Tillmann ("Männlein") (2012)

Hydrothrix gardneri

Brasilianisches Wasserhaar

°C
°dKH
Aquarieneignung: ja
Verwendung: Hintergrund, Mittelgrund
Schwierigkeitsgrad: mittel
Wachstum: schnell
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Verbreitung und Fundorte [?]: 

Ost-Brasilien


Verfügbarkeit [?]: 
  • selten oder gar nicht im Handel erhältlich

Populärnamen [?]: 
  • Brasilianisches Wasserhaar

Pflanzentyp [?]:

  • Stängel
Botanischer Name [?]: Hydrothrix gárdneri Hook. f.

Großgruppe [?]: Samenpflanzen: Blütenpflanzen (Angiospermen)
Ordnung [?]: Commelinales - Tagblumenartige
Familie [?]: Pontederiaceae - Hechtkrautgewächse
Gattung [?]: Hydrothrix

Beschreibung: 

Hydrothrix gardneri ist eine Unterwasserpflanze aus dem Osten von Brasilien. Sie kommt dort in verschiedenen stehenden und langsam fließenden Gewässern vor. In der Natur ist diese Pflanze einjährig.

Das Brasilianische Wasserhaar gehört zu den Pontederiagewächsen, ist also nahe verwandt z.B. mit Eichhornia und Heteranthera, was man dieser grazilen, nur submers wachsenden Pflanze aber äußerlich kaum ansieht.

H. gardneri wurde 1976 von Josef Bogner als Aquarienpflanze nach Europa eingeführt. Er fand sie in Fischteichen bei der Stadt Icó im brasilianischen Bundesstaat Ceará. Diese Wasserpflanze wird nur von wenigen Hobbyisten gepflegt und ist selten im Handel.

Die Pflanze bildet dünne Stängel mit seitlichen Kurztrieben, die wie Blattquirle aussehen. Die Stängel verzweigen sich recht stark.

Die Blätter sind fadenförmig, haarartig dünn, mit ovaler Querschnittsform, gebogen, 2 bis 4 cm lang und hell- bis dunkelgrün gefärbt. An der Blattbasis ist eine Blattscheide ausgebildet.

In Aquarienkultur ist H. gardneri kurzlebig, lässt sich aber über Samen erhalten. Sie entwickelt unter Wasser an den Stängelknoten kleistogame Blüten, d.h. sie bleiben geschlossen und bestäuben sich selbst. Wenn die Stängel an der Oberfläche fluten, öffnen sich die Blüten über Wasser mit sechs gelben Blütenblättern, die bald abfallen. Nach dem Blühen (auch wenn die Blüten geschlossen bleiben) entwickeln sich durchsichtige, bis 3,5 mm lange kapselartige Früchte mit 18-40 Samen. Nach der Fruchtreife sterben die Pflanzen ab. Bei Gewächshaus- bzw. Tageslichtkultur geschieht dies im Herbst.

Man kann die Früchte absammeln und die Samen kontrolliert unter Wasser aussäen. Ansonsten fallen die Samen auf den Aquariengrund, und soweit sie nicht verlorengehen, keimen sie nach einiger Zeit oft spontan.

Das Brasilianische Wasserhaar ist schnellwüchsig und nicht sonderlich anspruchsvoll, aber wächst am besten in weichem bis mittelhartem Wasser bei eher starker Beleuchtung und einer Temperatur von etwa 23-25(-28) °C. Unter ungünstigen Bedingungen bilden sich oft wellig verbogene Blätter, bei Lichtmangel lange Internodien und braun werdende Blätter. Bei guter CO2- und Nährstoffversorgung und starker Beleuchtung entwickeln sich prächtige, dicht beblätterte Pflanzen.

Man kann H. gardneri wie andere Stängelpflanzen einfach über Kopf- und Seitentriebstecklinge vermehren. Anscheinend lässt sich aber durch die Stecklingsvermehrung nicht verhindern, dass die Pflanze irgendwann zum Blühen und Fruchten kommt und danach abstirbt. Konkrete Erfahrungsberichte mit der Lebensdauer im Aquarium unter verschiedenen Bedingungen wären wünschenswert.

Hydrothrix gardneri ist eine dekorative, grazile, feinblättrige grüne Stängelpflanze und kontrastiert als Gruppe im Mittelgrund gut mit Pflanzen, die sich in Textur, Blattgröße und Färbung unterscheiden.

Weil es relativ kurzlebig ist und aus Samen nachgezogen werden muss, wird das Brasilianische Wasserhaar wahrscheinlich eine selten gepflegte Liebhaberpflanze bleiben, aber die Kultur lohnt sich wegen der Schönheit und auch der interessanten Blütenbiologie dieser Pflanze. Sie hat mit ihren fadendünnen Blättern Ähnlichkeit mit Eriocaulon setaceum, das im Gegensatz zu H. gardneri sehr schwer zu kultivieren ist.

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