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Beitragvon Umsteiger » 26 Sep 2010 09:29
Hallo,

mein Name ist Thomas, und ich betreibe seit längerer Zeit (mit Unterbrechungen) die Meerwasseraquaristik.

Nun trage ich mich mit dem Gedanken, davon Abschied zu nehmen und auf die Süsswasseraquaristik - speziell Aquascaping - umzusteigen.

Wieso das?
Nun, wer schon mal mit MW Aquaristik zu tun hatte, der weiss vielleicht, welchen Aufwand an Technik und anderen Bedingungen so ein Becken verlangt.
Das ist aber nicht der Hauptgrund. Der liegt eigentlich darin, dass ich im Laufe der Jahre immer wieder mit allen möglichen Widrigkeiten zu kämpfen hatte. Angefangen von den diversen Algenplagen, Dinoflagellaten, Cyanos, usw. bis hin zu den sich ständig verändernden Wasserparametern, wie Nitrat, Phosphat, Calzium, Magnesium, etc. Mal stimmen sie, mal wieder nicht. Was für das eine Tier gut ist, ist für das andere wieder schlecht. Es ist einfach ein hoffnungsloses Unterfangen, ein gleichbleibendes Ökosystem über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten. Das ganze ist oft geprägt mit Verlusten, Frust und schierer Verzweiflung.
Gerade habe ich wieder einmal eine schlimme Dinoflagellatenplage hinter mir. Jetzt läuft alles wieder, aber ich sehe schon der nächsten potentiellen Plage mit Grauen entgegen.

Versteht mich nicht falsch, mein Becken ist nicht falsch besetzt, die Technik ist auch die richtige und ich glaube auch zu wissen, was ich da tue, aber das Meer ist nun mal ein empfindliches Ökosystem, welches schwer in ein kleines Aquarium einzusperren ist.

Angeregt von vielen schönen Pflanzenaquarien im Netz und auch in live, denke ich, dass es für mich nun an der Zeit ist, den Umstieg zu Süsswasser zu machen.

Dazu hätte ich ein paar Fragen.

Die erste betrifft das Wasser. Bisher habe ich zum Wasserwchsel und für das Nachfüllwasser eine Osmoseanlage mit nachgeschaltetem Mischbett Vollentsalzer verwendet, um Schadstoffe, wie z.B. Nitrat, Phosphat und Silikat aus dem Wasser zu entfernen. Bei einem wöchentlichen Wasserwchsel von 10% (mein Becken fasst 320 Liter) stellte das natürlich kein Problem dar. Wenn ich hier aber lese, dass die meisten 50% oder mehr WW pro Woche mache, so ist das auf meine bisherige Art und Weise nicht machbar. Soll ich also normales Leitungswasser benutzen, oder wie macht ihr das?

Zweitens die Beleuchtung. Ich habe eine T5 Leuchte mit 8x24 Watt Röhren darüber. Natürlich sind das alles Röhren, die von Ihrem Spektrum her für MW geeignet sind. Ich denke, bei einem Umstieg auf Süsswasser müsste ich mit 6x24 Watt hinkommen, richtig? Welche Röhrenkombination wäre empfehlenswert (Hersteller, Bezeichnung der Röhren)?

Und drittens Strömung. Bei MW braucht man ja sehr viel davon. Derzeit wird mein Beckenwasser mit ca. 12.000 L/h umgewälzt. Natürlich viele zu viel für Süsswasser. Was für eine Umwälzung würdet ihr bei ca. 300 Litern Nettovolumen empfehlen?

So, das war's erst mal... .
Ich würde mich über eure Meinungen und Tips sehr freuen!

Gruß, Thomas
Umsteiger
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Beitragvon Schlawiner_68 » 26 Sep 2010 10:45
Hallo Thomas,

willkommen bei flowgrow.

Eindeutige Antworten auf Deine Fragen wirst Du wohl nur schwer bekommen :D .

