peter (Kiko) hat zur Anwendung ausführlich geschrieben.

Ich habe hier noch KH2PO4 liegen. Kennst du oder jemand anders die Phosphor- und Kalium-Anteile? Kann ich das eventuell irgendwo selbst nachlesen?

Der K-Anteil ist vernachlässigbar gering.
Du musst dir das Molgewicht von KH2PO4 besorgen. Das sind die addierten Atommassen der Elemente. Die brauchst du auch und dann rechnest du nur die anteiligen Gewichtsprozente deines gesuchten Elementes(K) oder deiner gesuchten Verbindung(PO4) zum Molgewicht von KH2PO4 aus. Das kannst du z.B. an meiner KNO3-Rechnung ausprobieren.

K = 39.0980 g/mol;
N = 14.0067 g/mol;
O = 15,9994 g/mol
KNO3 = 101,11 g/mol

Hier ist es offensichtlich wegen der 101,11 g/mol vom KNO3, K hat 39% Anteil und NO3 61%.

Gruß, Nik
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Postby Aquamarine » 04 Jan 2013 17:17
Moin nik,

nik wrote:Dann reicht die anzupassende Standarddosis Volldünger. Anpassen meint, Rücksicht auf Pflanzenmenge und Lichtdauer/-intensität zu nehmen.

Tagesdüngung macht in jedem Fall Sinn, denn Pflanzen können Fe nicht auf Vorrat speichern.

Dann belasse ich das bei der empfohlenen Düngung bevor noch mehr rote Kristalle ausfallen :lol:. Aber nun auf Tagesdüngung reduzieren.

nik wrote:Hirschhornsalz geht, das ist auch K-frei. Sonst gehen die bereits erwähnten Salze, Magnesiumnitrat, Urea, Ammoniumcarbonat.

MgNO3 würde mich sehr interessieren. Dadurch könnte ich meinen MgSO4x7H2O ersetzen und gleichzeitig mit dem Nitrat Dünger verbinden. Aber nach einem kurzen Blick in den einschlägigen Shops sehe ich, dass es als Privatperson sehr schwer zu bekommen ist, so wie das KNO3 als Pulverform. Oder täusche ich mich?

PS: Bin schon glücklicher Besitzer einer Feinwaage.

nik wrote:Ich halte die RR im Wasser für ans esoterische grenzenden Unfug. Ich beachte das überhaupt nicht und meine Praxis weicht auch deutlich davon ab. Wichtig ist, dass Pflanzen notwendige Nährstoffe erhalten! Dann ist das bei weitem nicht so ein enger Wertekorridor, wie es die RR scheinen macht. Die Verhältnisse in der pflanzlichen Trockenmasse sind ein Hinweis, aber wie das geschieht und wie das im Wasser aussieht, ist eine andere Sache. Das wird in seiner möglichen Wirkungserwartung deutlich überfrachtet.

Nun mach meine Hoffnung nicht kaputt :(...........aber Recht hast du schon irgendwo. Ich habe mich auch schon gefragt wie ich das schaffen soll die Werte in einem so engen Rahmen zu halten ohne sündhaftteure elektronische Messgeräte zu kaufen.
Ich denke auch, das wenn die Nährstoffe stimmen, die Blaualge auch weggehn wird.


nik wrote:Ich will jetzt nicht zur Filterung schreiben, findest du in der Suche mit "Geringfilterung", "Mikroflora", "Biofilm".
Drücke mal dein Filtersubstrat ohne Strömung bei den Blaualgennestern aus......... "Pflege der Mikroflora oder..." den ich immer finde mit "Kiste zum fliegen". ;)

Da lese ich mich nachher mal durch. Danke für die Tipps.


nik wrote:Der K-Anteil ist vernachlässigbar gering.
Du musst dir das Molgewicht von KH2PO4 besorgen. Das sind die addierten Atommassen der Elemente. Die brauchst du auch und dann rechnest du nur die anteiligen Gewichtsprozente deines gesuchten Elementes(K) oder deiner gesuchten Verbindung(PO4) zum Molgewicht von KH2PO4 aus. Das kannst du z.B. an meiner KNO3-Rechnung ausprobieren.

K = 39.0980 g/mol;
N = 14.0067 g/mol;
O = 15,9994 g/mol
KNO3 = 101,11 g/mol

Hier ist es offensichtlich wegen der 101,11 g/mol vom KNO3, K hat 39% Anteil und NO3 61%.

Erinnert mich wieder an den Chemieunterricht.......da war doch mal was :smile:.

Habs mal nachgerechnet:

K = 39,098 g/mol
H = 1,007 g/mol
P = 30,973 g/mol
O = 15,999 g/mol
KH2PO4 = 136,081g/mol

K = 28,7%
H = 1,5%
P = 22,8%
O = 47%
PO4 = 70%

Wenn ich mir K und P alleine anschaue, dann stelle ich fest, das der K-Anteil wieder überwiegt und es somit eigentlich ein K-Künger ist mit grossem P-Anteil.

Vielleicht denke ich mir das gerade Falsch, aber wenn ich den NO3 (61%) bzw. PO4 (70%) Gehalt anheben will, dann sind das doch wiederrum "vernünftige" Werte :sceptic: :??


