Anentome helena

Raubschnecke

°C
pH
°dKH
Nano-Aquarium geeignet?: Ja
Benötigt Artenbecken?: Nein
Beckenlänge: 20 - 180 cm
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Länge der Männchen: 15 - 20 mm
Länge der Weibchen: 15 - 20 mm

Optische Wirkung: 
  • besonders farbenfroh / auffällig

Typ: Schnecke

Populärnamen [?]: 
  • Raubschnecke
  • Raubturmdeckelschnecke

Stamm: Mollusca - Weichtiere
Unterstamm: Conchifera - Schalenweichtiere
Klasse: Gastropoda - Schnecken
Ordnung: Sorbeoconcha - Sauggehäuseschnecken
Unterordnung: Hypsogastropoda
Familie: Buccinidae - Hornschnecken
Gattung: Anentome

Beschreibung: 

Die Raubturmdeckelschnecke ernährt sich von anderen Schnecken, vor allem solchen, die keinen Deckel haben, wie Blasenschnecken, Tellerschnecken oder Posthornschnecken. Sie ist daher hervorragend dazu geeignet, einer Schnecken-Massenvermehrung ohne Chemie ein Ende zu bereiten. Wenn keine anderen Schnecken mehr im Becken sind, sollten wieder welche eingesetzt werden; manchen Berichten zufolge frisst die Raubschnecke auch normales Garnelen - oder Fischfutter, wenn ihr keine Beute zur Verfügung steht.

Oft gräbt sie sich im Bodengrund ein ( das kann Stunden oder Tage dauern) und lauert ihrer Beute auf, welche sie dann verfolgt und frisst. Mit ihrem ausgestreckten Sipho, einer rüsselartigen Verlängerung des Mantelrands, nimmt sie Witterung auf und ortet so ihre Beute.

Die Schnecke kann sehr gut mit Garnelen vergesellschaftet werden.

Die Raub-Turmdeckelschnecke ist getrenntgeschlechtlich, pro Gelege wird nur ein kleines gelbes Ei, eingehüllt in eine milchige Substanz, gelegt. Nach ca. 4 Wochen schlüpft daraus ein Nachkomme.

Schlüsselmerkmale: 

Beige-Braun gestreiftes Haus

Erfahrungsberichte

2 Erfahrungsberichte
von Kambrium » 20 Jan 2015 15:03

Die "schöne Helena" kann sehr nützlich sein, aber auch selber zur Plage werden. Wie in Räuber-Beute Verhältnissen üblich, vermehrt sie sich dem Beutetier-Angebot entsprechend.

Dass immer nur ein Jungtier pro Eiablage schlüpft, verschleiert, wie schnell sich diese Schnecke vermehren kann.

Das kann bedeuten, dass nach wenigen Wochen einige dutzend "mini-me's" vom Erstbesatz im Becken unterwegs sind und andere Bestände komplett ausrotten.

Wenn die bevorzugte Beute verschwunden ist, fallen die Helenas auch über Tiere her, die normal nicht ihrem Beuteschema entsprechen. Ich habe in meinem eigenen Becken regelrechte "Bandenüberfälle" von mehreren Raubschnecken auf sehr viel größere Tiere beobachtet, z.B. Thylomelania oder Rennschnecken.

Auch das Verschlingen von Garnelen in der Häutungsphase (oder beim Geburtsvorgang (sehr ärgerlich)) habe ich schon beobachtet.

Auch vor Kanibalismus schrecken sie nicht zurück.

Bei einer Neueinrichtung meines Aquariums habe ich dann sage und schreibe 143 leere Helenagehäuse aus dem Kies gesiebt, dazu kamen noch die fast 50 lebenden Tiere, die ich verschenkt habe. Dieser Bestand hat sich innerhalb eines Jahres aus nur 4 Tieren entwickelt.

Jemandem der sich dieses Tier anschaffen möchte, empfehle ich nur ein einzelnes Exemplar in sein Aquarium zu setzen, da sonst die Kontrolle schnell verloren gehen kann.

Den Job der "Schneckenkontrolle" erfüllt die Helena ganz ausgezeichnet und in erstaunlichem Tempo.

Eine große Raubschnecke kann an einem Tag 2-3 Blasenschnecken fressen, oder eine Posthornschnecke. Sie bevorzugt immer die am einfachsten zu erreichende Nahrung, sie wird an Futtertabletten gehen, sich jedes Aas annehmen und auch Gelege, Laich, Muscheln und geschwächte Tiere aller Art nicht verschonen.

Lediglich Turmdeckelschnecken haben eine gewisse Chance, ihr dauerhaft zu entkommen.



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von etch135 » 14 Aug 2013 12:12

Da ich öfters lese, dass "es Berichte gebe, laut denen die Raubschnecke auch Garnelen frisst", wollte ich hier mal meine Erfahrungen zum Besten geben. Finde die Webseite ziemlich informativ und hab hier einiges Interessantes gelesen und deshalb gebe ich auf dem Weg etwas zurück ;)

Habe selbst lange Zeit Garnelen gehalten und auch erfolgreich vermehrt, bis mir eines blöden Tages eine Libellenlarve ins AQ gelegt wurde... kam... eingeschleppt... ich weiß es ned...Bevor das passiert ist, habe ich divereses mit der helena beobachten können: Wenn Sie Schnecken kriegt, dann ist sie eine sehr liebe Schnecke. Wenn Sie keine mehr hat, was ziemlich schnell geht, weil sie auch ein sehr schneller Verteter der Schnecken ist, weicht sie auch gerne auf Futtertabletten und Sonstiges aus, was man ins AQ wirft. Ich habe außerdem beobachtet, dass sie auch vor Aas nicht zurückschreckt und sich darüber her machen und meine ganz wilde Vermutung aus den Beobachtungen ist: Wenn sie Blut geleckt hat, dann will sie auch mehr. Bei fitten Garnelen zieht sie meist den Kürzeren. Anders sieht das jedoch in Becken aus, wo auch gleich Nachwuchs ansteht. Sobald die trächtigen Weibchen träger werden, um die Eier mit Sauerstoff zu versorgen, wurden auch diese angegangen und überwältigt! Es dauerte auch nicht lange, da kam eine zweite helena dazu und fing am anderen Ende der Garnele an zu "lutschen" und ehe ich mich versah, war ein schönes Weibchen samt Eiern weg. Ein weiteres Mal konnte ich das grausige Schauspiel beobachten, wie eine Garnele bei lebendigem Leib ausgelutscht wird, als sich diese gehäutet hat. Sprich wieder einmal träge und immobil und hungrige helenas. Aber ansonsten konnte ich keine weiteren "Spektakel" dergleichen beobachten. Also vermute ich, dass sie von grundauf nicht auf Garnelen gehen, erst wenn sie nichts mehr anderes kriegen und wenn sie einmal auf den Geschmack gekommen sind.


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