Aufgrund meiner (überschaubaren) Erfahrung nach würde ich empfehlen:

1) Wasser:
Abhängig von Deinen Wasserwerten (solltest Du Posten, aber nicht hier in der Mitgliedervorstellung sondern in einem eigenen Thread) kannst Du den Wasserwechsel sehrwohl mit Leitungswasser machen. Evtl. kannst Du auch Leitungswasser mit Osmosewasser verschneiden um auf die gewünschten Werte zu kommen. Ob es jede Woche 50% sein müssen, hängt stark von Deinem Düngekonzept ab. Dazu kannst Du hier im Forum jede Menge lesen. Ich versuche gerade mit "magerer Düngung" in den Bereich 20% alle 2 Wochen zu kommen.

2) Beleuchtung:
Auch hier ist es wiederum abhängig davon welche Pflanzen du pflegen möchtest. Ab 0,5W/l ist für die meisten ausreichend. Es gibt hier aber auch viele, die in der Grössenordnung 1W/l unterwegs sind. Zum Thema Röhren: Abhängig von Deinem Gusto. Ich habe die Narva Biovital. Die Auswahl an brauchbaren Röhren ist groß. Geht von Standard 8xx und 9xx bis zu den hochpreisigen Röhren von den bekannten J*L, De**erle usw. Hier gibts ebenfalls jede Menge Info. Einfach die Suchfunktion anschmeissen.

3) Filter:
Ich würde für ein 300l Becken einen Aussenfilter im Bereich 1000l/h nominal vorschlagen. Den kannst Du, falls das zuviel Umwälzung ist, dann noch entsprechend drosseln.

Viele Grüße
Reiner
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Viele Grüße
Reiner
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Beitragvon -serok- » 26 Sep 2010 11:01
Tach auch Thomas und herzlich willkommen bei Flowgrow!

Schön zu hören, daß Du den Weg hierher durch bzw. wegen des Aquascapings gefunden hast. Nur, klär mich mal grade auf, eigentlich dachte ich immer, daß ein laufendes MW-Becken stabiler steht als ein SW-Becken. So oder so ähnlich habe ich es zumindest immer gehört und gelesen. Momentan sind mehrere hier im Forum die auf MW um/dazusteigen, die werden das hier sicherlich mit Interesse aufnehmen.

Zu deinen Fragen...
1) Wie sind denn deine Wasserwerte aus der Leitung? NO3 und PO4 solltest Du nicht länger als Schadstoffe ansehen, das ist jetzt Pflanzennahrung.

2)8x24W auf 320l ist schonmal ein guter einstieg, die würde ich alle Nutzen und nicht nur 6 Röhren. Welche Maße hat dein Becken eigentlich? Die MW-Röhren würde ich auch nicht weiter nutzen, richtig. Für SW kannst Du eigentlich alle handelsüblichen Röhren nutzen die es da so gibt. Ich persönlich bin ein Osram-Fan. 840er und/oder 865er Röhren geben alleine und in Kombination ein angenehmes Licht, aber das sollte jedem selbst überlassen bleiben.

3)Ok, 12000l/h brauchst Du für ein SW-Becken dieser Größe nicht, klar. Ein Filter, der die 3-5 fache Menge des Beckenvolumens stündlich umwälzt, reicht. Einige hier im Forum benutzen zusätzlich kleinere Strömungspumpen um nährstoffreiches Wasser auch wirklich in den letzten Winkel des Beckens zu fördern.

Wenn Du noch weitere Fragen bezüglich Filterung, Düngung, Beleuchtung, Pflanzenpflege, etc. hast, benutz mal die Suchfunktion. Hier im Forum ist kaum ein Thema unbehandelt geblieben und so wird man mit Sicherheit Infos zu allen möglichen Fragen erhalten.
Greetz Andy

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Beitragvon Umsteiger » 26 Sep 2010 16:03
Hallo,

im Prinzip sind unsere Wasserwerte hier nicht schlecht. Ich habe sie jetzt aber nicht parat. Weiss nur, dass ich 2,5 dKh habe, Nitrat und Phosphat auch nicht sehr hoch sind. Allerdings ist Silikat vorhanden, weiss aber nicht den genauen Wert. Das ist einer der Gründe, warum ich den Vollentsalzer hinter die UO gehängt habe. Kieselalgen möchte ich nämlich unbedingt vermeiden.

Gruß, Thomas
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Beitragvon Umsteiger » 30 Sep 2010 21:33
So, heute war der große Tag.

