Solenostoma tetragonum

Perlenmoos

°C
°dKH
Aquarieneignung: ja
Verwendung: Aufsitzerpflanze (Begrünung von Hardscape), Nano-Aquarium
Schwierigkeitsgrad: mittel
Wachstum: sehr langsam
Siehe auch: Heteroscyphus zollingeri , Plagiomnium cf. affine
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Wo kaufen?
Verbreitung und Fundorte [?]: 

im tropischen und subtropischen Asien weit verbreitet


Verfügbarkeit [?]: 
  • gelegentlich im Handel erhältlich

Populärnamen [?]: 
  • Perlenmoos
  • Perlmoos

Synonyme [?]: 
  • Jungermannia tetragona Lindenb.
  • Plectocolea tetragona (Lindenb.) Meijer

Irrtümliche Namen [?]: 
  • Blepharostoma trichophyllum

Pflanzentyp [?]:

  • Aufsitzerpflanze (auf Holz oder Stein)
  • Moos oder Farnprothallium
Botanischer Name [?]: Solenostoma tetragonum (Lindenb.) R.M. Schust. ex Váňa & D.G. Long

Großgruppe [?]: Lebermoose (Marchantiophyta)
Ordnung [?]: Jungermanniales - Jungermannmoosartige
Familie [?]: Solenostomataceae
Gattung [?]: Solenostoma

Beschreibung: 

Solenostoma tetragonum ist ein folioses (= beblättertes) Lebermoos, das im tropisch-subtropischen Asien weit verbreitet ist und an verschiedenen feuchten Standorten vorkommt. Es ist auch zu Jungermannia gezählt worden und sieht äußerlich vielen anderen Lebermoos-Arten aus den Gattungen Solenostoma und Jungermannia sehr ähnlich.

Ein auffälliges Merkmal von Solenostoma tetragonum ist schon bei schwacher Vergrößerung zu erkennen: die rundlichen, transparenten Blätter sind mit undurchsichtigen Pünktchen übersät. Dies sind sogenannte Ölkörper, die sich in den Blattzellen befinden. Bei S. tetragonum sind Zellen mit jeweils einem großen Ölkörper eingestreut zwischen vielen Zellen ohne Ölkörper. Viele andere Solenostoma- sowie Jungermannia-Arten haben mehrere kleinere Ölkörper pro Zelle.1

S. tetragonum kam in Deutschland unter der Bezeichnung "Blepharostoma trichophyllum, Perlenmoos" in den Handel. Dieses Aquarienmoos wurde im Jahr 2009 von Prof. S. R. Gradstein (damals Göttingen, jetzt Paris, emerit.) als Solenostoma tetragonum bestimmt.1 Das echte Blepharostoma trichophyllum wird sehr wahrscheinlich nicht in Aquarien kultiviert und ist auch nicht im Handel zu bekommen. Es ist ein sehr kleines folioses Lebermoos, das vor allem in den nördlichen Breiten der Erde z.B. auf morschem Holz und an mit Humus bedeckten Felsen vorkommt.2 Bei Blepharostoma trichophyllum sind die Blätter bis zum Grund in Fäden aufgespalten, die eine Zellreihe breit sind.2 Dadurch sieht es völlig anders aus als Solenostoma tetragonum.

Verwirrenderweise wird auch Heteroscyphus zollingeri im Aquarienhobby oft "Blepharostoma trichophyllum" bzw. "Perlenmoos" genannt.1

Von der Firma Aquasabi wird seit 2012 ein Lebermoos aus Borneo als Solenostoma tetragonum "Gunung Sumpit" angeboten. Es passt von seinen Merkmalen her zur Art S. tetragonum, scheint sich aber etwas von dem Aquarienmoos zu unterscheiden, das als "Blepharostoma trichophyllum" gelabelt worden ist.

Eventuell gehören noch weitere Lebermoose mit Handelsnamen wie "Rosa Moss", Ross Moos" o.ä. ebenfalls zu S. tetragonum. Vielleicht werden auch andere, ähnliche Solenostoma- oder Jungermannia-Arten als Aquarienmoose gehandelt und lassen sich unter Wasser kultivieren. Doch sie könnten sicherlich nur von erfahrenen, auf Lebermoose spezialisierten Botanikern oder mit molekularsystematischen Methoden bis zur Art bestimmt werden.

Quellen und weiterführende Literatur:
  1. Wilstermann-Hildebrand, Maike & Muth, Heiko (2011): Vom „Perlenmoos“ – zwei foliose Lebermoose sind indentifiziert. Amazonas 35, Mai/Juni 2011.
  2. Frahm, J.-P. & Frey, W. (2004): Moosflora. 4. Auflage. - UTB 1250, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart: S. 78.
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