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Postby MarkusBu » 01 Jun 2019 19:11
Moin,
ich habe heute mal Wasser aus einem Altwasser Aquarium in die Finger bekommen und bin vom Glauben abgefallen :shock:

Die meisten Werte stammen von Teststreifen, weil mit Tropftests noch weniger erreichbar wäre

Nitrat: außerhalb jeder Skala
PO4: außerhalb jeder Skala
Kalium: über 15mg/l
GH: Betonwasser
KH: nicht vorhanden
pH: echt sauer. Keine Ahnung, was mir der Tropftest da sagen will, Streifentest hab ich nur ab 6,4

Hier mal ein Foto von dem Teststreifen



Er wundert sich, warum die Pflanzen nicht wachsen und ich muss mich nicht wundern, dass meine Guppys bei ihm eingehen :shock:

Ich glaube nicht, dass solche Werte selbst für ein Altwasser Aquarium normal sind.

Das muss ich erstmal verdauen
MarkusBu
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Postby MarkusBu » 01 Jun 2019 20:56
Nabend,
ich habe mir den Luxus gegönnt und habe destilliertes Wasser besorgt. Damit habe ich den NO3 Test und den PO4 Test wiederholt. Ich habe 1ml Aquarienwasser und 9ml Destilliertes Wasser gemischt.

Das schockierende Ergebnis: PO4 ist immer noch nicht messbar, NO3 kommt auf 25mg/l. Wenn ich mich nicht irre also 250mg/l.

Aber er hat keine Probleme mit Algen. Ich habe nur die Befürchtung, dass er Probleme bekommen könnte, wenn er jetzt anfängt und was ändert.

Den Fischen scheint es nichts auszumachen (außer den Guppys), aber mit Pflanzen sieht es mau aus.

Gruß
Markus
MarkusBu
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Postby Wolke » 03 Jun 2019 15:14
Hallo Markus,

Das Leid kenne ich doch... Ein befreundeter Aquarianer hält Crystal Red Garnelen in solchem Wasser (bis auf die GH, die irgendwo bei 6-7 liegt). WW macht er, wenn er mal zufällig dran denkt, also 1-2x im Jahr, wenns hoch kommt. Vermutlich sind dort die Werte im ähnlich extremen Bereich.
Ich vermute, dass es diese astronomischen Werte sind, die mir zum Verhängnis wurden, als ich Garnelen von ihm übernommen habe. In meinem Wasser sind sie nach und nach eingegangen. Obwohl wir beide dasselbe Leitungswasser nutzen. Bei ihm vermehren sie sich wie die Irren, und bei mir.... Meine einzige Erklärung war, dass sich seine CR über Generationen hinweg an diese Werte gewöhnt und angepasst haben, und nun mein Wasser "zu sauber" war. Ähnliche Erfahrungen haben auch schon andere gemacht, die Tiere von ihm bekamen...

Mich würde ja mal ein Foto des Beckens interessieren, aus dem du gemessen hast.
Viele Grüße,
Biene
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Postby unbekannt1984 » 03 Jun 2019 17:49
Hallo zusammen,

Wolke wrote:WW macht er, wenn er mal zufällig dran denkt, also 1-2x im Jahr, wenns hoch kommt. Vermutlich sind dort die Werte im ähnlich extremen Bereich.

wieso müssen es extreme Wasserwerte sein?

Kennt Ihr Opas Aquarium (Kurt)? Mit vollentsalztem Wasser betrieben, muss Kurt regelmäßig Calcium, Magnesium und KH einstellen (und er hat ein gefühltes Jahrzehnt keinen Wasserwechsel gemacht).
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

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Postby MarkusBu » 03 Jun 2019 18:51
Nabend,
Ich nehme an, dass das Aquarium mit wenig oder keinen Pflanzen angelaufen ist. Oder es könnten sich wegen dem unzureichenden Licht nie wirklich Pflanzen etablieren.

Jetzt sind die Werte halt wie sie sind und die meisten Pflanzen gehen über kurz oder lang ein. Die Leitfähigkeit liegt im übrigen bei über 1300 Mikrosiemens.

Ich hab keine Ahnung, ob selbst regelmäßige Wasserwechsel kurzfristig was bringen oder ob sich da zB das Phospat permanent wieder rücklösen würde. Außerdem weiß ich nicht ob die Fische einen großen Wasserwechsel heil überstehen. Der würde sämtliche Werte schlagartig auf den Kopf stellen.