Das MW Becken wurde komplett ausgeräumt. Ein riesen Act! Und irgendwie fiel es mir auch gar nicht so leicht... :cry: Aber ich habe ja immer noch ein 60 L Nanoriff!
Alle Fische, Korallen, usw., sowie das Lebendgestein hat mir ein Händler zu einem guten Preis abgenommen und mir einen Gutschein zum Kauf meiner zukünftigen Aquascaping Sachen gegeben.

Ich habe mir auch gleich mal 15 kg "Mini Landschaft" Steine zum Preis von 5,99/kg ( :roll: ) mitgenommen. Leider sind auch andere Sachen, die ich brauche, dort recht teuer, z.B. 1 Töpfchen HCC ganze 7,99!

Am Wochenende werde ich dann das ehemalige MW Becken grundreinigen und vielleicht schon mal ein wenig mit dem Hardscaping herum experimentieren. Ich habe zwar schon einige Ideen, bin mir aber noch nicht so ganz schlüssig, was es letztendlich werden soll.

Wenn es dann soweit ist, werde ich mein Ergebnis in der entscprechenden Rubrik vorstellen.

Bis dahin würde ich mich freuen, wenn vielleicht noch jemand auf meine Frage bezüglich der Verwendung von Zeolith antworten würde.

Gruß, Thomas
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Beitragvon Matz » 30 Sep 2010 23:19
Hallo Thomas :D ,
Zeolith ist für ein Pflanzenbecken absolut kontraproduktiv!
Willst ja nicht für viel Geld Dünger reinkippen, der dann im Zeolith wieder hängenbleibt, bzw. von den dort ansässigen Bakterien "gefressen" wird, im wahrsten Sinne des Wortes :wink: .
Ich bin schon gespannt!
Kauf' dir bei deinem Händler für deine Gutschrift lieber Hardscape und technischen Kram und hol' dir die Pflanzen hier aus dem Forum. Da bekommst du gute Qualität, schon submers eingewöhnt und zu sehr guten Preisen (kleiner Tipp).
Ich drück' dir die Daumen,
bis bald,
:bier:
Edit: benutzt du eig. einen CO2-Dauertest, oder errechnest du den Gehalt (oder misst du ihn sonstwie?).
Grüssle :-), Matthias
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Beitragvon Muc.kt1807 » 27 Aug 2018 15:19
Hallo ihr lieben ich habe so eine ähnliche Frage. Ist das denn wirklich möglich? Habe ein Juwel Lido 200L gebraucht günstig bekommen, 2 Jahre alt. Die junge Dame hat uns nur verschwiegen das es vorher ein Salzwasser Becken war. Wir haben jegliche Filter schon raus gebaut und sauber gemacht es ist kein Kalk mehr an den Glasscheiben. Filter und Lampen würde ich neu kaufen aber mein Freund hat Panik das es platzen könnte weil ihm eine aus nem laden gesagt hat das dies die Silikon Fugen so angreift und wir sollen doch lieber das Aquarium zurück geben und ein Ausstellungsstück bei denen kaufen ... weiß halt nicht ob das jetzt verkaufstechnik ist von der Dame . Ich mein klar neuer Filter und neue Lampen das ist logisch aber ist Salzwasser nach 1 1/2 Jahren effektiver Nutzung wirklich so extrem ? Danke für eure Hilfe !
Muc.kt1807
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Beitragvon nik » 27 Aug 2018 18:22
Hallo Thomas,
Umsteiger hat geschrieben:Angeregt von vielen schönen Pflanzenaquarien im Netz und auch in live, denke ich, dass es für mich nun an der Zeit ist, den Umstieg zu Süsswasser zu machen.

ist halt was anderes, ist auch kein Selbstläufer, macht auch Arbeit, aber man wird mit einer grünen, strahlenden Perle belohnt.

Dazu hätte ich ein paar Fragen.