Gruß
Alex
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Postby nik » 04 Jan 2013 22:05
Hallo Alex,

Aquamarine wrote:MgNO3 würde mich sehr interessieren. Dadurch könnte ich meinen MgSO4x7H2O ersetzen und gleichzeitig mit dem Nitrat Dünger verbinden. Aber nach einem kurzen Blick in den einschlägigen Shops sehe ich, dass es als Privatperson sehr schwer zu bekommen ist, so wie das KNO3 als Pulverform. Oder täusche ich mich?

Du weißt ja nun wie das gerechnet wird, der Nährstoffrechner reicht da schon.
Ich habe meins von Labchem.de. Ist allerdings schon 'ne Weile her.

Ich denke auch, das wenn die Nährstoffe stimmen, die Blaualge auch weggehn wird.

Das denke ich eher nicht. Cyanobakterien verhalten sich in der Tendenz wie Bakterien. Ich bin denen über Nährstoffe nie bei gekommen. Du kannst aber mal nach "Kaliummethode" suchen.
Wasserstoffperoxid wäre trotzdem meine Wahl.

KH2PO4 = 136,081g/mol

K = 28,7%
H = 1,5%
P = 22,8%
O = 47%
PO4 = 70%

Wenn ich mir K und P alleine anschaue, dann stelle ich fest, das der K-Anteil wieder überwiegt und es somit eigentlich ein K-Künger ist mit grossem P-Anteil.

Na ja, es hat in der Pflanzentrockenmasse ~1% K und ~0,2% P. Ich wüsste keinen geeigneteren P-Dünger.

in diesem PDF findest du eine Liste mit den prozentualen Anteilen der Nährstoffe. Aber - wie schon geschrieben - es ist ein Irrtum von einem pflanzeninneren Nährstoffverhältnis auf ein gleiches äußeres schließen zu wollen.

Gruß, Nik
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Postby Aquamarine » 05 Jan 2013 01:56
Hoi nik,
nik wrote:Ich habe meins von Labchem.de. Ist allerdings schon 'ne Weile her.

Dank dir. Werde es dort bei Gelegenheit ausprobieren.


nik wrote:Das denke ich eher nicht............. Du kannst aber mal nach "Kaliummethode" suchen.
Wasserstoffperoxid wäre trotzdem meine Wahl.

Da hast du mir aber viel, viel neuen Lesestoff gegeben. Ich habe noch lange nicht alles gelesen, aber ich kann schonmal sagen, dass ich definitiv das AQ mit Mulm aus anderen AQ Impfen werden. Des Weiteren werde ich die Kaliummethode ausprobieren, da Sie mir schonender vorkommt als die Wasserstoffperoxidmethode. Und wenn das nicht hilft, kann ich immernoch die Wasserstoffperoxidmethode ausprobieren.
Riesen gosses Dankeschön für die neuen Ansätze zur Blaualgenbekämpfung. Flowgrow und seiner User sind einfach nur Profis. Jetzt muss ich mir die nächsten Tage viel Zeit nehmen zum Lesen.


nik wrote:Na ja, es hat in der Pflanzentrockenmasse ~1% K und ~0,2% P. Ich wüsste keinen geeigneteren P-Dünger.

in diesem PDF findest du eine Liste mit den prozentualen Anteilen der Nährstoffe. Aber - wie schon geschrieben - es ist ein Irrtum von einem pflanzeninneren Nährstoffverhältnis auf ein gleiches äußeres schließen zu wollen.

Ob du eventuell ein paar Stichwörter oder Link für mich hast, wo ich mehr über Pflanzentrockenmassen bzw. innere und äußere Nährstoffverhältnisse nachlesen kann?

Nochmals ein ganz grosses Lob an dich für deine Zeit und Mühe mir meine Fragen zu beantworten :tnx:.


Gruß
Alex
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Postby Wuestenrose » 04 Jan 2015 20:58
'N Abend...

nik wrote:Passt schon. Wichtig ist ein einfacher Ansatz.

1l deiner KNO3-Lösung enthält 230g KNO3.

Halt, langsam, nicht so schnell. Wenn derjenige, der die Lösung angesetzt hat, chemisch korrekt gearbeitet hat, dann enthält 1 Kilogramm der Lösung 230 Gramm KNO3. Prozentangaben von Lösungen sind in der Chemie immer Massen-%.

Grüße
Robert
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Postby Wuestenrose » 04 Jan 2015 21:08
'N Abend...

@Aquamarine
Aquamarine wrote:EDIT: Ich habe hier noch KH2PO4 liegen. Kennst du oder jemand anders die Phosphor- und Kalium-Anteile? Kann ich das eventuell irgendwo selbst nachlesen?

Kaliumdihydrogenphosphat besteht zu 69,8 % aus Phosphat und 28,7 % aus Kalium - die fehlenden 1,5 % stecken im Dihydrogen. Kriegst Du auch über den Nährstoffrechner des Forums raus.

@nik
nik wrote:diesem PDF

HTTP 404: Nicht gefunden.

Edit: Ups... Der Thread ist ja schon zwei Jahre alt. Ich habe geantwortet, weil er mir unter "Ähnliche Themen" angezeigt wurde und ich nicht auf die Jahreszahl geachtet habe.

Grüße
Robert
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