Ich hab ihm gesagt, er soll jetzt häufiger kleinere Wasserwechsel machen und sich mehr Licht besorgen. Hab ihm die kleinen selbstklebenden Led Module von Weller LED empfohlen. Gibt sicher besseres, aber besser als nix und einfach zu verarbeiten. Und dann halt Mal schauen, ob man da nicht doch ein paar Pflanzen zum wachsen bekommt.

Gruß
Markus
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Postby Wolke » 03 Jun 2019 19:43
unbekannt1984 wrote:
Wolke wrote:WW macht er, wenn er mal zufällig dran denkt, also 1-2x im Jahr, wenns hoch kommt. Vermutlich sind dort die Werte im ähnlich extremen Bereich.

wieso müssen es extreme Wasserwerte sein?


So jedenfalls sagte einst ein Teststreifen, den wir mal spaßenshalber ins Wasser gehalten haben. Wir brauchten die Wartezeit gar nicht abwarten, die Farben schlugen sofort ans andere Skalenende um, ähnlich wie in dem Bild, das im EP gezeigt wurde.
Viele Grüße,
Biene
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Postby unbekannt1984 » 03 Jun 2019 20:19
Hallo Biene,

Wolke wrote:
unbekannt1984 wrote:wieso müssen es extreme Wasserwerte sein?


So jedenfalls sagte einst ein Teststreifen, den wir mal spaßenshalber ins Wasser gehalten haben. Wir brauchten die Wartezeit gar nicht abwarten, die Farben schlugen sofort ans andere Skalenende um, ähnlich wie in dem Bild, das im EP gezeigt wurde.

ok, aber Altwasser bedeutet nicht zwingend GH bei etwa 20° dH - das beweist Kurts Aquarium.

Hallo Markus,

hast du noch etwas von deinem Hornkraut? Sofern das in dem Aquarium überlebt, könnte es die GH evtl. senken, KH müsste man ggf. über Soda oder andere Mittel etwas erhöhen, aber ansonsten sollte man dadurch wieder einigermaßen normale Werte erreichen können (ja, Natrium wird dann mit dem Wasserwechsel wieder reduziert).

MarkusBu wrote:Den Fischen scheint es nichts auszumachen (außer den Guppys), aber mit Pflanzen sieht es mau aus.

Da muss ich mal mit Deters kontern:
Zum Beispiel werden Guppys in den letzten Klonks der Städte genannt und von einigen Bettas ist es bekannt, dass auch sie in biologisch brodelnden Urwaldkloaken (die gibt es auch!) leben und brüten.

Von: Altwasseraquaristik (Olaf Deters)

In dem Zusammenhang sollte man aber ebenfalls den Artikel Schlamm (Gerd Kassebeer) auf der Seite sehen:
Frühere Altwasser-Experimente
Der erste Altwasserversuch fand in einem 15 Liter-Becken statt. Ein Büschel Wasserstern, eine Gruppe Moderlieschen, ein Brillantfilter mit zwei Schaumstoffpatronen und Luftantrieb, sowie eine starke Beleuchtung waren die Ausstattung. Die Fische bekamen täglich Lebendfutter. Auf dem Boden bildete sich eine dicke Mulmschicht. ...
Das verdunstete Wasser wurde durch Leitungswasser ersetzt. ...
Wöchentlich wurden pH und Härte gemessen. Der pH sank in 3 Monaten von 7,5 auf 6, stieg nach weiteren 3 Monaten auf 7,0 und blieb dort bis zum Abbruch des Versuchs. Die Härte stieg in 6 Monaten von 10°dH bis auf 20°dH und blieb dann konstant. Nach gut einem Jahr wurde der Versuch abgebrochen, weil sich einfach keiner der Parameter mehr änderte.

Weitere Altwasser-Experimente folgten, ohne zunächst verwertbare Erkenntnisse zu bringen. Schließlich fand ich die Lösung meines Rätsels, nämlich die Ursache der rätselhaften Stabilität, ganz woanders, und zwar auf Kläranlagen. Es war nicht das Altwasser, sondern die Eigenschaften des Schlammes!

Trotzdem müssen nicht alle Guppys alle Wasserwerte ab können, gerade bei Hochzuchten können die Anforderungen höher liegen.
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

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Postby MarkusBu » 04 Jun 2019 08:27
Moin,
Zuchtguppys sind Mimosen. Selbst deren Nachkommen vertragen keine starken Schwankungen der Wasserwerte. Wenn die Elterntiere lange genug leben, um Nachwuchs zu produzieren, hat der eine Chance, eine gesunde Population zu entwickeln.