Die erste betrifft das Wasser. Bisher habe ich zum Wasserwchsel und für das Nachfüllwasser eine Osmoseanlage mit nachgeschaltetem Mischbett Vollentsalzer verwendet, um Schadstoffe, wie z.B. Nitrat, Phosphat und Silikat aus dem Wasser zu entfernen. Bei einem wöchentlichen Wasserwchsel von 10% (mein Becken fasst 320 Liter) stellte das natürlich kein Problem dar. Wenn ich hier aber lese, dass die meisten 50% oder mehr WW pro Woche mache, so ist das auf meine bisherige Art und Weise nicht machbar. Soll ich also normales Leitungswasser benutzen, oder wie macht ihr das?

Leitungswasser geht, eine KH von 2-7 gilt als sinnvoll. Manche fahren das auch mit Deionat und salzen das nur ein bisschen auf. Ein Mischbett hinten dran ist auch in der Pflanzenaquaristik ganz nett. Ich nehme auch Deionat und finde silikatfrei schon auch entspannend. Die Pflanzenbecken müssen auch biologisch in einen stabilen Zustand gebracht werden, sonst wird das nichts. Da hilft z.B. ML Spezial Blend und Nite Out II, wirst du kennen. ^^ Mikroflora ist mein Steckenpferd, kriegt man die ans Laufen, geht der Rest unkompliziert. Ich denke, da kann ich dich mit dem Geschreibsel in meiner Sig ein wenig erschrecken. ^^

Es kommt auf dein Leitungswasser an. Schau dir die Trinkwasseranalyse an. Pflanzenaquarianer achten auf Hydrogenkarbonat, Ca, Mg evtl. auf Ausreißer in Phosphat. K und NO3 ist meist unproblematisch. Ist die Basis für die Düngung, dann werden N, K, PO4, SE wichtig. Ach ja bei einem größeren Becken kommst du um eine CO2-Druckgasanlage nicht rum. Die kannst du per Microcontroller regeln. Die Technik-Affinen machen das, ist aber nicht notwendig. Später wird man bei größeren Becken bei einer Düngeanlage landen. Soviel zur Technik, noch das bisschen Licht.

Zweitens die Beleuchtung. Ich habe eine T5 Leuchte mit 8x24 Watt Röhren darüber. Natürlich sind das alles Röhren, die von Ihrem Spektrum her für MW geeignet sind. Ich denke, bei einem Umstieg auf Süsswasser müsste ich mit 6x24 Watt hinkommen, richtig? Welche Röhrenkombination wäre empfehlenswert (Hersteller, Bezeichnung der Röhren)?

*Hüstel* über brutto 182 l hatte ich 4x39 w, das fand ich passend. Ich habe ein Becken das hat das gut 1,5-fache dessen Lichts. Es geht auch weniger, Du kannst bei deinem 320er ruhig die 8x24 W lassen, das bewegt sich eher an der Unterkante des Üblichen für intensive Pflanzenaquarien. Wenn es deine Leuchte eine ATI ist, hat die schon ziemlich kleine Reflektoren. Geignete LL sind übliche 3 Banden-Lampen mit der Bezeichnung 865. Und weil das so viel Licht ist, sind deutlich effizientere LED und Dimmung im Forum ein breites Thema.

Und drittens Strömung. Bei MW braucht man ja sehr viel davon. Derzeit wird mein Beckenwasser mit ca. 12.000 L/h umgewälzt. Natürlich viele zu viel für Süsswasser. Was für eine Umwälzung würdet ihr bei ca. 300 Litern Nettovolumen empfehlen?

Nö, man will ja nicht die Pflanzen flach legen, aber gut gerührt, möglichst alle Ecken, für eine gute Nährstoffverteilung macht schon Sinn. So 700-1200 l/h als grobe Hausnummer, je nachdem wie geschickt man sich anstellt. Halt gut gerührt. Üblicherweise machen das die entsprechenden Topffilter. Ist auch ein kontrovers diskutiertes Thema, in der Pflanzenaquaristik beschränkt man sich tendenziell beim Filtersubstrat, nicht beim Durchsatz.

So, das war's erst mal... .

Ja, das war 's erst mal ... ^^

Ich habe es nie zum Nudelwasser geschafft, nur Algen, keine Pflanzen!
Wenn es dich nicht abschreckt hat, herzlich willkommen im Flowgrow. :bier:

Gruß Nik
So wenig [füge hier eine beliebige beinflussende Maßnahme ein] wie nötig.

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