Den Artikel über die Altwasser Experimente habe ich auch gelesen. Aber das Problem bei meinem Bekannten könnte sein, dass es nicht viel Schlamm gibt. Es ist im Sand zumindest nichts zu sehen.

Mal sehen, wie es weitergeht
Gruß
Markus
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Postby simonsambuca » 04 Jun 2019 11:40
Das Problem Nr. 1 wird wohl das Licht sein, danach kommen die anderen Sachen (Pflanzenmasse, CO2, Remineralisierung und Düngung).

Wenn ich bei meinem Aquarium WW faul bin sinken alle Messwerte bis auf die GH. Phosphat dünge ich quasi gar nicht extra, Filterung eher gering (zwei blaue Matten aber noch ein Vlies). Licht ist gut vertreten und CO2 wir zugedüngt.

Denke das Setup würde also ohne WW aber mit entsprechender Aufhärtung/Düngung auch sehr lange laufen können.

Nachtrag: Ausgangswasser ist bei mir aber auch aufgehärtetes Osmose Wasser. Also sehr gute Ausgangslage ohne störende Stoffe etc.
Schönen Gruß
Simon

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Postby unbekannt1984 » 04 Jun 2019 12:48
Hallo Simon,

simonsambuca wrote:Nachtrag: Ausgangswasser ist bei mir aber auch aufgehärtetes Osmose Wasser. Also sehr gute Ausgangslage ohne störende Stoffe etc.

und wie sieht es aus, wenn du Wasserwechsel-faul bist? Füllst du dann lediglich mit Osmosewasser auf (da käme ja nicht viel an GH mit)?

Abgesehen davon ist der Verbrauch an Calcium und Magnesium ziemlich gering, das dauert Monate, bis du da an der GH etwas bemerkst (außer bei dem Hornkraut von Markus)...
Mit freundlichen Grüßen,
Torsten

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Postby MarkusBu » 04 Jun 2019 13:43
unbekannt1984 wrote: (außer bei dem Hornkraut von Markus)...

Das hat nur an der KH gefressen. GH hat sich nicht großartig geändert. Vielleicht über einen längeren Zeitraum und wenn man die KH ab und zu mal aufgefrischt hätte
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Postby simonsambuca » 04 Jun 2019 14:31
Hi,

ich war mal über den Jahreswechsel sehr faul und viel Krank und füllte zu der Zeit nur mit Osmose Wasser auf - am Ende war dann die GH immer noch bei 7 bis 8 und die KH weg, der Rest sehr niedrig (ich hab sogar mit dem Düngen geschludert...). Zeitraum kann da gut 3 Monate gewesen sein...

Optimal war das nicht aber die Planzen, Fische und Garnelen haben sich alle weiter vermehrt - aber zugegeben optisch waren die Pflanzen nicht voll auf der Höhe (lag aber wie bereits angedeutet an der kaum vorhandenen Düngung) die Scheiben leicht grün und ein paar Grünalgen im Strömungsbreich.

Bartalgen sind auch noch vereinzelt zu finden - mir ist letztes Jahr mal die CO2 Anlage einige Tage ausgefallen und seit dem sind die aufgetaucht und noch nicht wieder komplett verschwunden.

Aktuell schaue ich natürlich schon das ich ca. alle vier Wochen einen großen WW (80%) mache und einmal die Woche dünge - also eigentlich immer noch "faul" die Sache. Grünalgen sind seit dem auf dem Rückzug und nur noch minimal vorhanden. Bartalgen werden auch weniger aber leider sehr langsam.

Mulm und Co hab ich auch kaum und saug den Boden im Prinzip nicht ab da eigentlich immer Babygarnelen unterwegs sind.

Den Filter hab ich jetzt seit dem Aufsetzten nicht mehr geputzt - da schau ich nur ab und an in den Korb und rette die Garnelen die der Skimmer "geschluckt" hat (den hab ich leider auch im Verdacht das er mir einiges an Jungfischbrut schluckt :?).

Hatte die ersten Monate lange grünes Wasser das wurde erst besser als ich zu den blauen Matten noch das Vlies dazu gelegt habe.
Schönen Gruß
Simon

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